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Kommentar zum Koalitionsvertrag von Thorsten Wagner, Chefreporter Bus und Verkehrspolitik der NahverkehrsPraxis

Es ist vollbracht! Deutschland hat eine neue Regierung, auch wenn diese noch keinen schmissigen „Handelsnamen“ hat wie die Vorgänger-Ampel-Regierung. Aber das braucht es ja auch nicht unbedingt, zumal wenn dieser „Markenclaim“ sehr schnell negativ konnotiert werden kann – siehe eben: Die Ampel! Der Spiegel schlägt heute den Begriff „SchroKo“ für „schwarz-rote Koalition“ vor. Eingängig ist das, wenn auch nicht gerade wohlklingend und vertrauenerweckend!

Verkehrs- und Klimapolitik

In Sachen Verkehrs- und Klimapolitik ist das Echo der Branche entlang der üblichen Fronten gespalten: Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sieht laut seiner ersten Stellungnahme „gute verkehrspolitische Ansätze“ im Koalitionsvertrag von Union und SPD – und appelliert gleichzeitig für eine „schnelle Umsetzung“. VDV-Präsident Ingo Wortmann: „Unsere Forderung an eine neue Bundesregierung war es, der Mobilität in Deutschland endlich wieder eine klare Richtung zu geben. […] Der nun vorliegende Koalitionsvertrag von Union und SPD zeigt viele richtige und notwendige Ansätze.“ Dazu zählt er Punkte auf wie „mehr Investitionen in die Verkehrsinfrastrukturen“, „eine Erhöhung der Regionalisierungsmittel“ und die „Wiederaufnahme der Förderung für klimafreundliche Elektrobusse“, die ja zuletzt sehr zum Missfallen der Branche unerwartet eingestellt wurde. Im 144-seitigen Koalitionsvertrag liest sich das so: „Wir fördern die Flottenumrüstung auf klimaneutrale Busse im ÖPNV“, was man durchaus etwas breiter interpretieren kann als nur mit Elektrobussen – immerhin hat die CDU den Ansatz der Technologieoffenheit von der FDP übernommen, auch wenn sie damit in Sachen Wiederbelebung der Atomkraft bei der SPD vor die Wand gelaufen ist.

Nicht zuletzt die „Finanzierungszusage für den Fortbestand des Deutschlandtickets mindestens bis 2029“ zeige für den VDV, dass die kommende Bundesregierung den Bedarf und die Notwendigkeiten unserer Branche erkannt hat und angehen will.“ Immerhin darf man davon ausgehen, dass nun das Projekt Deutschlandticket, der Negativ-Dauerbrenner der Ampel, endlich zu einem guten Ende kommt – man konnte es zuletzt eigentlich nicht mehr hören. Spannend die Aussage zur Finanzierung des ÖPNV im Vertrag: „Es gilt ein Drei-Säulen-Modell aus Haushaltsmitteln, Nutzerfinanzierung und privatem Kapital, zum Beispiel über öffentlich-private Partnerschaften (ÖPP) in begrenztem Umfang.“

Auch dies eine lange Forderung, wenn nicht des VDV, so doch anderer Player und Experten im Mobilitätsgeschäft – hier darf man auf die Umsetzung gespannt sein. Immerhin gehört das Verkehrsministerium wohl nicht zu den Trophäen der CSU. Man hört ein beredtes Aufatmen landauf, landab.

Nicht unerwartet fasst der Verkehrs-Club Deutschland (VCD) die eher linke Kritik in seinem Statement so zusammen: „In der Verkehrs- und Klimapolitik waren von schwarz-rot keine großen Sprünge zu erwarten. Was jetzt kommt, ist in vielen Aspekten das Gegenteil, nämlich Rückschritte: Klimaschädliche Subventionen bleiben oder werden sogar erhöht, ein Tempolimit wird nicht eingeführt – trotz klarer Vorteile für Sicherheit und Klima und einer Mehrheit in der Bevölkerung. Die gerade erst angehobene Luftverkehrsteuer wird gesenkt und die Pendlerpauschale erhöht. Deutschland soll Autoland bleiben. Kein guter Tag für Verkehrswende und Umweltschutz.“ Trotz alledem ist es ein doch ein guter Tag für Deutschland: Wir haben eine neue Regierung in turbulenten Zeiten, in denen von Rechtaußen ein scharfer Wind weht. Möge sie sich als belastbarer erweisen als ihre Vorgängerin.

