"Dieses blöde Ding!" – Solche Aussprüche hört man häufiger, wenn man am Bahnhof neben einem Fahrkartenautomaten steht oder ein ÖPNV-Nutzer hilflos auf seine Fahrkarten-App starrt. Ticketkäufer haben oftmals Schwierigkeiten, erfolgreich an ihre Fahrkarte zu gelangen. Verschiedene Projekte sollen Abhilfe schaffen und Kunden einfach und intuitiv zum gewünschten Ergebnis lotsen. Die KVB hat zum Beispiel mehr als 11 Millionen Euro investiert und testet nun neue Automaten, die mit verbesserter Touch-Funktion, neuen Bediensprachen und integriertem Barcode-Scanner den Ticketkauf vereinfachen. In Ungarn geht man dagegen gleich aufs Ganze und verlegt das Ticketingsystem des ÖPV in die Cloud. Wie das funktioniert und welche Erfahrungen die KVB bisher gesammelt hat, lesen Sie in der aktuellen Nahverkehrs-praxis.
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Familienfreundlicher Arbeitgeber: KVB erneut mit Zertifikat ausgezeichnet
Die Kölner Verkehrs-Betriebe (KVB) haben die Re-Auditiertung im Programm "Beruf und Familie" bestanden und wurden somit erneut für ihre strategisch angelegte familien- und lebensphasenbewusste Personalpolitik ausgezeichnet. Vorausgegangen ist ein Audit, mit dem die Ziele und Umsetzung von Maßnahmen zur Vereinbarkeit von beruflichen Aufgaben und familiären Verpflichtungen geprüft wurden. Bereits 2012 hat die KVB das erste Audit bestanden. Die praktische Umsetzung wird von der berufundfamilie Service GmbH jährlich überprüft.
Home Office, flexible Arbeitszeiten und Eltern-Kind-Büro
Die Beschäftigten bei der KVB können von den familienbewussten Maßnahmen profitieren. Das Angebot umfasst unter anderem die Möglichkeit – abhängig von der konkreten Tätigkeit – einen Teil der Arbeitsleistung von zu Hause zu erbringen. Flexible Arbeitszeiten und die Berücksichtigung von Arbeitszeitwünschen stellen sicher, dass die Mitarbeiter die Anforderungen von Beruf und Familie vereinbaren können. Auch ein Eltern-Kind-Büro hat die KVB eingerichtet. Bis zur nächsten Re-Auditierung in drei Jahren plant die KVB die Ausarbeitung weiterer Maßnahmen.
Insgesamt erhielten aktuell bundesweit 297 Arbeitgeber die Auszeichnung, hierunter 163 Unternehmen. Die KVB gehört zu den 103 Arbeitgebern, die bereits zum zweiten Mal ausgezeichnet wurden.
Saarländischer Landtag verabschiedet ÖPNV-Gesetz
Der ÖPNV im Saarland soll von einem Tarif- zu einem Verkehrsverbund weiter entwickelt werden, berichtet die Welt. Grundlage ist ein neues ÖPNV-Gesetz, dass der saarländische Landtag am Mittwoch mit den Stimmen der großen Koalition von CDU und SPD auf den Weg gebracht habe, so die Zeitung weiter. Kritik kommt von der Opposition schreibt die Saarländische Rundschau, die Gegner bemängelten, dass all das zu spät komme und nicht genügend ausgearbeitet sei. Mehr Informationen finden Sie hier (Welt) und hier (SR).”
Neuausrichtung bei HanseCom
Zum 1. Mai 2016 haben die Siemens AG und Hamburger Hochbahn AG die Sparte ÖPNV Vertriebslösungen der HanseCom Gesellschaft für Informations- und Kommunikationsdienstleistungen mbH ausgegliedert und eine neue Tochtergesellschaft – die „HanseCom Public Transport Ticketing Solutions GmbH“ – gegründet.
HandyTicket Deutschland und PTnova im Fokus
Die HanseCom Public Transport Ticketing Solutions GmbH mit Sitz in Hamburg fokussiert die Leistungen und Lösungen rund um die Produkte „HandyTicket Deutschland“ und „PTnova“ und stellt die Kernkompetenz – IT-Vertriebslösungen im ÖPNV – in den Mittelpunkt. Die Rechenzentrums- und Betriebsleistungen verbleiben bei der HanseCom Gesellschaft für Informations- und Kommunikationsdienstleistungen mbH.
