Der Bundesverband SchienenNahverkehr e.V. (BSN) sieht bei Streckensanierung keine Lösung in Personalveränderungen. Die im Juni 2022 erstmals verkündeten Korridorsanierungen haben noch keinen stabilen Zustand hergestellt und gemeinsames Lernen ist weiterhin notwendig. Auf wachsende Kritik mit Personalrochaden zu reagieren, ist der falsche Weg. Gerd Bolte ist eine Führungskraft mit hoher Expertise. Die DB muss die Sanierungsprojekte zuverlässig und realistisch planen und ihre Versprechen einhalten.
Übereilte Personalveränderungen sind keine Lösung für die anhaltenden Verzögerungen von Korridorsanierungen der DB. Vielmehr gehen damit Kompetenzen, Vertrauen und wertvolle Zeit verloren. Gerd Bolte hat in seiner vorherigen Tätigkeit im Regionalbereich Mitte bereits gezeigt, wie sehr er sein Geschäft versteht. Seine Position als Vorstand Infrastrukturplanung und -projekte hat er erst seit einem halben Jahr inne. Der BSN ist überzeugt, dass er als erfahrener Bahnmanager mit dem nötigen Sachverstand und Engagement die dringend nötigen Überarbeitungen der großen Streckensanierungen operativ umsetzen kann. Personalwechsel können unternehmensspezifisch richtig sein, sind im vorliegenden Fall aber kontraproduktiv. Dieser erneute Strategiewechsel führt zu noch mehr Unruhe bei der DB InfraGO AG und in der Baubranche und verhindert positive Entwicklungen in der Zusammenarbeit mit der Branche.
Viel wichtiger ist es, dass sich die DB auf die Umsetzung der versprochenen Modernisierung hochbelasteter Strecken konzentriert. Die bisher gemachten Versprechen werden konsequent gebrochen, bspw. hinsichtlich der Dauer von Vollsperrungen, der Streckenausrüstung oder die Jahre der Baufreiheit. Zu kompetenter Planung und ehrlichen Versprechen gehört es auch, Faktoren wie Witterung, Personalverfügbarkeit, Möglichkeiten der Baubranche und menschliches Handeln zu berücksichtigen.
Der BSN fordert den DB Konzern auf, sich den strukturellen und organisatorischen Mängeln zu stellen und diese zu beheben. Dies beinhaltet ein besseres Management der fachlichen Herausforderungen, eine offene Informationskultur im Konzern und gegenüber Stakeholdern sowie transparente Informationen zur Kostenentwicklung und Zeitplanung von Projekten. Zudem müssen konsequent streckenlayout-verbessernde Maßnahmen umgesetzt und durchfinanziert und die Leistungsfähigkeit von Umleiterstrecken gewährleistet werden.
Der jüngste InfraGO-Zustandsbericht Netz und Personenbahnhöfe hat eindrücklich gezeigt, dass die Infrastruktur in einem sehr schlechten Zustand ist. Trotz Investition von 18 Milliarden Euro in 2025 konnte gerade so die Schulnote 3 erreicht werden. Es bedarf nie gekannter Anstrengungen, um allein das Hochleistungsnetz – über 9.000 Kilometer von über 33.000 Kilometern Streckenlänge – wieder fit für einen stabilen Betrieb zu machen.
„Um das Schienennetz wieder fit zu machen, braucht es die Qualität von Vorständen wie Gerd Bolte. Wir trauen ihm zu, die Überarbeitung der Sanierung der großen Strecken erfolgreich durchzuführen“, meinen Präsident Peter Panitz und seine beiden Vizepräsidenten Kai Daubertshäuser und Thorsten Müller einhellig.









