Autonome Kira-Shuttles fahren länger und bedienen neue Orte

Mehr Fahrzeuge, längere Bedienzeiten und dreimal so viele Haltepunkte: Ab April ist Kira mit einem erweiterten Angebot unterwegs. Die selbstfahrenden Fahrzeuge im Pilotprojekt von Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) und Deutscher Bahn (DB) in Zusammenarbeit mit den lokalen Partnern HEAG mobilo GmbH und Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach verkehren nun mittwochs bis freitags zwischen 8.30 und 18.00 Uhr. Mit zwei zusätzlichen autonomen Fahrzeugen – dann insgesamt acht – ist Kira auf eine höhere Nachfrage zu den üblichen Pendlerzeiten vorbereitet.

Bereits Anfang März wuchs das Betriebsgebiet: In Darmstadt um das Martinsviertel, die Mathildenhöhe und Darmstadt-Ost, in Langen und Egelsbach sind seitdem jeweils Fahrten direkt ins örtliche Zentrum möglich. Insgesamt fahren die selbst fahrenden Shuttles jetzt rund 130 Haltepunkte an. Alle Fahrten mit Kira sind für angemeldete Nutzerinnen und Nutzer im Pilotbetrieb kostenlos.

RMV-Geschäftsführer Prof. Knut Ringat sagt: „Kira zeigt als Vorreiterprojekt, was im öffentlichen Nahverkehr hierzulande möglich ist. Jedes Projekt, jeder Meilenstein bringt uns ein entscheidendes Stück näher an die greifbare Vision, dass autonome On-Demand-Angebote Menschen überall und zu jeder Zeit mit dem ÖPNV mobil machen. Inzwischen mehr als 3.500 für den Service zugelassene Testnutzerinnen und -nutzer und die positiven Bewertungen von 4,7 von 5 Punkten zeigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Mit der Ausweitung im Betrieb werden wir der Nachfrage nach Fahrten am Morgen und Abend gerecht. So erlangen wir mit neuen Zielgruppen noch umfangreichere und tiefergehende Erkenntnisse zur Nutzung dieses zukunftsgerichteten Services.“

Passagiere neugierig auf die Technologie und nutzen KIRA für Alltagsfahrten

Die autonomen Fahrzeuge bringen seit Mai 2025 Kira-Nutzer per On-Demand-Buchung in den Betriebsgebieten an ihr Fahrtziel. Einer aktuellen Befragungsstudie des DLR nach haben sich rund zwei Drittel von ihnen aus Neugier bei Kira angemeldet mit dem Wunsch, autonomes Fahren auszuprobieren. Im Alltag nutzen rund 60 Prozent das kostenfreie Angebot entweder auf dem Weg nachhause, um Besorgungen zu erledigen oder auf dem Weg zu Freizeitaktivitäten. Die beliebtesten Fahrtziele sind die Bahnhöfe in Langen, Egelsbach und der Hauptbahnhof in Darmstadt sowie das Einkaufszentrum Loop5 in Weiterstadt.

Die Testnutzer bewerten ihre Fahrten über die projekteigene App, entwickelt vom Frankfurter Softwareunternehmen ioki, als sehr komfortabel (4,7/5 Punkten) und geben an, sich sehr sicher zu fühlen (4,8/5 Punkten). Mit den aktuellen Angebotsausweitungen sollen neue Nutzergruppen erreicht werden. 70 Prozent der befragten Passagiere gaben in der Studie des DLR an, Kira häufiger nutzen zu wollen, wenn die Betriebszeiten ihnen besser passen würden. Die Ausweitung macht den Service somit attraktiver. Zum Beispiel für Berufspendler und für Kongress- oder Messebesucher, die das seit März von Kira angefahrene Wissenschafts- und Kongresszentrum darmstadtium besuchen möchten.

Regionales Pilotprojekt mit nationaler Strahlkraft

Kira steht für „KI-basierter Regelbetrieb autonomer On-Demand-Verkehre“ und ist der erste On-Demand-Erprobungsverkehr in Deutschland, der autonomes Fahren auf Level 4 mit Passagieren für den ÖPNV testet. Davor, ohne Passagiere an Bord, waren die Kira-Fahrzeuge bereits seit Juni 2024 autonom im Testgebiet unterwegs – auch in der damaligen Projektphase als Pionier in Deutschland.

Betreiberin der autonomen Fahrzeuge ist die DB Regio Bus Mitte. Mobileye stellt die Selbstfahrtechnologie, HD-Karten sowie spezialisierte Sensorik zur Verfügung. Weitere Partner sind das Softwareunternehmen ioki sowie die lokalen Partner HEAG mobilo GmbH und Kreisverkehrsgesellschaft Offenbach. Forschungspartner des Projekts sind das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR), das Karlsruher Institut für Technologie (KIT) und der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV).

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