Anteile bei Siemens AG und Hamburger Hochbahn AG
Die Gesellschaftsanteile der HanseCom Public Transport Ticketing Solutions GmbH liegen zu 74 Prozent bei der Siemens AG und zu 26 Prozent der Hamburger Hochbahn AG. Martin Timmann und Michael Liebermann führen die neue Gesellschaft als Geschäftsführer. „Wir freuen uns sehr, Teil der neuen Gesellschaft zu sein. Durch die Fokussierung auf die ÖPNV-Branche können wir unsere IT-Leistungen weiter stärken und unseren Kunden künftig einen noch besseren Service bieten“, betont der Geschäftsführer Martin Timmann.
Einführungstermin für den WestfalenTarif beschlossen
Der WestfalenTarif soll zum 1. August 2017 kommen: Schon seit 2012 laufen die vorbereitenden Arbeiten für einen der flächengrößten Nahverkehrstarife in Deutschland auf vielen Ebenen. Der WestfalenTarif wird die fünf heutigen regionalen Tarife ablösen. Wo heute noch „Münsterland-Tarif“, „Ruhr-Lippe-Tarif“, die Tarife „Sechser“, „Hochstift“ und „Westfalen Süd“ gelten, soll dann der neue WestfalenTarif für mehr Kundenfreundlichkeit sorgen. Auch der NRW-Tarif – bisher bei längeren Reisen zwischen den fünf Tarifen nötig – wird dann innerhalb Westfalen-Lippe durch den neuen Tarif ersetzt; es existiert dann nur noch ein Tarif für Bus und Bahn.
Vorhandenen Tarife werden vereinheitlicht
Die vorhandenen Tarife in Westfalen-Lippe werden vereinheitlicht und die Tarifübergänge kundenfreundlicher gestaltet. Für jede Verbindung gibt es eine eindeutig zugeordnete Preisstufe – jeweils abhängig von der Entfernung Start-Ziel. In Westfalen-Lippe gelten zukünftig für das gemeinsame Sortiment, wie bspw. MonatsTicket, TagesTicket, dieselben Tarifbestimmungen. Neu eingeführt wird zum 01. August 2017 auch ein 60plusAbo, welches in ganz Westfalen-Lippe gelten wird.
Online-Verkauf und Handyticket für WestfalenTarif in Vorbereitung
Der WestfalenTarif wird der zweitgrößte deutsche Nahverkehrstarif auf einer Fläche von knapp 20.000 Quadratkilometern mit 7,2 Millionen Einwohnern. Über 60 Verkehrsunternehmen aus der Region sorgen für einen stabilen Nahverkehr.Die Einführung haben alle am WestfalenTarif beteiligten Organisationen beschlossen, die zudem Gesellschafter der WestfalenTarif GmbH werden sollen: der Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL), der als Zweckverband den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) in Westfalen bestellt und finanziert, sowie die Tariforganisationen, in denen die Verkehrsunternehmen und die Aufgabenträger vertreten sind: OWL Verkehr GmbH, Tarifgemeinschaft Münsterland/Ruhr-Lippe, Verkehrsgemeinschaft Westfalen-Süd sowie Verbundgesellschaft Paderborn/Höxter mbH.
Bis zur Einführung im Sommer 2017 werden noch die technischen Voraussetzungen für Verkauf, Kontrolle und Verwaltung geschaffen werden. Die Projektverantwortlichen setzen dabei auch auf neue Techniken, wie z. B. den Online-Verkauf und das Handyticket.
Quelle: NWL
EU-Index: Deutsches Schienennetz mager finanziert
Während viele europäische Länder ihre Schienennetze fit für die Zukunft machen, steckt Deutschland seit Jahren zu wenig Geld in seine Eisenbahninfrastruktur. Im Vergleich mit ausgewählten europäischen Ländern erreicht Deutschland auch 2015 nur einen der hinteren Ränge im Europa-Invest-Ranking. Nach einer Studie der Allianz pro Schiene und der Unternehmensberatung SCI Verkehr kommen die wichtigen europäischen Wirtschaftsnationen auf folgende Pro-Kopf-Summen bei ihren staatlichen Investitionen in die Schieneninfrastruktur: Spitzenreiter Schweiz gab 383 Euro pro Bürger aus, gefolgt von Österreich mit 192 Euro pro Einwohner.
