DUH fordert Finanzierungsprogramm für Bahnelektrifizierung

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) fordert ein eigenständiges, überjährig finanziertes Programm für 100 Prozent Elektromobilität auf der Schiene bis 2035. Bislang sind lediglich 62,5 Prozent der Bundesschienenwege elektrifiziert. Gleichzeitig fehlen selbst für baureife Projekte die Mittel.

Die Mitte-Deutschland-Verbindung soll auch 2027 keine Baufinanzierung erhalten. Das schafft laut DUH eine Konkurrenz zwischen den vielen überfälligen Bahnprojekten. Elektrifizierungsprojekte, die vor allem die Bahn in der Fläche und die Resilienz des Netzes stärken, stehen oft hinter großen Neubauprojekten an. Für das einzige dezidierte Elektrifizierungsprogramm des Bundes „Elektrische Güterbahn“ sind lediglich rund 29 Millionen Euro vorgesehen. Nach DUH-Berechnung lassen sich damit höchstens 20,7 Kilometer Strecke elektrifizieren, obwohl noch Tausende Kilometer Oberleitung fehlen.

Dass die Elektrifizierung der Bahn auf der Strecke bleibt, liegt laut DUH auch an der fehlgeleiteten Verkehrspolitik. Während 2027 rund 3,4 Milliarden Euro aus dem Bundeshaushalt in den Neu- und Ausbau von Fernstraßen fließen sollen, stehen für den Ausbau des Schienennetzes nur rund 2,5 Milliarden Euro zur Verfügung. Die DUH fordert die Umschichtung der Milliarden aus dem Neu- und Ausbau der Fernstraßen.

„Wir brauchen dringend mehr Kapazitäten auf der Schiene und eine umfangreiche Elektrifizierung. Das ist seit Jahrzehnten bekannt, jedoch sind die etlichen Zielsetzungen der Bundesregierung nichts als Lippenbekenntnisse gewesen. Weiterhin fahren ineffiziente und dreckige Dieselzüge quer durch Deutschland. Während sich Elektrifizierungsvorhaben in Schubladen stapeln, fließen Milliarden in neue Autobahnen. Wir fordern von Verkehrsminister Bilger, diese Asphaltmilliarden auf die Schiene umzuschichten und ein Programm für 100 Prozent Elektromobilität auf der Schiene bis 2035 aufzulegen.“

Jürgen Resch (Bundesgeschäftsführer der DUH)

Aus Sicht der DUH erschwert die jährlich angelegte Haushaltsplanung die vorausschauende Bauplanung und führt oft zu erheblichen Kostenerhöhungen. So sollte der Ausbau zwischen der niederländischen Grenze und Oberhausen 2013 noch 746 Millionen Euro kosten – mittlerweile sind es 2,12 Milliarden Euro. Allein für die Fehmarnbelt-Anbindung werden im Bundeshaushalt für das Jahr 2027 Mehrkosten von rund 905 Millionen Euro neu veranschlagt.

Print Friendly, PDF & Email

Comments are closed.