Am 14. April hat das Bundesverkehrsministerium Ergebnisse einer Evaluation zum Deutschlandticket veröffentlicht, die laut der Gutachter „auf dem Arbeits- und Erhebungsstand bis Ende September 2025“ basieren. Dazu VDV-Hauptgeschäftsführer Oliver Wolff:
„Wir bedauern, dass diese Ergebnisse ohne Vorankündigung an die Länder und an die Branche über die Presse veröffentlicht wurden. Der Zeitpunkt dieser Veröffentlichung, direkt nach dem Entlastungsgipfel der Bundesregierung, erscheint wie ein Ablenkungsmanöver. Denn man hat zwar einen Tankrabatt beschlossen, aber keine Entlastungsmaßnahmen für die 24 Millionen Fahrgäste, die durch ihre ÖPNV-Nutzung täglich aktiv dazu beitragen, dass in Deutschland erheblich weniger Diesel und Benzin verbraucht werden.
Die Ergebnisse der heute vorgestellten Evaluation sind mehr als sechs Monate alt und aus unserer Sicht an entscheidender Stelle unzutreffend: Das angebliche Potenzial an zusätzlichen Kundinnen und Kunden beim Deutschlandticket stellen wir in den Verkaufszahlen nicht fest. Vielmehr ist es so, dass aufgrund des immensen wirtschaftlichen Drucks auf die Verkehrsunternehmen das ÖPNV-Angebot bundesweit teilweise reduziert wird. Das ist widersinnig zum Gedanken des Deutschlandtickets. Ohne, dass endlich auch der Bund Maßnahmen ergreift, werden die Verkaufszahlen eingefroren bleiben.
Wir sind sehr überrascht, dass das Bundesverkehrsministerium nun ein konsequentes Marketing für das Deutschlandticket ins Spiel bringt. Dies hat die Branche, die jährlich einen siebenstelligen Betrag für die Vermarktung des Tickets aufwendet, immer wieder Bund und Ländern vorgeschlagen. Der Bund ist jedoch, ebenso wie bei der gemeinsamen Marktforschung, bereits vor über einem Jahr aktiv aus einer bundesweiten Kampagne ausgestiegen und hat diese damit de facto beendet.“
Hintergründe zur Evaluation zum Deutschlandticket und zur Studie „Regionale Verbreitung, Nutzung, Potenziale, Wirkungen und Nachfrageveränderungen“ des Gutachterkonsortiums unter Leitung des Instituts für angewandte Sozialwissenschaft finden Sie in dieser News.









