Fahrgastverband Pro Bahn stellt sich neu auf

Der Fahrgastverband Pro Bahn hat seinen 45. Bundesverbandstag in Hof abgehalten. Auf der Tagesordnung stand die turnusgemäße Neuwahl des Bundesvorstands. Der bisherige Bundesvorsitzende Detlef Neuß (71, Mönchengladbach) trat nicht erneut an. Für sein langjähriges Engagement wurde er zum Ehrenvorsitzenden gewählt und begleitet dieses Amt nun mit dem bisherigen Ehrenvorsitzenden Karl-Peter Naumann (75, Hamburg) gemeinsam.

Neu für den Vorsitz angetreten war der bisherige stellvertretende Vorsitzende Professor Lukas Iffländer (35, Dresden), der wie die nachfolgenden mit großer Mehrheit gewählt wurde. Als Stellvertreter wurden neu in den Vorstand gewählt Dr. Katharina Krell (44, Frankfurt), Dr. Thomas Probol (59, Mönchengladbach) und Michael Koch (27, Meißen). Wiedergewählt wurde Marcel Drews (48, Arnstadt). Dr. Andreas Schröder trat aus privaten Gründen nicht erneut an. Der bisherige Schatzmeister Gerold Sarimski (64, Berlin) wurde wiedergewählt.

Der neu gewählte Vorstand hat sich das Ziel gesetzt, den Verband zu modernisieren und breiter aufzustellen. Aufgaben sollen auf mehr Schultern verteilt und der Einstieg für neue Mitglieder erleichtert werden. Verkehrspolitisch bleiben unter anderem die Themen Digitalisierung, Generalsanierungen, Ausbau der Elektrifizierung, Infrastrukturfinanzierung und Tarifstrukturen im Fokus des Verbandes.

DB Regio fährt früher als geplant mit Elektrozügen durchs Ahrtal

Seit Sonntag, 15. März 2026, sind auf beiden Regionalzuglinien an der Ahr elektrisch betriebene Züge unterwegs. Drei Monate früher als geplant kann die Deutsche Bahn auf der von DB Regio betriebenen Linie RB 30 (Bonn–Remagen–Ahrbrück) Elektrozüge des Typs Talent 2 einsetzen. So wird die von den Aufgabenträgern für den Schienenpersonennahverkehr (SPNV) go.Rheinland und Zweckverband Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord (SPNV-Nord) angestrebte Antriebswende an der Ahr abgeschlossen.

Die Flutkatastrophe im Sommer 2021 hatte die Ahrstrecke teilweise komplett zerstört und der Wiederaufbau insbesondere auf den letzten 14 Kilometern zwischen Walporzheim und Ahrbrück kam einem Neubau gleich. Gleichzeitig hat die DB die Strecke entlang der Ahr mit moderner Stellwerkstechnik und Oberleitungen für einen klimafreundlicheren Zugverkehr ausgestattet. Das komplexe Wiederaufbau- und Elektrifizierungsprojekt konnte im engen Schulterschluss mit dem Bund, dem Land Rheinland-Pfalz, den Gemeinden und SPNV-Aufgabenträgern in nur vier Jahren realisiert werden. Seit Inbetriebnahme der neuen Ahrstrecke Mitte Dezember 2025 sorgen die beiden Regionalzuglinien RB 30 (DB Regio) und die neu konzipierte und bereits elektrische RB 32 (Trans Regio Deutsche Regionalbahn) für attraktive Verbindungen an der Ahr.

Damit auf allen Linien möglichst schnell auch elektrisch betriebene Züge eingesetzt werden können, hatten die SPNV-Aufgabenträger und DB Regio den bis Ende 2033 laufenden vareo-Verkehrsvertrag angepasst, der auf Dieselfahrzeugen basierte. Dabei war vereinbart worden, dass die elektrisch betriebenen Züge der Linie RB 30 zum kleinen Fahrplanwechsel im Juni 2026 eingesetzt werden sollen.

Janina Monhof, Leiterin Verkehrsvertragsmanagement bei DB Regio NRW:

„Ich freue mich, dass wir schon jetzt die elektrischen Talent-2-Fahrzeuge in Betrieb nehmen können. Wir konnten schneller als geplant die Fahrzeuge beschaffen und die Wartung organisieren. Mit der erfolgreichen Schulung und Qualifizierung unseres Personals sind unsere Vorbereitungen abgeschlossen. Jetzt bieten wir unseren Kundinnen und Kunden eine klimafreundliche Verbindung an der Ahr. Wir danken allen Beteiligten herzlich für ihren außerordentlichen Einsatz, der diesen wichtigen Fortschritt möglich gemacht hat.“

