HÜBNER baut „grüne“ Fabrik im indischen Bangalore

Die HÜBNER-Gruppe erweitert ihre Produktionskapazitäten in Indien. Seit September 2021 errichtet das Unternehmen nahe Bangalore ein modernes Niedrigenergie-Gebäude mit Produktions-, Verwaltungs- und Logistiktrakt, das Ende 2022 fertiggestellt sein soll. HUBNER India produziert Wellenbälge und Übergangssysteme für Schienenfahrzeuge.

„Vom Ausbau unseres indischen Standorts versprechen wir uns lokale wie gruppenweite Vorteile“, erklärt HÜBNER-Geschäftsführer Helge Förster. „Bangalore stärkt unser globales Produktionsnetzwerk, weil wir so mehr Schlagkraft auf den Zukunftsmärkten Indien und Asien bekommen. Darüber hinaus wird das Werk dank niedriger Produktionskosten andere Unternehmensstandorte unterstützen.“

Zu den aktuellen Großprojekten zählen die Metros der Metropolen Bangalore, Mumbai, Delhi und Sydney. Zudem hat HUBNER India den wichtigen Auftrag für den Vande Bharat Express (Train 18) von Indian Railways gewonnen. In den kommenden Jahren wird der Großteil dieser neuen Züge also mit Übergangssystemen von HÜBNER ausgestattet sein.

Das neue Werk trägt intern den Projektnamen „Namma Factory“ (deutsch: Unsere Fabrik) und ist als „grüne“ Fabrik konzipiert. Hierzu hat HÜBNER das auf umweltfreundliches Bauen spezialisierte indische Unternehmen LEAD beauftragt. Auf der Baustelle wird so wenig Erdreich wie möglich bewegt, außerdem kommen nachhaltige Materialien und lokale Firmen zum Einsatz. Auch bei der Gebäudeversorgung wird auf Umwelt- und Klimaschutz Wert gelegt: Solarpanels liefern Energie, Regenwasser wird genutzt und Abwasser in einer eigenen Kläranlage aufbereitet.

„Der neue Standort verschafft uns neue Möglichkeiten für die wichtigen Märkte in Indien und Asien“, so Kai Mentel, Leiter des Geschäftsbereichs Mobility Rail. Geplant ist die Zahl der Beschäftigten von derzeit 50 mittelfristig nach der Fertigstellung des neuen Werks auf etwa 125 zu steigern. Insgesamt investiert die HÜBNER-Gruppe rund sieben Millionen Euro. Die bisher genutzten Räumlichkeiten waren angemietet und zu klein geworden.

Für die Erweiterung hatte HÜBNER 2016 in Nelamangala bei Bangalore ein 38.000 Quadratmeter großes Grundstück erworben. Der Neubau wird eine Gesamtfläche von 8.200 Quadratmetern haben, davon 6.500 für die Produktion. Zum Vergleich: Am alten Standort wurde auf nur 700 Quadratmetern produziert. Neben Näh- und Montageschritten werden erstmals auch komplexe Metallarbeiten möglich sein, darunter CNC-Fräsen, Biegen und Schweißen.

„Mit einem eigenen Standort, der genau auf unsere Bedürfnisse zugeschnitten ist, können wir den Markt besser, flexibler und zuverlässiger bedienen“, sagt Uwe Sperber, Standortleiter von HUBNER India.

Quelle: HÜBNER

kooky und SBB bauen Kooperation aus

Ab Juli wird sukzessive an 30 Schweizer Bahnhöfen das nachhaltige Mehrwegsystem des Zürcher Start-ups kooky eingeführt. Die Mehrweglösung von kooky bietet eine Alternative für den Coffee2Go Einwegbecher. Das Start-up aus der Schweiz entwickelte 2021 das erste smarte Mehrwegsystem mit eigener digitaler Rückgabe-Infrastruktur.
Den Anfang machen die Bahnhöfe im Großraum Zürich und Basel. Anschließend folgen die Bahnhöfe in Bern, St. Gallen und bis zum Sommer 2023 die weiteren Bahnhöfe. An diesen Bahnhöfen werden DropOff-Stationen für die Rückgabe der wiederverwertbaren kooky Becher platziert.