Heiterblick ist insolvent

Der mittelständische Spezialanbieter für kundenindividuell gestaltete Stadt- und Straßenbahnen Heiterblick will sich über ein Eigenverwaltungsverfahren sanieren.

Dazu hat die Geschäftsführung beim Amtsgericht Leipzig einen Antrag auf Eröffnung eines Eigenverwaltungsverfahrens gestellt. Das Amtsgericht habe dem Antrag umgehend stattgegeben und sieht damit gute Chancen für eine Sanierung des Leipziger Stadtbahnbauers, teilte das Unternehmen mit. Gegründet wurde Heiterblick vor 100 Jahren im gleichnamigen Leipziger Stadtteil. Auch heute noch ist der Firmensitz in Leipzig. Große Teile der Wertschöpfung entstehen mit Partnern und Lieferanten in Sachsen. Das Unternehmen beschäftigt rund 250 Mitarbeiter.

Ursächlich für die aktuelle Situation des Unternehmens seien die Nachwirkungen der Corona-Krise mit den dadurch verursachten Lockdowns, entstandenen Fehlzeiten und den erforderlichen Organisationsanpassungen. Hinzu kamen die Marktverwerfungen in Folge des russischen Angriffskrieges in der Ukraine. Dieser führte zu geringeren Rohstoffverfügbarkeiten und deutlichen Preiserhöhungen auf der Beschaffungsseite. Im Zusammenwirken mit den aus den gestörten Lieferketten resultierenden Projektverzögerungen wurde es für das Unternehmen immer schwieriger, aus den zum Teil vor der Krise unterzeichneten, langjährig laufenden Aufträgen eine stabile und jederzeit ausreichende Liquidität zu erwirtschaften.

Unternehmen soll zurück auf Wachstumskurs geführt werden

Heiterblick will mit der laufenden Sanierung das Unternehmen auf einen nachhaltigen Wachstumskurs zurückführen. Wichtige Stakeholder haben ihre unverändert hohe Unterstützung im Rahmen der Sanierung zugesagt.
Für drei Monate übernimmt zudem die Bundesagentur für Arbeit die Löhne und Gehälter. Der Geschäftsbetrieb laufe während des Sanierungsverfahrens vollumfänglich und unverändert weiter.

Arthur setzt auf Wachstum: Martin Lischka wird Geschäftsführer

Im Rahmen der Leitmesse für öffentliche Mobilität mobility move ‘25 in Berlin verkündet die Münchener Arthur Holding GmbH, dass sie sich mit Martin Lischka als Geschäftsführer verstärkt.

Mit seiner umfassenden Erfahrung im Bereich Elektromobilität und nachhaltiger H2 Technologien mit vorherigen Stationen bei E-Mobility Spezialisten und innovativen Unternehmen, wie Pininfarina, Quantron sowie der Audi AG wird Lischka für Arthur den ambitionierten Wachstumskurs weiter vorantreiben. Ziel ist die Position des Unternehmens mit seinen deutschen und polnischen Arthur BUS Tochtergesellschaften innerhalb der Mey Group als führenden Tech-Player im internationalen Wasserstoff-Bus-Segment weiter auszubauen.

“Wir sind überzeugt, dass Martin Lischka mit seiner strategischen Weitsicht und seiner Expertise in der Mobilitätsbranche genau der richtige Mann, um Arthur in die Zukunft zu führen” erklärt Gerhard Mey, Hauptgesellschafter der Arthur Holding und Arthur BUS GmbH. “Er wird unsere Vision vorantreiben, innovative Wasserstoff-Lösungen nicht nur für den Busverkehr, sondern auch für die gesamte dazugehörige H2 Technologie und Infrastruktur für Deutschland und darüber hinaus zu etablieren. Mit unseren Aktivitäten möchten wir hier ein Zeichen für ‘Made in Germany’ setzen”

Martin Lischka verfügt über langjährige Erfahrung in der strategischen Unternehmensführung und Skalierung von Unternehmen und internationalen Marken im Bereich emissionsfreier Mobilität. Sein Fokus wird darauf liegen, Arthur mitsamt seinen Gesellschaften als Vorreiter im Wasserstoffbus Markt auf die nächste Stufe zu heben und die Industrialisierung im deutschen und internationalen Markt mit zukunftsweisenden Technologien die nachhaltige Transformation des Verkehrssektors voranzutreiben.