Sven Kleine, Prokurist und Leiter des Fachbereichs SPNV-Vergabeverfahren und Eigenbetrieb Fahrzeuge bei go.Rheinland:

„Es ist ein tolles Zeichen für die Region, dass wir es gemeinsam geschafft haben, flexibel die elektrischen Fahrzeuge früher als geplant in Betrieb nehmen zu können. Dadurch sind wir ab jetzt leiser, spurtstärker und nachhaltiger auf der Schiene unterwegs.“

Thorsten Müller, Verbandsdirektor beim SPNV-Nord:

„Trotz schwierigster finanzieller Rahmenbedingungen ist es uns gelungen, im Ahrtal ein klimafreundliches und gutes Angebot auf die Schiene zu bringen. Dies ist keine Selbstverständlichkeit und nur dem großen Einsatz aller Beteiligter zu verdanken.“

125 Jahre Nahverkehr in Jena

Am 6. April 1901 hatte die Eisenbahnbaugesellschaft Becker & Co. GmbH Berlin im Auftrag der Berliner Bank mit einem öffentlichen Straßenbahnbetrieb für Jena begonnen. Zunächst gab es nur eine einzige Linie von der Centrale (dem damaligen Elektrizitätswerk in der Nollendorfer Straße) über den Holzmarkt bis zum Gasthof Schubertsburg in der Kahlaischen Straße. Bis Ende Juni des gleichen Jahres kamen weitere Streckenabschnitte hinzu: Vom Saalbahnhof zum Weimar-Geraer-Bahnhof (heutiger Westbahnhof), vom Steinweg ins Mühltal, vom Weimar-Geraer-Bahnhof zur Ölmühle und von der Centrale nach Zwätzen.

An diese Gründerzeit und das 125-jährige Bestehen erinnert der Jenaer Nahverkehr im April mit zwei Aktionstagen.

Jubiläumsfahrt auf der Gründungsstrecke mit Förderern und Wegbegleitern

Die offizielle Erlaubnis, einen Straßenbahnverkehr für Jena anbieten zu dürfen, erlangte das Unternehmen im Rahmen einer landespolizeilichen Abnahmefahrt durch Beamte der Großherzoglichen Bezirksdirektion Apolda am 1. April 1901. An diesen denkwürdigen Tag erinnert der Jenaer Nahverkehr mit einer Jubiläumsfahrt auf der Gründungsstrecke. Die Fahrt ist nicht öffentlich. Der Jenaer Nahverkehr hat Wegbegleiter und Förderer eingeladen, sich gemeinsam auf den Spuren der Gründerväter durch die Stadt zu bewegen.

Aktionstag und Leseabend im Stadtwerke Jena Kundencenter

Aus Anlass des Nahverkehrsgeburtstages gibt es ebenfalls am Mittwoch, 1. April in der Zeit von 10 bis 17 Uhr einen Aktionstag im Stadtwerke Jena Kundencenter in der Saalstraße 8a. Neben Informationen rund um den Nahverkehr gestern und heute sowie einem Glücksrad mit kleinen Gewinnen erwartet die Interessierten ein Verkaufsstand mit neuen Souvenirs zum Nahverkehrsjubiläum.

Ebenfalls am Mittwoch, 1. April, ab 18:30 Uhr ist im Stadtwerke Jena Kundencenter in der Saalstraße 8a ein vergnüglicher Leseabend zur Nahverkehrshistorie geplant. Vorgestellt wird die komplett überarbeitete Chronik des Jenaer Nahverkehrs. Außerdem können sich die Besucher auf bisher unveröffentlichtes Archivmaterial und so manche vergnügliche Geschichte und Anekdote aus der Nahverkehrshistorie freuen. Natürlich gibt es auch Raum, um Fragen zu stellen und Erinnerungen zu teilen. Der Eintritt zur Veranstaltung ist frei. Da die Anzahl der Plätze im Stadtwerke Jena Kundencenter begrenzt ist, ist eine Anmeldung per E-Mail an marketing@nahverkehr-jena.de erforderlich.