Für Bruno Ulrich, Produktmanager bei der SBB, passt kooky sehr gut zum Nachhaltigkeitsengagement des Unternehmens: «Dank der Zusammenarbeit mit kooky ermöglichen wir unseren Kund:innen im Bahnhof die Nutzung einer ökologischen Alternative zum Einwegbecher.»

Täglich landen weltweit 1,6 Milliarden Coffee2Go-Einwegbecher im Müll. Die drei kooky-Gründer Torge Barkholtz, Max Zott und Dmytro Boguslavskyy haben eine nachhaltige Lösung zu dieser Verschwendung von Ressourcen entwickelt. «Die Zusammenarbeit mit der SBB ermöglicht uns, eine Rücknahme-Infrastruktur für Mehrweg-Becher an zentraler Lage aufzubauen.», sagt kooky-CEO Barkholtz. «Das ist eine europaweit einzigartige Zusammenarbeit mit einem Anbieter aus dem öffentlichen Transportwesen. Wir sehen diese Kooperation auch als Basis für eine zukünftige Ausweitung unseres Konzepts auf andere Städte und Infrastrukturanbieter in der gesamten DACH-Region.»

In Zürich und Basel ist das Schweizer Start-Up mit seinem Mehrweg-System bereits seit Juli 2021 im gesamten Stadtgebiet in vielen Cafés und Bars vertreten, unter anderem auch bei der Confiserie Sprüngli, ViCAFE, Brezelkönig oder Caffè Spettacolo. Darüber hinaus kooperiert kooky mit vier Spitälern und drei Hochschulen in der Schweiz, darunter die Zürcher Hochschule der Künste und seit kurzem auch die Hochschule St. Gallen. Da kooky als ganzheitlicher Anbieter auch das Reinigen der Becher übernimmt, entsteht für die für Partner kein Mehraufwand.

kooky kann jetzt neu auch per WebApp genutzt werden. Bisher konnten Nutzer sich nur per Smartphone-App registrieren. Der Download der App ist erst dann nötig, wenn man sich das Depot-Guthaben auszahlen oder weitere App-Features nutzen möchte. Hierzu gehört zum Beispiel die Möglichkeit, direkt an den WWF zu spenden.

Quelle: schoesslers GmbH

MAN bietet eBus-Chassis für den Weltmarkt an

Die E-Mobilität nimmt international rasant an Fahrt auf. In Europa hat MAN Truck & Bus seit dem Verkaufsstart des Lion’s City E Verträge mit Kunden über die Lieferung von mehr als 1.000 Elektrobussen unterzeichnet. Laut Analysten wird die Nachfrage nach Elektrobussen auch künftig weiter zunehmen. Bis 2040 soll der Absatz von emissionsfreien Bussen auf über 80 Prozent des Weltmarkts steigen. „Um dieser Nachfrage gerecht zu werden, bieten wir jetzt mit unserem eBus-Chassis die MAN-ElektrobusLösung für die internationalen Märkte außerhalb Europas“, sagt Rudi Kuchta, Head of Business Unit Bus bei MAN Truck & Bus, und ergänzt: „Aufbauherstellern aus aller Welt geben wir mit dem Chassis die perfekte Basis für ihre vollelektrischen Modelle an die Hand.“ Bei Entwicklung und Markteinführung des eBus-Chassis setzt MAN auf die Kompetenzen, die mit dem Lion’s City E bereits aufgebaut werden konnten.

„Zudem arbeiten wir intensiv mit unserem weltweiten Netzwerk an Aufbauherstellern zusammen, um auch Märkte in Asien, Afrika, Südamerika, Australien und Neuseeland bestmöglich bedienen zu können“, so Kuchta. Bereits 2023 werden die ersten Prototypen des MAN eBus-Chassis ausgeliefert. Der Start der Serienproduktion ist für 2024 im polnischen MAN Werk in Starachowice geplant. MAN wird das eBus-Chassis zunächst als Zwei-Achser anbieten. „Um überall einsetzbar zu sein, wird es dieses als Links- und Rechtshänder-Variante geben“, sagt Barbaros Oktay, Head of Bus Engineering bei MAN Truck & Bus. Bei den Komponenten für das eBusChassis setzt MAN auf die Technologie aus dem Lion’s City E – und damit auf Technik, die sich bereits im Einsatz bewährt hat.