„Ich freue mich darauf, gemeinsam mit unserem Weltklasse-Team die Arthur Unternehmensgruppe als Schlüsselakteur im Zero-Emission-Segment für Busse und als führende 360° – Plattform für nachhaltige Wasserstoff-Technologien zu etablieren,“ so Lischka. „Unsere Mission ist es, eine leistungsfähige und zukunftssichere Wasserstoff-Infrastruktur aufzubauen und damit den emissionsfreien Verkehr maßgeblich voranzutreiben – aus Deutschland heraus, für Europa und global. Der jährliche Marktbedarf liegt allein in der EU+EFTA bei über 40.000 Bussen, mit prozentual zweistelligem Wachstum im Bereich Elektrifizierung und Wasserstoff. Arthur Bus wird in den kommenden Jahren aktiv zu dieser Entwicklung beitragen.“

Arthur sieht sich im Unternehmensverbund als Innovationsmotor und Partner für Kommunen und Verkehrsunternehmen, die auf nachhaltige Mobilität setzen. Mit der Ernennung von Martin Lischka wird dieser Anspruch noch einmal bekräftigt und die strategische Ausrichtung weiter geschärft.

Quelle: Arthur

Deutsche Bahn sieht sich auf Sanierungskurs

Nach einem betrieblich herausfordernden Jahr hat die Deutsche Bahn (DB) das Geschäftsjahr 2024 mit einem operativen Verlust (EBIT, bereinigt) in Höhe von minus 333 Millionen Euro abgeschlossen. Im Vergleich zum Vorjahr konnte der Verlust auch aufgrund von Ausgleichszahlungen des Bundes für Instandhaltungsmaßnahmen in der Infrastruktur um rund 1,8 Milliarden Euro verringert werden. Das Jahresergebnis nach Zinsen und Ertragssteuern betrug minus 1,8 Milliarden Euro (2023: -2,7 Milliarden Euro). Der Umsatz lag mit 26,2 Milliarden Euro (plus 0,4 Prozent) auf Vorjahresniveau.

Alle Zahlen zum Geschäftsjahr 2024 beziehen sich auf die DB ohne die vor dem Verkauf stehende Logistik-Tochter DB Schenker und die im Mai 2024 veräußerte europäische Nahverkehrstochter DB Arriva.

Die wirtschaftliche Entwicklung des DB-Konzerns wurde 2024 vor allem durch den schlechten Zustand der Infrastruktur geprägt. Die betriebliche Qualität mit einer Pünktlichkeit im Fernverkehr von 62,5 Prozent (2023: 64,0 Prozent) führte zu zusätzlichen Ergebnisbelastungen. Negativ ausgewirkt haben sich auch die Streiks der Lokführergewerkschaft GDL im ersten Quartal 2024 sowie insbesondere im Schienengüterverkehr die schwache Konjunktur. Rund 1,9 Milliarden Reisende nutzten 2024 die Züge der DB – ein Plus von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Die Verkehrsleistung im Schienenpersonenverkehr stieg um 2,1 Prozent auf rund 85 Milliarden Personenkilometer, getrieben durch das Deutschlandticket im Regionalverkehr.

Seit der zweiten Jahreshälfte 2024 setzt die DB das Gesamtprogramm S3 zur strukturellen Sanierung von Infrastruktur, Betrieb und Wirtschaftlichkeit bis 2027 um, mit dem Ziel, die Leistungsfähigkeit der Schiene wiederherzustellen, das Kundenerlebnis deutlich zu verbessern und wieder schwarze Zahlen zu schreiben.

„Um diese Krise zu überwinden, haben wir mit S3 ein umfassendes Programm zur Sanierung von Infrastruktur, Betrieb und Wirtschaftlichkeit gestartet. Die ersten Ergebnisse zeigen: Mutige, neue Ansätze und eine disziplinierte Umsetzung zahlen sich aus. Die Sanierung der Riedbahn war erfolgreich und wir konnten erstmals den weiteren Verfall der Anlagen stoppen. Damit haben wir den Turnaround eingeleitet.“