Netzausbau brummt auch in Schweden und GB
Beide Alpenländer stecken seit Jahren höhere Summen in ihre Schienennetze als in ihre Straßeninfrastruktur. Doch auch in anderen europäischen Ländern brummt der Netzausbau: Schweden investiert 177 Euro pro Bürger, Großbritannien lässt sich sein Netz 152 Euro kosten und die Niederlande wenden 141 Euro auf. Italien gibt 72 Euro für die Ertüchtigung der Schiene aus, während Deutschland mit 56 Euro pro Bundesbürger den großen Abstand zu potenten Ländern in Europa weiterhin nicht aufholt. Unter den betrachteten Ländern investierten im Jahr 2015 lediglich Spanien (36 Euro pro Kopf) und Frankreich (37 Euro) weniger in ihre Eisenbahninfrastruktur als Deutschland.
bdo präsentierte sich auf der „YOU“ mit Bus-Fahrsimulator
Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer (bdo) hat seine Nachwuchskampagne „Beweg was – werd Busfahrer!“ mit einem neuen Messestand und einem Bussimulator auf der Leitmesse für Jugendkultur, der YOU, in Berlin präsentiert. „Wir können eine positive Bilanz ziehen. Zahlreiche junge Menschen suchten das Gespräch mit uns und nutzten die Chance, mit dem Bussimulator erste Erfahrungen als Pilot der Straße zu sammeln“, sagte bdo-Präsident Wolfgang Steinbrück am Montag in Berlin. „Mit dem neuen Messestand können die bdo-Mitglieder künftig auch in der Region Werbung für den Busfahrerberuf machen.“
Steinbrück erinnerte daran, dass zurzeit 2000 Busfahrer fehlen, die sofort eingestellt werden könnten. „In den nächsten Jahren scheiden etwa 10 000 ältere Busfahrer aus dem Berufsleben aus“, sagte Steinbrück. Informationen zur bdo-Initiative gibt es unter werd-busfahrer.de.
Neue Tickets verbessern Mobilität ins Elsass
Mit einem neuen Ticketangebot können Kunden des Karlsruher Verkehrsverbunds (KVV) zukünftig an Wochenenden und Feiertagen die Regionalbahnen und -busse im nördlichen Elsass nutzen. Möglich macht dies eine Kooperation zwischen dem KVV, der Verkehrsverbund Rhein-Neckar GmbH, dem Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Süd (ZSPNV) und den französischen Partnern, der staatlichen französischen Eisenbahngesellschaft SNCF und der Région Alsace Champagne-Ardenne Lorraine.
Mit dem TicketPlus Alsace können KVV-Kunden samstags, sonntags und feiertags alle Züge des Regionalverkehrs im Département Bas-Rhin nutzen. Die Ergänzungskarte gilt ab dem 01.12.2016 in Kombination mit den KVV-Fahrscheinen Regiosolo, Regioplus, KombiCard, Karte ab 65 und Firmenkarte bei der Anreise ins Elsaß via Wörth – Lauterbourg oder via Winden – Wissembourg.
Neben den Zügen des Regionalverkehrs können mit dem Anschlussfahrschein auch die Busse des Regionalverkehrs (Cars TER) genutzt werden, die im Nordelsass insbesondere zwischen Haguenau/Hagenau und Niederbronn-les-Bains/Bad Niederbronn verkehren.
Erhältlich ist das TicketPlus Alsace ab Dezember an den Fahrkartenautomaten im KVV-Gebiet.
Testfeld für autonomes Fahren in Karlsruhe
Das baden-württembergische Verkehrsministerium hat am 7. Juli seine Entscheidung bekanntgegeben, dass ein Testfeld zum vernetzten und automatisierten Fahren in Karlsruhe – mit Anbindung nach Bruchsal und Heilbronn – gebaut werden soll. Für den Aufbau eines solchen Testfelds hatte sich unter der Leitung des FZI Forschungszentrums Informatik ein Konsortium aus der Stadt Karlsruhe, dem Karlsruher Institut für Technologie, der Hochschule Karlsruhe – Technik und Wirtschaft, dem Fraunhofer-Institut für Optronik, Systemtechnik und Bildauswertung IOSB und den Städten Bruchsal und Heilbronn sowie aus weiteren assoziierten Partnern um die Fördergelder des Landes Baden-Württemberg für die Einrichtung eines solchen Testfelds beworben. Das Konsortium wird mit dem Aufbau des Testfeldes noch in diesem Jahr beginnen.
Klar neuer Vorsitzender Spurwerk NRW
Der Vorstand und Arbeitsdirektor der Rheinbahn, Klaus Klar, ist am Donnerstag (7. Juli 2016) von den anderen Vorständen von Nahverkehrsunternehmen in Nordrhein-Westfalen in Düsseldorf zum neuen Vorsitzenden des Spurkwerks NRW gewählt worden. Er tritt damit die Nachfolge des früheren Vorstandssprechers der Rheinbahn, Dirk Biesenbach, an, der den Konsortiums-Vorsitz seit dessen Gründung im Jahr 2007 innehatte. Klaus Klar (56) ist seit 40 Jahren bei der Rheinbahn und seit 2010 in deren Vorstand.

