Im ersten Halbjahr 2026 waren in Deutschland rund zwei Prozent mehr Fahrgäste im Linienverkehr mit Bussen und Bahnen unterwegs als im Vorjahreszeitraum. Wie das Statistische Bundesamt (Destatis) mitteilt, stieg das Fahrgastaufkommen im ÖPNV um zwei Prozent, während der Fernverkehr einen Rückgang von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum verzeichnete.
Geringer Anstieg des Fahrgastaufkommens im ÖPNV
Im öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV), der 99 Prozent des Linienverkehrs ausmacht, wuchs das Fahrgastaufkommen im ersten Halbjahr 2026 um zwei Prozent auf insgesamt 5,7 Milliarden Fahrgäste. Drei Jahre nach Einführung des Deutschland-Tickets gab es somit noch einen geringen Anstieg der Fahrgastzahlen im Nahverkehr. Im ersten Halbjahr 2024 hatte der Anstieg sechs Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum betragen, im ersten Halbjahr 2025 war es ein Prozent. Die Zahl der Fahrgäste im Nahverkehr mit Eisenbahnen stieg um ein Prozent auf 1,4 Milliarden. Das Fahrgastaufkommen in Straßenbahnen stieg ebenfalls um ein Prozent auf rund zwei Milliarden Fahrgäste. Den Nahverkehr mit Bussen nutzten 2,7 Milliarden Fahrgäste, das entspricht einem Zuwachs von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum.
Fahrgastzahl im Fernverkehr gesunken
Die Anzahl der Fahrgäste im Fernverkehr sank im ersten Halbjahr 2026 auf 75 Millionen Fahrgäste, das entspricht einem Rückgang von zwei Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Im Eisenbahnfernverkehr fuhren dabei im ersten Halbjahr 2026 mit 69 Millionen Fahrgästen drei Prozent weniger Fahrgäste als im Vorjahreszeitraum. Eine Ursache hierfür dürften witterungsbedingte Beeinträchtigungen des Bahnbetriebs im ersten Quartal 2026 sein. Im Fernverkehr mit Bussen reisten rund 5,4 Millionen Fahrgäste, hier ergab sich ein Zuwachs von zehn Prozent.
Methodische Hinweise
Aufgrund der Neufestlegung des Berichtskreises ab dem ersten Quartal 2026 können die rechnerischen Veränderungsraten für einige Verkehrsarten verzerrt sein. Für diese Verkehrsarten wurden daher die Veränderungsraten auf der Basis von bereinigten Vorjahreswerten berechnet. Die Angaben der amtlichen Statistik zum Personenverkehr mit Bussen und Bahnen stammen seit dem ersten Quartal 2024 von allen Unternehmen, die Personenverkehr mit Eisenbahnen oder Straßenbahnen betreiben, sowie von den Busunternehmen, die im Jahr der letzten Vollerhebung (2019) mindestens 250.000 Fahrgäste beförderten oder die neu gegründet wurden und ebenfalls mindestens 250.000 Fahrgäste beförderten.
Im Nahverkehr werden Fahrgäste, die während einer Fahrt zwischen den Verkehrsmitteln eines Unternehmens umsteigen, in die Gesamtzahl nur einmal einbezogen, in die nach Verkehrsmitteln untergliederten Angaben jedoch mehrmals. Als Fahrgäste werden sogenannte Beförderungsfälle gezählt. Fahren im Berichtszeitraum Personen mehrfach, werden sie somit auch mehrfach gezählt.
Die Angaben der Statistik sind mit Unsicherheiten behaftet, da automatisierte Fahrgastzählsysteme (AFZS) noch nicht flächendeckend im Einsatz sind. Mit Einführung des Deutschlandtickets ist es für die lokalen Verkehrsunternehmen zudem schwerer geworden, das Fahrgastaufkommen festzustellen, da das Deutschlandticket sowohl regional als auch durch zentrale Vertriebsstellen verkauft wird. Besonders unsicher sind dabei die Angaben zum Liniennahverkehr mit Bussen.