Die Einführung des eBus-Chassis ist für MAN ein weiterer konsequenter Schritt im Hinblick auf die NewMAN-Strategie – und damit in Richtung Zukunft. Ziel ist es, die Mobilität von morgen maßgeblich mitzubestimmen. „Dabei legen wir ganz klar unseren Fokus auf CO2-freies Fahren, ein Kernelement unserer Strategie“, sagt Rudi Kuchta und ergänzt: „Unser Weg führt von Low Emission zu No Emission. Um das zu erreichen, setzen wir im Stadtbus-Segment mit dem Lion’s City E vollständig auf Elektromobilität.“ Das neue eBus-Chassis soll nun auch außerhalb Europas die nachhaltige Mobilität maßgeblich voranbringen.

Quelle: MAN

metronom schränkt Fahrradmitnahme ein

Aufgrund anstehender Baumaßnahmen und als Konsequenz aus den bisherigen Erfahrungen mit dem „9-Euro-Ticket“ schränkt metronom die Fahrradmitnahme ab Freitag, 10. Juni, stark ein.

Auf der Linie RE3/RB31 Hamburg-Uelzen ist die Fahrradmitnahme aufgrund der großen Sommerbaumaßnahme der DB Netz AG ab Freitag grundsätzlich und bis auf Weiteres vollständig ausgeschlossen: Ab 15 Uhr ist auf der gesamten Strecke kein Zustieg mit Fahrrad mehr möglich. Wegen der Baumaßnahme ist der Zugverkehr auf der Linie ab dem kommenden Wochenende stark eingeschränkt. Außerdem wird insbesondere zwischen Hamburg-Harburg und Winsen ein umfangreicher Schienenersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. „In dieser Situation können wir schlicht keine Fahrräder mehr mitnehmen“, so Miriam Fehsenfeld, Sprecherin des Eisenbahnverkehrsunternehmens.

Auch auf den übrigen Strecken des metronom wird die Fahrradmitnahme zumindest zeitweise ausgeschlossen. Grund sind hier die auch absehbar deutlich erhöhten Fahrgastzahlen im Zusammenhang mit dem „9-Euro-Ticket“. Auf der Linie RE2 Göttingen-Hannover-Uelzen und auf der Linie RE4/RB41 zwischen Bremen und Hamburg ist die Fahrradmitnahme daher jeweils am Wochenende von Freitag, 15 Uhr, bis Sonntag, 22 Uhr, bis auf Weiteres ausgeschlossen. Das heißt, auf diesen Strecken ist freitags ab 15 Uhr kein Zustieg mit Fahrrad mehr möglich.

Über Pfingsten hatte das Unternehmen die Fahrradmitnahme bereits eingeschränkt, da die Züge zum Teil so voll waren, dass in Einzelfällen selbst Fahrgäste nicht mehr mitgenommen werden konnten. „Wir ziehen jetzt die Konsequenzen und schaffen von vornherein eine klare Regelung“, so Fehsenfeld. Natürlich sei es für Fahrradausflügler gerade im Sommer schade, wenn sie das Fahrrad nicht immer mitnehmen können. „Aber wenn wir vor der Wahl stehen, ob wir Menschen oder Fahrräder mitnehmen, dann gehen Menschen vor.“

Natürlich werde man die weitere Entwicklung an den Wochenenden beobachten und die Regelung bei Bedarf anpassen und gegebenenfalls auch wieder aufheben. „Wir machen das ja nicht aus Prinzip, sondern um unseren Fahrgästen mehr Platz zu verschaffen“, so Fehsenfeld. In überfüllten Zügen sei das Ganze auch ein Sicherheitsthema.

Bereits im Vorfeld des Aktionszeitraums des „9-Euro-Tickets“ hat metronom seinen Fahrgästen mit Blick auf die erwartbar steigenden Fahrgastzahlen geraten, möglichst nicht mit dem eigenen Fahrrad zu reisen, sondern nach Möglichkeit ein Fahrrad am Zielort zu leihen. Die Fahrradmitnahme sei per se nicht garantiert, sondern immer abhängig von vorhandenen Platzkapazitäten.

