Die Unsicherheit bei den Trassenpreisen geht weiter – Angebotskürzungen rücken näher

Im Nachgang zur Verkehrsministerkonferenz in Hohenschwangau markieren Bund und Länder ihre jeweiligen Positionen zur Problematik der stark ansteigenden Trassenpreise. Alle Teilnehmer betonen das gute Miteinander , eine finanzielle Absicherung der bestehenden Verkehre bleibt aber aus. Damit geht die Unterfinanzierung des Nahverkehrs weiter, teilte der Bundesverband SchienenNahverkehr (BSN) mit.

Sowohl die Trassenpreissystematik als auch die Höhe der Regionalisierungsmittel waren Gegenstand der Verkehrsministerkonferenz, die am 21. und 22. Oktober 2026 im bayerischen Hohenschwangau stattgefunden hat. Die Länder haben betont, dass die immer weiter steigenden Trassenentgelte – im Jahr 2026 knapp 9 Prozent, 2027 etwa 7,8 Prozent und 2028 noch einmal 15 Prozent – für die Nahverkehre nicht tragbar sind. Die Finanzierung durch den Bund war ein Grundkonsens bei der Regionalisierung des SPNV in den 1990er-Jahren.

Peter Panitz, Präsident des Bundesverbands SchienenNahverkehr (BSN), betont: „Der SPNV in Deutschland ist eine Erfolgsgeschichte. Die Fahrgastzahlen steigen, das Angebot wächst, wir bringen moderne Züge auf die Schienen. Als SPNV-Aufgabenträger leisten wir zudem auch unseren Beitrag, um Kosten einzusparen und den Nahverkehr effizienter zu machen. Die bevorstehenden Preissprünge bei den Trassenentgelten können wir aber nicht aus eigener Kraft auffangen. Ohne eine Erhöhung der Mittel des Bundes können wir das bestehende Angebot nicht aufrechterhalten.“

Dass das aktuelle Trassenpreissystem für das komplexe und stark nachgefragte Bahnsystem Deutschlands nicht mehr funktioniert, ist spätestens seit dem Urteil des Europäischen Gerichtshofs vom 19. März 2026 klar. „Das aktuelle System schafft leider viele Rechtsunsicherheiten. Wir brauchen ein System, dass fair ist und den wirtschaftlichen Möglichkeiten der verschiedenen Verkehrsarten Rechnung trägt. Nahverkehr ist Daseinsvorsorge. Wir als Verband stehen dem Bund weiterhin zur Verfügung, um genau daran zu arbeiten und eine langfristige, rechtssichere und finanziell tragbare Lösung zu finden,“ betont Jan Görnemann, Geschäftsführer des BSN.

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