Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat am 29. Januar 2026 gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der DB InfraGO AG, Dr. Philipp Nagl, sowie Vertretern aus Parlament und Ländern Finanzierungsvereinbarungen für Schienenprojekte im Gesamtumfang von 2,5 Milliarden Euro bekanntgegeben. Bei einem Termin im Verkehrsministerium in Berlin wurden die einzelnen Maßnahmen vorgestellt.
Bundesminister Patrick Schnieder:
„Wir investieren weiter kräftig in die Modernisierung und den Ausbau der Schiene. Neben der Sanierung des Netzes, die absolute Priorität genießt, dürfen wir den Aus- und Neubau nicht vernachlässigen. Denn schon heute ist insbesondere auf den stark nachgefragten Strecken kaum Platz für zusätzlichen Züge. Umso wichtiger ist es, heute die richtigen Weichen für die Mobilitätsbedürfnisse von morgen zu stellen. Viele Projekte werden zeitnah die Baureife erlangen. Es ist unerlässlich, dass wir dann alle finanziellen Spielräume nutzen. Dringend benötigte und baureife Projekte nicht umzusetzen und damit die Bedarfe von Wirtschaft und Menschen künftig nicht decken zu können, können wir uns am allerwenigsten leisten.“
Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO AG:
„Investitionen in Infrastruktur sind Investitionen in die Zukunft. Ich freue mich sehr, dass der Bund neben den Rekordsummen für die Sanierung und Modernisierung des Bestandsnetzes auch die Finanzierung wichtiger Neu- und Ausbauprojekte sicherstellt. So können Reisende, Anwohner und Transporteure auf der Schiene von neuen Anlagen, mehr Lärmschutz und mehr Kapazität profitieren. Neben den Projekten in Berlin und in mehreren Regionen Ostdeutschlands entsteht mit dem Pfaffensteigtunnel ein wichtiger Baustein für den Deutschlandtakt auf der Gäubahn und ein weiteres Puzzleteil für Stuttgart 21.“
Die Projekte im Einzelnen:
- Lärmschutzmaßnahmen am östlichen Berliner Außenring
Mit der Freigabe von mehr als 65 Millionen Euro wurde der Weg für die freiwillige Förderung des Bundesministeriums für Verkehr in Zusammenarbeit mit der Berliner Senatsverwaltung von Lärmschutzmaßnahmen am besonders belasteten östlichen Berliner Außenring geebnet. Mit der Freigabe der Bundesmittel kann die DB InfraGO als Vorhabenträgerin nun mit der weiteren Planung und Umsetzung des Vorhabens fortschreiten.
- Pfaffensteigtunnel
Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) hat die Finanzierung des sogenannten Pfaffensteigtunnels im Raum Stuttgart sichergestellt. Der Tunnel ist Teil des Ausbaus Stuttgart – Singen – Grenze D/CH (Gäubahn) und damit ein entscheidendes Element zur Modernisierung der Schieneninfrastruktur im Südwesten. Für das Tunnelprojekt stehen im Bundeshaushalt mit der Finanzierungsvereinbarung rund 1,7 Milliarden Euro bereit. Der Pfaffensteigtunnel wird künftig die Gäubahn im Bereich Böblingen-Goldberg unmittelbar mit dem Flughafen-Fernbahnhof verbinden. Die Fahrzeit auf diesem Abschnitt reduziert sich von derzeit etwa 22 Minuten auf rund 7 Minuten. Vom Flughafen-Fernbahnhof aus ist sowohl der direkte Anschluss an den künftigen Stuttgart-21-Hauptbahnhof gewährleistet als auch die Verbindung in Richtung Ulm/München.”
- Knoten Zwickau
Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) hat Investitionen in Höhe von knapp 200 Millionen Euro zur Ertüchtigung und zum Ausbau des Eisenbahnknotens Zwickau freigegeben. Mit der Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung ist der Weg für die bauliche Umsetzung durch die DB InfraGO AG und die DB Energie GmbH frei. Konkret wird die Strecke zwischen Zwickau-Mosel und Lichtentanne modernisiert und ausgebaut. Im Bereich des Zwickauer Hauptbahnhofs werden u.a. der Spurplan neu geordnet, Eisenbahnüberführungen ertüchtigt und die veraltete Leit- und Sicherungstechnik auf den neusten Stand gebracht.
- Strukturstärkung in den Kohleregionen
Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) hat weitere Investitionen in Höhe von rund 339 Millionen Euro zum Ausbau von Strecken und Bahnhöfen in den ehemaligen Kohlerevieren auf den Weg gebracht. Unterzeichnet wurden Finanzierungsvereinbarungen zur Umsetzung des Ausbaus vom Bahnhof Cottbus im Lausitzer Revier und des Bahnhofs Leuna-Werke Nord im Mitteldeutschen Revier mit einem Gesamtvolumen von über 111 Millionen Euro. Mit diesem Vertragsschluss ist der Weg für die bauliche Umsetzung der Vorhaben durch die DB InfraGO AG frei. Daneben wurde die bestehende Planungsvereinbarung um die Bahnhöfe Bischdorf, Eisenhüttenstadt und Königs Wusterhausen (Südkopf) sowie um die Strecke Cottbus – Guben – Grünberg erweitert und bereits laufende Planungen und Umsetzungen vieler anderer Vorhaben in den Kohleregionen fortgeschrieben.
- Elektrifizierung Gerstungen – Heimboldshausen
Im Rahmen des Programms „Elektrische Güterbahnen“ ist auch die Elektrifizierung der rund 19 km langen Strecke zwischen Gerstungen und Heimboldshausen vorgesehen. Die Strecke schließt das Werk Werra, die Kalihalden Heringen und den größten Kalistandort der K+S GmbH in Philippsthal an das Netz der DB AG an. Neben den Kali-Produktionsstätten befindet sich am Standort Philippsthal auch das Werra-Kombi-Terminal, welches seit 2011 einen jährlichen Umschlag bis zu 20.000 Ladeeinheiten umsetzt.