Quelle: metronom

Irizar e-mobility bei der Pariser Messe European Mobility Expo

Irizar e-mobility präsentiert seine emissionsfreien Mobilitätslösungen sowie seine Fortschritte bei Innovation und Technologie auf der European Mobility Expo, die vom 7.–9. Juni in Paris stattfindet. An Stand H9 in Halle 4 stellt das Unternehmen eines seiner repräsentativsten Fahrzeuge aus: den Irizar ie tram von 12 m Länge. Zu den wichtigsten Merkmalen gehören das Design in Straßenbahn-Optik, die Nabenkappen, die Kamera-Rückspiegel, die ihre Bilder im Fahrzeug rechts und links des Fahrers auf zwei Bildschirme übertragen, sowie die umlaufende Chromleiste. Die mitgeführten Batterien von Irizar spenden 355 kWh Energie und werden langsam im Busdepot aufgeladen. Das ausgestellte Fahrzeug ist Eigentum der Stadt Orléans. Das Unternehmen unterzeichnete im April 2020 einen Vertrag mit Irizar e-mobility über die Lieferung von 29 emissionsfreien Stadtbussen des Modells Irizar ie tram. Diese Vereinbarung war Teil der Strategie von Orléans, seine Stadtbusflotte in ein öffentliches Transportsystem zu verwandeln, dass vollkommen elektrisch funktioniert. Diese Stadtbusse sind bereits seit Januar 2022 auf den Straßen der Stadt im Einsatz.

Im Technologiebereich können die Besucher einen Elektromotor mit Permanentmagneten sehen, sowie einen Akkupack, beides eigene Technologien der Irizar Group.

In Frankreich fokussiert Irizar e-mobility im Rahmen seiner Strategie weiterhin auf seine Marke und Auftragsarbeiten. 2016 nahm das Unternehmen die erste 100 % elektrische Linie der Stadt Marseille in Betrieb, die sechs elektrische Stadtbusse von Irizar anschaffte und Irizar bereits zum zweiten Mal damit betraute, seine Stadtbusflotte zu erneuern. Drei Jahre später kam das ehrgeizige Projekt in Amiens hinzu: die größte elektrische BRT-Flotte mit ultraschneller interoperabler Ladung Europas. Noch im selben Jahr nahm Irizar die Arbeit an zwei weitere BRT-Projekten auf, dieses Mal in Aix-en-Provence und Bayonne.

Neben den Aufträgen aus Straßburg und Orléans gab es noch einen wichtigen Meilenstein: den Rahmenvertrag mit der RATP (Régie Autonome des Transports Parisiens) über die Lieferung von emissionsfreien Elektrobussen, der im Juli 2021 unterzeichnet wurde. Es handelt sich um eine der größten Elektrobusbestellungen Europas.

Vor einer Woche unterzeichnete Irizar e-mobility mit EMT Madrid einen neuen Vertrag über die Lieferung 90 elektrischer Stadtbusse. Mit diesem jüngsten Auftrag wird EMT Madrid insgesamt über 175 emissionsfreie Busse der Marke Irizar verfügen.

Quelle: Irizar

Verkehrsbetriebe Luzern mit Jahresverlust von minus 5,6 Millionen Franken

Die Corona-Pandemie hat die Verkehrsbetriebe Luzern auch im vergangenen Jahr hart getroffen. Das Jahr 2021 endete mit 36,5 Millionen Fahrgäste über alle öV-Produkte. Dies sind weiterhin rund 25 Prozent weniger Fahrgäste gegenüber dem Jahr 2019 vor Corona. Das ordentliche Jahresergebnis 2021 weist einen Jahresverlust von minus 5,6 Millionen Franken aus. Die Verkehrseinnahmen waren im vergangenen Jahr gegenüber dem Jahr 2019 noch immer rund 10 Millionen Franken oder rund 20 Prozent tiefer.

