Berlins extralange Straßenbahn ist auf der M4 im Fahrgastbetrieb

Die neue, extralange Straßenbahn für Berlin ist im Betrieb. Am heutigen Mittwoch, 15. Juli 2026, rollte die erste Straßenbahn des Typs Urbanliner bei der BVG nach letzten Praxistests offiziell in den Linieneinsatz.

Mit 50 Metern Länge stellen die Fahrzeuge die bisherigen Berliner Trams deutlich in den Schatten. Ihr erstes Einsatzgebiet ist folgerichtig die M4, die seit Jahren zu den meistgenutzten Linien im Berliner Straßenbahnnetz zählt. Direkt bei der offiziellen Premierenfahrt waren die Fahrgäste eingeladen, das neue Platzangebot mitzuerleben. Zu diesem besonderen Anlass folgten auch die Senatorinnen Franziska Giffey und Ute Bonde der Einladung auf den Betriebshof Weißensee.

Vor der offiziellen Übergabe in den Fahrgastbetrieb waren im Rahmen der Zulassung noch geringe Anpassungen an der Infrastruktur im Bereich Alexanderplatz erforderlich. Dort wurden nach statischen Nachberechnungen zwei zusätzliche Stützen im U-Bahn-Tunnel eingebaut, um auch ein höheres rechnerisches Belastungsszenario zusätzlich abzusichern. Alle angekündigten Maßnahmen wurden schnell und erfolgreich umgesetzt.

„Berlin wächst – und die BVG wächst mit. Der Urbanliner ist ein Baustein dieser Entwicklung. Die neuen Straßenbahnen setzen schon durch ihre Größe neue Maßstäbe: mehr Platz für die Berlinerinnen und Berliner und die Gäste unserer Stadt, mehr Komfort und vollständige Barrierefreiheit. Wir investieren damit gezielt in ein Nahverkehrsangebot auf der meistgenutzten Strecke Berlins – der M4. Damit halten wir Schritt – mit dem Tempo unserer wachsenden Metropole Berlin. Der Urbanliner steht für ein Berlin der Zukunft, das Mobilität für alle sichert.“

Franziska Giffey (Senatorin für Wirtschaft, Energie und Betriebe)

Parallel zum Start des Fahrgasteinsatzes starten nun die weiteren Lieferungen der „Urbanliner“ vom Hersteller Alstom. Noch in diesem Jahr soll die Flotte auf rund 15 Fahrzeuge anwachsen und sich bis voraussichtlich 2028 nochmals verdoppeln. Der Rest der aktuell bestellten 65 Urbanliner folgt dann voraussichtlich bis 2030. Wie üblich erfolgte die Zulassung linienbezogen. Aktuell sind die neuen Bahnen für den Einsatz auf der nachfragestärksten Berliner Straßenbahnlinie, der M4, zugelassen. Perspektivisch ist der Einsatz auch auf anderen Linien vorgesehen.

Die neuen Straßenbahnen bieten Platz für mehr als 300 Fahrgäste. Sie ersetzen auf der M4 die zu Doppelzügen gekoppelten Bahnen des Typs GT6, die nach und nach ausgemustert werden. Eine ganze Reihe von „Extras“ können die Fahrgäste in den neuen Straßenbahnen genießen. Im Innenraum sorgt ein neues Beleuchtungskonzept für Wohlbehagen und wechselt abhängig von Tages- und Jahreszeit die Lichttemperaturen zwischen Kalt- und Warmweiß. An den Türen signalisieren grüne und rote LED-Streifen deutlich, wann Fahrgäste einsteigen können und wann sie zurückbleiben sollen. Die neue Fahrwerkskonstruktion erhöht die Laufruhe merklich und reduziert Erschütterungen.

Auch das wichtige Thema Barrierefreiheit spielte bei der Entwicklung eine große Rolle. Große Mehrzweckabteile bieten Platz für Fahrgäste mit Rollstuhl oder Rollator. Komfortsitze mit einer Höhe von 51 Zentimetern stehen für mobilitätseingeschränkte Menschen zur Verfügung, besonders niedrige Sitze (40 Zentimeter) für kleine und kleinwüchsige Menschen. Haltestangen mit „Golfballstruktur“ an den Türen verbessern die Orientierung von Blinden und Sehbehinderten. Eine zusätzliche Spaltüberbrückung erleichtert den barrierefreien Einstieg nun auch an Haltestellen mit linksseitigem Einstieg.

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