Mangelhafte Betriebsqualität bei S-Bahn Dresden und VVO-Dieselnetz

Die andauernden Ausfälle im Dresdner S-Bahn-Netz und auf den Diesellinien um Dresden sind für die Fahrgäste eine große Belastung. Der Fahrgastverband PRO BAHN fordert, nicht nur endlich Ausfälle ausreichend zu kommunizieren, sondern auch weitere Maßnahmen zu ergreifen, um die Auswirkungen auf die Nutzer zu minimieren.

Der Fahrgastverband PRO BAHN Mitteldeutschland fordert von DB Regio und dem Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) kurzfristig zu prüfen, wie aufgrund der häufigen Ausfälle und Verspätungen im Sinne der Fahrgäste Verbesserungen geschaffen werden können. Dabei gibt es verschiedene Möglichkeiten:

„Es sollte geprüft werden, ob zeitweise ein S-Bahn-Pendelverkehr auf der S1 zwischen Meißen und Coswig im Halbstundentakt die Anbindung von Meißen sicherstellen kann. Gleiches gilt für einen Pendelverkehr zwischen Klotzsche und dem Dresdner Flughafen. Auch ist denkbar, kurzfristig einen Ersatzverkehr mit Bussen zu realisieren. Außerdem besteht die Möglichkeit, dass die DB Ersatzzüge bei anderen Unternehmen anmietet.“

Michael Koch, PRO-BAHN-Sprecher für den Raum Dresden

Zudem fordert PRO BAHN eine bessere Fahrgastinformation. Es kann nicht sein, dass der Fahrgast erst am Bahnsteig (oder erst lange nach der geplanten Abfahrt seines Zuges) von einer Verspätung oder einem Ausfall erfährt. Eine Ankündigung weniger als 48 Stunden vor Ausfall muss die absolute Ausnahme und nicht die Regel sein. Auch eine Mitteilung auf www.bahn.de/aktuell wäre zusätzlich zu einer Veröffentlichung auf der Webseite des VVO das erwartbare Mindestmaß.

Überdies sollten der VVO und die DB Regio AG prüfen, inwiefern man sich bei den Fahrgästen für die Unannehmlichkeiten entschuldigen kann. Dies könnte mithilfe der Strafzahlungen für die Ausfälle finanziert werden.

Seit Sommer 2022 kommt es auf den Netzen der S-Bahn Dresden und im VVO-Dieselnetz zu massiven Beeinträchtigungen durch Ausfälle und Verspätungen. Aufgrund dieser Situation bestellte der Aufgabenträger VVO im September 2022 die DB-Regio-Geschäftsführung zu einem außerordentlichen Gespräch ein. Ergebnis dieses Treffens waren „vorübergehende Einschränkungen im Zugbetrieb“, um einen verlässlichen Fahrplan zu bieten. Diese Maßnahmen waren offensichtlich unzureichend. Nahezu täglich werden am Morgen ausfallende Fahrten auf der VVO-Webseite bekannt gegeben. Zwar wurden einige Einschränkungen auf RB33 und S8 inzwischen wieder beendet, die Einschränkungen auf S1, S2 und S3 wurden allerdings weitgehend stillschweigend bis September 2023 verlängert. Zusätzlich zu den personalbedingten Ausfällen gibt es seit einiger Zeit auch fahrzeugbedingte Ausfälle. Der Eintrag eines Ausfalls oder einer Verspätung erfolgt dabei auch vorwiegend verspätet.

Update 13.07.: Wie Sachsen Fernsehen berichtet, haben der Verkehrsverbund Oberelbe (VVO) und die Deutsche Bahn ein Verfahren zur Verbesserung der Qualität der Dresdner S-Bahn eingeleitet. Dabei geht es insbesondere um eine verstärkte Ausbildung des Personals.

Quelle: PRO BAHN

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