Start des Pilotbetriebs für teleoperierte Shuttles im öffentlichen Straßenverkehr

Rheinmetall, die MIRA GmbH und die Rheinbahn AG geben den Start eines gemeinsamen Pilotbetriebs für ein teleoperiertes Shuttle am Flughafen Düsseldorf bekannt. Der Testbetrieb beginnt im Mai 2026. Die Shuttle-Strecke führt vom Flughafen-Bahnhof und EUREF-Campus zum Flughafen-Terminal und zurück – und verläuft vollständig im öffentlichen Straßenverkehr.

Teleoperation als Schlüsseltechnologie für neue Mobilitätskonzepte

Im Rahmen des Pilotprojekts wird die Fernsteuerung von Fahrzeugen als zentrale Technologie für den flexiblen und wirtschaftlichen Einsatz bedarfsgerechter Shuttlefahrzeuge im urbanen Raum erprobt. Die Fahrzeuge werden aus einem Leitstand präzise gesteuert und kontinuierlich überwacht – ohne Fahrer im Fahrzeug. Während der Testphase begleitet ein „Safety Driver“ den Betrieb und sorgt für zusätzliche Sicherheit. Ziel ist es, die Technologie unter realen Verkehrsbedingungen weiterzuentwickeln und systematisch zu evaluieren.

Im Fokus stehen dabei:

1. Betriebssicherheit und Systemstabilität

2. Integration in bestehende Verkehrs- und Leitstrukturen

3. Akzeptanz bei Fahrgästen

4. Wirtschaftlichkeit und Skalierbarkeit

Die gewonnenen Erkenntnisse sollen die Grundlage für einen möglichen späteren Einsatz im öffentlichen Verkehr sowie für weitere Anwendungsfelder – etwa in der Logistik oder Landwirtschaft bieten.

Rheinbahn: Innovation mit klarem Nutzen für den ÖPNV

Annette Grabbe, Vorständin der Rheinbahn, erklärt: „Der ÖPNV steht vor strukturellen Herausforderungen bei Personal und Finanzierung. Wenn wir Verlässlichkeit sichern wollen, müssen wir technologische Optionen konsequent prüfen. Deshalb gehen wir neue Wege und testen Technologien dort, wo sie wirken müssen: im Alltag. Der Testbetrieb von teleoperierten Shuttlefahrzeugen im öffentlichen Straßenraum ist ein wichtiger Schritt. Wir entscheiden auf Basis belastbarer Daten, ob und wie Teleoperation dauerhaft Teil unserer Betriebsstruktur wird. Für uns steht nicht die Technologie selbst im Mittelpunkt, sondern ihr konkreter Mehrwert für einen leistungsfähigen, resilienten und bezahlbaren Nahverkehr. Entscheidend ist, dass wir mit neuen Technologien unseren Betrieb stabiler machen und unseren Fahrgästen einen echten Mehrwert im Alltag bieten.“

Brücke vom Pilotprojekt in den Realbetrieb

Auch Rheinmetall und die MIRA GmbH sehen in dem Projekt einen wichtigen Meilenstein. Win Neidlinger, Geschäftsführer MIRA GmbH: „Mit unserer Teleoperationslösung liefern wir einen wichtigen Beitrag zur Gestaltung eines zukunftsfähigen und starken ÖPNV. Durch die effiziente Teleoperation von On-Demand-Shuttles leisten wir einen realen Beitrag zur Bewältigung des Personalmangels und schaffen somit die Grundlage, Mobilitätsangebote zuverlässig zu sichern und gezielt weiter auszubauen. Der Testbetrieb ist hierzu ein wichtiger Schritt, um Teleoperation aus dem Pilotstadium in konkrete Anwendungsfälle im öffentlichen Verkehr zu überführen.“

Teil eines europäischen Zukunftsprojekts

Der Pilotbetrieb ist Teil des Forschungsprojekts PoQuaSIA, das im Rahmen der europäischen 8ra-Initiative durch das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) gefördert wird. Ziel der Initiative ist der Aufbau einer widerstandsfähigen und skalierbaren digitalen Infrastruktur für sicherheitskritische Anwendungen. Rheinmetall und MIRA GmbH entwickeln gemeinsam ein integriertes Gesamtsystem aus hochsicherer Cloud-Infrastruktur, IoT-Plattform und echtzeitfähigem Flotten- und Routenmanagement. Die sichere Cloud-Infrastruktur bildet das technologische Rückgrat der Teleoperation. Sie verbindet Fahrzeuge, Operatoren und Betriebsprozesse in Echtzeit, ermöglicht geringe Latenzen, hohe Verfügbarkeit sowie die skalierbare Anbindung mehrerer Fahrzeuge. Damit schafft sie eine zentrale Voraussetzung für den wirtschaftlichen Betrieb teleoperierter und perspektivisch autonomer Flotten im ÖPNV.