Dr. Richard Lutz, Vorstandsvorsitzender Deutsche Bahn AG

Größte Krise seit der Bahnreform

„Die Deutsche Bahn befindet sich in der größten Krise seit der Bahnreform. Wir sind in wesentlichen Bereichen weit weg von dem, was wir uns vorgenommen haben und was unsere Kunden von uns erwarten“, sagte der Vorstandsvorsitzende Dr. Richard Lutz. „Um diese Krise zu überwinden, haben wir mit S3 ein umfassendes Programm zur Sanierung von Infrastruktur, Betrieb und Wirtschaftlichkeit gestartet. Die ersten Ergebnisse zeigen: Mutige, neue Ansätze und eine disziplinierte Umsetzung zahlen sich aus. Die Sanierung der Riedbahn war erfolgreich und wir konnten erstmals den weiteren Verfall der Anlagen stoppen. Damit haben wir den Turnaround eingeleitet.“

Auf Basis der deutlich erhöhten Bundesmittel hat die DB 2024 die Rekordsumme von rund 18,2 Milliarden Euro investiert, hauptsächlich in die Infrastruktur. Die eigenfinanzierten Netto-Investitionen im Systemverbund Bahn stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 11,3 Prozent auf insgesamt 5,9 Milliarden Euro.

Ergebnisse im Kerngeschäft

Die Infrastrukturgesellschaft DB InfraGO hat im Dezember 2024 mit der Komplett-Sanierung der Riedbahn zwischen Frankfurt und Mannheim die erste Generalsanierung im hochbelasteten Streckennetz im Zeitplan abgeschlossen. Die Betriebsleistung auf dem deutschen Streckennetz ist vor allem wegen der massiven Bautätigkeit leicht um 1,3 Prozent auf 1,1 Milliarden Trassenkilometer gesunken. Der Umsatz der InfraGO stieg gegenüber dem Vorjahr leicht um 4 Prozent auf rund 8,1 Milliarden Euro. Aufgrund höherer Bundesmittel ist das bereinigte EBIT 2024 mit 226 Millionen Euro wieder positiv (2023: rund -1,2 Milliarden Euro).

Im Fernverkehr führte die niedrigere Pünktlichkeit, verursacht durch die störanfällige Infrastruktur, baubedingte Einschränkungen und Streiks im Vergleich zum Vorjahr zu 3 Prozent weniger Verkehrsleistung (44,1 Milliarden Personenkilometer). Der Umsatz sank gegenüber dem Vorjahr um rund 50 Millionen Euro. Der operative Verlust stieg trotz Gegenmaßnahmen im Vergleich zu 2023 von minus 43 auf minus 96 Millionen Euro. Die Fernverkehrsflotte wurde 2024 weiter modernisiert, unter anderem mit der Auslieferung der letzten von insgesamt 137 neuen ICE 4-Zügen. Die Kundenzufriedenheit konnte trotz der schwierigen betrieblichen Bedingungen stabil gehalten werden.

Bei DB Regio hat sich die wirtschaftliche Lage verbessert. Die Verkehrsleistung stieg auch dank des Deutschlandtickets um 7,7 Prozent auf 46,9 Milliarden Personenkilometer. Der Umsatz wuchs um 5,9 Prozent. Beim operativen Ergebnis schrieb DB Regio 2024 mit 108 Millionen Euro nach einem Verlust im Vorjahr wieder einen deutlichen Gewinn.

DB Cargo setzte 2024 die umfassende Transformation fort. Belastend wirkten konjunkturbedingte Nachfragerückgänge aus energieintensiv produzierenden Branchen wie der Automobil- und Stahlindustrie sowie bei intermodalen Verkehren. DB Cargo beförderte 2024 rund 180 Millionen Tonnen Güter. Das sind 9 Prozent weniger als im Vorjahr. Die Verkehrsleistung sank um 7,9 Prozent auf rund 68,5 Millionen Tonnenkilometer. Der Umsatz bei DB Cargo fiel 2024 um 3,2 Prozent niedriger aus als im Vorjahr.

Durch die Sanierungsmaßnahmen verbesserte DB Cargo das bereinigte EBIT um 140 Millionen Euro deutlich, blieb aber mit einem operativen Verlust von 357 Millionen Euro weiter wirtschaftlich stark unter Druck. Nachdem die EU-Kommission im November 2024 das Beihilfeverfahren gegen die Bundesrepublik Deutschland zur DB Cargo AG unter Auflagen beendet hat, muss die Güterbahn der DB bis Ende 2026 profitabel werden.

