Neue Kampagne fordert mehr Respekt für Mitarbeiter im ÖPNV

„Die Würde des Menschen ist unantastbar. Auch für alle in Uniform.“ So steht es in weißer Schrift auf schwarzem Grund seit heute groß in Bahnhöfen und Zügen. Das Motiv ist eins von vieren, das Fahrgäste aufrütteln und helfen soll, die steigenden Übergriffe gegen Bahnmitarbeitende einzudämmen.

Rund drei Monate ist der tödliche Angriff auf den Zugbegleiter Serkan Çalar her. Nun setzen die Deutsche Bahn (DB), das Bundesverkehrsministerium (BMV) und der Branchenverband VDV mit der neuen Respektkampagne #mehrachtung ein deutliches Zeichen: Für mehr Rücksicht, mehr Anstand und mehr Respekt gegenüber dem Bahnpersonal. Auch der Konzernbetriebsrat der DB unterstützt dieses Anliegen ausdrücklich.

„Ich bin immer noch traurig und schockiert über den Tod von Serkan Çalar. Der immer weiter zunehmenden Zahl von Beleidigungen und Angriffen setzen wir ein klares Signal entgegen: Die Würde des Menschen ist unantastbar – auch bei der Ticketkontrolle. Auch wenn der Zug Verspätung hat. Wer eine Uniform trägt, verdient Respekt und Anerkennung.“

Patrick Schnieder (Bundesverkehrsminister)

Die Kampagne ist Teil des auf dem Sicherheitsgipfel beschlossenen „Aktionsplans für mehr Sicherheit auf der Schiene“. Diesen Gipfel hatte DB-Chefin Palla nach dem gewaltsamen Tod des Zugbegleiters einberufen. Gemeinsam haben DB, Bund, Länder, Gewerkschaften und Verkehrsbranche dort kurz- und mittelfristige Maßnahmen festgelegt. Die erste Bilanz fällt nach zwei Monaten positiv aus:

„Diese Kampagne zeigt, dass die Branche nach dem tragischen Vorfall in Rheinland-Pfalz nicht einfach zur Tagesordnung übergeht. Wir sorgen dafür, dass Sicherheit im öffentlichen Verkehr präsent und in den Köpfen bleibt. Die Branche tut viel, um die Situation für Beschäftigte und Fahrgäste zu verbessern. Die wachsende Zahl an Übergriffen zeigt: Das ist nicht genug, wir haben ein gesamtgesellschaftliches Problem. Wir müssen daher gemeinsam mit allen Akteuren mehr tun. Und das werden wir.“

Ingo Wortmann (Präsident Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV))

Die Deutsche Bahn baut den Einsatz von Bodycams und Sicherheitsmaßnahmen deutlich aus: Bereits rund 2.000 Kameras sind im Einsatz, bis 2026 sollen alle Mitarbeitenden mit Kundenkontakt optional ausgestattet werden. Zusätzlich werden Audioaufnahmen getestet. Parallel stärkt die DB ihr Sicherheitspersonal, setzt verstärkt auf Doppelbesetzungen im Nahverkehr und erweitert Trainings- sowie Präventionsmaßnahmen.

Weitere Informationen zur Kampagne #mehrAchtung gibt es hier.

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