Großer Fahrzeugkorso der Straßenbahngenerationen durchs Stadtgebiet

Einen ganz besonderen Höhepunkt für Nahverkehrsfans hält das Programm am Samstag, 18. April mit einem großen Fahrzeugkorso der Straßenbahngenerationen bereit. An der Rundfahrt sind insgesamt sieben Trieb- und Beiwagen aus allen Epochen der Jenaer Straßenbahngeschichte beteiligt:

  • der Gotha-Triebwagen 26 von 1929
  • der historische Dreiwagen-Zug mit Gotha-Triebwagen 101, Gotha-Beiwagen 155, beide von 1959 und Reko-Beiwagen 207 von 1973
  • der Bombardier GT6M-Triebwagen 620 von 2002
  • der Solaris Tramino-Triebwagen 703 von 2013
  • der Stadler Tramlink-Triebwagen 801 (Lichtbahn) von 2023

Die Fahrt startet um 13 Uhr auf dem Betriebshof in der Dornburger Straße. Vorgesehen ist eine Rundfahrt vom Betriebshof Nord ins Stadtzentrum und durch die Oberaue bis nach Winzerla, von dort zum Burgaupark und über Göschwitz, Lobeda-West und das Dreieck Lobeda zurück zum Burgaupark. Weiter geht die Fahrt über Freizeitbad, Ringwiese, Kahlaische Straße und Stadtzentrum zurück zum Betriebshof Nord. Geplant sind zwei kurze Fotostopps gegen 13:30 Uhr in der Oberaue und gegen 14:15 Uhr in Höhe der Haltestelle Freizeitbad. Läuft alles planmäßig, werden die Fahrzeuge gegen 15 Uhr am Betriebshof Nord zurückerwartet. Hier werden sie nochmals für eine Fotomöglichkeit aufgestellt.

Alle Interessierten sind ganz herzlich zur kostenfreien Mitfahrt im Straßenbahnkorso eingeladen. Wer mitfahren möchte, sollte sich spätestens 12:30 Uhr auf dem Betriebshof einfinden. In den modernen Fahrzeugen ist die Mitfahrt spontan am Aktionstag möglich. Zur Mitfahrt in den vier historischen Trieb- und Beiwagen ist hingegen eine Anmeldung notwendig und es gilt ein Dresscode: Mitfahren darf dort nur, wer passend zur jeweiligen Zeit im Stile der Goldenen Zwanziger (Triebwagen 26) oder der 1950er und 1960er Jahre (historischer Dreiwagenzug) gekleidet ist.

Der Betriebshof Nord ist am 18. April bereits ab 11:30 Uhr geöffnet. Die Besucher erwarten Souvenir- und Verkaufsstände des Jenaer Nahverkehrs und der Nahverkehrsfreunde Naumburg-Jena e.V.

Neue Souvenirs für Nahverkehrsfans

Aus Anlass des Nahverkehrs-Geburtstages sind einige neue Fanartikel und Souvenirs erschienen. Diese können erstmalig am 1. April zum Aktionstag im Stadtwerke Jena Kundencenter erworben werden. Eine weitere Gelegenheit gibt es rund um den Straßenbahnkorso der Generationen am 18. April auf dem Betriebshof Nord.

DELFI e.V. und Google bringen deutschlandweite ÖPNV-Echtzeitdaten auf Google Maps

Das DELFI e.V. Mitglied Connect-Fahrplanauskunft und Google haben einen Partnervertrag über die Bereitstellung deutschlandweiter Nahverkehrs-Echtzeitdaten (DELFI-Realtime) geschlossen. Ziel der Kooperation ist es, Google einen zentralen und gebündelten Zugang zu qualitätsgesicherten Echtzeitinformationen über Fahrpläne aus ganz Deutschland zu ermöglichen.

Damit möchte der DELFI e.V. die Information und Nutzung rund um Bus & Bahn auch auf Online-Diensten wie Google Maps unterstützen und fördern. Durch die Vereinbarung erhält Google die Möglichkeit, sämtliche Echtzeitdaten inklusive umfassender Supportleistungen aus einer Hand direkt über DELFI zu beziehen. Dies schafft effiziente Strukturen, klare Zuständigkeiten und eine verlässliche Grundlage für die Weiterverarbeitung und Integration der Daten, beispielsweise in Google Maps.

Die technische Umsetzung der Datenbereitstellung erfolgt über den DELFI-RegioCluster Nord. Dieser wird durch den Verkehrsverbund Bremen/Niedersachsen (VBN) betrieben. Die Bereitstellung der Daten erfolgt durch die beiden vom VBN und von der rms GmbH (Rhein-Main-Verkehrsverbund Servicegesellschaft) betriebenen RegioCluster. Die Bereitstellung der Echtzeitinformationen erfolgt in Form von Prognosedaten zur Pünktlichkeit im international etablierten Datenformat GTFS Realtime. Damit wird eine standardisierte, interoperable und zukunftssichere Integration in bestehende Systeme gewährleistet. 

