Wiederinbetriebnahme der Bonner Bahnen verzögert sich

Die Situation im Bonner ÖPNV ist nach wie vor angespannt. SWB Bus und Bahn sowie SSB arbeiten weiterhin gemeinsam mit der TAB an der Wiederinbetriebnahme der 60 stillgelegten Stadtbahnen. Derzeit läuft die Verkehrsplanung für die kommenden Tage. 

Mit den Bonner Fahrzeugen der K5000er-Serie könne der Betrieb auf der Linie 66 sichergestellt werden, teilte das Verkehrsunternehmen am 26. August mit. Der Bahnersatzverkehr mit Bussen auf der Linie werde bis Dienstag, 1. September, in Richtung Bad Godesberg verlängert. Dieser Einsatz habe sich bereits Anfang August während der Kölner Lichter bewährt. Auf der Linie 18 läuft regulär noch bis Anfang September Bahnersatzverkehr. 

“Wir wissen, dass die aktuelle Situation für unsere Fahrgäste kaum zumutbar ist. Wir sichern den Verkehr so komfortabel wie möglich und kümmern uns darum, dass nach dem Ferienende ausreichend Fahrzeuge im Einsatz sind”, erklärt Anja Wenmakers, Geschäftsführerin SWB Bus und Bahn. “Die Sicherheit der Fahrgäste und des Personals haben Vorrang vor einer voreiligen Inbetriebnahme.”

Hintergrund

Hintergrund der herausfordernden Situation ist, dass neben dem Ausfall der Stadtbahnen gleichzeitig umfangreiche Bauarbeiten in Bonn durchgeführt werden.

Seit dem 21. Juli sind 60 von insgesamt 75 Stadtbahnfahrzeugen von SWB Bus und Bahn und SSB vorsorglich außer Betrieb. Bei Prüfungen waren mögliche sicherheitsrelevante Probleme aufgefallen. Nach Angaben der SWB geht es unter anderem um historisch gewachsene technische Abweichungen bei Radsatzwellen, Kupplungssystemen und Federspeicherbremsen. Hinzu kommen offenbar Dokumentationslücken und teilweise nicht originale Bauteile. Die ursprünglich erhoffte schnelle Rückkehr der Fahrzeuge hat sich inzwischen verzögert. SWB und SSB müssen gemeinsam mit der Technischen Aufsichtsbehörde ein Prüf- und Überwachungskonzept sowie eine Fehlermöglichkeits- und Einflussanalyse (FMEA) abarbeiten. Erst auf dieser Grundlage können Fahrzeuge wieder freigegeben werden.

Nun verschärft sich die Lage zusätzlich: Die KVB hatten Bonn zunächst mit 20 und zuletzt noch mit 14 K5000-Stadtbahnen ausgeholfen. Diese Fahrzeuge wurden gestern Abend nach Köln zurückgebracht, weil die Kölner Verkehrsbetriebe sie zum Schulstart selbst benötigt. Bonn muss damit nun ohne die Kölner Leihfahrzeuge auskommen.

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