Aufgrund des erwarteten Verkaufs wird DB Schenker seit 2024 im Integrierten Bericht genauso wie DB Arriva als nicht fortgeführter Geschäftsbereich ausgewiesen. Die Vorjahreswerte wurden zur Vergleichbarkeit entsprechend angepasst. Der Abschluss des Schenker-Verkaufs wird nach Erhalt aller regulatorischer Genehmigungen in diesem Jahr erwartet. DB Schenker hat 2024 erneut mehr als eine Milliarde Euro operativen Gewinn (EBIT, bereinigt) erwirtschaftet.

Finanzvorstand Holle: Schenker-Verkauf wird Verschuldung senken

„Der Schenker-Verkauf wird unsere Verschuldung und Zinslasten reduzieren. Damit können wir uns besser auf unsere Kernaufgabe, die Eisenbahn, konzentrieren“, sagte DB-Finanzvorstand Dr. Levin Holle.

Die Netto-Finanzschulden der DB sind per 31. Dezember 2024 im Vergleich zum Vorjahresende um 1,4 Milliarden Euro auf 32,6 Milliarden Euro gesunken. Mit dem Verkauf von DB Arriva und DB Schenker konzentriert sich die DB auf ihr Kerngeschäft in Deutschland. Die Anzahl der Beteiligungen wird damit im Vergleich zu 2023 um über 60 Prozent reduziert. Mit kurz- und mittelfristigen Gegensteuerungsmaßnahmen konnte die DB 2024 über eine Ausgabensteuerung 300 Millionen Euro Sachaufwand einsparen. Zusätzlich wurde der Personalbestand in den Bereichen Vertrieb und Verwaltung um rund 1.000 Beschäftigte verringert. Bis Ende 2027 soll die Zahl der Mitarbeitenden im Vergleich zu 2024 vor allem in der Verwaltung um rund 10.000 gesenkt werden.

Auch auf dem Weg zur Klimaneutralität hat die DB im Jahr 2024 Fortschritte gemacht. Der Anteil der Erneuerbaren Energien am Bahnstrommix erhöhte sich von 68,0 Prozent (2023) auf 69,8 Prozent (2024). Gleichzeitig sanken die absoluten Treibhausgasemissionen um 17,9 Prozent von 12,3 Millionen Tonnen CO2e (2023) auf 10,1 Millionen Tonnen CO2e (2024). Die Klimaschutzziele der DB wurden im März 2025 von der international renommierten und wissenschaftlich anerkannten Science Based Targets initiative (SBTi) überprüft und zertifiziert.

Ausblick

Im laufenden Jahr konzentriert sich die DB darauf, ihre Sanierungsziele im Rahmen von S3 zu erreichen und operativ besser zu werden. Die bereits sehr hohen Investitionen vor allem in eine leistungsfähigere Infrastruktur sollen erneut steigen. Die DB erwartet 2025 Brutto-Investitionen gemeinsam mit dem Bund in Höhe von mehr als 20 Milliarden Euro. Die eigenfinanzierten Netto-Investitionen werden laut Prognose auf mehr als sechs Milliarden Euro anwachsen.

In der Säule Infrastruktur folgen nach der Inbetriebnahme der Riedbahn im Dezember 2024 die Generalsanierungen hochbelasteter Strecken zwischen Hamburg und Berlin sowie Emmerich und Oberhausen. In der Säule Betrieb führt die DB ein neues Baustellen-Management flächendeckend fort: das vertaktete Bauen, bei dem aktuell rund 80 Prozent der Instandhaltungsarbeiten in feste Baufenster im Fahrplan eingeplant werden. Im Fernverkehr sollen die technischen Störungen an Fahrzeugen 2025 weiter erheblich verringert werden. Mit diesen Maßnahmen soll die Pünktlichkeit im Fernverkehr in diesem Jahr in einem Korridor von 65 bis 70 Prozent liegen. Für mehr Wirtschaftlichkeit treibt die DB unter anderem den Personalabbau insbesondere in der Verwaltung voran.

Beim Umsatz rechnet die DB 2025 mit einem Anstieg auf mehr als 27 Milliarden Euro. Beim operativen Ergebnis (EBIT, bereinigt) erwartet der DB-Konzern die Rückkehr in die Gewinnzone. Die Netto-Finanzschulden sollen auf 26 bis 28 Milliarden Euro sinken.

