Die Rheinbahn AG tritt der überregionalen Kooperation großer Verkehrsunternehmen zur Weiterentwicklung zentraler Zukunftsthemen im öffentlichen Personennahverkehr bei. Bereits zuvor hatten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ihre strategische Zusammenarbeit in einem Memorandum of Understanding (MoU) vereinbart. Mit der Unterzeichnung durch Rheinbahn‑Vorständin Annette Grabbe erweitert sich die Allianz nun um einen starken Partner aus einer weiteren Metropolregion – und bündelt zusätzliche operative Erfahrung aus einem der größten Verkehrsnetze Deutschlands.
Branchenweite Standards und gemeinsame Weiterentwicklung
Ziel der Partnerschaft ist es, den ÖPNV der Zukunft kundennah, effizient und interoperabel zu gestalten, Synergien systematisch zu heben, branchenanschlussfähige Standards zu etablieren und digitale Innovationen praxisnah in den Regelbetrieb zu überführen. Die Zusammenarbeit adressiert drei prioritäre Anwendungsfelder:
- Autonomes Fahren: Erfahrungen aus Erprobungsprojekten werden gebündelt, Roadmaps abgestimmt und gemeinsame Standards entwickelt – mit dem Ziel, innovative Technologien schrittweise und wirtschaftlich tragfähig in den Betrieb zu integrieren.
- Mobilitätsplattform (MAX): Die Unternehmen treiben eine gemeinsame, interoperable Plattform für Bus, Bahn und geteilte Mobilitätsangebote voran, die bestehende Systeme technisch einbindet und weiterentwickelt. Bestehende Zuständigkeiten sollen dabei unberührt bleiben. Ziel ist Interoperabilität, nicht Zentralisierung.
- Standardisierte, offene Vertriebssysteme: Für ein nahtloses Kundenerlebnis werden technische Standards überregional harmonisiert und digitalisiert. Ein Schwerpunkt liegt auf Account‑Based‑Ticketing (ABT) sowie interoperablen ID‑basierenden Ticketing‑Ansätzen (IDBT). Die Rheinbahn bringt hierfür u. a. ihre Erfahrung aus der Entwicklung und Umsetzung digitaler Vertriebssysteme wie CALO ein.
„Unser Fokus liegt auf praxisnahen, skalierbaren Anwendungsfällen. Wir beteiligen uns bewusst nicht an einer fertigen Lösung, sondern an einer partnerschaftlichen Weiterentwicklung. Unser Anspruch ist es, gemeinsam mit starken Partnern offene, interoperable und branchenanschlussfähige Standards zu schaffen, die anschlussfähig für Verbünde und regionale Strukturen sind.“
Annette Grabbe, Vorständin Rheinbahn
„Mit der Rheinbahn bekommt unsere Allianz zusätzlichen Rückenwind aus einer weiteren großen Metropolregion. Genau darum geht es: Kräfte bündeln, voneinander lernen und gemeinsam Lösungen entwickeln, die sich in der Praxis bewähren. Wenn starke ÖPNV-Partner ihre Erfahrungen zusammenbringen, können wir Innovationen schneller in den Alltag unserer Fahrgäste bringen und gleichzeitig Standards schaffen, von denen die ganze Branche profitiert.“
Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender BVG
„Der Schulterschluss mit der Rheinbahn als viertem Partner im Bunde ist ein starkes Signal für unser gemeinsames Vorhaben: Eine Allianz für den ÖPNV der Zukunft. Gemeinsam nutzen wir die Chancen der Digialisierung und neuer Technologien und schaffen ein attraktives Angebot für alle Kundinnen und Kunden.“
Robert Henrich, Vorstandsvorsitzender HOCHBAHN
„Ich freue mich darüber, dass die Rheinbahn unserer Partnerschaft beitritt und wir unser Vorhaben jetzt mit der Expertise und den Bedürfnissen einer weiteren Großstadt bereichern. So gestärkt können wir den künftigen Herausforderungen noch besser mit innovativen Angeboten begegnen und einen wichtigen Beitrag zur Effizienzsteigerung innerhalb der Branche leisten.“
Ingo Wortmann, MVG
Das Memorandum of Understanding tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft und ist zunächst unbefristet angelegt. Zur Vermeidung isolierter Einzelprojekte setzt die Allianz auf eine schlanke Organisation mit klar ausgerichteten Arbeitsgruppen für die definierten Anwendungsfälle. Ein Lenkungskreis aus allen Partnerstädten und ‑regionen übernimmt die übergreifende Steuerung und Koordinierung.
Hintergrund: Eine Allianz für die Zukunft
Die Mobilitätsbranche steht vor einem tiefgreifenden Wandel: Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Automatisierung und autonomes Fahren eröffnen enorme Chancen – verlangen aber skalierbare Ansätze und abgestimmte Standards. Die Allianz setzt deshalb bewusst auf Interoperabilität statt Zentralisierung: Bestehende Zuständigkeiten bleiben unberührt, gleichzeitig wird eine technische Anschlussfähigkeit über Unternehmens‑ und Verbundgrenzen hinweg geschaffen. Offene Bezahlsysteme und gemeinsame technische Standards erhöhen den Kundennutzen, stärken die Handlungsfähigkeit der einzelnen Unternehmen und steigern die Effizienz.
BVG, HOCHBAHN und MVG hatten im Herbst 2025 im Rahmen ihres Schulterschlusses angekündigt, smarte Mobilitätslösungen für Millionen Fahrgäste zu entwickeln, Synergien zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung zu heben sowie branchenweite Standards zu etablieren. Mit dem Beitritt der Rheinbahn wird dieser Ansatz über weitere Metropolräume hinweg skaliert und um praxisnahe Expertise aus dem Rhein‑Ruhr‑Gebiet ergänzt.









