Wie die gesamte ÖPNV-Branche stellt der demografische Wandel auch die HEAG mobilo vor Herausforderungen: Bis zum Jahr 2030 wird jeder fünfte Beschäftigte des Darmstädter Verkehrsunternehmens in Ruhestand gehen, darunter auch über 30 Busfahrer. Um Menschen für den Beruf des Busfahrers zu begeistern und ihren Fahrgästen auch in Zukunft einen zuverlässigen Nahverkehr bieten zu können, hatte die HEAG mobilo am 16. April 2026 gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Darmstadt, dem Jobcenter Darmstadt sowie der Kreisagentur für Beschäftigung zu einem Bewerbertag auf ihren Betriebshof Böllenfalltor geladen. Bewerber, die von den Jobcentern in Stadt und Landkreis ausgewählt wurden, konnten in Gesprächen mit der Personalabteilung einen ersten Eindruck vom Aufgabenprofil im Fahrdienst erhalten und sich ihrem potenziellen neuen Arbeitgeber vorstellen.
„Mit dem öffentlichen Dienstleistungsauftrag für den Busverkehr haben wir als Aufgabenträger die HEAG mobilo für die nächsten 15 Jahre beauftragt. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels braucht es schon heute gezielte Maßnahmen, um einen zuverlässigen Nahverkehr in der Region mit qualifiziertem Personal anzubieten. Deshalb freue ich mich, dass so viele interessierte Bewerber gefunden wurden und heute hier sind.“
Lutz Köhler, ÖPNV-Dezernent und Vize-Landrat des Landkreises Darmstadt-Dieburg
Kooperation von HEAG mobilo, Jobcenter & Agentur für Arbeit
Die enge Kooperation der HEAG mobilo mit den Jobcentern sowie der Agentur für Arbeit zeigt sich nicht nur beim Bewerbertag: „Das ‚Busfahrer-Ausbildungsprojekt‘ von HEAG mobilo und Kreisagentur für Beschäftigung existiert seit über fünf Jahren und erleichtert Menschen einen Einstieg in den Beruf des Busfahrers. Durch diese gemeinsame Initiative sind bereits 32 Arbeitsverträge zustande gekommen“, ergänzt Christel Sprößler, Sozialdezernentin des Landkreises Darmstadt-Dieburg. Bei diesem Programm vermittelt die Agentur Arbeitssuchenden, die sich für den Beruf des Busfahrers interessieren und zuverlässig, pünktlich und engagiert auftreten, Praktika bei dem Darmstädter Verkehrsunternehmen. Verläuft das zweiwöchige Praktikum erfolgreich, trägt die Arbeitsagentur die Kosten für den Busführerschein und die nötigen Qualifizierungen in Höhe von etwa 13.000 Euro.
Gute Zusammenarbeit schafft Chancen
Jochen Reinheimer, Bereichsleiter Markt und Integration des Jobcenters Darmstadt, erklärt: „Formate wie dieser Bewerbertag unterstützen unmittelbar und niedrigschwellig den Übergang in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Gleichzeitig steht dahinter mehr als ein Vermittlungstermin. Busfahrerinnen und Busfahrer leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Wer aus der Arbeitslosigkeit in eine solche Tätigkeit wechselt, gewinnt nicht nur Einkommen, sondern auch Sinn und gesellschaftliche Teilhabe.“
Im Rahmen von Beratungsgesprächen prüfen die Integrationsfachkräfte des Jobcenters Darmstadt, ob eine Tätigkeit als Busfahrer eine geeignete berufliche Perspektive darstellt und welche Voraussetzungen hierfür erfüllt werden müssen. Relevant sind dabei Fahrpraxis, technisches Grundverständnis und soziale Kompetenz im Umgang mit Fahrgästen. Auch Quereinsteiger aus verwandten Berufsfeldern – etwa Transport/Logistik, Handwerk oder dem Sicherheitsbereich – bringen häufig passende Voraussetzungen mit. Bewerber, die beim heutigen Bewerbertag im Gespräch mit der Personalabteilung der HEAG mobilo überzeugen konnten, erhalten im Anschluss die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch.
Niedrigschwelliger Einstieg in das Berufsfeld wichtig
HEAG mobilo Geschäftsführer Arne Rath freut sich über das Interesse am Bewerbertag: „Über 120 Menschen sind heute auf den Betriebshof zu uns gekommen und ich hoffe viele dort in Zukunft auch wiederzutreffen. Es ist schön zu sehen, dass der Beruf des Busfahrers für viele Menschen nach wie vor attraktiv ist“.
Wichtig sind aus Sicht des Verkehrsunternehmens niedrigschwellige Einstiegsmöglichkeiten in den Beruf: „Wer in Deutschland einen Bus fahren will, muss mindestens 21 Jahre alt sein. Bis dahin haben sich aber viele Schulabgänger schon für einen anderen Beruf entschieden“ sagt Johannes Gregor, Geschäftsführer der HEAG mobilo. Die notwendige schriftliche Prüfung stelle hingegen Quereinsteiger aufgrund von Sprachhürden vor eine Herausforderung, denn diese kann nur in Deutsch abgelegt werden.
„Die Menschen wollen Bus und Bahn fahren, weil sie praktisch arbeiten möchten. Für die Kommunikation mit Fahrgästen sind mündliche Sprachkenntnisse wichtig und Voraussetzung. Diese sind aber leichter zu erlangen als schriftliche“, so Johannes Gregor.