„Die erfolgreiche Zusammenarbeit mit Google – nicht zuletzt auch im Zuge der Fußball-EM 2024 – hat gezeigt, welchen Mehrwert gebündelte, qualitätsgesicherte Echtzeitdaten für Millionen von Fahrgästen bieten können. Mit der nun geschlossenen Vereinbarung verstetigen wir diesen Ansatz nachhaltig und schaffen eine dauerhafte, deutschlandweite Sichtbarkeit des ÖPNV auf einer der meistgenutzten Mobilitätsplattformen. So leisten wir gemeinsam einen wichtigen Beitrag zu mehr Transparenz, Planungssicherheit und Attraktivität des öffentlichen Verkehrs.“

Andreas Bade, Geschäftsführer der Connect Fahrplanauskunft GmbH und Mitglied des Vorstandes des DELFI e.V.

“Wir freuen uns sehr über die Zusammenarbeit mit DELFI e.V. Die Bereitstellung qualitativ hochwertiger Echtzeitdaten für Deutschland ist ein wichtiger Schritt, um die Sichtbarkeit des öffentlichen Nahverkehrs zu erhöhen. Die Kooperation unterstützt uns dabei, mehr Planungssicherheit für die ÖPNV-Angebote auf Google Maps zu schaffen und unseren Nutzer*innen damit einen hilfreichen und zuverlässigen Service anbieten zu können.”

Britta Dürscheid, Managerin strategische Partnerschaften bei Google Maps

ÖBB bestellen neue Akkutriebzüge für Niederösterreich

Die ÖBB-Personenverkehr AG setzt einen weiteren wichtigen Schritt zur Modernisierung und Dekarbonisierung des Bahnverkehrs in Niederösterreich. Sieben hochmoderne und umweltfreundliche Akkutriebzüge der Firma Stadler werden für die Fahrgäste auf den nicht elektrifizierten Strecken Niederösterreichs – wie zum Beispiel der Kamptalbahn oder der Erlauftalbahn – bestellt.

Die neuen ÖBB Cityjets vom Typ Flirt Akku werden im Laufe des Jahres 2028 eingeliefert und sollen ab Fahrplanjahr 2029 die bestehenden Dieseltriebwägen ersetzen. Damit schließen sie an den ersten Abruf von 16 Akkutriebzügen an. So profitieren Fahrgäste künftig von einem deutlich leiseren, komfortableren und umweltfreundlicheren Bahnangebot in Niederösterreich.

Rahmenvertrag mit Hersteller

Bereits im Juli 2023 schloss die ÖBB-Personenverkehr AG einen Rahmenvertrag mit dem Hersteller Stadler über die Lieferung von bis zu 120 Cityjet Akkutriebzügen ab. Dieser Rahmen bildet die Grundlage für die sukzessive Erneuerung der Regionalflotte und führt mit dem zweiten Abruf die Modernisierungsstrategie konsequent fort.

Die neuen Züge fahren teilweise mit Strom aus der Oberleitung und teilweise mit Energie aus leistungsstarken Batterien. Während der Fahrt unter einer Stromleitung sowie während der Wendezeit in Endbahnhöfen werden die Batterien aufgeladen. Auf Strecken ohne Oberleitung fahren die Züge dann rein elektrisch mit der gespeicherten Energie.

So tragen die Cityjet Akkutriebzüge maßgeblich zur Reduktion der CO₂-Emissionen im Bahnverkehr bei, indem sie die bestehende Dieselflotte auf nicht elektrifizierten Nebenbahnen ersetzen. Im Vergleich zur dann ausgemusterten Flotte werden durch den zweiten Abruf bis zu 500.000 Liter Diesel pro Jahr eingespart. Das reduziert den CO₂-Ausstoß um rund 1.200 Tonnen jährlich.

Komfort und Effizienz für Pendler

Die dreiteiligen Cityjet Akkutriebzüge bieten über 160 Sitzplätze, niveaugleiche barrierefreie Einstiege, Mehrzweckbereiche für Fahrräder, Kinderwägen und Rollstühle sowie ein barrierefreies WC. Komfortpunkte wie ergonomische Sitze, Steckdosen und USB-C-Anschlüsse, Infomonitore mit modernem Fahrgastinformationssystem und großzügige Ablageflächen unterstreichen den modernen Standard dieser Fahrzeuge.

Mit dem zweiten Abruf der Cityjet Akkutriebzüge bekräftigen die ÖBB ihr Engagement für einen leistungsfähigen, klimafreundlichen Regionalverkehr und ein attraktives und zeitgemäßes Angebot für die Menschen in den Regionen.

