Rund 25 Millionen Kilometer legen Privatfahrzeuge täglich innerhalb Hamburgs zurück. On-Demand-Shuttles können hiervon 6,5 Millionen Kilometer und damit tausend Tonnen CO2 einsparen. Das zeigt eine Studie von ioki, dem Geschäftszweig der Deutschen Bahn für intelligente On-Demand-Mobilität, im Auftrag der HOCHBAHN. Für die Untersuchung hat ioki zunächst eine umfassende Verkehrsanalyse durchgeführt. Auf dieser Grundlage wurde ein Konzept entwickelt, in dem herkömmlicher ÖPNV mit neuen Sharing-Angeboten zu einem integrierten ÖPNV verknüpft wird. Die Angebote sollen leicht zugänglich und in den Tarif des Hamburger Verkehrsverbundes (HVV) integriert werden.
Die Analyse zeigt: Etwa 150.000 Hamburger – knapp 10 Prozent der Gesamtbevölkerung – würden von einem Shuttle-basierten Service profitieren, weil sie derzeit kein vergleichbares ÖPNV-Angebot vor ihrer Tür haben. Vor allem die Stadtteile im Nordosten Hamburgs wie Wandsbek würden durch Mobilitätslösungen, die dem individuellen Bedarf der Fahrgäste und nicht festen Fahrplänen folgen, deutlich aufgewertet.
Zudem wäre jede im Shuttle zurückgelegte Strecke durch die direkte Anbindung an ÖPNV-Haltestellen im Schnitt 60 Prozent kürzer, als der entsprechende Weg im privaten Auto.
Quelle: Deutsche Bahn AG
Weiterer Fahrzeug-Lieferverzug für das Netz Neckartal
Das Bahnunternehmen Abellio hat im Auftrag des Landes Baden-Württemberg insgesamt 52 Talent 2-Triebfahrzeuge für das Stuttgarter Netz/Neckartal bei Zughersteller Bombardier Transportation (BT) bestellt. Im Liefervertrag ist eine Übergabe dieser Fahrzeuge in drei Stufen vorgesehen – orientiert an den Betriebsaufnahmen von Abellio im Streckennetz. Doch das kanadische Bahnindustrieunternehmen hängt bei der Fahrzeugproduktion beträchtlich hinterher. Nach mehreren nicht gehaltenen Lieferzusagen ist Bombardier Abellio aktuell noch 22 Fahrzeuge schuldig. Insgesamt 41 Züge sollten bis Dezember 2019 schon ausgeliefert sein, doch nur 19 Fahrzeuge sind es bislang tatsächlich. In Ermangelung von Neufahrzeugen ist Abellio seit der ersten Betriebsstufe im Juni 2019 gezwungen, ein Ersatzkonzept mit Leihzügen anderer Anbieter zu fahren.
Seit November 2019 verspricht Bombardier nun eine vollständige Nachlieferung der fehlenden 22 Züge bis zum 14. Juni 2020 – dem Starttermin der dritten Betriebsstufe von Abellio. Zudem sollen bis dahin vertragsgemäß weitere sieben Züge an Abellio übergeben werden. In Summe sind das 29 Neufahrzeuge. Der neueste Lieferplan (der eigentlich schon für Ende Januar zugesagt war aber erst seit wenigen Tagen final vorliegt) macht jedoch deutlich, dass bis zum Stichtag nur insgesamt 18 Fahrzeuge übergeben werden können. Auch die betrieblich notwendige Teilzulassung der Züge in Dreifach- und Mischtraktion, die im Dezember 2019 hätte vorliegen müssen, wird sich weiter nach hinten verschieben.
Die Fahrzeugzulassung in Dreifach- und Mischtraktion beabsichtigt Bombardier nun bis Mitte Juni zu realisieren. Alle 52 Fahrzeuge der Abellio-Flotte verspricht der Hersteller bis September dieses Jahres ausgeliefert zu haben ─ so der aktuelle Planungsstand.
