Einschränkungen durch Hitze

Die derzeitige Hitzewelle führt zu Einschränkungen und Schäden im ÖPNV. Verkehrsunternehmen geben Verhaltenstipps und raten von nicht notwendigen Fahrten ab.

Deutsche Bahn: Hitze-Sonderkulanz

Auch das Schienennetz ist durch die Hitze besonders belastet. Die Technik dort ist permanent der direkten Sonneneinstrahlung ausgesetzt. Lokal auftretende Starkregengüsse und Gewitter mit Sturmböen, die der Deutsche Wetterdienst ebenfalls für die kommenden Tage prognostiziert, bilden – zusätzlich zu Böschungsbränden – ein Risiko für Signale, Gleise, Weichen und Oberleitungen. Diese extremen Belastungen durch das Hitze-Hoch können zu Störungen und Verzögerungen im Zugverkehr deutschlandweit führen.

Wegen der außergewöhnlichen Hitze – die allgemein für viele Menschen zu einem gesundheitlichen Risiko werden kann – hat die Deutsche Bahn entschieden: Wer seine Reise bei dieser Extrem-Wetterlage nicht antreten möchte, bekommt sein Geld zurück. Erstmals bietet die DB eine Hitze-Sonderkulanz: Alle Fahrgäste, die bis einschließlich 23. Juni ein Ticket für eine Reise im Fernverkehr bis 30. Juni gebucht haben, können ihr Ticket kostenfrei stornieren.

Zudem bittet die DB alle Reisenden, die in diesen Tagen unterwegs sein müssen, um besondere gegenseitige Rücksichtnahme und um Verständnis gegenüber den Mitarbeitenden der Bahn. An den großen Bahnhöfen stellt die Deutsche Bahn zusätzliches Wasser bereit.

Essen: Schienen unter Hitzestress

Die anhaltende Hitzewelle stellt derzeit nicht nur die Menschen, sondern auch die Infrastruktur der Ruhrbahn vor große Herausforderungen. Die extrem hohen Temperaturen haben am 25. Juni 2026 an zwei Stellen im Streckennetz der Ruhrbahn in Essen zu Schäden an den Gleisanlagen geführt. In den frühen Abendstunden kam es auf der Linie 106 in Höhe der Haltestelle Hobeisenbrücke zu einer erheblichen hitzebedingten Gleisverwerfung. Durch die hohen Temperaturen hatte sich der Asphalt im Gleisbereich stark aufgeweicht, wodurch sich das Gleis mechanisch so stark verformte, dass ein sicherer Straßenbahnbetrieb nicht mehr möglich war.

Trotz sofort eingeleiteter Kühlmaßnahmen durch Mitarbeitende der Ruhrbahn-Werkstatt blieb die Verwerfung deutlich bestehen. Nach derzeitiger Einschätzung muss der betroffene Gleisabschnitt vollständig erneuert werden, da sich die Verformung nicht rückgängig machen lässt. Da sich die Schadstelle auf einem Brückenbauwerk der Stadt Essen befindet, erfolgen die weiteren Arbeiten in enger Abstimmung mit der Stadt. Im Zuge der Reparatur werden sowohl das beschädigte Gleis als auch der ebenfalls stark in Mitleidenschaft gezogene Asphalt erneuert. Die Linie 106 endet in beide Fahrtrichtungen daher derzeit bereits am Holsterhauser Platz.

Ebenfalls am Donnerstagabend stellte aufmerksames Fahrpersonal auf einem Streckenabschnitt der Linien 101 und 103 in Höhe der Haltestelle Borbeck Bf fest, dass sich die elastische Schicht zwischen Schiene und Asphalt aufgrund der hohen Temperaturen verformt hatte. Diese Schicht dient dazu, Schiene und Asphalt voneinander zu trennen und das Eindringen von Wasser in den Oberbau zu verhindern. Aus Sicherheitsgründen wurde der Betrieb auf dem betroffenen Abschnitt umgehend eingestellt. Mit Betriebsbeginn am Freitagmorgen konnte der Bahnverkehr wieder planmäßig aufgenommen werden.

Darmstart: Klimaanlagen an der Grenze

Die aktuell herrschenden hohen Außentemperaturen stellen nicht nur Menschen, sondern auch die Technik im öffentlichen Nahverkehr vor besondere Herausforderungen. Vor dem Hintergrund der anhaltenden Hitze informiert die HEAG mobilo über die Funktionsweise der Klimaanlagen in ihren Straßenbahnen und gibt Tipps, wie Fahrgäste auch bei hohen Temperaturen möglichst komfortabel unterwegs sein können.

Insbesondere an sehr heißen Tagen mit Außentemperaturen von deutlich über 30 Grad stoßen Klimaanlagen im ÖPNV an physikalische Grenzen. Gemeinsam mit dem Hersteller Stadler hat die HEAG mobilo die Ausfälle der Klimatisierung in den TINA-Fahrzeugen in den vergangenen Sommern intensiv untersucht. Es gab technische Überarbeitungen der Klimaanlagen an den betroffenen Fahrzeugen. Trotzdem kommt es noch zu einzelnen Ausfällen, die durch ein zukünftiges Softwareupdate behoben werden sollen, welches noch in Prüfung ist.

Wenn Fahrgäste den Eindruck haben, dass die Klimatisierung einer Straßenbahn nicht wie vorgesehen funktioniert, bittet die HEAG mobilo um eine Rückmeldung über ihren Störungsmelder unter heagmobilo.de/st15.

Magdeburg: Weiße Flotte stellt Betrieb ein

Die Magdeburger Weiße Flotte GmbH, ein Tochterunternehmen der Magdeburger Verkehrsbetriebe (MVB), stellt den Fähr- und Schiffsverkehr am 27. und 28. Juni vorübergehend ein. Grund sind die angekündigten Temperaturen von über 40 Grad Celsius. Von der Betriebseinstellung betroffen sind die Ausflugsschifffahrt sowie die Fähren in Buckau und Westerhüsen. Die Maßnahme dient dem Schutz der Mitarbeiter und der Gewährleistung eines sicheren und zuverlässigen Betriebs unter den außergewöhnlichen Witterungsbedingungen.

Eine solche Betriebseinstellung erfolgt nur in Ausnahmefällen. Sofern die Wetterlage es zulässt, wird der Betrieb in der kommenden Woche wieder planmäßig aufgenommen.

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