Rund 150 Vertreter aus Politik, Verkehrsbranche und Wirtschaft kamen am 21. Mai 2026 zur dritten VRR-Niederrheinkonferenz im Zeughaus Neuss zusammen. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) nutzte die Veranstaltung, um erstmals die neuen batterieelektrischen Triebzüge (BEMU) vorzustellen, die künftig im Niederrhein-Münsterland-Netz verkehren werden. Darüber hinaus diskutierten Fachleute und Gäste im Rahmen der Konferenz zentrale Fragen der Mobilität in der Region.
Bereits im Vorprogramm erhielten die Teilnehmer bei einer exklusiven Besichtigung in Neuss einen Einblick in die neue Fahrzeuggeneration. Die vom spanischen Hersteller CAF (Construcciones y Auxiliar de Ferrocarriles, S.A.) entwickelten Züge fahren lokal emissionsfrei und können dank eines integrierten Energiespeichersystems auch auf nicht elektrifizierten Strecken ohne Oberleitung unterwegs sein. Damit ersetzen sie zukünftig die heute eingesetzten Dieseltriebzüge und leisten einen wichtigen Beitrag zu einer nachhaltigeren öffentlichen Mobilität in der Region.
Für Fahrgäste bringen die neuen Fahrzeuge konkrete Verbesserungen: Sie bieten je nach Ausführung bis zu 160 Sitzplätze und damit deutlich mehr Kapazitäten als die heutigen SPNV-Fahrzeuge, sind barrierefrei zugänglich und verfügen über moderne Fahrgastbereiche mit leistungsfähiger Klimatisierung. Mit einer Höchstgeschwindigkeit von bis zu 140 Stundenkilometern sind sie zudem auf einen stabilen und zuverlässigen Betrieb ausgelegt. Die neuen Züge werden künftig im Niederrhein-Münsterland-Netz verkehren und dort die Qualität des Schienenpersonennahverkehrs deutlich weiterentwickeln. Im Gespräch mit CAF-Geschäftsführer Markus Brüning machte Georg Seifert, Abteilungsleiter Schienenpersonennahverkehr des VRR, deutlich, dass der VRR davon ausgehe, die neuen Fahrzeuge ab Dezember 2027 schrittweise in Betrieb nehmen zu können – eine erfreuliche Perspektive für die öffentliche Mobilität am Niederrhein.
„Es handelt sich um das bundesweit größte Beschaffungsprojekt von Fahrzeugen mit alternativen Antrieben. Mit den neuen batterieelektrischen Zügen bringen wir zukünftig eine moderne, klimafreundliche Mobilität direkt zu den Menschen am Niederrhein und im Münsterland. Wir ersetzen Diesel durch leise, emissionsfreie Antriebe und erhöhen gleichzeitig Komfort und Kapazität. Das ist ein spürbarer Fortschritt für unsere Fahrgäste – und ein wichtiger Schritt für die Verkehrswende in der Region.“
Oliver Wittke, Vorstandssprecher des VRR
Konferenz nimmt öffentliche Mobilität am Niederrhein in den Fokus
Neben der Fahrzeugpremiere bot die Veranstaltung ein breites Programm rund um die öffentliche Mobilität am Niederrhein: In Gesprächsrunden und Fachbeiträgen ging es unter anderem um die Weiterentwicklung des ÖPNV-Angebots und das XBus-Netz, die große Tarifreform im VRR und die besonderen Auswirkungen auf den Niederrhein, um Fragen der Finanzierung in Zeiten angespannter öffentlicher Haushalte sowie nachhaltige Mobilitätskonzepte im Umfeld der Landesgartenschau 2026. Beim anschließenden Austausch nutzten die Teilnehmenden die Gelegenheit, zentrale Zukunftsthemen der Branche zu vertiefen und konkrete Ansätze für die Weiterentwicklung des Öffentlichen Personennahverkehrs in der Region zu diskutieren.