Quelle: Abellio Rail Baden-Württemberg GmbH
Busbranche begrüßt Vorschlag zur Reduzierung der Mehrwertsteuer für Fernlinienfahrten
Die Busbranche in Deutschland lobt den Vorschlag von Bundesverkehrsminister Scheuer, die Reduzierung der Mehrwertsteuer für den Schienenfernverkehr nun endlich auch auf den Fernbus auszuweiten. Damit wird die Umweltbilanz des Busverkehrs angemessen gewürdigt. Der Bundesverband Deutscher Busunternehmer (bdo) weist aber darauf hin, dass die geplante Steuersenkung wirklich für den gesamten Reiseverkehr – also auch etwa bei Klassen- und Vereinsfahrten oder in der Bustouristik – gelten muss. Dies sieht der derzeitige Vorschlag noch nicht vor. Eine Mehrwertsteuersenkung wäre auch eine geeignete Maßnahme, die massiven Auswirkungen der Corona-Epidemie auf die Branche abzuschwächen.
Quelle: Bundesverband Deutscher Busunternehmer
Clara Jaschke Innovationspreis
Die Allianz pro Schiene vergibt in diesem Jahr zum dritten Mal ihren Innovationspreis für besonders erfindungsreiche Frauen in der Eisenbahnbranche. Dafür nimmt das gemeinnützige Verkehrsbündnis bis zum 30. Juni 2020 Vorschläge entgegen, um sie einer hochkarätig besetzten Jury zur Überprüfung weiterzuleiten.
Dabei wird in diesem Jahr aus dem „Innovationspreis Mobilitätsgestalterin“ der „Clara Jaschke Innovationspreis“. Dazu sagte Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, am Freitag in Berlin: „Nach dem erfolgreichen Start haben wir uns nicht nur entschieden, den inzwischen bundesweit bekannten Wettbewerb dauerhaft fortzusetzen. Wir wollen mit einem neuen Namen an eine große Eisenbahn-Pionierin des 19. Jahrhunderts erinnern und deutlich machen: Dieser Preis geht an Frauen der Schienenbranche, die mit ihrem Mut und ihrem Erfindungsgeist ihrer Zeit voraus sind und die Mobilität neugestalten und verbessern.“
Über ein Jahrhundert später sind gerade 22 Prozent der Beschäftigten in der Eisenbahnbranche weiblich. „Dieser Anteil muss rasch deutlich steigen, denn wir brauchen alle Talente für eine klimafreundliche Mobilität im 21. Jahrhundert“, betonte Flege. Da die Unternehmen dies erkannt haben und mehr Ausgewogenheit im Geschlechterverhältnis anstreben, bieten sich für Frauen in der Schienenbranche größere Chancen denn je.
In diesem Jahr ist der Digitalverband Bitkom neu zur Jury hinzugestoßen. Dies spiegelt die wachsende Bedeutung der Digitalisierung für Innovationen in der Schienenbranchen wider. Zudem gehören der Jury der Verband der Bahnindustrie (VDB) ebenso an wie der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV), der Verkehrsclub Deutschland (VCD), der Verkehrsverbund Berlin-Brandenburg (VBB), der Verband der Eisenbahningenieure (VDEI), der Verein Deutscher Ingenieure (VDI), das Deutsche Zentrum für Schienenverkehrsforschung (DZSF) und das Frauennetzwerk der Allianz pro Schiene als Organisator des Wettbewerbs.
Quelle: Allianz pro Schiene
Weitere Informationen zum Innovationspreis finden Sie hier.
bdo Maßnahmenpaket gegen Corona-Folgen
Mit einem mehrgliedrigen und sich stetig weiterentwickelnden Maßnahmenpaket sollen die Folgen der Ausbreitung des Coronavirus für die Busbranche so weit wie möglich eingedämmt werden. Neben praktischen Informationen zu Rechts- und Kommunikationsfragen für die Mitgliedsunternehmen verleiht der Bundesverband Deutscher Busunternehmer (bdo) der Branche vor allem auch eine Stimme in der Politik. Gegenüber Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier wurde formuliert, wie der leistungsfähige Mittelstand in dieser Ausnahmensituation vor schwerwiegenden Folgen geschützt werden kann.
Mit dem Bundesverkehrsministerium arbeitet der bdo fortlaufend an der praktischen Krisenbewältigung. Dies galt unter anderem Ende letzter Woche für die Ausarbeitung und Verteilung der Aussteigekarten. Am Montag traf bdo-Hauptgeschäftsführerin Christiane Leonard zudem mit der zuständigen Staatssekretärin im BMVI zusammen, um weitere Schritte zu planen. Gegenüber dem Bundeswirtschaftsministerium hatte der bdo erstmals am Dienstag offiziell eine Unterstützung durch die Politik für betroffene Unternehmen gefordert. Am Mittwoch berichteten Medien, dass Minister Altmaier der Argumentation folgt und entsprechende Schritte einleitet.