Die Verkehrsbetriebe Luzern blicken aufgrund der Corona-Pandemie erneut auf ein schwieriges Geschäftsjahr zurück. Die Verkehrseinnahmen sind gegenüber dem Vorjahr zwar um 3,8 Prozent gestiegen. Im Vergleich zum Geschäftsjahr 2019 ist der Umsatz aus Verkehrseinnahmen aber noch immer um rund 9,8 Millionen Franken bzw. 20 Prozent tiefer. Dies konnte teilweise mit weniger Aufwand kompensiert werden, so dass ein ordentlicher Jahresverlust von 5,6 Millionen Franken resultierte. Das negative Resultat ist zu einem großen Teil auf die Auswirkungen der Corona-Krise zurückzuführen. Bekanntlich fordern der Verkehrsverbund Luzern (VVL) und das Bundesamt für Verkehr (BAV) von der Verkehrsbetriebe Luzern AG 16,1 Millionen Franken zurück. Deshalb ist in den Vorjahren eine entsprechende Rückstellung gebildet worden. Der Sachverhalt wird rechtlich geklärt. Für den Zeitraum von 2010 bis 2023 wurde nun im Geschäftsjahr 2021 eine Rückstellung für geforderte Zinsen (Art. 30 SuG) im Umfang von 8,3 Millionen Franken gebildet. Dies führt zum konsolidierten Jahresverlust von minus 13,4 Millionen Franken.

Im Jahr 2021, dem zweiten in der Pandemie, konnte vbl rund 36,5 Millionen Fahrgäste befördern. Dies entspricht einem Zuwachs von vier Prozent gegenüber dem Vorjahr. Allerdings liegen die Fahrgastzahlen damit immer noch deutlich hinter denjenigen aus dem Jahr 2019, als vbl total 48,7 Millionen Fahrgäste transportieren konnte. Auf den starken Hauptachsen von Kriens, Ebikon und Emmenbrücke nach Luzern sank die Nachfrage deutlich. Die Gründe sind nicht eindeutig zu eruieren, könnten aber mit dem veränderten Mobilitätsverhalten und der starken Zunahme der Verkehrsbelastung im Zentrum zusammenhängen. Die Kunden suchen sich andere Wege, zum Beispiel per Bahn oder mit dem Fahrrad.

Für vbl stellte die Einführung der ersten Depotlader Elektrobusse eine freudige Premiere dar. Seit dem vergangenen Fahrplanwechsel vom Sonntag, 12. Dezember 2021 betreibt vbl die Linie 10 zwischen Bahnhof Luzern und Obergütsch mit drei neuen Elektro-Fahrzeugen. Das ist ein wichtiger Schritt in Richtung einer noch umweltfreundlicheren, leiseren und moderneren Busflotte. Die vbl verkleinert dadurch ihren ökologischen Fußabdruck, steigert die Energieeffizienz und erhöht den Anteil an erneuerbaren Energien.

Quelle: vbl

MOBIshuttle ergänzt ab sofort Dresdner Nahverkehrsangebot

Ergänzend zum bestehenden Nahverkehrsangebot starten die Dresdner Verkehrsbetriebe (DVB) mit dem MOBIshuttle ein Pilotprojekt in den Stadtteilen Klotzsche, Pieschen und Neustadt sowie ab 2023 auch in Weixdorf. Die MOBIshuttle sind entsprechend der Nachfrage koordinierte Kleinbusse, die von Fahrgästen als Zubringer zur Haltestelle von Bussen und Straßenbahnen oder für Direktfahrten bestellt werden können. Die Fahrzeuge sind elektrisch und damit nahezu klimaneutral unterwegs. Der Test soll zeigen, wie sich die Erschließung einzelner Stadtteile mit flexiblen ÖPNV-Angeboten weiter verbessern lässt. Der Dresdner Stadtrat hat das Pilotprojekt der DVB mit einer Laufzeit von drei Jahren im Dezember 2021 beschlossen. Anfang 2024 erfolgt eine Auswertung, auf deren Basis der Stadtrat über eine Fortsetzung entscheiden wird.

