Wo gibt es genug Ärzte und Schulen, schnelles Internet, gute Verkehrsanbindung und Freizeitangebote? Der neue IW-Gemeindecheck vergleicht alle 10.817 Gemeinden: NRW schneidet am besten ab, Schlusslichter liegen in Mecklenburg-Vorpommern, Brandenburg und Rheinland-Pfalz.
Keine Gemeinde in Deutschland ist so gut versorgt wie das 23.000-Einwohner-Städtchen Haar am Rande Münchens – mit Ärzten, Schulen und ÖPNV ebenso wie mit schnellem Internet und Freizeitangeboten. Das zeigt der IW-Gemeindecheck Daseinsvorsorge im Auftrag von Philip Morris. Jenseits der Metropolen schneiden einige Mittel- oder Kleinstädte überraschend gut ab: Memmingen im Allgäu kommt deutschlandweit auf Rang fünf, Friedrichroda im Thüringer Wald auf Rang zehn. Umgekehrt enttäuschen einige Großstädte: Würzburg landet nur auf Rang 1.705, Oldenburg auf 1.462. Schlusslicht des Rankings ist Hirschthal in der Südwestpfalz.
Ostdeutsche Städte schneiden öfter „sehr gut“ ab
Im Vergleich der Flächenländer liegt Nordrhein-Westfalen vorn: Mehr als jede zweite NRW-Gemeinde fällt in die Kategorie „sehr gut“ versorgt, insgesamt 86 Prozent in eine der beiden Top-Kategorien („sehr gut“ und „gut“). Am anderen Ende steht Mecklenburg-Vorpommern: Dort gilt mehr als jede zweite Gemeinde als „sehr schlecht“ versorgt. Ostdeutsche Städte schneiden demgegenüber besonders gut ab: 30 Prozent von ihnen sind „sehr gut“ versorgt, unter den westdeutschen Städten sind es nur knapp 20 Prozent.
Unzufriedene nur unter AfD-Anhängern in der Mehrheit
Eine repräsentative Umfrage unter mehr als 5.000 Befragten zeigt zudem, dass die Mehrheit der Menschen in Deutschland ihre Daseinsvorsorge positiv bewertet: 53 Prozent halten sie für zuverlässig, nur jeder Vierte ist unzufrieden. Unter Anhängern von SPD, Union und Grünen bewertet jeweils rund die Hälfte die Versorgung vor Ort als zuverlässig. Anders fällt das Bild bei AfD-Anhängern aus: Dort überwiegt die Unzufriedenheit – 39 Prozent halten die Daseinsvorsorge für nicht zuverlässig, nur 26 Prozent bewerten sie positiv.
Dieser Unterschied bleibt bestehen, auch wenn Lebensumfeld und sozio-demographische Merkmale herausgerechnet werden. „AfD-Anhänger nehmen selbst die unmittelbare Versorgung in ihrer Gemeinde durch einen Pessimismusfilter wahr“, sagt IW-Studienautor Matthias Diermeier. Die Bewertung der lokalen Daseinsvorsorge ist aber elementar für die Zufriedenheit mit der Demokratie: „Will man der politischen Entfremdung entgegenwirken, reicht Geld allein nicht. Entscheidend sind nicht nur die tatsächlichen öffentlichen Angebote, sondern vielmehr wie diese wahrgenommen werden.“