Alle Prognosen sind unter anderem abhängig von der unsicheren geopolitischen Lage und dem Zufluss von Bundesmitteln, insbesondere auch für Instandhaltungsmaßnahmen in der Schieneninfrastruktur.

DILAX Roadshow: Daten, Prognosen, Perspektiven

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💡 Aufbau einer Datenplattform: Digitale Transformation, Automatisierung und Kundenzentrierung im ÖPNV

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Mit dem HanseCom Jobticket Portal einfach & schnell zum Jobticket: Die digitale Lösung für den effizienten Jobticket-Vertrieb

Das HanseCom Jobticket Portal ist eine zeitsparende All-in-One-Lösung für den digitalen Vertrieb des Deutschlandticket Jobtickets. Sie wurde speziell auf die Anforderungen von Firmenkunden und deren Mitarbeitenden abgestimmt. Verkehrsunternehmen können damit neue Zielgruppen erschließen, mehr Tickets verkaufen und gleichzeitig ihre Mitarbeitenden entlasten.

Lernen Sie in kostenlosen Webinaren das HanseCom Jobticket Portal kennen und profitieren Sie von Best Practices für den digitalen Jobticketvertrieb:

Themen der Webinarreihe im Überblick:

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  • Mobilitätsbudgets: Einfach und schnell zum Jobticket… und weiter bis zum betrieblichen Mobilitätsmanagement
  • Jobticket Portal einführen: So gehen Sie es an!

Das erste Webinar gibt Ihnen einen Überblick über die digitale Jobticket-Lösung von HanseCom:

„Einfach und schnell zum Jobticket: Prozesse digitalisieren, neue Zielgruppen erschließen, mehr Tickets verkaufen“ – Webinar am 1. und 9. April

Die Zukunft der Mobilität im ländlichen Raum

Im ländlichen Raum stehen wir vor der Herausforderung, den öffentlichen Nahverkehr flexibler und nachhaltiger zu gestalten. Lückenhafte Fahrpläne und die hohe Abhängigkeit vom Auto prägen das Bild. Gleichzeitig machen wirtschaftliche Zwänge klassische Linienverkehre oft unrentabel. Hier setzt MoPla an: mit einer intelligenten Plattform, die Linienbusse, Rufbusse, On-Demand-Shuttles und Mietwagen effizient kombiniert. So entsteht ein flexibles, wirtschaftlich tragfähiges Angebot, das per App oder Telefon gebucht wird und somit die individuellen Bedürfnisse abdeckt.

Gemeinsam mit Kommunen, Verkehrsunternehmen und Partnern treibt MoPla die Mobilitätswende voran – pragmatisch, innovativ und zukunftsorientiert.

Fokus E-Mobility

KIEPE präsentiert auf der mobility move neue Powertrain-Lösungen und den modularen k.Charger Baukasten für moderne ÖPNV-Betriebe.

  • Die weiterentwickelten Powertrain-Komponenten für E-Busse mit bis zu 36 Meter Länge: Für Batterie-Busse präsentiert KIEPE gemeinsam mit türkischen Fahrzeughersteller BMC unsere Traktionslösung KIEPE Traction Inverter (KTI) anhand des BMC PROCITY+ 12 EV. 
  • Für Oberleitungsbusse: mit nur 2 Komponenten lassen sich Batterie-Busse in IMC® E-Busse effizient umbauen.
  • Die modularen Ladeinfrastruktur-Lösungen für Depots von Verkehrs- und Logistikbetrieben. k.Charger ist ein Baukastensystem, das eine flexible und raumsparende Aufstellung der Ladesysteme erlaubt. Perfekt geeignet auch für bestehende Depots.

KIEPE ist am Stand 41. Wir freuen uns auf Ihren Besuch!

5. NRW-Mobilitätsforum in Gelsenkirchen

Die drei nordrhein-westfälischen SPNV-Aufgabenträger Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR), go.Rheinland und Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) laden am 8. Mai 2025 zum 5. NRW-Mobilitätsforum ein. Teilnehmende erwartet ein interessanter Tag mit fachlichem Austausch zwischen Wissenschaft, Wirtschaft und Politik, branchenübergreifenden Impulsen und einem prominent besetzten Podium. Die Veranstaltung widmet sich dabei den zentralen Themen der Mobilitäts- und Nahverkehrsbranche: beispielsweise einem zukunftsfähigen Schienenpersonennahverkehr, einem leistungsstarken Verkehrssystem, das verschiedene Verkehrsmittel zu inter- und multimodalen Wegeketten kombiniert, der Zukunft des DeutschlandTickets und den anstehenden verkehrspolitischen Herausforderungen nach der Bundestagswahl.