Das MOBIshuttle fügt sich optisch in die MOBI-Angebotswelt ein, zu der schon die MOBI-punkte und MOBIbikes gehören. Das MOBIshuttle verkehrt täglich von 4:00 Uhr morgens bis 1:00 Uhr nachts sowie an den Wochenenden durchgehend in den Testgebieten ohne festen Linienweg oder Fahrplan. Maximal vier Fahrgäste können mitfahren. Personen, die auf einen Rollstuhl angewiesen sind, werden ebenfalls mitgenommen.

Gerufen wird das MOBIshuttle per App, die man für alle gängigen Handys herunterladen kann. Bald kann man es auch telefonisch bestellen. Dabei optimiert die Software im Hintergrund alle Bestellungen und fasst Fahrtwünsche ähnlicher Strecken zu einer zusammen. Die MOBIshuttle halten nur an den in der App ausgewiesenen virtuellen Haltepunkten sowie an vielen Haltestellen.

Der Preis berechnet sich dynamisch anhand verschiedener Kriterien. Gibt es beispielsweise auf der gewählten Fahrtstrecke keine Straßenbahn- oder Busverbindung, bleibt es günstig. Wird dagegen der Fahrtweg parallel zu einer Straßenbahn- oder Buslinie gewählt, steigt der Preis deutlich an.

Mit der Bereitstellung der Fahrzeuge und Realisierung des Fahrdienstes wurde die Firma CleverShuttle beauftragt, die Software kommt von Via. Das Sächsische Landesamt für Straßen und Verkehr hat bundesweit eine der ersten Genehmigungen nach dem neuen Paragraphen 44 des Personenbeförderungsgesetzes (PBefG) zum Linienbedarfsverkehr erteilt.

Der dreijährige Testbetrieb kostet einschließlich Fahrzeugbeschaffung und Softwareprogrammierung insgesamt 6,5 Millionen Euro. Davon werden knapp 3,3 Millionen Euro durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur gefördert, weitere rund 780 Tausend Euro kommen vom Freistaat Sachsen. Bei den verbleibenden Eigenmitteln werden die DVB innerhalb der Technischen Werke Dresden (TWD) sowie aus dem Stadthaushalt unterstützt.

Homepage MOBIshuttle

Quelle: DVB

Mobility Summit 2022: MaaS als Beitrag zur Verkehrswende

Für die Teilnehmer des diesjährigen Mobility Summit in Hamburg spielten die Aspekte Flexibilität, Individualität und Einfachheit eine zentrale Rolle bei der Frage, wie die Verkehrswende gelingen kann. Nicht zuletzt durch die Pandemie und die verstärkte Umsetzung neuer, flexibler Formen des Arbeitens sind Konzepte gefragt, die zu den veränderten Mobilitätsanforderungen passen. Das Reisen von Tür zu Tür muss vor allem unkompliziert möglich sein.

Auch in Sachen Tarif und Ticketkauf wünschen sich Fahrgäste einfache und auf ihre Mobilitätsbedürfnisse zugeschnittene Lösungen. Es wurde daher ausgiebig darüber diskutiert, wie intelligente Vertriebsplattformen die Komplexität dahinterliegender Tarifsysteme für die Passagiere reduzieren können, welche Chancen dynamische Preise bieten und wie groß die Bandbreite zwischen Fest- und Bestpreis ist.

Dass der ÖV das Rückgrat des Mobilitätswandels ist und der Anteil der ÖV-Nutzung im Modal-Split erhöht werden sollte, war Konsens auf der Veranstaltung. Hierzu kann eine enge Verzahnung der klassischen ÖV-Angebote mit neuen und teilweise privatwirtschaftlich betriebenen Mobilitätsservices beitragen. Beispielsweise im ländlichen Raum oder in Nebenzeiten. Dort, wo der klassische linien- und fahrplangebundene Verkehr oft nicht wirtschaftlich in der notwendigen Frequenz betreibbar ist, kommen digital orchestrierte On-Demand-Verkehre als sinnvolle Ergänzung zum Einsatz.