Mobility Move setzt Akzente

Das Branchentreffen steht 2026 für die konkrete Umsetzung der Mobilitätswende auf der Straße. Mit der neuen Größe und Nachfrage wird sichtbar, was technologisch möglich ist – und mit Umsetzungsfokus politisch ermöglicht werden muss: Die Branche sieht in der begonnenen vierten Änderung des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes (GVFG) einen zentralen Hebel, um einen Modernisierungspakt für den ÖPNV schnell und wirksam zu starten. Das Gesetz gilt seit Jahrzehnten als Erfolgsinstrument des Bundes zur Förderung kommunaler Bahn- und Bus-Infrastruktur und sollte zum Ausgangspunkt eines umfassenden Modernisierungsprogramms der Bundesregierung werden. „Die mobility move zeigt ganzheitliche Lösungen für eine Transformation des Öffentlichen Personennahverkehrs auf der Straße – und sie gelingt nur, wenn Politik, Industrie und Verkehrsunternehmen gemeinsam handeln. Die Innovationskraft ist da. Jetzt braucht es Verlässlichkeit bei den Rahmenbedingungen und bei der Finanzierung. Die Innovationskraft ist da. Jetzt braucht es Verlässlichkeit bei Finanzierung und Rahmenbedingungen“, so Wortmann abschließend.

Stadler und ebblo starten Kooperation für moderne Fahrgastinformation

Mit einer neuen Kooperation wollen Stadler und ebblo Western Europe (ehemals Trapeze DACH) ihre Kompetenzen in Anzeige-Hardware und Mobilitäts-Software bündeln. Ziel der Zusammenarbeit ist die technische und systemische Integration von Anzeige-Hardware und Betriebsleitsystemen zur Schaffung von digitalen Fahrgastinformationslösungen für den öffentlichen Personennahverkehr. Für Fahrgäste soll dies barrierefreie Reiseinformationen an Bus- und Straßenbahnhaltestellen bringen.

ebblo und Stadler gehen eine nicht-exklusive Kooperation im Bereich TFT-Anzeiger und Fahrgastinformation ein. Die Anzeiger von Stadler lassen sich dabei in die ITCS von ebblo integrieren. Diese Betriebsleitsysteme überwachen Fahrzeuge in Echtzeit und stellen unter andere eine Kommunikation zwischen Fahrzeugen und Leitstelle her. Da eine durchgängige und präzise Fahrgastinformation ein zentraler Bestandteil jedes ITCS ist, sollen sich die Lösungen beider Unternehmen zu einem durchgängigen Gesamtsystem verbinden.

Zukunftssichere Lösung für den öffentlichen Verkehr

Die Kooperation richtet sich an Verkehrsunternehmen im Linien und Bedarfsverkehr, insbesondere an Bus- und Straßenbahnbetreiber. Dabei werden sowohl aktuelle als auch zukünftige Anforderungen in den Bereichen Elektromobilität und autonome Mobilität unterstützt.

Trapeze präsentiert neue Marke

Trapeze will die Expertise im Bereich Intermodale Transport-Control-Systeme (ITCS) bündeln und führt dafür mit “ebblo” eine neue Marke ein. Mit diesem Schritt will das Unternehmen seine Position im Markt bei der Entwicklung zielgerichteter ITCS-Lösungen der nächsten Generation stärken.

„Heute beginnt ein neues Kapitel“, sagte Will Taroni, Geschäftsführer von ebblo International, dem internationalen Geschäftsbereich der neuen Marke. „Auch wenn sich unser Name ändert, bleibt unser Engagement für Innovation und für die Neugestaltung der Mobilität unverändert. Unsere spezialisierten ITCS-Lösungen bieten jetzt noch mehr Präzision und fortschrittliche Technologien – wie KI und maschinelles Lernen (ML), cloudbasierte Architekturen und verbesserte Sicherheit –, damit unsere Kunden weiterhin an der Spitze der Mobilitätsinnovation stehen können.”

Marcel Velten, Geschäftsführer von ebblo Western Europe, dem Geschäftsbereich für die DACH-Region und den französischsprachigen Raum, fügte hinzu: „Angetrieben von einem starken Engagement für Qualität und Innovation sowie mit jahrzehntelanger Branchenexpertise setzt ebblo neue Maßstäbe für intelligentere, umweltfreundlichere und integrativere Verkehrssysteme, die bereit sind für die Herausforderungen und Chancen von morgen. Unsere neue Marke vereinheitlicht das Portfolio und erleichtert es unseren Kunden, die gewünschten Lösungen zu finden und effektiv umzusetzen – und dabei halten wir unser festes Versprechen, den Anforderungen einer modernen, nachhaltigen Mobilität gerecht zu werden.“

Keine Nextbike-Räder mehr in Berlin?

Trotz der Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg vom 20. Januar will Nextbike sein Bike-Sharing-Angebot in Berlin fortführen und nun doch eine Sondernutzungserlaubnis beantragen. Das Gericht hatte in zweiter Instanz entschieden, dass die Mietfahrräder vorerst nicht mehr auf öffentlichem Straßenland angeboten werden dürfen.

In einer offiziellen Stellungnahme beruhigt Nextbike seine Kunden nun mit der Aussage, der Betrieb werde unverändert weiterlaufen. Für die Nutzenden ergeben sich „keine operativen Änderungen; die Verfügbarkeit der Flotte sowie der gewohnte Service bleiben im gesamten Stadtgebiet ohne Einschränkungen bestehen.“

Faktenlage

Der Bike-Sharing-Anbieter betreibt in Berlin ein öffentliches Fahrradverleihsystem u.a. im stationsungebundenen sog. Free-Floating-Modell. Dabei werden Fahrräder ohne feste Stationen im öffentlichen Raum bereitgestellt, die von Kunden über eine App gebucht und genutzt sowie innerhalb einer sogenannten „Flex-Zone“ wieder zurückgegeben werden können. Bis zum 30. Juni 2025 betrieb Nextbike das System auf der Grundlage eines mit dem Land Berlin geschlossenen öffentlich-rechtlichen Vertrages und erhielt jeweils befristete Sondernutzungserlaubnisse. Über eine Fortsetzung dieses Modells konnten sich die Beteiligten nicht einigen.

