ÖBB stellen Weichen für digitale Stellwerkstechnik

Die ÖBB-Infrastruktur AG hat ein bedeutendes Vergabeverfahren im Bereich der Eisenbahnsicherungstechnik erfolgreich abgeschlossen. Nach einem umfassenden, mehrjährigen Ausschreibungsverfahren im Bestbieterprinzip wurden die Rahmenvereinbarungen für neue digitale Stellwerke (DSTW) an die Unternehmen Siemens Mobility und Hitachi Rail vergeben. Mit einem kumulierten Gesamtauftragswert von rund 2,6 Milliarden Euro bilden die Verträge die Grundlage für die schrittweise Digitalisierung der Stellwerkstechnik und damit für die Zukunft des Bahnverkehrs in Österreich.

Stellwerke sind die Schaltzentralen des Bahnverkehrs: Sie steuern Weichen und Signale und sorgen dafür, dass Züge sicher und effizient unterwegs sind. Mit dem Digitalen Stellwerk schaffen die ÖBB die technologische Basis für einen noch leistungsfähigeren und flexibleren Bahnbetrieb. Die neue Generation der Stellwerkstechnik ermöglicht den Einsatz moderner digitaler Technologien und setzt auch im internationalen Vergleich neue Maßstäbe für die Steuerung des Zugverkehrs. Gleichzeitig erfüllt das System hohe Anforderungen an die Informationssicherheit und bietet wirksamen Schutz vor Cyberangriffen.

„Mit dem Digitalen Stellwerk investieren wir in das Rückgrat unseres Bahnverkehrs. 2,6 Milliarden Euro für eine moderne, digitale Sicherungstechnik bedeuten mehr Verlässlichkeit und Pünktlichkeit. Digitalisierung kritischer Infrastruktur heißt für mich aber auch Verantwortung: Wir setzen auf Cybersicherheit und technologische Souveränität. Mit Siemens Mobility und Hitachi Rail haben wir dafür zwei international erfahrene Unternehmen an unserer Seite, die zugleich stark am Standort Österreich verwurzelt sind und hier Arbeitsplätze sichern.“

Peter Hanke (Bundesminister für Innovation, Mobilität und Infrastruktur)

Internationale Bahntechnik-Expertise

Mit Siemens Mobility und Hitachi Rail kommen zwei Industrieunternehmen zum Zug, die einerseits bereits umfassende Erfahrung in der Bereitstellung von Eisenbahnsicherungstechnik haben und andererseits durch eine starke Präsenz am Standort Österreich auch Arbeitsplätze sichern.

Umfang der Ausschreibung

Die Ausschreibung umfasst sowohl die Innenanlagen der digitalen Stellwerke, in denen die sicherheitsrelevante Stellwerkslogik ausgeführt wird, als auch die Außenanlagen mit sogenannten Object Controllern zur Ansteuerung von Signalen, Weichen und weiteren sicherheitsrelevanten Elementen der Eisenbahninfrastruktur.

Die Rahmenvereinbarung hat eine Laufzeit von mindestens zehn Jahren. Ergänzend wurde ein umfassender Servicevertrag über die gesamte Lebensdauer der Systeme von 25 Jahren vereinbart. Dieser enthält Support- und Serviceleistungen, die die technische Betreuung, Wartung und Systemverfügbarkeit über den gesamten Lebenszyklus hinweg sicherstellt.

Pilotbetrieb ab 2030 geplant

Die Umsetzung erfolgt schrittweise. Die Inbetriebnahme des ersten Pilotprojekts ist für das vierte Quartal 2030 vorgesehen; danach werden weitere Pilotprojekte folgen. Nach erfolgreichem Abschluss der Pilotierungsphase kann die Technologie österreichweit ausgerollt werden. Langfristig sollen sämtliche Stellwerksanlagen durch Digitale Stellwerke ersetzt werden.

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