Die Kernbotschaft zahlreicher Vorträge war daher: Mobility as a Service ist ein zentraler Treiber der Verkehrswende. In Hamburg demonstrierten gleich vier aktuelle MaaS-Projekte, an denen die Summit-Veranstalter als Technologiedienstleister beteiligt sind, wie die nahtlose Verzahnung verschiedener Angebote gelingen kann: Rivier (Niederlande), Renfe (Spanien), die Telekom MobilitySolutions und der Rhein Main Verkehrsverbund RMV präsentierten den aktuellen Stand ihrer Plattformprojekte.

In der Panel-Session mit Vertretern aus ÖV, Beratung, Carsharing- und Technologieunternehmen diskutierten die Teilnehmer dann über weitere Hebel für nachhaltige Veränderungen im Verkehrsverhalten – und wie die verschiedenen Akteure dazu beitragen können. Hier wurde u. a. betont, dass neben Pull-Maßnahmen zugunsten umweltfreundlicher Verkehrsmittel auch Push-Maßnahmen nötig seien, die umweltunfreundlicheren Verkehrsmitteln ihre Privilegien entziehen. Hier sei die Politik in der Pflicht, die Rahmenbedingungen zu gestalten.

Das von den Veranstaltern des Summits initiierte und dort erstmals vorgestellte MaaS Partnership Network hat das erklärte Ziel, die Zusammenarbeit sowie den kontinuierlichen Austausch zwischen den verschiedenen Stakeholdern im MaaS-Ökosystem zu stärken. Als gemeinsame Ziele gelten unter anderem die Reduktion von Komplexität innerhalb von MaaS-Lösungen sowie die effizientere Gestaltung von Integrationen aus technischer und organisatorischer Sicht.

Quelle: Hacon

Zwei alte Züge sind im neuen Glanz im Einsatz

Es war dem Team der U-Bahn-Wagenwerkstatt der VAG Verkehrs-Aktiengesellschaft ein Anliegen: Zum 50. Geburtstag der Nürnberger U-Bahn haben sie zwei alte Züge schön gemacht. Und nicht nur das: In den Zügen lassen sich wichtige Ereignisse der Nürnberger U-Bahn-Geschichte nachlesen und hören. Ab sofort sind die beiden Fahrzeuge als Langzug auf der U-Bahn-Linie U1 unterwegs.

„In der Regel geht unser Blick immer nach vorne, aber anlässlich des Jubiläums haben wir uns gerne an eine alte Festlegung erinnert. Nach dieser wird von jeder Baureihe unserer Schienenfahrzeuge ein Fahrzeug aufgehoben“, erläutert Thomas Luber, Geschäftsbereichsleiter der Werkstatt Schienenfahrzeuge. Die Wahl fiel auf zwei Doppeltriebwagen des ersten U-Bahn-Typs DT1. Der erste fährt seit 1975 in Nürnberg. Es ist ein Fahrzeug mit Gleichstrommotor, zu dem sich ein Zug aus dem Jahr 1984 gesellt, der über einen Drehstromantrieb verfügt. Mit dem Drehstromantrieb schrieb die VAG Technikgeschichte. Denn die VAG war das weltweit erste Verkehrsunternehmen, das diese innovative Technologie einsetzte und maßgeblich an der Entwicklung beteiligt war bzw. diese vorangetrieben hat.

Die Laufleistung beider Züge spricht für sich: Der DT1 von 1975 hat bereits 3,464 Millionen Kilometer in Nürnberg zurückgelegt, der DT1 von 1985 nicht viel weniger, nämlich über 3,370 Millionen Kilometer. Ganz sicher ist die gute Wartung durch das Werkstattteam ursächlich für die hohe Laufleistung.

Die beiden Fahrzeuge wurden in den vergangenen Wochen vom Werkstattteam auf Vordermann gebracht. In beiden Fahrzeugen finden die Fahrgäste Informationen zur Geschichte der Nürnberger U-Bahn, Bilder wie kurze Texte, die jeweils Jahreszahlen zugeordnet sind. An jeder Haltestelle werden kurze Ansagen gemacht, die ebenfalls Bezug zur Geschichte nehmen. Diese hat Thomas Kübler vom Marketing der VAG, unter anderem zuständig für das Historische Straßenbahndepot St. Peter, zusammengestellt.