Das Unternehmen betrieb sein Fahrradvermietungsgeschäft jedoch weiter. Eine Sondernutzungserlaubnis beantragte es nicht. Daraufhin forderte die Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt die Gesellschaft im Juli 2025 auf, das gewerbliche Anbieten der Fahrräder im öffentlichen Straßenraum des Landes Berlin zu unterlassen und ihre im Stadtgebiet verteilten insgesamt 6.500 Mietfahrräder unverzüglich zu entfernen, so die Urteilsbegründung des OVG Berlin-Brandenburg.

Urteile: OVG Berlin-Brandenburg folgt Verwaltungsgericht Berlin

Ein Eilantrag beim Verwaltungsgericht Berlin, den Betrieb doch unverändert weiterlaufen zu lassen, hatte keinen Erfolg. Auch beim Oberverwaltungsgericht scheiterte das Unternehmen nun. Dieses bestätigte die Entscheidung des Verwaltungsgerichts mit folgender Begründung: „Die Beschwerde von Nextbike ist den Erwägungen des erstinstanzlichen Beschlusses nicht überzeugend entgegengetreten, der maßgeblich auf das aus dem Geschäftsmodell der Antragstellerin resultierende Regulierungsbedürfnis abgestellt hat, das sich aus der besonders intensiven Inanspruchnahme öffentlichen Straßenlandes durch die sehr große Anzahl von Mietfahrrädern ergibt. Die Fahrräder würden häufig verkehrsbehindernd auf Gehwegen stehen oder liegen und beeinträchtigten damit den Gemeingebrauch anderer Verkehrsteilnehmer erheblich. Der Beschluss ist unanfechtbar.“

Nextbike kämpft weiter – auf offiziellem Weg

Für den vor Gericht unterlegenen Anbieter von Mietfahrrädern ist diese Entscheidung kein Grund aufzuhören. In der offiziellen Stellungnahme argumentiert das Unternehmen damit, dass Berlin im europäischen Vergleich zum Schlusslicht zu werden drohe: „Während Bike-Sharing in anderen Metropolen wie London oder Paris bereits fester Bestandteil der öffentlichen Daseinsvorsorge ist, führt das aktuelle Modell in der Hauptstadt zu einem lückenhaften Angebot. Hohe Preise und die unzureichende Versorgung der Randbezirke stehen einer sozial gerechten und nachhaltigen Mobilität für alle Bürger und Bürgerinnen entgegen.“

Um das Berliner Angebot weiterführen zu können, will der Bike-Sharing-Anbieter nun nochmals den offiziellen Weg versuchen. „Wir müssen die Entscheidung des Oberverwaltungsgerichts Berlin-Brandenburg akzeptieren und werden fristgemäß eine Sondernutzungserlaubnis für die Fahrräder beantragen“, bestätigt Sebastian Popp, CEO von Nextbike. Und weiter: „Wir fordern eine faire Differenzierung der Sondernutzungsgebühren: Da das klassische Fahrrad einen weitaus höheren gesellschaftlichen Nutzen hat als andere Angebote der Mikromobilität, muss es auch gesondert betrachtet werden.”

Das Argument: Berliner Sharing-Strategie greift zu kurz

Mit diesem Ziel listet das Unternehmen auch die finanziellen Vorleistungen auf, die es eingegangen ist: „Im Zuge des Wegfalls der öffentlichen Förderung in Berlin hat Nextbike bereits im vergangenen Jahr umfangreiche Maßnahmen zur Sicherstellung eines eigenwirtschaftlichen Betriebs eingeleitet. Um die gewohnte Systemqualität stabil zu halten, wurde die Flotte auf 5.500 Räder konzentriert. Diese Fokussierung auf die Kerngebiete sowie unumgängliche Tarifanpassungen waren notwendig, um das Angebot unter den veränderten wirtschaftlichen Bedingungen aufrechtzuerhalten. Dabei ist Nextbike, auch dank der starken und langjährigen Partnerschaft mit Edeka, immer noch das günstigste öffentliche Verkehrsmittel in Berlin.“

In seinem Statement führt der Leihfahrradanbieter zudem an, dass auch der derzeitige Entwurf der Berliner Sharing-Strategie zu kurz greife. Die Jelbi-Stationen seien nicht flächendeckend installiert und selten groß genug, um die Vielzahl an Angeboten ordentlich zugänglich zu machen. Eine Regulierung hinsichtlich der Anbieterzahl fehle. Zudem gebe es keine tarifliche Integration in die BVG-Angebote wie es zum Beispiel in Köln gehandhabt werden. Die öffentlichen Hochschulen könnten, aufgrund einer veralteten Gesetzesvorlage, nur sehr aufwändig Verträge mit nun privat agierenden Drittanbietern wie Nextbike abschließen und hätten vorerst kein CampusBike mehr.