Reaktivierung der Lumdatalbahn: Genehmigungsplanung startet

Seit den 1950er Jahren bis zum Ende des letzten Jahrhunderts wurden in ganz Deutschland und auch in Hessen die Verkehre auf zahlreichen Eisenbahnstrecken eingestellt, da Kosten und Nutzen nicht mehr im Einklang standen. Der Schienenverkehr ist jedoch zentral, um eine kostengünstige und umweltfreundliche öffentliche Mobilität für die Bürger zu gewährleisten und auch den Gütertransport nachhaltig zu gestalten. Deswegen setzt sich die Hessische Landesregierung da wo es sinnvoll und möglich ist, gezielt für die Reaktivierung einzelner Schienenverbindungen ein.

„Nachdem die Entwurfsplanung abgeschlossen wurde und auch die Nutzen-Kosten Untersuchung positiv ist, können wir jetzt mit der Genehmigungsplanung starten. Das ist eine gute Nachricht für die Bürgerinnen und Bürger in der Region. Hessen hat das Projekt im derzeit laufenden Planungsvertrag bereits mit rund 4,5 Millionen Euro unterstützt und wird das aufgrund der jetzt vorliegenden positiven Bewertung auch weiterhin tun.“

Verkehrsminister Kaweh Mansoori

Zu diesem Zweck kann und wird das Land Hessen Mittel aus dem Gesetz zur Finanzierung von Infrastrukturinvestitionen von Ländern und Kommunen (LuKIFG) einsetzen.

Nach Fertigstellung der Entwurfsplanung für das Vorhaben der Reaktivierung der Lumdatal­bahn startet in Kürze der nächste Planungsschritt, die Genehmigungsplanung. Eine Nutzen-Kosten-Untersuchung, welche durch die Vorhabenträgerin, die Hessische Landesbahn (HLB) auf der Grundlage des Standardisierten Bewertungsverfahrens erstellt wurde, ist nunmehr abgeschlossen. Sie bezieht sich auf die Kosten der Leistungsphase 3 (Entwurfsplanung). Mit dem aktuellen Kostenstand und unter Berücksichtigung von Kostensteigerungen ermittelt die Nutzen-Kosten-Untersuchung einen NKU-Wert von 1,27 bei einem Stundentakt im SPNV. Dieser Wert enthält bereits eine Sensitivitätsbetrachtung der Investitionskosten. 

Länderübergreifende Vereinbarung: Eifelstrecke Köln – Trier soll ausgebaut werden

Die Länder Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz sowie weitere Partner wollen die Kapazität der Eifelstrecke zwischen Köln und Trier deutlich erhöhen. Sie unterzeichneten eine gemeinsame Absichtserklärung zur Verbesserung des grenzüberschreitenden Schienenverkehrs zwischen Deutschland, Luxemburg und der Saarregion. Ziel ist es, die Städte Köln, Trier, Luxemburg und Saarbrücken künftig besser miteinander zu verknüpfen. Die Umsetzung soll schrittweise erfolgen und bis 2035 abgeschlossen werden.

Die rund 160 Kilometer lange Eifelstrecke war bei der Hochwasserkatastrophe im Juli 2021 in großen Teilen zerstört worden. Bund und Länder nutzten den Wiederaufbau, um die Strecke umfassend zu modernisieren. Neben hochwasserresilienten Ingenieurbauwerken und moderner digitaler Signaltechnik wird die Strecke zurzeit vollständig elektrifiziert. Diese Arbeiten sollen bis Dezember 2028 abgeschlossen sein. Damit gewinnt die Strecke auch für den bundesweiten Deutschlandtakt an Bedeutung. Der Deutschlandtakt ist ein bundesweit abgestimmter Fahrplan für den Schienenverkehr, bei dem Züge in regelmäßigen Takten verkehren und in zentralen Bahnhöfen zeitlich aufeinander abgestimmt ankommen und abfahren, sodass Reisende schneller und mit kurzen Umsteigezeiten ihr Ziel erreichen.

Perspektive: Mehr Kapazität bis 2035

Unterzeichnet wurde die Erklärung zur Verbesserung des Takts nun vom Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr Nordrhein-Westfalen, dem Ministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie und Mobilität Rheinland-Pfalz, dem Ministerium für Umwelt, Klima, Mobilität, Agrar und Verbraucherschutz des Saarlandes, dem Mobilitätsministerium des Großherzogtums Luxemburg sowie den Aufgabenträger-Organisationen go.Rheinland und Schienenpersonennahverkehr Rheinland-Pfalz Nord. Die Unterzeichner bekräftigen ihr gemeinsames Interesse an einem bedarfsgerechten zweigleisigen Ausbau der Strecke – mit Ausnahme der Tunnelabschnitte in Rheinland-Pfalz. Ergänzende Maßnahmen sollen die Leistungsfähigkeit der Verbindung weiter erhöhen.