Die beiden Züge werden in jedem Fall in diesem Jahr im Fahrgastbetrieb bleiben. Im nächsten Jahr werden sie dann auf Bestellung regelmäßig auf der U1 unterwegs sein. Sie können nämlich, wie auch historische Busse und Straßenbahnen von Unternehmen oder Privatpersonen gemietet werden.

Während für zwei Züge die Zukunft sicher ist, müssen alle anderen Ade sagen. Sie werden im Laufe dieses und des nächsten Jahres außer Betrieb genommen. Und zwar parallel zur Inbetriebnahme der letzten Züge der neuesten U-Bahn-Generation, der Gliederzüge des Typs G1. Aktuell sind 30 Züge im Einsatz.

Quelle: VAG

VRR zieht erste Bilanz zum Start des 9-Euro-Tickets

Im Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) war das 9-Euro-Ticket seit dem Verkaufsstart am 23. Mai und in den ersten Gültigkeitstagen ein echter Verkaufsschlager. Verbundweit sind bereits mehr als 900.000 Tickets verkauft worden. Das hohe Interesse an dem vergünstigten, deutschlandweit gültigen Ticket sorgte wie erwartet an Pfingsten für einen großen Ansturm. An den großen Stationen und Haltepunkten im Verbundgebiet waren deutlich mehr Fahrgäste unterwegs. Dadurch kam es auch zu Haltezeitüberschreitungen und Verspätungen. Viele Linien waren so stark belastet, dass Fahrgäste nicht zusteigen konnten.

Während an den ersten beiden Gültigkeitstagen des 9-Euro-Tickets noch keine größeren Probleme an den Bahnsteigen oder in den Zügen festzustellten waren, nahmen die Reisendenzahlen ab Freitagnachmittag deutlich zu. Viele tausend Menschen passten nicht mehr in die Züge und mussten auf spätere Zugleistungen ausweichen. Insbesondere am Freitagnachmittag, Samstagvormittag und am späten Samstagnachmittag war die Hauptachse von Köln über Düsseldorf durch das Ruhrgebiet nach Hamm mit den Linien RE1, RE2, RE5, RE6 und RE11 jeweils so überlastet, dass praktisch alle Züge über Stunden immer wieder zahlreiche Fahrgäste zurücklassen mussten. Besonders negativ betroffen war auch der RE16, auf dem am Samstag ohne Ersatz zahlreiche Züge aufgrund von Personalmangel ausfielen oder nicht mit der geplanten Kapazität fahren konnten.

Auf den S-Bahn-Linien im Verbundraum kam es hingegen insgesamt zu wenigen Problemen. Allerdings fiel die S3 zwischen Hattingen und Oberhausen wegen Personalmangel am Sonntag ganztätig aus.

Der VRR rechnet auch in den nächsten Tagen, insbesondere an Fronleichnam mit einer hohen Auslastung und wird daher die Lage weiterhin beobachten.

Bei den kommunalen Verkehrsunternehmen verlief das Pfingstwochenende weitestgehend unauffällig, dort ist es nicht zu regelmäßigen Überfüllungen gekommen. Dennoch waren auch dort wesentlich mehr Fahrgäste unterwegs als üblich. Vor allem Straßen- und U-Bahnen wurden stark genutzt.

Insgesamt kann auf die hohe Nachfrage mit zusätzlichen neuen Linien oder zusätzlichen Fahrten kaum reagiert werden, da einerseits kurzfristig keine Trassen insbesondere auf den Hauptachsen zur Verfügung stehen und andererseits auch keine ausreichende Anzahl von Fahrzeugen. Allerdings hatte der VRR bereits im Vorfeld und mit Blick auf die Pfingstfeiertage auf den zentralen Achsen alle verfügbaren Fahrzeuge als Verstärker eingesetzt.

Die drei nordrhein-westfälischen Aufgabenträger Nahverkehr Rheinland (NVR), Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) und der VRR nehmen nun zusammen mit dem Verkehrsministerium NRW und den Eisenbahnverkehrsunternehmen eine gemeinsame Auswertung vor, um aus den Problemen Optimierungspunkte herauszuarbeiten.

Quelle: VRR