Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat den ersten Bauabschnitt der Tram-Westtangente in Betrieb genommen. Am Samstag, 28. Februar, haben Bürgermeister Dominik Krause und Bürgermeisterin Verena Dietl in Vertretung des Oberbürgermeisters gemeinsam mit MVG-Chef Ingo Wortmann und Mobilitätsreferent Georg Dunkel die neue Trambahnlinie 14 eröffnet. Ab sofort fährt die Tram 14 über den neuen Teilabschnitt zwischen Fürstenrieder Straße und Ammerseestraße tagsüber im 10-Minuten-Takt, abends ab 22 Uhr und in den frühen Morgenstunden alle 20 Minuten.
Bürgermeister Dominik Krause:
„Die Tram-Westtangente ist eines der größten und wichtigsten Infrastrukturprojekte Münchens der letzten Jahre. Sie schließt eine Lücke in unserem stark aufs Stadtzentrum ausgerichteten Liniennetz. Ich bin froh, dass unsere Stadt nach fast einem Jahrzehnt Pause den Ausbau seines Trambahnnetzes wieder aufgenommen hat und wir heute nach nur 22 Monaten die Eröffnung des ersten Bauabschnitts feiern dürfen. Mehr öffentlicher Nahverkehr ist eine Grundvoraussetzung für eine attraktive Mobilität und damit Lebensqualität in München. München wächst, eine Verbesserung des ÖPNV-Angebots ist daher notwendig, um eine dauerhafte Überlastung des Straßennetzes zu verhindern. Die sehr gute Standardisierte Bewertung der Tram-Westtangente zeigt den hohen Nutzen für die ganze Stadt und insbesondere den Münchner Westen. Die Bauarbeiten waren eine Belastung für Anwohner und Gewerbe. Investitionen in unsere Infrastruktur sind jedoch wichtig, damit München eine moderne Stadt bleibt, die nicht nur von der Substanz lebt, sondern auch immer wieder Neues schafft. Ich bin sicher, die Freude über die neue Tram wird bald den Ärger über die Bauarbeiten vergessen machen.“
Mobilitätsreferent Georg Dunkel:
„Ich freue mich sehr, dass nun endlich die Trambahnen auf dem ersten Teilstück der Tram-Westtangente unterwegs sind. Somit schaffen es die Landeshauptstadt München und die Stadtwerke München nach rund zehn Jahren wieder, ein wichtiges Stück Tram-Infrastruktur in Betrieb zu nehmen. Ich wünsche mir, dass die weiteren Bauabschnitte der Westtangente und die ebenfalls wichtigen Projekte Tram Münchner Norden und Tram Johanneskirchen ebenfalls zeitnah realisiert werden, um den ÖPNV in München noch attraktiver zu gestalten.
Die MVG hat diese wichtige Etappe gemeinsam mit den Münchnern bei einem Bürgerfest gefeiert.
Barrierefreiheit als Standard und Aufwertung der Umgebung
Der erste Abschnitt der Tram-Westtangente ist fast genau 1.500 Meter lang mit den drei Haltestellen Fürstenrieder Straße, Laimer Platz und Aindorferstraße, die vollständig barrierefrei mit nahezu niveaugleichem Einstieg errichtet sind und bereits für längere Züge mit bis zu 56 Meter Länge ausgelegt sind. Zur Teilinbetriebnahme werden zunächst dreiteilige Fahrzeuge auf der Strecke verkehren. Mit der Fertigstellung der Gesamtstrecke wird das Fahrgastaufkommen erheblich steigen. Die Eröffnung der der 2. S-Bahn-Stammstrecke wird den Verkehrsknoten am Laimer Bahnhof noch weiter stärken und zu einem zusätzlichen Fahrgastzuwachs auf der Tram-Westtangente führen. Mit dem steigenden Fahrgastaufkommen werden schrittweise größere Fahrzeuge eingesetzt.
Im Zuge der Bauarbeiten für die Neubaustrecke wurde auch die bestehende Haltestelle Fürstenrieder Straße der Linie 19 barrierefrei ausgebaut, die bereits seit Dezember 2025 in Betrieb ist. Diese wurde mit einer freistehenden und daher besonders gut einsehbaren Dynamischen Fahrgastinformation (DFI) mit Vorlesefunktion für Fahrgäste mit Sehbehinderung ausgestattet. Die Tram-Westtangente wertet auch das Straßenbild auf. An den meisten Haltestellen machen das Rasengleis sowie Baumpflanzungen die Umgebung grüner und freundlicher.
Zahlreiche Baumaßnahmen seit dem Spatenstich
Innerhalb von rund 20 Monaten seit dem Spatenstich wurden nicht nur die Gleise verlegt, sondern auch zahlreiche weitere Baumaßnahmen durchgeführt. Mehrere hundert Versorgungsleitungen wurden verlegt, darunter Strom in Hoch,- Mittel- und Niederspannung, Gas, Wasser, Fernwärme und Telekommunikation. Die aufwändigste und größte Maßnahme war der Neubau der zum Teil 95 Jahre alten Hauptwasserleitung 5. Außerdem wurde ein Zugang zum U-Bahnhof Laimer Platz von der Valpichlerstraße in die Gotthardstraße verlegt sowie die Unterführung an der Hogenbergstraße saniert. Die Fahrbahnen für den Individual- und Radverkehr sowie der Gehwege werden voraussichtlich bis zum Oktoberfest 2026 fertiggestellt.
Weitere Abschnitte im Bau
Die weiteren Bauabschnitte, die nun in Angriff genommen werden, führen zunächst von der Ammerseestraße vom Waldfriedhof und später weiter bis zur U-Bahnstation Aidenbachstraße. Die Inbetriebnahme dieser Abschnitte ist für 2028 geplant. Im Norden ist der Lückenschluss zwischen der Fürstenrieder Straße und dem Romanplatz abhängig von der Fertigstellung der so genannten Umweltverbundröhre am S-Bahnhof Laim, die neben der Tram auch dem Fuß- und Radverkehr dienen wird und von der DB im Rahmen des Projekts 2. S-Bahn-Stammstrecke gebaut wird. Auch hier ist die Inbetriebnahme für 2028 anvisiert.
In der Wotanstraße wurden im Zuge einer anderen Baumaßnahme bereits vorbereitend Gleise verlegt und auch die Weichen zur Einfädelung in die bestehende Strecke der Linien 16 und 17 sind schon eingebaut. Die Tram-Westtangente wird nach der Gesamtfertigstellung auf ganzer Strecke von der Linie 12 befahren. Sie bietet nach ihrer Fertigstellung eine umsteigefreie, schnelle Querverbindung von Obersendling über Hadern, Sendling, Laim nach Nymphenburg und weiter über die bestehende Strecke bis nach Schwabing Nord.
Ausführliche weiterführende Informationen zur Tram-Westtangente gibt es auf der Projektseite westtangente.mvg.de.









