Forschungsprojekt: 10.000 autonome Fahrzeuge im ÖPNV bis 2030

Die deutschlandweite flächendeckende Einführung autonomer Fahrzeuge im ÖPNV steht im Mittelpunkt des von INIT geleiteten Forschungs- und Umsetzungsprojektes BRAVE10k. Der Projektname steht für „Bedingungen für die Rahmenausschreibung, Abwicklung, Verkehrszulassung und Einführung von mehr als 10.000 öffentlichen autonomen Fahrzeugen“. Bei INIT in Karlsruhe fand am 1. und 2. Juli 2026 das erste Treffen der 18 Projektpartner statt.

Ziel: Eingliederung von 10.000 Fahrzeugen bis 2030

In dem vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWE) geförderten und TÜV Rheinland betreuten, auf drei Jahre angelegten Projekt werden die Partner aus ÖPNV, Wissenschaft, Technologie und Consulting der Frage nachgehen, wie sich bis 2030 10.000 autonom betriebene Fahrzeuge in den öffentlichen Verkehr eingliedern lassen. Es soll somit die Voraussetzungen für den großflächigen Einsatz dieser Fahrzeuge in Deutschland schaffen. Dazu soll das Konsortium standardisierte Verfahren und digitale Werkzeuge entwickeln, die Planung, Ausschreibung, Genehmigung und Betrieb der Fahrzeuge deutlich vereinfachen sollen.

Vielzahl von Arbeitsprozessen

Im Projekt werden Lösungen für Betrieb, Leitstellen und technische Aufsicht geschaffen, die einen sicheren fahrerlosen Betrieb ermöglichen sollen. Dazu zählt eine einheitliche Klassifizierung von Streckenanforderungen, um Einsatzbedingungen systematisch zu beschreiben und vergleichbar zu machen. Standardisierte Verfahren für Genehmigung und Zulassung werden genutzt, die den Übergang in den Regelbetrieb beschleunigen sollen. Außerdem werden Realdaten erhoben und intelligent genutzt, um die Planung und den Betrieb datenbasiert zu optimieren. Ein digitaler Zwilling wird zudem (Fahr-)Betrieb, Sicherheit und Leistungsfähigkeit virtuell simulieren und bewertbar machen. Zur einfachen Nutzung durch Verkehrsunternehmen und Städte werden digitale Planungs- und Auswertungswerkzeuge erstellt. Unterstützt wird das Ganze durch offene Schnittstellen und Standards, mit denen sich ein interoperables Mobilitätsökosystem erschaffen lässt. So werden alle Aspekte von Verfügbarkeit, Sicherheit, Akzeptanz und Betrieb bestmöglich berücksichtigt.

Aktive Einbindung der Branche

BRAVE10k setzt auf eine aktive Einbindung der Branche: In den kommenden Monaten nimmt das Projekt ein aktives Stakeholdermanagement auf, um in einen offenen Dialog mit der gesamten Verkehrsbranche zu kommen. INITs Research & Development Manager Yasmin Wehrle, die das Projekt leitet, erwartet viel von BRAVE10k:

„Die Einwicklung automatisierter und autonomer Fahrzeuge ist in den vergangenen Jahren weit fortgeschritten. Ich freue mich sehr auf die bevorstehenden drei Jahre und die zahlreichen Dialoge, die wir mit der ÖV-Branche geplant haben. Mit BRAVE10k schaffen wir den Schritt weg von Pilotprojekten hin zu einem skalierfähigen und wirtschaftlichen ÖPNV der Zukunft.“

Matthias Teichmann, Projektleiter bei schwarzenberg.tech unterstreicht:

„Der Weg zu 10.000 autonomen Fahrzeugen beginnt nicht mit der Fahrzeugtechnologie allein, sondern auch mit zielgerichteten Standards, Prozessen und Genehmigungsverfahren. Mit BRAVE10k schaffen wir gemeinsam die Voraussetzungen, damit autonome Mobilität künftig sicher, effizient und im großen Maßstab Teil des öffentlichen Verkehrs werden kann.“

Gelingt es, autonome Fahrzeuge als Bestandteil des öffentlichen Verkehrs zu etablieren, wäre das ein wichtiger Baustein für die Zukunftsfähigkeit Deutschlands und Europas – sowohl im Hinblick auf die Technologieführerschaft als auch auf Klimaschutzziele und den Wunsch nach besseren Mobilitätsangeboten für eine wachsende und alternde Bevölkerung.

Über BRAVE10k

Das Forschungs- und Umsetzungsprojekt BRAVE10k widmet sich der großflächigen Einführung autonomer Fahrzeuge in den öffentlichen Verkehr. Es ist auf drei Jahre angelegt. Rund 20 Partner aus Verkehr, Industrie, Digitalisierung, Forschung und Normung arbeiten im Projekt BRAVE10k zusammen.

Umfassende Informationen zum Projekt gibt es unter: BRAVE10k – KAMO Karlsruhe Mobility 

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