In einem aktuellen Schreiben an den Bundeswirtschaftsminister drängt der bdo nun gestern (5.3.2020) noch einmal auf konkrete Hilfe-Zusagen für kleine und mittlere Unternehmen und weist darin auch auf benötigte Schritte hin. Eine Unterstützung lediglich mit den bestehenden Mitteln der Wirtschaftsförderung kann aus Sicht des bdo nicht ausreichen.
Quelle: Bundesverband Deutscher Busunternehmer e.V.
Elektro- und Kleinbus in Neumünster im Testeinsatz
Die Stadtwerke Neumünster (SWN) fahren seit der vergangenen Woche einen vollelektrischen Stadtlinien-Bus im Testbetrieb. Das Fahrzeug, ein Mercedes eCitaro, ist für zwei Wochen auf den Straßen Neumünsters unterwegs. Des Weiteren hat die SWN Verkehr im Februar auch einen Mini-Bus getestet. Das Fahrzeug ist besonders für die Linien in Stadtteilen mit engen Straßen und in den Abendstunden geeignet. SWN testet die Fahrzeuge, um Erfahrungen zu sammeln, wie der öffentliche Nahverkehr in Neumünster weiterentwickelt und der Service für die Fahrgäste ausgeweitet werden kann.
Das vollelektrisch betriebene Fahrzeug ist von Ende Februar bis Anfang März im Testbetrieb der SWN Verkehr GmbH. „Wir machen sehr gute Erfahrungen mit dem Fahrzeug, zum einen ist der Bus mit modernster Technik, wie einem Abbiegeassistent, ausgestattet und unterstützt somit die Fahrer bei ihrer Arbeit. Zum anderen ist das Fahrgefühl mit dem Elektro-Antrieb ein sehr angenehmes und modernes“, berichtet Sonja Kessal, Leiterin des SWN-Verkehrsbetriebs.
Auch der neue Sprinter City 75, ein Mini-Bus von Mercedes, fuhr in den vergangenen Wochen durch Neumünster. Der dieselbetriebene Bus (Euro 6) ist speziell für den Stadtlinienverkehr entwickelt worden. Er hat 12 Fahrgastsitzplätze und einen Niederflurbereich, der extra auf mobilitätseingeschränkte Fahrgäste ausgerichtet ist. Breite Türöffnungen, niedrige Einstiegshöhen und Rampe machen es den Fahrgästen leicht, in den Bus zu gelangen. Das Fahrzeug ist sowohl durch seine Wendigkeit als auch durch den niedrigen Geräuschpegel gut für Wohnsiedlungen geeignet. „Besonders in den späteren Abendstunden oder auf Linien, welche eine geringere Nachfrage haben, ist der kleine Bus optimal. Die Fahrzeuggröße ist somit der Nachfrage angepasst und es kann deutlich Kraftstoff eingespart werden“, sagt die SWN-Bereichsleiterin. Der Kleinbus verbraucht rund die Hälfte eines normalen Linienbusses.
Quelle: SWN Stadtwerke Neumünster Beteiligungen GmbH
Positive Bilanz zur Kurzstrecke in Freiburg
Sechs Monate nach Einführung der Kurzstrecke in Freiburg wurden rund 261.000 Fahrscheine verkauft. Beim Regio-Verkehrsverbund Freiburg (RVF) ist man mit diesem Ergebnis zufrieden „Das entspricht unseren Erwartungen und der üblichen Hochlaufkurve. Wir sehen die steigende Akzeptanz bei den Fahrgästen“, so Dorothee Koch, Geschäftsführerin des RVF. Möglich wurde die Einführung des Kurzstrecken-Fahrscheins durch die finanzielle Unterstützung der Stadt Freiburg und der Landkreise Emmendingen und Breisgau-Hochschwarzwald. Diese bezuschussen den neuen Fahrschein mit 650.000 Euro pro Jahr. „Ich freue mich über die positive Entwicklung der Verkaufszahlen. Unser Tarifzuschuss kommt so direkt den Nutzerinnen und Nutzern des ÖPNV zugute.“, kommentiert Hanno Hurth, Vorsitzender des Zweckverbands Regio-Nahverkehr Freiburg.
Die Nutzung verteilt sich bisher zu 86% auf die Stadt Freiburg und zu 14% auf die beiden Landkreise. „Die Verkaufszahlen zeigen, dass dieses Angebot eine notwendige und sinnvolle Ergänzung des Verbundtarifs ist. Wie erwartet, wird es vor allem für Fahrten im innerstädtischen Verkehr in Freiburg genutzt“, sagt Martin Horn, Oberbürgermeister von Freiburg.