Nextbike begründet seine Forderungen damit ebenso kritisch wie „überzeugt, dass eine zukunftsfähige Stadt über ein Bike-Sharing in öffentlicher Hand verfügen muss – flächendeckend und leistbar für alle, aber die deutsche Hauptstadt zeigt sich hier leider als europäisches Schlusslicht.“

EVAG verzeichnet 2025 erneut steigende Fahrgastzahlen

Die Erfurter Verkehrsbetriebe AG (EVAG) hat im Jahr 2025 insgesamt 60,7 Millionen Fahrgäste befördert. Das sind rund 1,4 Millionen Fahrgäste mehr als im Jahr 2024 (59,3 Millionen), was einem prozentualen Wachstum von 2,4 Prozent entspricht. Damit festigt das Unternehmen seine positive Entwicklung.
„Nach dem Rekordjahr 2024 konnten wir die Fahrgastzahlen erneut steigern und bleiben auf einem sehr hohen Niveau. Besonders stolz bin ich darauf, dass wir im Jahr 2025 die Herausforderungen beim Personal erfolgreich angehen konnten und dadurch die Zuverlässigkeit unseres Angebots schrittweise wieder verbessert haben. Mein Dank gilt allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, die mit großem Engagement täglich dafür sorgen, dass der Betrieb reibungslos läuft. Ebenso danke ich unseren Fahrgästen für ihr Vertrauen und ihre Treue, gerade auch in den herausfordernden Monaten”, sagt EVAG-Vorstand Mario Laube.

Wachstum bei Abonnements und Deutschlandticket

Ein zentraler Treiber für den Zuwachs an Fahrgästen bleibt das Abo-Geschäft. Zum Jahresende 2025 nutzten rund 61.000 Menschen ein Abonnement – das entspricht einem Plus von etwa 3.000 Abos gegenüber dem Vorjahr. Besonders stark nachgefragt ist weiterhin das Deutschlandticket (inklusive Deutschlandticket Job sowie Deutschlandsemesterticket): Rund 57.000 Fahrgäste sind damit regelmäßig unterwegs. „Mit dem Deutschlandticket können wir vielen Menschen den Einstieg in den ÖPNV erleichtern. Es ist einfach, planbar und preislich attraktiv – genau das, was sich unsere Fahrgäste wünschen“, so Mario Laube.
Starke Auslastung bei Veranstaltungen – Kombiticket etabliert
Auch der Veranstaltungsverkehr war 2025 ein wichtiger Baustein. Für insgesamt 136 Veranstaltungen im Stadtgebiet und in der Region stellte die EVAG zusätzliche Angebote bereit, damit Besucherinnen und Besucher komfortabel und sicher zur Veranstaltung und wieder nach Hause kommen.

Klimafreundliche Mobilität weiter ausgebaut

Mario Laube: „Wir merken deutlich, dass Klimaschutz und nachhaltige Mobilität für viele Menschen immer wichtiger werden. Das ist eine große Chance für den ÖPNV – und gleichzeitig ein Auftrag an uns, unser Angebot konsequent weiterzuentwickeln.“
Gut zu wissen: Bereits heute fahren alle 93 Straßenbahnen der EVAG zu 100 % mit Ökostrom. Insgesamt nutzen rund 84 % der Fahrgäste ein Angebot, das bereits klimaneutral unterwegs ist.
Im Sommer 2025 wurden zudem die ersten drei Elektrobusse in den Linienbetrieb integriert. Die sukzessive Umstellung der Busflotte auf emissionsfeie und emissionsarme Antriebe wird in den kommenden Jahren fortgesetzt. Ziel ist es, den CO₂-Ausstoß weiter deutlich zu reduzieren und den Anteil klimafreundlicher Verkehre zu erhöhen.

Herausforderungen bleiben – Angebot wird stabilisiert

Trotz der positiven Entwicklung bleibt das Umfeld für den öffentlichen Nahverkehr anspruchsvoll. Wie bereits im Jahr 2024 waren auch 2025 Baustellen, Fachkräftemangel und ein angespannter Arbeitsmarkt spürbare Faktoren im Betriebsalltag. Um die Zuverlässigkeit für die Fahrgäste weiter zu erhöhen, hat die EVAG im vergangenen Jahr intensiv in Personalgewinnung und Ausbildung investiert. Die EVAG hat 2025 insgesamt 69 neue Fahrerinnen und Fahrer eingestellt, darunter 25 Busfahrer, 9 Kombifahrer und 35 Straßenbahnfahrer. Dank dieser Verstärkung im Fahrdienst war es möglich, die zuvor notwendigen Fahrplanreduzierungen schrittweise zurückzunehmen. Seit dem Schuljahresbeginn letzten Jahres fährt die EVAG wieder im uneingeschränkten Regelbetrieb. Lediglich auf der Linie 9 galt bis Ende des Jahres statt des 7,5-Minuten-Takts ein 10-Minuten-Takt. Diese Einschränkung konnte zu Beginn des Jahres 2026 in den Morgen- und Nachmittagsstunden aufgehoben werden.

