Die „Gen Scooter“: Was die junge Generation vom ÖPNV erwartet

Die Mobilität der Zukunft wird nicht allein durch neue Fahrzeuge oder Antriebe geprägt, sondern durch ein neues Verhältnis zur Bewegung. Vor allem junge Menschen organisieren Mobilität heute digitaler, situativer und multimodaler als frühere Generationen. Besitz verliert an Bedeutung, Zugang gewinnt. Daraus entstehen neue Anforderungen an den ÖPNV und an den Bus.

Der ÖPNV bzw. der Bus wird nicht überflüssig, sondern muss sich vom einzelnen Verkehrsmittel zum verlässlichen Teil eines integrierten Mobilitätsmixes weiterentwickeln. Wer die jüngere Generation verstehen will, muss sich von einer alten Gewissheit verabschieden: Mobilität wird für viele Menschen nicht mehr primär über Eigentum definiert. Genau diese Verschiebung beschreibt der Mobility Report 2027 als einen der zentralen Umbrüche der kommenden Jahre: weg vom Auto als Statussymbol, hin zu Mobilität als flexibler Lebensressource.

Gen Scooter: Mobilität ja, Besitz nicht zwingend

Mit Gen Scooter lässt sich diese neue Mobilitätskultur gut beschreiben. Gemeint ist eine Generation, die mit Smartphone, Plattformlogiken, Sharing und wachsendem Klimabewusstsein aufgewachsen ist. Für sie war das Auto nie mehr der selbstverständliche biografische Marker früherer

Jahrzehnte. Mobilität war von Beginn an fragmentiert, digital vermittelt und multimodal. Das erste eigene Auto – über Jahrzehnte Symbol für Freiheit und Unabhängigkeit – verliert damit seine Bedeutung. Das heißt allerdings nicht, dass junge Menschen dem Auto den Rücken kehren. Im Gegenteil: Der Führerschein bleibt wichtig, weil er weiterhin für Reichweite, Spontaneität und Eigenständigkeit steht. Aber Status und Eigentum werden zunehmend entkoppelt: Das Auto bleibt attraktiv, aber der Besitz eines eigenen Fahrzeugs ist für viele kein zwingendes Ziel mehr. Offenheit für Abomodelle, Ride-Hailing und Mobility-asa-Service ist bei Jüngeren deutlich wichtiger gelagert als bei älteren Gruppen.

Für Verkehrsunternehmen und ÖPNV-Anbieter ist das eine wichtige Botschaft: Junge Menschen erwarten keine monomodalen Lösungen, sondern ein Mobilitätsportfolio, das je nach Zweck, Ort und Situation flexibel nutzbar ist. Der Fahrkartenautomat hat damit nichts mehr zu tun, die Bushaltestelle muss Mobilität anbieten und der ländliche Raum setzt auf On-Demand-Systeme und autonome Konzepte.

Den gesamten Beitrag finden Sie in der neuen Ausgabe der NahverkehrsPraxis: 04/2026.

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