GDL und Arverio einigen sich

Vertreter der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und des Eisenbahnunternehmens Arverio haben sich am 17. April 2026 in der dritten Verhandlungsrunde auf einen für die Beschäftigten attraktiven und für den Arbeitgeber noch finanzierbaren Tarifabschluss geeinigt. Alle nach Tarif bezahlten Mitarbeiter bei Arverio erhalten eine Erhöhung des monatlichen Grundgehalts sowie der Zulagen um 2,5 Prozent ab 01.11.2026 sowie um weitere 2,5 Prozent ab 01.12.2027. Die Auszubildenden im Beruf Eisenbahner im Betriebsdienst erhalten zu diesen Terminen jeweils eine Erhöhung des monatlichen Grundgehalts. Dazu kommen strukturelle Verbesserungen der Entgelttabellen zum 01.03.2027. Zudem wird im Jahr 2026 eine Entlastungsprämie gezahlt, ab 2027 ein Urlaubsgeld eingeführt.

Bereits in der vorigen Verhandlungsrunde Anfang 2024 hatten die Tarifparteien eine ab dem 01.01.2026 einsetzende Arbeitszeitabsenkung vereinbart, wodurch sich seit Jahresbeginn für die Beschäftigten wahlweise eine Arbeitszeitabsenkung um eine Wochenstunde oder ein zusätzliches Entgeltvolumen von ca. 2,8 Prozent pro Jahr ergab.

„In Verantwortung für unsere Fahrgäste und die Region haben wir uns zu diesem Abschluss entschlossen, auch wenn er wirtschaftlich schwierig ist. Wir sind froh, dass wir uns – wie bisher immer – auch diesmal wieder mit der GDL einigen konnten, ohne dass es zu Streiks gekommen ist.“

Arverio-Geschäftsführerin Stefanie Petersen

Die Tarifverhandlungen standen diesmal im Spannungsfeld zwischen gerechtfertigten Lohnerhöhungen und den finanziellen Herausforderungen, die die gesamte Eisenbahnbranche hat. Die vielen Zugausfälle und Verspätungen durch die enorm vielen Baustellen am Streckennetz, Verzögerungen beim Projekt Stuttgart 21, die nach einem Gerichtsurteil offene Frage nach der Höhe der Trassenpreise und auch die Mehrkosten durch die erwähnte Arbeitszeitabsenkung – all das führt zu hohen finanziellen Belastungen von Unternehmen wie Arverio.

Insgesamt erhalten die Tarifbeschäftigen bei Arverio also bis zum Ende 2027 eine Gehaltssteigerung in zwei Schritten von insgesamt fünf Prozent und weitere wichtige Komponenten. Außerdem erhalten sie die vor wenigen Tagen von der Bundesregierung ermöglichte steuerfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro. Mitarbeiter in Ausbildung erhalten 500 Euro, jeweils aufgeteilt in zwei Teilzahlungen. Ab 2027 erhalten die Tarifmitarbeiter, die nicht in Ausbildung als Eisenbahner im Betriebsdienst sind, ein Urlaubsgeld in Höhe von 600 Euro. Für die Kollegen in Funktionsausbildung ist eine alternative Vereinbarung getroffen worden.

Eine weitere Arbeitszeitabsenkung auf dann 36 Stunden ab dem 1.1.2027 ist auch schon fest vereinbart. Zusätzlich hatte Arverio bereits als eines der ersten Unternehmen beim Beginn der Verhandlungen am 15.12.2025 einen Einmalzahlungs-Tarifvertrag vereinbart; damit kamen im Januar Tarifmitarbeiter in den Genuss einer Einmalzahlung von 600 Euro (Vollzeitbeschäftigte) bzw. 300 Euro (Teilzeitbeschäftigte sowie Auszubildende im Beruf Eisenbahner im Betriebsdienst), im Februar folgte eine Einmalzahlung in Höhe von 400 Euro für alle vollzeitbeschäftigten GDL-Mitglieder (200 Euro für die anderen).

Die neu abgeschlossenen Tarifverträge zwischen der GDL und Arverio haben in Bezug auf die Entgeltregelungen eine Laufzeit bis 28.02.2028.

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