„Der öffentliche Nahverkehr steht bundesweit vor großen Aufgaben: Wir müssen Infrastruktur modernisieren und gleichzeitig neue Anforderungen an Digitalisierung und Klimaschutz erfüllen“, sagt Mario Laube. „Wir bei der EVAG stellen uns diesen Herausforderungen Schritt für Schritt. Die Fahrgastzahlen 2025 sind für uns Bestätigung und Motivation zugleich, diesen Weg konsequent weiterzugehen und unseren Fahrgästen die bestmögliche Mobilität zu bieten.“

Fahrgäste in Zahlen:

2025: 60,7 Millionen

2024: 59,255 Millionen

2023: 54,971 Millionen

2021: 40,725 Millionen

2019: 55,456 Millionen

27,7 Millionen Euro für umweltfreundliche Mobilität in NRW

Weniger Autoverkehr in den Innenstädten, komfortablere und schnellere Verbindungen für Radfahrer quer durch die Stadt, fußgängerfreundlichere Verkehrsführungen: Nachhaltige Mobilität vor Ort und regional hat viele Facetten. Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr fördert die Mobilitätskonzepte der Kommunen je zur Hälfte mit EU- und Landesmitteln. Gleich sieben Förderbescheide mit einem Gesamtvolumen von 27,7 Millionen Euro hat Verkehrsminister Oliver Krischer jetzt an die Kommunen Aachen, Bielefeld, Düsseldorf, Emsdetten, Köln und Paderborn übergeben. Möglich macht dies der Europäische Fonds für regionale Entwicklung (EFRE), der erstmalig Projekte für städtische und regionale Mobilität mitdenkt. 

Die Kommunen setzen unterschiedliche Schwerpunkte, gestalten Flächen zugunsten eines umweltverträglichen Verkehrs um oder optimieren mit Hilfe der Digitalisierung die Wege für ÖPNV- und Einsatzfahrzeuge. „Diese Kommunen zeigen, wie die Verkehrswende vor Ort gut klappen kann. Kein anderes Bundesland ist so dicht besiedelt wie Nordrhein-Westfalen, deshalb wollen wir die Vernetzung von Städten und ihrem Umfeld verbessern. Wer Wege von Anfang an umweltfreundlich plant, ob zu Fuß, mit dem Rad oder der Bahn, entlastet die Straßen und schützt das Klima“, erklärt NRW-Verkehrsminister Oliver Krischer.

Die geförderten Vorhaben der Kommunen im Einzelnen: 

Aachen: Fördersumme: 1,27 Mio. EUR 

Die Städteregion Aachen wird den Verkehr im Bereich des Sportparks Soers entlang der Krefelder Straße neu lenken und die digitale Verkehrserfassung ausbauen. Hierzu werden unter anderem Lichtsignalanlagen modernisiert, mit sogenannten Road-Site-Units zur drahtlosen Kommunikation mit Fahrzeugen ausgestattet und sogenannte On-Board-Units (OBU) für ÖPNV-/ Shuttle-Bussen beschafft. Zusätzlich werden Schnittstellen zur bereits bestehenden Datenplattform mit dem Fokus auf „Echtzeitfähige Mobilität“ aufgebaut, um eine genaue und aktuelle Darstellung des Verkehrsgeschehens zu ermöglichen. Ziel ist eine effizientere und umweltverträglichere Verkehrslenkung insbesondere bei Großveranstaltungen im Bereich der Sportparks Soers – auch mit Blick auf die Weltreiterspiele im August 2026. 

Bielefeld: Fördersumme: 8 Mio. EUR

Die Stadt Bielefeld erweitert mit dieser Förderung den Fahrradbunker am Bielefelder Hauptbahnhof um 600 neue Fahrradstellplätze. Die Fördermaßnahme schließt den Rohbau, barrierefreie Fahrsteige, einen Aufzug sowie die technische Ausstattung der erweiterten Radstation ein. Zudem soll ein einheitliches Zugangssystem für alle gesicherten Fahrradabstellanlagen etabliert werden, das in radbox.nrw eingebunden ist. 

Düsseldorf (Verbundvorhaben): Stadt Düsseldorf: Fördersumme: 3,8 Mio. EUR, Connected Mobility Düsseldorf (CMD): Fördersumme: 1,1 Mio. EUR

In dem Verbundvorhaben „RegioModus“ werden wird von der Stadt Düsseldorf die RadLeitRoute 2 auf einer Länge von 3,7 Kilometern im linksrheinischen Gebiet ausgebaut. Die CMD errichtet vier Mobilstationen, die in der Bankstraße, am Münsterplatz, am Apostelplatz und am Regionalbahnhof Wehrhahn liegen. Neben Bürgerinnen und Bürgern aus Düsseldorf können von der Mobilstation Wehrhahn S auch Menschen aus Solingen, Duisburg, Essen, Bochum, Dortmund, Köln, Leverkusen, Langenfeld, Neuss, Dormagen oder Bergisch Gladbach profitieren; am Apostelplatz vorwiegend Menschen aus dem Stadtteil Gerresheim oder der Stadt Erkrath. Die Stationen am Münsterplatz oder der Bankstraße nehmen mit einem erleichterten Umstieg auf den ÖPNV gezielt Anwohnende in den Fokus. 

Emsdetten I: Fördersumme: 4,3 Mio. EUR

Mit ihrem ersten Vorhaben setzt die Stadt Emsdetten im Wesentlichen drei Fahrradstraßen um. Die Verkehrsachse am Bahnhof zum Industriegebiet Blumenstraße wird als vorfahrtsberechtigte Fahrradstraße ausgebaut, die Route Grünring / Westring / Droste-Hülshoff-Allee zur Fahrradstraße umgebaut, die Kreuzung Sandufer / Kirchstraße / Wilhelmstraße zugunsten der Bevorrechtigung von Fahrrädern umgestaltet. 