„Nordrhein-Westfalen stärkt die Eifelstrecke und ermöglicht eine höhere Taktung auf der Verbindung nach Trier, Saarbrücken und Luxemburg. Mit der laufenden Elektrifizierung bereiten wir den Weg, dass künftig ein Deutschlandtakt über Landesgrenzen hinweg zuverlässig funktionieren kann. Ein attraktives Bahnangebot darf weder an Landes- noch an Staatsgrenzen enden. Wir legen mit dieser Vereinbarung den Grundstein, um die Schiene endlich durchgängig und leistungsfähig zu machen.“

Oliver Krischer, Minister für Umwelt, Naturschutz und Verkehr in Nordrhein-Westfalen

Der Zielfahrplan sieht zwischen Köln und Trier einen stündlichen schnellen Regionalexpress mit einer Reisezeit von unter zwei Stunden und 20 Minuten vor. Die Züge sollen in beiden Städten in die jeweiligen Taktknoten des Deutschlandtakts eingebunden werden. In Trier ist eine Verknüpfung mit Verbindungen nach Luxemburg und Saarbrücken vorgesehen. Damit würde Luxemburg künftig direkt oder mit einmaligem Umsteigen stündlich schnell mit Köln verbunden. Auch die Gemeinden entlang der Unteren Saar von Konz bis Saarbrücken erhielten eine attraktive Verbindung in Richtung Köln.

Von der schnelleren und dichteren Verbindung würden auch die Regionen rund um Trier, die Vulkaneifel sowie Städte wie Bitburg und Gerolstein profitieren. Vertreter der regionalen Wirtschaft hatten in Gesprächen wiederholt bessere Schienenverbindungen gefordert, um die Standortqualität und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit zu stärken.

Ergänzende Maßnahmen im Raum Köln

Parallel dazu wird im Raum Köln die neue S-Bahn-Konzeption weiterverfolgt, die sich auch auf die Eifelstrecke bis Euskirchen/Kall erstrecken soll. Nördlich von Kall ist die Strecke bereits zweigleisig. Zwischen Hürth-Kalscheuren und Kall sind vor allem zusätzliche Weichenverbindungen, der Anschluss an das geplante Überwerfungsbauwerk Kalscheuren sowie die Ortsumfahrung Hürth-Fischenich erforderlich, um Personen- und Güterverkehr besser zu entflechten. Die Maßnahmen sollen die Leistungsfähigkeit erhöhen und zu dem verbesserten Angebot zwischen Köln, Trier, Saarbrücken und Luxemburg beitragen.

Die Unterzeichner setzen sich dafür ein, die Infrastrukturmaßnahmen über Mittel des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes des Bundes zu finanzieren. Die Finanzierung der zusätzlichen Verkehrsleistungen im Schienenpersonennahverkehr erfolgt über die Regionalisierungsmittel, die den Ländern und Aufgabenträgern zur Verfügung stehen.

Verkehrsminister Mansoori zum aktuellen Angriff auf zwei Bahnbedienstete in Frankfurt

Laut Mitteilung der Polizei sind am Samstagabend zwei Kontrolleure der Deutschen Bahn in einer S-Bahn in Frankfurt von einem unbekannten Fahrgast angegriffen und verletzt worden, nachdem dieser keinen Fahrschein für die erste Klasse vorweisen konnte.

Verkehrsminister Kaweh Mansoori sagte anlässlich dieses Vorfalls:

„Der erneute Angriff auf Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Bahn ist erschütternd und zeigt deutlich: Gewalt ist kein Einzelfall. Niemand sollte mit Angst zur Arbeit kommen. Es geht um den Schutz derjenigen, die jeden Tag dafür sorgen, dass unser Land mobil bleibt. Deshalb habe ich in der vergangenen Woche mit der Deutschen Bahn sowie Beschäftigten, unter anderem der DB Regio AG, gesprochen. Wir brauchen strukturelle Verbesserungen – etwa Doppelbesetzungen bei Fahrkartenkontrollen oder Bodycams zur Abschreckung. Aber auch größere Schritte müssen auf den Tisch: Drehkreuze an stark frequentierten Bahnhöfen können ein wirksames Mittel sein, Unberechtigte aus den Zügen herauszuhalten. In vielen Ländern ist das längst gelebte Praxis. Gleichzeitig dürfen wir die gesellschaftliche Dimension nicht vergessen. Die zunehmende Verrohung im Umgang miteinander ist besorgniserregend. Wir müssen Wege finden, Respekt und Zivilcourage zu stärken. Denn Menschen, die ihren Job für das Gemeinwohl machen, dürfen niemals Ziel von Gewalt werden. Den beiden verletzten Bahnmitarbeitern wünsche ich gute und baldige Genesung.“

Fast 300.000 Fahrgäste nutzen BürgerBusse im Münsterland

Die von der Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM) betreuten BürgerBus-Vereine im Münsterland haben im Jahr 2025 insgesamt knapp 300.000 Fahrgäste befördert – und stellen damit einen neuen Rekord auf. Gegenüber dem Vorjahr bedeuten die Zahlen bei den 25 BürgerBus-Vereinen einen weiteren Zuwachs von sechs Prozent. Fast jeder zweite Fahrgast (146.000) fährt dabei inzwischen mit dem Deutschlandticket. Insgesamt legten die BürgerBusse mit den über 1.000 ehrenamtlichen Fahrern fast 1,5 Millionen Kilometer zurück.

