Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) dringt auf eine beschleunigte und koordinierte Weiterentwicklung des Schienenpersonennahverkehrs in der Metropolregion Rhein-Neckar. Das hat der VRN im Rahmen des jährlichen Pressegesprächs zum Mannheimer Maimarkt deutlich gemacht.
Im Fokus stehen zwei große Zukukunftsthemen: Der leistungsfähige Ausbau des Schienenknotens Rhein-Neckar als bundesweit bedeutende Mobilitätsdrehscheibe sowie die gezielte Erweiterung des Meterspurnetzes als regional wirksame Ergänzung zum DB-Netz. Beide Vorhaben sollen dazu beitragen, Kapazitäten zu erhöhen, die Betriebsqualität zu verbessern und die Verkehrswende in der Region voranzubringen.
Der Schienenknoten Rhein-Neckar zählt zu den wichtigsten Knotenpunkten im deutschen und europäischen Bahnnetz. Mit dem Mannheimer Hauptbahnhof als bedeutendem Fernverkehrsknoten und dem Rangierbahnhof als europäischem Güterdrehkreuz reicht seine Bedeutung weit über die Region hinaus. Zugleich ist die Infrastruktur seit Jahren hoch belastet. Aus Sicht des VRN können die bislang einzeln verfolgten Teilprojekte die Engpässe nicht ausreichend beseitigen. Deshalb fordert der Verkehrsverbund eine integrierte Gesamtplanung, eine klare Priorisierung und eine verlässliche Finanzierung aller zentralen Maßnahmen.
Gesamtknoten statt Einzelmaßnahmen
Aus Sicht des VRN und der regionalen Partner müssen insbesondere die Durchbindung der Neubaustrecke Frankfurt–Mannheim bis Mannheim Haupt- und Rangierbahnhof, eine Tunnellösung für Güter- und Fernverkehr mit Option Tiefbahnhof, die zügige Realisierung der Neu-/Ausbaustrecke Mannheim–Karlsruhe, die Finanzierung des Ausbaus Mannheim–Heidelberg sowie die Digitalisierung des Rangierbahnhofs und des gesamten Knotens gemeinsam vorangebracht werden. Als zentrales Instrument fordert der VRN die Einrichtung einer Projektgesellschaft „Gesamtknoten Rhein-Neckar“, die die Teilprojekte bündelt und steuert. Diese Forderungen wurden zuletzt auch in Gesprächen mit dem Bundesverkehrsministerium in Berlin platziert.
Pfalztram und weitere Achsen im Fokus
Parallel dazu sieht der VRN in der Erweiterung des Meterspurnetzes eine wichtige Chance, den Schienenpersonennahverkehr in der Region schneller und pragmatischer auszubauen. Neben den Schienenstrecken der DB bildet das rnv-Meterspurnetz bereits heute das Rückgrat hochwertiger ÖPNV-Verkehre – mehr als 40 Prozent der Fahrgäste nutzen diese Verkehrsmittel. Seit der Anpassung der Rahmenbedingungen für die standardisierte Bewertung im Jahr 2022 bestehen verbesserte Möglichkeiten, Projekte erneut zu prüfen und ihre volkswirtschaftliche Tragfähigkeit nachzuweisen. Der VRN unterstützt diese Entwicklung fachlich, organisatorisch und finanziell, zum Beispiel durch die Kofinanzierung erster Machbarkeitsstudien und weiterer Untersuchungen mit regionaler Bedeutung.
Besonders konkret ist die Entwicklung derzeit beim linksrheinischen Projekt Pfalztram. Für die Nord-Süd- und Ost-West-Achsen im Raum Ludwigshafen konnte durch die neue Bewertungsmethodik und die Zusammenfassung von Streckenabschnitten ein positiver Nutzen-Kosten-Indikator von über 1 nachgewiesen werden. Zudem haben rnv, ZÖPNV Süd, VRN und das Land Rheinland-Pfalz Ende November 2025 einen Letter of Intent unterzeichnet und somit die Finanzierung der Planungen der Leistungsphasen 1 und 2 gesichert. Die Vorentwurfsplanung soll bis 2029 abgeschlossen sein. Das begleitende Kommunikationskonzept mit umfassender Bürgerbeteiligung wird ebenfalls vom VRN finanziell unterstützt.
Auch rechts des Rheins werden weitere Streckenpotentiale untersucht, darunter Verbindungen aus dem Mannheimer Süden Richtung Schwetzingen und Heidelberg, Achsen im Raum Heidelberg, Leimen, Wiesloch-Walldorf sowie im Bereich Ladenburg und Schriesheim. Hinzu kommt das Zukunftskonzept für die Weschnitztalbahn bei dem unter anderem eine Elektrifizierung und perspektivisch auch eine Umstellung auf Meterspur geprüft wird. Ergebnisse dazu werden bis Ende 2026 erwartet.