Emsdetten II: Fördersumme: 1,9 Mio. EUR 

Die Stadt Emsdetten möchte die Verkehrsachse Münsterstraße umgestalten. So soll dort ein Minikreisverkehr den Knotenpunkt Münsterstraße / Im Hagenkamp insbesondere für Fahrradfahrende sicherer machen. Gleichzeitig soll der Straßenabschnitt zwischen den Knotenpunkten Münsterstraße / Im Hagenkamp und der Hansestraße / B 481 (Münsterstraße bis Hansestraße) so ausgebaut und ausgestattet werden, dass eine Fahrradstraße entsteht. 

Zusätzlich sollen vier Mobilstationen an den Standorten Bahnhof, Hembergen Mitte, Sinningen Möhring und Ahlintel entstehen. 

Köln: Fördersumme: 6,8 Mio. EUR

Der Fokus des Vorhabens der Stadt Köln liegt in der Umrüstung und Digitalisierung von 35 Lichtsignalanlagen (LSA). Größtenteils im Randgebiet liegende LSA werden auf die sogenannte C-IST Technologie umgerüstet, um ÖPNV- und Einsatzfahrzeuge priorisieren zu können. In den LSA soll die LOC.id-Technologie implementiert werden, um eine Interaktion mit blinden und sehbehinderten Verkehrsteilnehmenden via Smartphone zu ermöglichen. Damit sollen die Verkehrssicherheit erhöht und der Verkehrsfluss optimiert werden.

Paderborn: Fördersumme: 1,6 Mio. EUR

Die Stadt Paderborn wird neue Radabstellanlagen an insgesamt drei der wesentlichsten Standorte für Pendlerinnen und Pendler errichten: ein zweistöckiges Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof, eine ebenerdige Radabstellanlage an der Westernmauer sowie eine Radabstellanlage an der ehemaligen Zentralen Omnibushaltestelle an der Marienstraße. Damit sollen über 200 neue, zum Teil gesicherte, Fahrradparkplätze entstehen, auch für Lastenräder. An allen drei Standorten entstehen auch Radboxen, die an das Zugangssystem radbox.NRW angeschlossen werden.

Verändertes Pendelverhalten seit Pandemie

Wie hat sich das Pendelverhalten von Erwerbstätigen nach der COVID-19-Pandemie verändert? Eine aktuelle Auswertung des Research Lab for Urban Transport (ReLUT) der Frankfurt University of Applied Sciences (Frankfurt UAS) zeigt: Die Arbeitsmobilität in Deutschland und Hessen ist im Umbruch. Während die Möglichkeit für Homeoffice bis 2023 stark zugenommen hat und insgesamt weniger Pendelwege zurückgelegt wurden, dauerten die Wege zur Arbeit im Durchschnitt länger.

Die Auswertung ist Teil des Forschungsprojekts ComCost, bei dem die Kosten des Pendelns und deren Einfluss auf Pendelentscheidungen ermittelt werden. Dies soll ein besseres Verständnis der sozialen, ökonomischen und infrastrukturellen Faktoren des Pendelns ermöglichen. Das Projekt wird aus Mitteln des Landes Hessen und der HOLM-Förderung im Rahmen der Maßnahme „Innovationen im Bereich Logistik und Mobilität“ des Hessischen Ministeriums für Wirtschaft, Energie, Verkehr, Wohnen und ländlichen Raum gefördert. Die im Projektbericht veröffentlichten Ergebnisse des Forschungsteams basieren auf eigenen Auswertungen der repräsentativen Mobilitätserhebungen „Mobilität in Deutschland“ (MiD)1 aus den Jahren 2002, 2008, 2017 und 2023. Diese führt das infas Institut für angewandte Sozialwissenschaft GmbH mit Kooperationspartnern im Auftrag des Bundesministeriums für Verkehr (BMV) durch. Im Fokus der Auswertungen der Frankfurt UAS standen Veränderungen des Pendelns vor und nach der Pandemie mit einem besonderen Vergleich zwischen Hessen und dem Bundesdurchschnitt.

Homeoffice prägt den Arbeitsalltag nachhaltig

Seit dem Jahr 2017 hat sich demnach der Anteil der Erwerbstätigen mit Homeoffice-Möglichkeit mehr als verdreifacht. Im Jahr 2023 konnten bundesweit rund 42 Prozent der Beschäftigten zumindest teilweise von zu Hause aus arbeiten. In Hessen lag der Anteil sogar bei gut 50 Prozent. Diese Entwicklung geht mit einer geringeren Zahl täglicher Arbeitswege einher und trägt dazu bei, dass mehr Menschen an einem durchschnittlichen Stichtag gar nicht mobil sind.

Weniger Pendelwege, sinkende Verkehrsleistung

Der Anteil der Arbeitswege an allen täglichen Wegen ist im Erhebungsjahr nach der COVID-19-Pandemie im Vergleich zu 2017 zurückgegangen. Entsprechend hat sich auch das Verkehrsaufkommen des Pendelns verringert. In Deutschland sank die Zahl der Pendelwege von rund 42 Millionen pro Tag im Jahr 2017 auf etwa 37 Millionen im Jahr 2023. In Hessen fiel der Rückgang von 3,2 auf 2,5 Millionen Wege pro Tag noch deutlicher aus. Auch die insgesamt zurückgelegten Personenkilometer im Pendelverkehr nahmen der Auswertung zufolge spürbar ab.