CO2-Ausstoß: Verkehrssektor weit von Zielen entfernt

Der Verkehrssektor hat auch im Jahr 2024 die zulässigen Höchstwerte für den CO2-Ausstoß deutlich überschritten. Die Schere zwischen den gesetzlich zulässigen Werten und den tatsächlich emittierten Treibhausgasen geht seit Jahren immer weiter auseinander. Das zeigen die am Freitag veröffentlichten Zahlen des Umweltbundesamts. Die Allianz pro Schiene fordert von der nächsten Bundesregierung, das Problem entschieden anzugehen und bei den geplanten Investitionen in die Verkehrsinfrastruktur klimaschonende Mobilität zu priorisieren.

Im Jahr 2024 hat der Verkehrssektor in Deutschland 143 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente ausgestoßen. Das bedeutet, es wurden 18 Millionen Tonnen mehr Treibhausgase in die Luft abgegeben als gesetzlich zulässig. „Das ist die größte Zielverfehlung der vergangenen Jahre“, sagt der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene, Dirk Flege. „Deshalb ist es ganz entscheidend, dass schon jetzt während der Koalitionsverhandlungen die richtigen Weichen gestellt werden: Mehr Investitionen in die Schiene schaffen Kapazitäten für mehr Verlagerung und bedeuten auch mehr Klimaschutz.“ Das gemeinnützige Verkehrsbündnis appellierte an die Fraktionen im Bundestag, beim geplanten Sondervermögen für die Infrastruktur an einem Strang zu ziehen und gemeinsam eine klare Linie festzulegen: „Wer die Klimaziele ernst nimmt, darf bei der Schiene nicht nur das bestehende Netz sanieren. Genauso wichtig ist es, Strecken neu- und auszubauen. Beim Straßennetz geht es dagegen klar um die Sanierung und nicht um einen Ausbau der Kapazitäten. Denn wer immer mehr Autobahnen baut, erntet auch mehr Straßenverkehr und verschärft das CO2-Problem des Verkehrssektors nur noch.“

Potenziale für klimaschonenderen Verkehr ausschöpfen

Flege forderte von der nächsten Bundesregierung, weitere Maßnahmen zu treffen, damit deutlich mehr Verkehr von der Straße auf die Schiene verlagert werden kann. „Auch hier spricht die Klimabilanz für sich, denn ein Güterzug stößt acht Mal weniger Treibhausgase pro Tonnenkilometer aus als ein Lkw. Der Bund muss jetzt für faire Wettbewerbsbedingungen sorgen, die mehr Verlagerung unterstützen. Das bedeutet: Die extrem gestiegenen Trassenpreise auf der Schiene müssen kurzfristig reduziert werden. Außerdem sollte die Verknüpfung der Verkehrsträger im Güterverkehr vorangebracht werden. Dazu sollte der Kombinierte Verkehr weiter ausgebaut, aber auch die Förderung von Gleisanschlüssen vereinfacht werden. Dann wird der Wechsel auf die Schiene für noch mehr Unternehmen attraktiv.“

Auch im Personenverkehr gelte es die richtigen Weichen zu stellen, damit mehr Menschen auf die Schiene umsteigen. Die Menschen seien dazu bereit: In den vergangenen Jahren ist ein steigender Marktanteil des Schienenpersonenverkehrs zu verzeichnen, der sich inzwischen auf 11,4 Prozent beläuft. Dirk Flege: „Neben einer resilienten und leistungsfähigen Schieneninfrastruktur muss die nächste Bundesregierung den Menschen in Deutschland eine klare Perspektive für das Deutschlandticket geben. Am Ende der Sondierungsgespräche steht hier leider noch ein Fragezeichen. Ziel der Koalitionsverhandlungen muss sein, dass das Deutschlandticket langfristig finanziell abgesichert wird und kein Ablaufdatum mehr hat. Auch das ist dann nämlich ein entscheidender Beitrag zu einer besseren Klimabilanz,“ so Flege.