BürgerBusse in allen Kreisen gefragt

Im Kreis Borken verzeichneten die BürgerBusse über 54.000 Fahrgäste, im Kreis Coesfeld waren es rund 129.000 Fahrgäste, im Kreis Steinfurt knapp 55.000 Fahrgäste und im Kreis Warendorf etwa 60.000 Fahrgäste. Im Jahr 2025 wurden insgesamt so viele Fahrgäste befördert wie nie zuvor. „Die Zahlen zeigen, dass BürgerBusse im Münsterland gebraucht und angenommen werden“, sagt Michael Klüppels, Leiter Verkehrsmanagement der RVM. „Gerade in ländlich geprägten Regionen ergänzen BürgerBusse den regulären Linienverkehr sinnvoll und schließen Lücken, die wirtschaftlich anders nicht zu bedienen wären.“

Was BürgerBusse so wertvoll macht

Die BürgerBusse ergänzen den regulären Linienverkehr häufig dort, wo ein regulärer Betrieb wirtschaftlich nicht darstellbar wäre. Sie sichern insbesondere im ländlichen Raum die Erreichbarkeit von Einkaufsmöglichkeiten, medizinischen Einrichtungen und wichtigen Umsteigepunkten. Getragen werden die Angebote von ehrenamtlich organisierten Vereinen und leisten so einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Die RVM betreut die BürgerBus-Vereine seit vielen Jahren als Betriebsführer und unterstützt sie organisatorisch und fachlich. Im Jahr 2025 feierten die BürgerBusse im Münsterland ihr 40-jähriges Bestehen.

Weitere Informationen zu den BürgerBussen der RVM: www.rvm-online.de/buergerbus

BUS2BUS 2026 bringt die Transformation der Busbranche auf die Straße

Mit mehr als 140 Ausstellern und 50 Bussen, vier Bühnen und über 100 Sessions zeigt die BUS2BUS 2026 gemeinsam mit ihrem Partner Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) in Berlin die ganze Bandbreite der Busmobilität und vereint die Branche an einem Ort.

Am 15. und 16. April 2026 wird das Berliner Messegelände mit mehr als 140 Ausstellern aus 22 Ländern und etwa 4.000 erwarteten Fachbesuchern erneut zum zentralen Treffpunkt der nationalen und internationalen Bus- und Zulieferindustrie.

„Die BUS2BUS 2026 zeigt die Transformation der Branche nicht theoretisch, sondern in der praktischen Umsetzung. Unternehmen müssen heute unter realen wirtschaftlichen und betrieblichen Bedingungen entscheiden. Genau dafür schaffen wir eine Plattform, auf der Lösungen erlebt, bewertet und im direkten Austausch weitergedacht werden können.“

Kerstin Kube-Erkens, Direktorin der BUS2BUS

„Wer wissen will, wohin sich die Busbranche entwickelt, darf die BUS2BUS nicht verpassen. Sie steht für Innovation, Austausch und politische Impulse und ist der Ort, an dem Unternehmerinnen und Unternehmer die entscheidenden Ideen und Lösungen für die Zukunft des Busverkehrs im ÖPNV und in der Touristik mitnehmen – von Digitalisierung bis hin zum autonomen Fahren.”

Christiane Leonard, bdo-Hauptgeschäftsführerin

Unter dem Leitmotiv „Die Zukunft ist unser Antrieb“ verbindet die BUS2BUS 2026 Fachmesse, Bühnenprogramm und Live-Erlebnisse zu einem integrierten Format mit klarem Umsetzungsfokus. Im Mittelpunkt stehen konkrete, skalierbare Lösungen für die Transformation der Busmobilität – von emissionsfreien Antrieben über Digitalisierung bis hin zu neuen Betriebs- und Geschäftsmodellen unter realen betrieblichen Bedingungen.