Durchschnittliche Distanzen sinken, doch „typische“ Wege werden länger

Die durchschnittliche Länge der am Stichtag zurückgelegten Pendelwege ist seit der Pandemie leicht gesunken. Gleichzeitig ist jedoch die „typische“ Pendeldistanz, gemessen am Median, gestiegen. „Dieses scheinbare Paradox lässt sich unter anderem durch den verstärkten Einsatz von Homeoffice erklären. Personen mit sehr langen Arbeitswegen pendelten 2023 seltener und waren daher an Befragungstagen häufiger nicht unterwegs als vor der Pandemie. Für viele Beschäftigte im mittleren Bereich der Verteilung haben sich die täglichen Wege dennoch verlängert“, so Prof. Dr. Tobias Hagen, Projektleiter der Frankfurt UAS.

Längere Pendelzeiten trotz durchschnittlich kürzerer Pendeldistanzen am Befragungstag

Der Auswertung zufolge hat zudem die durchschnittliche Dauer der Arbeitswege weiter zugenommen, ein Trend, der seit der ersten Befragung 2002 zu beobachten ist. In Hessen stieg sie von knapp 29 Minuten im Jahr 2017 auf über 30 Minuten im Jahr 2023. Auch bundesweit ist der Auswertung zufolge ein Anstieg der Pendelzeiten zu beobachten. Mögliche Ursachen dafür sind Veränderungen in der Verkehrsmittelwahl, höhere Stauanfälligkeit sowie längere Reisezeiten im öffentlichen Verkehr.

Verschiebungen bei der Verkehrsmittelwahl

In Hessen ist die Nutzung des Motorisierten Individualverkehrs beim Pendeln seit der Zeit vor der Pandemie leicht zurückgegangen, aber stärker als im bundesweiten Durchschnitt. Gleichzeitig steigen in Hessen von 2017 auf 2023 die Anteile von Fahrrad und öffentlichem Personenverkehr, auch wenn deren Verkehrsleistung insgesamt rückläufig ist. Diese Entwicklungen deuten auf einen allmählichen Strukturwandel im Pendelverkehr hin, der durch veränderte Arbeitsformen und verkehrspolitische Rahmenbedingungen beeinflusst wird.

Soziale Unterschiede bleiben sichtbar

Die Analysen zeigen weiterhin deutliche Unterschiede im Pendelverhalten nach Geschlecht, Erwerbsumfang und ökonomischem Status. Frauen haben im Durchschnitt kürzere Arbeitswege als Männer, Teilzeitbeschäftigte kürzere als Vollzeitbeschäftigte. Personen mit niedrigerem ökonomischem Status benötigen für vergleichsweise kurze Wege häufig mehr Zeit, was auf Unterschiede in den verfügbaren Mobilitätswerkzeugen (zum Beispiel: Führerscheinbesitz oder Autoverfügbarkeit) hinweist.

„Die Daten zeigen einen strukturellen Wandel. Im Durchschnitt sinken die Pendeldistanzen am Stichtag leicht, da Erwerbstätige mit langen Wegen mit höherer Wahrscheinlichkeit Homeoffice nutzen. Gleichzeitig werden typische Distanzen zwischen Wohn- und Arbeitsort länger und die Pendelzeiten steigen. Das passt zu einer Arbeitswelt, in der Homeoffice-Möglichkeiten das Pendeln unregelmäßiger machen“, fasst Projektleiter Hagen die Kernergebnisse zusammen. Mit Blick auf die Zukunft schränkt er aber ein: „Unsere Ergebnisse bilden die Lage bis 2023 ab, also eine Zeit, in der Homeoffice vielerorts stark genutzt wurde. Um zu bewerten, wie sich die inzwischen teils stärkere Begrenzung von Homeoffice auswirkt, werden neuere Daten benötigt.“

Das Forschungsprojekt mit dem Titel „ComCost – Pendelkosten und deren Einfluss auf Pendelentscheidungen“ läuft noch bis Juni 2026.

Zum Projektbericht geht es hier

Planungssicherheit für einen modernen ÖPNV in Bremen

Das Land Bremen steht vor wichtigen Entscheidungen zur Zukunft des öffentlichen Nahverkehrs. Das aktuelle Leistungskostengutachten des Verbands Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) gibt einen detaillierten Überblick über den Finanzierungsbedarf im ÖPNV bis 2040 – und zeigt auf, wie mit zwei konkreten Szenarien die Leistungsfähigkeit des Nahverkehrs in Bremen und in Bremerhaven gesichert und ausgebaut werden kann.

Das unabhängige Gutachten analysiert die Kostenentwicklung im ÖPNV bundesweit und für alle 16 Bundesländer bis 2040 und modelliert dabei zwei Szenarien:

Modernisierung 2040 mit dem Fokus auf Substanzerhalt und Qualitätssicherung durch umfassende Modernisierung von Infrastrukturen und Fahrzeugen

Deutschlandangebot 2040 mit zusätzlich flächendeckender Angebotsausweitung und Ausbau der Kapazitäten

Beide Szenarien sollen der Politik eine belastbare Grundlage bieten, um langfristige Finanzierungsentscheidungen zu treffen – und gleichzeitig die Chancen für ein besseres, zukunftsfähiges Nahverkehrssystem zu nutzen.

