Die Rheinbahn zieht weitere Konsequenzen aus der unabhängigen Aufarbeitung der schweren Straßenbahnunfälle. Externe Sachverständige von TÜV Rheinland, Deloitte und Human Factor Consulting haben technische, menschliche und organisatorische Faktoren untersucht. Die Gutachten zeigen weiteren Handlungsbedarf insbesondere bei der systematischen Erkennung und Bewertung von Risiken, der technischen Absicherung sowie der Ausbildung und Qualifizierung des Fahrpersonals.
Die Rheinbahn hat bereits vor Abschluss der Untersuchungen konkrete Maßnahmen zur Verbesserung der Betriebssicherheit ergriffen. Dazu gehören ein Begegnungsverbot, Weichenvorzugslagen an neuralgischen Stellen und zusätzliche Sicherungen an Weichen. Darüber hinaus wurden Lehrvideos zum sicheren Umgang mit Weichen erstellt, Fahrerassistenzsysteme erprobt, die Betriebsleitung neu besetzt und die bereichsübergreifende Sicherheitssteuerung verstärkt.
Vergleichbare Risikokonstellationen bei mehreren Unfällen
Die Untersuchungen zeigen insbesondere bei den Unfällen in Holthausen im November 2025 und an der Berliner Allee im Mai 2026 vergleichbare Risikokonstellationen. Dabei wirkten technische, menschliche und organisatorische Faktoren zusammen. Zusätzliche technische Sicherheitsbarrieren hätten die Risiken reduzieren können.
Die Gutachter bestätigen, dass bereits nach dem Unfall in Holthausen Untersuchungen und Maßnahmen eingeleitet wurden. Gleichzeitig zeigen sie Verbesserungsbedarf bei der standortübergreifenden Bewertung erkannter Risiken und beim Nachweis der vollständigen Umsetzung und Wirksamkeit einzelner Maßnahmen.
Ob der konkrete Unfall an der Berliner Allee durch frühere Maßnahmen sicher oder mit hoher Wahrscheinlichkeit hätte verhindert werden können, lässt sich auf Grundlage der Untersuchungen nicht nachweisen. Die Gutachten zeigen, dass alle gesetzlichen Rahmenbedingungen eingehalten wurden – es ist jedoch nicht auszuschließen, dass eine frühere und umfassendere Bearbeitung erkennbarer Risiken die Wahrscheinlichkeit vergleichbarer Ereignisse jedoch plausibel hätte reduzieren können.
Aktionsprogramm Betriebssicherheit: Mensch, Technik und Organisation
Die Rheinbahn bündelt im Aktionsprogramm Betriebssicherheit bestehende und neue Maßnahmen zur Umsetzung ihrer Sicherheitsstrategie 2030. Im Fokus stehen die Verbesserung der Ausbildung und Begleitung von Fahrkräften, der Ausbau technischer Schutzsysteme sowie die systematische Auswertung sicherheitsrelevanter Vorfälle. Zudem soll die tatsächliche Wirksamkeit aller Maßnahmen regelmäßig überprüft werden.









