Servicequalitätsniveau der bayerischen Regionalzüge blieb 2025 stabil

Sauberkeit, Komfort und Kundenorientierung: Jahr für Jahr überprüft die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG) die Leistungen der Eisenbahnverkehrsunternehmen im bayerischen Regionalverkehr hinsichtlich ihrer Servicequalität. Im Servicequalitätsranking der BEG für das Jahr 2025 erreichten die 30 bewerteten Regionalverkehrsnetze auf einer Skala von -100 bis +100 Punkten im bayernweiten Durchschnitt 31,23 Punkte. 25 Netze übertrafen dabei die hohen Mindeststandards. Die Spitzenposition nahm erneut die DB-RegioNetz-Tochter Westfrankenbahn mit ihren Leistungen im Netz Kahlgrund ein. Den größten Qualitätsschub erreichte DB Regio im Netz Donau-Isar-Express. Die vollständige Rangliste zur Servicequalität 2025 steht unter www.beg.bahnland-bayern.de/servicequalitaet bereit.

„Es ist gut für unsere Fahrgäste, dass die Unternehmen im bayerischen Schienenpersonennahverkehr bei der Servicequalität verlässlich liefern und motiviert sind. Das insgesamt stabile Ergebnis ist angesichts des herausfordernden Umfelds bei der Infrastruktur und der zunehmenden Nachfrage durchaus bemerkenswert. Unser Ziel muss aber sein, alle Anbieter über die Nulllinie zu bringen.“

Christian Bernreiter, bayerischer Verkehrsminister und Aufsichtsratsvorsitzender der BEG

„Im Schnitt halten die Unternehmen bei Service und Komfort das gute Niveau. Innerhalb der Rangliste verschiebt sich dennoch einiges: In manchen Netzen haben die Unternehmen spürbar nachgelegt, in anderen lassen die Bewertungen nach. Genau das machen wir mit unserem Mess- und Anreizsystem sichtbar und sorgen dafür, dass sich Verbesserungen lohnen. Wo es schlechter läuft, schauen wir genau hin.”

Bärbel Fuchs, Geschäftsführerin der BEG

Bayernweit betrachtet lagen 17 Netze über dem Durchschnittswert von 31,23 Punkten. Im Vergleich zum Vorjahr (31,54 Punke) blieb die Gesamtqualität in etwa gleich. In 13 Netzen konnten die Eisenbahnverkehrsunternehmen ihre Leistung gegenüber dem Jahr 2024 verbessern, in 16 Netzen mussten sie dagegen Punktabzüge hinnehmen.

Was das Ranking misst – und was nicht

Die BEG plant, finanziert und kontrolliert im Auftrag des bayerischen Verkehrsministeriums den Regional- und S-Bahn-Verkehr in Bayern. Für das Servicequalitätsranking prüft sie regelmäßig mit Hilfe von externen Testern und Fahrgastbefragungen die Leistungen der Eisenbahnverkehrsunternehmen im bayerischen Regionalverkehr in Sachen Sauberkeit, Komfort und Kundenorientierung, also jene Leistungen, die die Unternehmen komplett selbst in der Hand haben. Alle Eisenbahnverkehrsunternehmen (EVU), die bei den Tests mehr als null Punkte erreichen und damit die Mindestanforderungen der BEG erfüllen, erhalten ihrer Leistung entsprechend Bonuszahlungen vom Freistaat. EVU, die Minuspunkte verzeichnen, müssen hingegen eine Strafzahlung an den Freistaat leisten.

Pünktlichkeit und Zugausfälle erfasst die BEG getrennt. Diese Werte hängen auch von äußeren Einflüssen ab, beispielsweise von Wetter, Bauarbeiten oder Störungen an der Infrastruktur.

Spitzenreiter mit voller Punktzahl

Mit 100 von 100 möglichen Punkten steht das Netz Kahlgrund in Unterfranken zum sechsten Mal an der Spitze des Rankings (2024: 100 Punkte). Die Westfrankenbahn (DB RegioNetz) betreibt dort die länderübergreifende Linie RB 56 Hanau – Schöllkrippen. Auf Platz 2 folgt das Netz Regionalzüge Ostbayern mit Linien in der Oberpfalz und im Bayerischen Wald. Die Länderbahn, die das Netz betreibt, erreichte 74,81 Punkte (2024: 77,83 Punkte). Neu in den Top 3 ist das Netz Ammersee-Altmühltal mit Strecken zwischen Augsburg, Ingolstadt und Eichstätt sowie Augsburg und Schongau. Die Bayerische Regiobahn (BRB) als dortiger Leistungserbringer verbesserte sich hier um mehr als zehn Punkte auf 66,48 Punkte (2024: 53,29 Punkte). Pluspunkte gab es unter anderem für Sauberkeit und Fahrgastinformation sowie die Serviceorientierung der Zugbegleiter.

Fortschritte und Rückschläge

Den weitesten Sprung nach vorne machte DB Regio im Netz Donau-Isar-Express. Die Linien verbinden München mit Landshut und Passau sowie den Flughafen München mit Regensburg und Nürnberg. Mit 27,56 Punkten verbesserte sich das Netz gegenüber dem Vorjahr um 36,15 Punkte (2024: -8,59 Punkte) und schaffte den Sprung in den Bonusbereich. Eine zentrale Rolle spielte hierbei der Umstieg auf eine neue Fahrzeugflotte.

Spürbare Verbesserungen erzielte DB Regio auch im Netz Expressverkehr Ostbayern Los 1 (Linie RE 2 München – Hof): -3,36 Punkte bedeuten knapp 27 Punkte mehr als im Vorjahr (2024: -30 Punkte). Damit löste sich das Netz vom Tabellenende, verfehlte den Bonusbereich aber noch knapp. Bei beiden Aufsteigern verbesserten sich vor allem Sauberkeit, Fahrgastinformation und Serviceorientierung der Zugbegleiter.

Den stärksten Einbruch verzeichnete ebenso DB Regio – und zwar im Netz München-Nürnberg-Express/Ringzug West mit den Strecken Nürnberg – München und Nürnberg – Augsburg. Die Servicequalität rutschte auf -12,32 Punkte ab. Das entsprach einem Minus von knapp 32 Punkten (2024: 19,64 Punkte). Bemängelt wurden insbesondere die Sauberkeit und die Fahrgastinformation im Störfall.

Den letzten Platz der Rangliste belegt das Netz Neigetechnik Thüringen mit Verbindungen von Bayern Richtung Thüringen. DB Regio als Betreiberin kam auf -19,98 Punkte (2024: -5,37 Punkte). Schwächen zeigten sich auch hier bei Sauberkeit und Fahrgastinformation.

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