Die Einführung des neuen Fahrscheins verlief reibungslos. „Die Kunden wissen, wo sie die Kurzstrecke kaufen können und dass der Fahrschein für eine Fahrt über bis zu drei Haltestellen gilt. Auch bei Kontrollen gab es keinerlei Probleme.“, berichtet Florian Kurt, ebenfalls Geschäftsführer des RVF. „Wir bekommen durchweg positive Rückmeldungen“, so Kurt weiter.
Quelle: Regio-Verkehrsverbund Freiburg GmbH
Hülsmann Reisen übernimmt 30 neue MAN Lion’s City LE
Die Firma Hülsmann Reisen verfügt mit den drei Schwesterfirmen über insgesamt 180 Omnibusse, die auf acht Standorte in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen verteilt sind. Jüngster Neuzugang – und das zum dritten Mal in Folge – sind wieder zehn MAN Lion’s City LE, die den ÖPNV Dank Euro 6-Motoren noch umweltfreundlicher machen. Sie ersetzen ältere Fahrzeuge mit Euro 5 oder EEV.
Im öffentlichen Nahverkehr steht die sichere und komfortable Personenbeförderung immer an erster Stelle. „Aber auch die Wirtschaftlichkeit gewinnt immer mehr an Bedeutung“, sagt Karl Hülsmann jr., der als Geschäftsführer zusammen mit seinem Vater Karl Hülsmann, dem engagierten Präsidenten des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmer, die Geschicke der Hülsmann Reisen GmbH verantwortet. Auch der Junior weiß, worauf es ankommt. Life Cycle Costs stehen bei jedem Familienbetrieb im Fokus. Schon nach der ersten Bestellung von zehn MAN Lion’s City LE vor zwei Jahren zeigte sich schnell, dass die Busse für ökonomisch und auch ökologisch neue Maßstäbe stehen.
Quelle: MAN Truck & Bus
Wiener Linien starten Infrastruktur-Offensive 2020
Im vergangenen Jahr spulten die Wiener Straßenbahnen 22,9 Millionen Kilometer durch Wien ab. Da ist auch das rund 172 Kilometer lange Straßenbahnnetz der Wiener Linien gefordert. Damit die Straßenbahnen auch in Zukunft sicher und rasch durch die Stadt rollen, investieren die Wiener Linien jährlich in die Modernisierung ihrer Straßenbahninfrastruktur. In diesem Jahr stehen über 30 geplante Straßenbahn-Gleisbauprojekte, Erneuerungen an den Bahnhöfen Brigittenau und Simmering sowie die Verlängerung der Linie O um vier Stationen ins Nordbahnhofviertel am Plan. Insgesamt werden 8.400 Meter Gleis und 82 Weichen in ganz Wien erneuert.
Die größten Modernisierungsprojekte finden in der Lerchenfelder Straße in der Josefstadt, der Alser Straße am Alsergrund, dem Franz-Josefs-Kai in der Inneren Stadt, der Knöllgasse in Favoriten und der Hütteldorfer Straße in Penzing statt. Die Wiener Linien nutzen dafür vor allem die verkehrsruhigeren Zeiten in den Osterferien und im Sommer.
Quelle: Wiener Linien GmbH & Co. KG
Mexiko-Stadt baut urbanes Seilbahnsystem weiter aus
Ab 2021 werden zwei neue urbane Seilbahnen von Leitner ropeways in Mexiko-Stadt ihren Betrieb aufnehmen. Im Bezirk Iztapalapa, im Südosten der Stadt, wird die insgesamt knapp elf Kilometer lange Anlage den Pendlern eine bessere und vor allem sichere Verbindung zu den U-Bahn-Stationen bieten. die Stadt investiert insgesamt 150 Millionen Euro in den Ausbau einer leistungsstarken Mobilitätsinfrastruktur. Das neue Mobilitätszeitalter begann bereits 2016 im Norden der Millionenmetropole, im Stadtteil Ecatepec de Morelos: mit der Inbetriebnahme der landesweit ersten urbanen Seilbahnen Mexikos in Form von zwei miteinander verbundenen Kabinenbahnen von LEITNER ropeways zwischen Via Morelos und San Andrès De La Cañada.
Quelle: Leitner ropeways

