Wie viel Verkehr schafft der Schienenknoten Rhein-Neckar?

Mehr Fahrgäste, mehr Güter auf der Schiene und zugleich höhere
Erwartungen an Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit: Der Schienenknoten Rhein-Neckar muss künftig deutlich mehr leisten. Doch schon heute treffen im Raum Mannheim, Ludwigshafen und Heidelberg zahlreiche Verkehrsströme auf eine überlastete Infrastruktur. Wie kann der Knoten fit für weiteres Wachstum gemacht werden? Darüber tauschten sich der baden-württembergische Landtagsabgeordnete Yannick Veits und Dietmar Maier, Geschäftsbereichsleiter Leistungsangebot der Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH (VRN), bei einem gemeinsamen Termin aus.

Wie komplex die Situation ist, zeigt ein Blick auf das Schienenknotenmodell des VRN. Regionalbahnen, S-Bahnen, Fernverkehr und Güterzüge treffen hier aufeinander und nutzen vielerorts dieselben Gleise und Weichen.

Ein Knoten, viele Abhängigkeiten

Im Mittelpunkt des Gesprächs standen die zunehmende Auslastung des Schienenknotens und die Frage, welche Infrastruktur langfristig erforderlich ist, um einen stabilen Bahnbetrieb zu gewährleisten. Eine Schlüsselrolle spielt dabei der Mannheimer Hauptbahnhof. Ein Tunnel unter dem Hauptbahnhof ist als Verbindung der beiden Neubaustrecken Frankfurt – Mannheim und Mannheim – Karlsruhe bereits angedacht. Nach den derzeitigen Planungen der Deutschen Bahn soll dieser jedoch lediglich vom Güterverkehr sowie von einzelnen Sprinter-ICE genutzt werden, die die Metropolregion ohne Halt durchfahren.

Der VRN fordert deshalb gemeinsam mit der Stadt Mannheim und dem Verband Region Rhein-Neckar mit Nachdruck, die Tunneltrasse mit unterirdischen Bahnsteigen am Mannheimer Hauptbahnhof auszustatten. Damit könnte der Tunnel auch von den ICE-Hauptliniengenutzt werden, die im Deutschlandtakt halbstündlich in Mannheim halten sollen. Aus Sicht der Partner ist dies eine wesentliche Voraussetzung dafür, dass die neue Infrastruktur nicht nur zusätzliche Verkehre aufnehmen kann, sondern zugleich die bestehenden oberirdischen Gleise entlastet und mehr Verbindungen im Nah- und Regionalverkehr ermöglicht.

Neubaustrecken und Knoten als Gesamtsystem denken

Ein weiterer Schwerpunkt des Austauschs lag auf den geplanten Neu und Ausbaumaßnahmen entlang der Zulaufstrecken. Denn die Leistungsfähigkeit des Schienenknotens Rhein-Neckar hängt unmittelbar davon ab, wie gut die einzelnen Projekte ineinandergreifen. Zusätzliche Züge nach Mannheim sind nur dann sinnvoll, wenn Zulaufstrecken und Knotenpunkte aufeinander abgestimmt entwickelt werden.

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