Die VDV-Landesgruppe Bayern hat Stefan Kühn zum neuen Vorsitzenden gewählt. Die VDV-Landesgruppe Baden-Württemberg wählte Prof. Dr. Alexander Pischon wieder zu ihrem Vorsitzenden. Auf der gemeinsamen Tagung in Nürnberg erklärte der Vorsitzende der Verkehrsministerkonferenz und Bayerische Verkehrsminister Christian Bernreiter: „Brauchen verlässlichen und bezahlbaren Verkehr auch für ländlichen Raum!“ Der in Bayern geplante Brenner-Nordzulauf und die Erhöhung der Regionalisierungsmittel waren zudem wichtige Sachthemen auf der gemeinsamen Tagung des VDV Bayern und des VDV Baden-Württemberg.
Einstimmig wählte die VDV-Landesgruppe Bayern Stefan Kühn zu ihrem neuen Vorsitzenden. Stefan Kühn ist hauptberuflich Vorsitzender der Regionalleitung von DB Regio Bus Bayern und unter anderem Geschäftsführer der Verkehrsunternehmen Regionalverkehr Oberbayern GmbH (RVO), Regionalbus Ostbayern GmbH (RBO) und Omnibusverkehr Franken GmbH (OVF). Im Vorsitz des VDV Bayern löst er Dr. Robert Frank ab, der nach 12 Jahren nicht wieder kandidierte.
Der Vorsitzende des VDV Baden-Württemberg, Prof. Dr. Alexander Pischon, wurde einstimmig in seinem Amt bestätigt. Auf der gemeinsamen Versammlung des VDV Baden-Württemberg und des VDV Bayern waren rund 140 Personen aus Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbünden im ÖPNV und im Schienengüterverkehr präsent.
VDV und Länder für bedarfsgerechte Erhöhung der Regionalisierungsmittel
Sorgenkind im ÖPNV ist die Finanzierung der Betriebskosten. Die Fahrgastzahlen steigen, nicht zuletzt auch deshalb, weil der öffentliche Nahverkehr für viele Menschen in Deutschland als wichtige Mobilitätsalternative zu immer weiter steigenden Kosten im Autoverkehr wahrgenommen wird. Die Fahrgeldeinnahmen sind aufgrund des Deutschland-Tickets deutlich zurückgegangen. Die dadurch entstandenen Verluste werden zwar mit jährlich 3 Mrd. Euro von Bund und Ländern ausgeglichen. Die Kosten der Verkehrsunternehmen, vor allem Energiekosten und Personalkosten, steigen allerdings deutlich an. Der Kostendeckungsgrad der Branche aus Fahrgelderlösen und sonstigen Erlösen liegt damit bundesweit bei nur noch 33 Prozent (VDV-Leistungskostengutachten, Datenstand 2024). Prof. Dr. Pischon: „Wir stehen derzeit an einem Scheidepunkt: In vielen Kommunen und Landkreisen wird derzeit leider das Fahrplanangebot aus finanziellen Gründen gekürzt. Auch in den Ländern drohen Kürzungen des SPNV-Angebots wegen fehlender Regionalisierungsmittel. Das ist kontraproduktiv, da wir wegen der hohen Fahrgastzahlen das Angebot eigentlich ausweiten müssten.“ Wichtig als Finanzierungsgrundlage sind vor allem die Regionalisierungsmittel, mit denen der Bund den Zuschussbedarf im SPNV und im ÖPNV deckt.
Bahnen in Bayern fordern Brenner-Nordzulauf
Der Brenner-Basistunnel soll in wenigen Jahren ans Bahnnetz gehen. Der VDV erwartet dadurch zwischen Deutschland und Italien eine stärkere Verlagerung des Güterverkehrs auf die Schiene. Während Österreich und Italien ihre Zulaufstrecken bereits deutlich ausgebaut haben und auf eine viergleisige Leistungsfähigkeit setzen, hinkt die Entwicklung auf deutscher Seite hinterher. In Bayern wurde die Planung inzwischen begonnen, sie soll demnächst im Deutschen Bundestag behandelt werden. Stefan Kühn: „Deutschland darf nicht zum Engpass auf dem Brenner-Korridor werden. Nur mit einer leistungsstarken Zulaufstrecke auf deutscher Seite kann der Nutzen des Brenner- Basistunnels vollständig ausgeschöpft werden. An den Deutschen Bundestag appellieren wir, die Weichen möglichst bald für den Brenner-Nordzulauf in Bayern zu stellen.“ Die Brennerachse ist Teil des Transeuropäischen Netze-Korridors Skandinavien-Mittelmeer und eine zentrale Nord-Süd-Verbindung. Als Herzstück des europäischen Verkehrskorridors von Helsinki bis Malta verbindet sie bedeutende Wirtschaftsregionen und Seehäfen im Norden und Süden Europas und ist damit von zentraler Bedeutung für den europäischen Binnenmarkt sowie leistungsfähige und resiliente Lieferketten. Das deutsch-italienische Handelsvolumen lag 2025 bei 155,9 Milliarden Euro, das Handelsvolumen zwischen Bayern und Italien bei 28,9 Milliarden Euro. Der Ausbau des Brennerkorridors stärkt den grenzüberschreitenden Schienengüterverkehr, schafft zusätzliche Transportkapazitäten, erhöht die Planungssicherheit für die Wirtschaft und entlastet Umwelt sowie Anwohner entlang der Verkehrsachsen.









