Bundesweit waren in den letzten Monaten verbale Entgleisungen und teilweise sogar tätliche Übergriffe von Fahrgästen dem Personal der Verkehrsunternehmen gegenüber insbesondere in Zügen in den Schlagzeilen. Auch in Detmold berichten Kolleginnen und Kollegen aus dem Fahrdienst immer wieder von verbal ausfälligen Fahrgästen. Die Stadtverkehr Detmold (SVD) und ihre Partner, die Verkehrsunternehmen BVO Busverkehr Ostwestfalen und Karl Köhne Omnibusbetriebe nehmen diese Entwicklung nicht einfach hin. Die SVD hat daher vor wenigen Wochen eine Kampagne für mehr Respekt mit dem Schwerpunkt auf die Stadtbusse gestartet.
Auch Bürgermeister Frank Hilker ist an Bord, wenn es darum geht, im Miteinander den richtigen Ton zu treffen: „Detmold ist auch deshalb so lebenswert, weil wir hier aufeinander achten und niemand in schwierigen Situationen allein gelassen wird. Damit das so bleibt, braucht es klare Regeln für das Miteinander: Wer sich bewusst nicht an die Regeln hält und das friedliche Zusammenleben stört, stellt sich selbst ins Abseits. Das gilt überall bei uns in der Stadt, und ganz besonders in unseren Stadtbussen, in denen sich Jede und Jeder sicher und wohlfühlen soll.“
Die Kampagne wurde vor rund vier Wochen vorgestellt. Inzwischen sind über 50 großflächige Plakate an zahlreichen Haltestellen im Stadtgebiet zu sehen. Im Zentrum stehen Kolleginnen und Kollegen, die Detmold täglich in Bewegung halten. „Die Menschen am Steuer unserer Busse sind nicht nur das Aushängeschild für unser Stadtbussystem, sie sind zugleich das Herzstück städtischer Mobilität. Wir nehmen nicht einfach hin, dass die Mitarbeitenden im Dienst immer wieder grundlos verbal angegangen werden. Ich freue mich daher besonders, dass sich einige von ihnen als Model für unsere ausdrucksstarke Kampagne fotografieren ließen. Die Einbindung des Teams war uns besonders wichtig“ erläutert Christian Nicke, Geschäftsführer der SVD.
Die Motive der Kampagne haben alle eines gemeinsam: Während die Fahrgäste mit einem Lächeln begrüßt werden, erinnern verschiedene Fahrgäste mit einer optischen Barriere daran, dass „Einsteigen nur mit Respekt“ erwünscht ist. Die emotionale Bildsprache ist bewusst gewählt: „Launige Sprüche oder allgemeine Hinweise, die Verkehrszeichen ähnlich sind, sprechen Niemanden an. Wir haben bewusst einen anderen Weg gewählt, bei dem sich optisch „Türsteher“ vor die freundlichen Fahrerinnen und Fahrer stellen und ihnen den Rücken stärken. Damit schaffen wir keine „Opferrolle“ der Mitarbeitenden, sondern stärken ein offenes, selbstbewusstes Auftreten der Fahrgäste, die sich mit dem Fahrpersonal solidarisieren. Das unterstreicht auch der Satz: Leg die nicht mit meinem Fahrer an“, erklärt Matthias Teutrine von der gleichnamigen Marketingagentur die Aussagekraft der sieben Plakatmotive.









