Deutschland hat im vergangenen Jahr erneut auf hohem Niveau in
das Bundesschienennetz investiert. Das geht aus der Auswertung der Pro-Kopf Investitionen von Allianz pro Schiene und SCI Verkehr hervor.
Demnach hat der Bund seine Ausgaben für das Schienennetz im Jahr 2025 auf 222 Euro pro Kopf erhöht. Die Allianz pro Schiene appelliert an die Bundesregierung, das hohe Investitionsniveau dauerhaft zu sichern und insbesondere für den überfälligen Kapazitätsausbau im Schienennetz langfristig mehr Mittel bereitzustellen. Außerdem fordert das gemeinnützige Verkehrsbündnis eine neue Finanzierungsarchitektur. Nur so könnten Aus- und Neubauprojekte auf der Schiene künftig verlässlich und über mehrere Jahre finanziert werden.
Der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege, sagte am Mittwoch bei einer Pressekonferenz in Berlin: „Deutschland hat es in den vergangenen zwei Jahren geschafft, die Investitionen in das Schienennetz deutlich zu steigern. Das begrüßen wir ausdrücklich. Jedoch ist es völlig unverständlich, dass trotz des Sondervermögens Infrastruktur und Klimaneutralität der Aus- und Neubau des Schienennetzes weitgehend auf der Strecke bleibt. Auch an der Art, wie das Geld investiert wird, muss sich etwas ändern: Investitionen ins Schienennetz dürfen nicht Jahr für Jahr davon abhängig gemacht werden, wie viel im Bundeshaushalt übrig bleibt.
Der Bund muss endlich eine verlässliche Finanzierung über mehrere Jahre aufbauen, wie es etwa in der Schweiz seit vielen Jahren der Fall ist.“ Der Geschäftsführer des Beratungsunternehmens SCI Verkehr, Alexander Borchers, ergänzte: „Das Sondervermögen darf nicht dazu führen, dass wir die Eisenbahn von gestern neu bauen. Jeder investierte Euro muss das Netz leistungsfähiger, digitaler und robuster machen – für mehr Kapazität, mehr Zuverlässigkeit und die Herausforderungen von Klima, Demografie und Verteidigung.“
Insgesamt ist der Allianz pro Schiene zufolge eine klare Steuerung durch den Bund überfällig. Flege: „Ziel muss es sein, dass die Kapazitäten des Schienennetzes ausreichen für pünktliche Züge und besser aufeinander abgestimmte Anschlüsse. Schon lange arbeitet der Bund an einem Konzept für den Deutschlandtakt, in dem notwendige Aus- und Neubaumaßnahmen für den Personen- und Güterverkehr klar priorisiert werden sollen. Dieses sogenannte Etappierungskonzept ist das Gerüst für den seit Jahren angekündigten Infraplan. Um den Infraplan finanziell zu hinterlegen, hat die Koalition einen Eisenbahninfrastrukturfonds angekündigt. All dies lässt aber noch auf sich warten. Die Bundesregierung muss jetzt ins Machen kommen und zeigen, dass sie einen klaren Fahrplan für die Zukunft der Schiene hat.“









