Am 13. August 2026 hat sich im Bundesministerium für Verkehr (BMV) in Berlin der Lenkungskreis der ERTMS-Koordinierungsstelle konstituiert. Aufgabe der Koordinierungsstelle ist es, alle erforderlichen Maßnahmen für die weitere Digitalisierung der Eisenbahn aufeinander abzustimmen und erfolgreich umzusetzen. Sie ist Anlaufpunkt für den gesamten Bahnsektor zu Fragen rund um das Thema ERTMS (European Rail Traffic Management System) und ETCS (European Train Control System) und koordiniert die Förderung der Umrüstung der vorhandenen Züge auf die neue Technologie.
Die Vertreter der Länder, Aufgabenträger, Eisenbahnverkehrsunternehmen und Eisenbahninfrastrukturunternehmen sowie des Bundes haben sich einstimmig auf eine Geschäftsordnung verständigt und einstimmig der Bestellung von Herrn Florian Böhm als Leiter der Geschäftsführung der Koordinierungsstelle zugestimmt.
Staatssekretär Stefan Schnorr: „Die Digitalisierung im Bahnbereich bietet große Chancen für einen künftig attraktiveren und zuverlässigeren Schienenverkehr. In Deutschland haben wir hier noch Nachholbedarf, den wir jetzt gezielt angehen: Mit unserer im Juli in Kraft getretenen Förderrichtlinie untestützen wir die Umrüstung von Zügen auf die digitale ERTMS Technik; gleichzeitig hat die DB InfraGO AG ihre Pläne zum Ausbau der Strecken vorgestellt, die bis zum Jahr 2031 mit „ETCS Level 2 ohne Signale“ ausgerüstet werden. Und nun nimmt auch die Koordinierungsstelle ihre Arbeit auf und unterstützt den gesamten Sektor bei den nächsten Schritten. Damit nimmt die Digialsierung insgesamt deutlich an Fahrt auf – im Interesse als Bahnfahrerinnen und Bahnfahrer.
Ich freue mich, dass wir mit Florian Böhm eine erfahrene und im Sektor anerkannte Persönlichkeit für die Leitung der Koordinierungsstelle gewinnen konnten – im Interesse der Neutralität, Unabhängigkeit und Gemeinwohlorientierung der Koordinierungsstelle.“
Florian Böhm: „Für das entgegengebrachte Vertrauen danke ich sehr. Die Aufgabe gehe ich mit großem Respekt an und möchte die Partner des Sektors zusammenbringen, um den größtmöglichen Nutzen des ERTMS für alle zu erzielen und diesen Nutzen schnell erfahrbar zu machen. Hierzu braucht es ein klares Zielbild, stabile Standards und darauf aufbauend praxistaugliche Lösungen. Die ERTMS-Ausrüstung von Fahrzeugen und Infrastruktur muss synchronisiert erfolgen, um die Verfügbarkeit, Effizienz und Interoperabilität des Schienenverkehrs zu stärken. In der Leitung der ERTMS-Koordinierungsstelle möchte ich hierfür einen Beitrag leisten.“
VDV-Präsident Ingo Wortmann: „Wir begrüßen die Gründung der Koordinierungsstelle ausdrücklich. Ein abgestimmtes Vorgehen zwischen Eisenbahninfrastruktur- und Eisenbahnverkehrsunternehmen ist von zentraler Bedeutung für die erfolgreiche Umsetzung eines einheitlichen europäischen Leit- und Sicherungssystems im deutschen Schienennetz. Das Bundesverkehrsministerium übernimmt hier an der richtigen Stelle die Verantwortung für dieses wichtige Projekt. Der Branchenverband VDV wird Herrn Böhm und die gesamte Koordinierungsstelle nach Tatkräften unterstützen, um die Einführung von ERTMS und ETCS erfolgreich zu gestalten.“
Der Lenkungskreis beschließt u. a. die Priorisierung der ERTMS-Fahrzeugausrüstung in Abhängigkeit von der Ausrüstung der Infrastruktur. Er trifft sich künftig alle drei Monate, um nun die Digitalisierung des Schienenverkehrs zügig voranzubringen.
Ministerialrat Florian Böhm ist seit über 25 Jahren im Technologiemanagement tätig und verfügt über umfangreiche Erfahrung an der Schnittstelle zwischen Politik, Eisenbahnsektor und Verwaltung. Zuletzt war der Verkehrsingenieur im BMV als Referatsleiter für die Finanzierung des Schienennetzes zuständig.