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt für entschlossenes Handeln, denn die Menschen in Bremen erwarten auch für die Zukunft einen verlässlichen und modernen Nahverkehr als Teil der Daseinsvorsorge“, so Claudia Wiest, kaufmännische Vorständin der Bremer Straßenbahn AG. „Das Gutachten zeigt: Investitionen in neue Fahrzeuge, mehr Angebot und digitale Infrastruktur zahlen sich aus – für unsere Fahrgäste und für den Standort Bremen.“

„Insbesondere die Metropolregion rund um Bremen wächst weiter – und mit ihr der Bedarf an einem eng getakteten, gut vernetzten Nahverkehr“, sagt Rainer Counen, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Bremen/Niedersachsen. „Das Deutschlandangebot aus dem Gutachten ist auch für das Bundesland Bremen und Umgebung keine Vision, sondern ein konkreter, realisierbarer Plan, wie wir gemeinsam mit den Ländern bis 2040 Mobilität für alle verbessern können – in Stadt und Umland.“

Die konkreten Ergebnisse aus dem Gutachten für Bremen

Szenario „Modernisierung 2040“

  • Sicherung des heutigen Angebots mit punktuellen Ausweitungen
  • vollständiger Abbau des Sanierungsstaus bei Infrastruktur, Fahrzeugen und Betriebshöfen
  • + 3 Prozent mehr ÖPNV-Angebot, + 9 Prozent mehr Fahrgastnachfrage
  • Verdopplung des öffentlichen Finanzierungsbedarfs von heute etwa 250 Millionen Euro jährlich auf 500  Millionen Euro pro Jahr in 2040
  • (Mittelaufwuchs pro Jahr: + 4,4 Prozent)

Szenario „Deutschlandangebot 2040“

  • Taktverdichtung insbesondere in den Stadtrandgebieten, bessere Verknüpfung von Bus, Tram und SPNV
  • Angebotsplus: + 44 Prozent mehr Sitzplatzkilometer, + 24 Prozent mehr ÖPNV-Nachfrage
  • Die durchschnittliche Güteklasse des ÖPNV verbessert sich auf Note 1,5 (2024: 2,5)
  • Der Finanzierungsbedarf steigt auf 740 Millionen Euro pro Jahr bis 2040 (Mittelaufwuchs pro Jahr: + 7,1 Prozent)

Das ÖPNV-Gutachten für Bremen gibt es hier zum Download.

Bayerns Verkehrsminister Bernreiter bleibt BEG-Aufsichtsratsvorsitzender

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die im Auftrag des Bayerischen Staatsministeriums für Wohnen, Bau und Verkehr den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) im Freistaat organisiert, hat einen neuen elfköpfigen Aufsichtsrat. Im Zeitraum vom 1. Januar 2026 bis 31. Dezember 2031 wird dieser die Geschäfte der BEG überwachen und die wichtigsten Beschlüsse wie die Zuschläge bei den SPNV-Vergabeverfahren fassen. Aufsichtsratsvorsitzender bleibt Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter, als sein Stellvertreter fungiert weiter der Amtschef des Verkehrsministeriums, Dr. Thomas Gruber. Die BEG bewegt jährlich ein Finanzvolumen von rund 1,6 Milliarden Euro und betreut derzeit insgesamt 45 Verkehrsdurchführungsverträge.

Minister Bernreiter, der seit 11. März 2022 dem Gremium vorsteht: „Ich freue mich auf die kommenden sechs Jahre. Die Herausforderungen werden mit Blick auf die schwierige Finanzierungssituation im Nahverkehr und den Modernisierungsbedarf bei der Bahninfrastruktur aber beileibe nicht geringer als bisher. Schon bald stehen wichtige Entscheidungen wie zu den Neigetechniknetzen oder zur Münchner S-Bahn an.“ BEG-Geschäftsführerin Bärbel Fuchs ergänzt: „Ich freue mich auf die weitere konstruktive Zusammenarbeit mit dem Aufsichtsrat.“

Neu im Aufsichtsrat sind in der neuen Periode die beiden Bahnexperten im Verkehrsausschuss des Bayerischen Landtags, MdL Martin Wagle (CSU) aus dem Landkreis Rottal-Inn und MdL Dr. Markus Büchler (Bündnis 90 / Die Grünen) aus dem Landkreis München, sowie der Dinkelsbühler Oberbürgermeister Dr. Christoph Hammer als Vertreter des Bayerischen Städtetags. Dem Gremium gehören wie schon bisher der Augsburger Landrat Martin Sailer für den Bayerischen Landkreistag und Meitingens Bürgermeister Dr. Michael Higl für den Bayerischen Gemeindetag an. Das Gremium komplettieren seitens der Ministerien der Leiter der Tourismusabteilung im Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft, Forsten und Tourismus, Dr. Johann Niggl, der Leiter der Kommunalabteilung im Bayerischen Staatsministerium des Innern, für Sport und Integration, Dr. Helmut Graf, der Leiter der Landesentwicklungsabteilung im Bayerischen Staatsministerium für Wirtschaft, Landesentwicklung und Energie, Klaus Ulrich, sowie der Leiter des Beteiligungsreferats im Bayerischen Staatsministerium der Finanzen und für Heimat, Noel Krää.

Ihre langjährige Tätigkeit als BEG-Aufsichtsratsmitglied beendet haben zum Jahresende die früheren Landtagsabgeordneten Annette Karl (SPD) aus Weiden und Eberhard Rotter (CSU) aus dem Landkreis Lindau sowie der Erdinger Oberbürgermeister Maximilian Gotz. Minister Bernreiter und BEG-Geschäftsführerin Fuchs bedankten sich im Rahmen der Aufsichtsratssitzung im Dezember bei allen dreien für die langjährige ehrenamtliche Arbeit im Gremium.