Von Herstellern bis Systemlieferanten

Die BUS2BUS 2026 verzeichnet bereits im Vorfeld ihrer fünften Ausgabe eine hohe Ausstelleranfrage und reagiert mit zwei Hallen und verdoppelter Ausstellungsfläche auf die starke Nachfrage aus der Branche. Aussteller präsentieren Innovationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Busmobilität – von Fahrzeugen über Systeme bis hin zu digitalen Services und Infrastruktur.

Führende Hersteller wie Daimler Buses, MAN, BYD, OTOKAR, Scania Deutschland, VinFast, Iveco Magirus, Karsan, MCV, SOR und Irizar/Higer nutzen die Plattform gezielt zur Positionierung ihrer aktuellen und zukünftigen Fahrzeuglösungen. Parallel setzen zentrale Systemlieferanten und Technologieanbieter wie ZF Friedrichshafen, IVU Traffic Technologies, OPES Solar Mobility, TO-ZERO electric vehicles, H2 MOBILITY, Fogmaker, Trapeze, Wattkraft, Zenobē und Spheros wichtige Akzente entlang der technologischen Wertschöpfungskette. Ergänzt wird das Line-up durch Mobilitätsanbieter wie BVG und DB Regio sowie das Bundesverkehrsministerium und bildet damit das gesamte Bus-Ökosystem aus Industrie, Betrieb, Technologie und Regulierung ab.

50+ Busse und 16.000 m² Außengelände

Die BUS2BUS 2026 setzt konsequent auf Praxisorientierung und nutzt ein 16.000 m² großes Außengelände für Live-Demonstrationen und Testdrives. Fahrzeuge werden dort nicht nur präsentiert, sondern aktiv im Einsatz gezeigt – in unterschiedlichen Einsatzszenarien und unter realitätsnahen betrieblichen Bedingungen. Über 50 Busse in verschiedenen Größen und Antriebskonzepten machen die Veranstaltung zu einer der praxisnächsten Plattformen der Branche – vom autonomen Kleinbus über Stadt- und Überlandbusse bis hin zum modernen Reisebus. Für Verkehrsunternehmen und Entscheider ermöglicht dieser Ansatz eine fundierte Bewertung neuer Technologien im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und Einsatzfähigkeit.

Fachprogramm mit internationaler Perspektive

Das Fachprogramm mit über 100 Sessions auf vier Bühnen wird von mehr als 120 internationalen Speakern aus Wirtschaft, Politik, Forschung und Praxis gestaltet und ergänzt die Fachmesse um einen fundierten inhaltlichen Rahmen. Im Fokus stehen zentrale Branchenthemen wie Dekarbonisierung, Digitalisierung, neue Betriebsmodelle und regulatorische Rahmenbedingungen. Die Future Forum Stage widmet sich strategischen Zukunftsthemen wie bedarfsgerechter Mobilität, Next Generation Mobilität sowie Transformation & Change in der Busbranche und umfasst unter anderem die bdo-Politik-Talks zu aktuellen verkehrs-, wirtschafts- und europapolitischen Fragestellungen.

Die Deep Dive Stage vertieft die Inhalte mit Best Practices und praxisnahen Diskussionen zu operativen Branchenthemen. Die Partner Stage stellt konkrete Lösungen für das Tagesgeschäft in den Mittelpunkt – von E-Mobilität und emissionsfreien Antrieben über Fachkräftemangel bis hin zur Kostenentwicklung im ÖPNV und autonomer Mobilität. Sie wird in Kooperation mit den bdo-Landesverbänden entwickelt und gestaltet.

Ergänzt wird das Programm durch eine vierte Bühne als Live-Podcaststudio: Die siebente Staffel des BUS2BUS-Podcasts BUS2Talk wird direkt vor Ort aufgezeichnet und macht den Branchendialog unmittelbar erlebbar.

bdo bringt Branche und Politik zusammen

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) gestaltet die BUS2BUS als ideeller Partner aktiv mit. In Halle 25 ist der Verband mit einem eigenen Stand vertreten und bietet Fachbesuchern eine zentrale Anlaufstelle für Austausch zu aktuellen Branchenfragen und politischen Rahmenbedingungen.

Ein politischer Höhepunkt der BUS2BUS 2026 ist die Teilnahme von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder am offiziellen Eröffnungsrundgang über das Ausstellungsgelände. Auch sein Ministerium ist mit einem eigenen Stand auf der Messe vertreten.

Fokus auf Fachkräfte, Nachwuchs und operative Berufe

Neben technologischen Innovationen adressiert die BUS2BUS 2026 gezielt den Fachkräftebedarf der Branche. Mit einem erweiterten Young Professionals-Programm und dem erstmals stattfindenden Busfahrer-Tag rückt die Messe Fachkräfte, Nachwuchs und operative Berufe in den Fokus und stärkt damit die personelle Basis der Transformation der Busmobilität.