Bilanz 2025: Wiener Linien mit über 900 Millionen Fahrgästen

Die Zahl der Fahrgäste ist im vergangenen Jahr auf 903 Millionen gestiegen. Auch die Zahl der Stammkunden hat einen neuen Rekordstand erreicht. Erfreuliches gibt es zudem bei WienMobil Rad zu berichten – hier wurde bei den Ausleihen erstmals die Million geknackt.

Die Wiener Linien sind auch 2025 wieder das bevorzugte Verkehrsmittel der Menschen in Wien gewesen. Knapp 1,34 Millionen Menschen sind bereits Stammkunden, der Großteil davon sind Besitzer von Jahreskarten, gefolgt von Klimatickets und Top-/Jugendtickets. Damit gibt es in Wien weit mehr Menschen mit einer Jahreskarte oder einem anderen Dauerticket als Pkw.

Erste Berechnungen zeigen zudem, dass sich die Tarifanpassung nicht auf die Zahl der Jahreskartenbesitzer ausgewirkt hat. So gab es zwar im November eine erhöhte Anzahl an Kündigungen von Jahreskarten, dafür im November und Dezember auch eine erhöhte Zahl von Neuabschlüssen. Im Jänner 2026 gab es trotz der Preiserhöhung 1,4 Prozent mehr Jahreskartenkunden als im November 2025. Der Trend setzt sich auch im neuen Jahr fort: Besonders im Februar gab es sehr viele Neubestellungen. Das liegt vor allem daran, dass viele Studenten nach dem Auslaufen des Semestertickets auf die neue Jahreskarte Jugend umgestiegen sind.

Der Trend zu den Öffis zeigt sich auch in den täglichen Fahrgastzahlen. 2,47 Millionen Fahrgäste sind im Schnitt jeden Tag mit den Öffis unterwegs, um 3 Prozent mehr als noch im Jahr zuvor.

„Hinter jeder einzelnen Fahrt in Wien stehen viele Menschen, die die Stadt täglich mobil halten und ein Öffi-Netz von Weltklasse bieten. Die Zunahme bei der Nutzung öffentlicher Verkehrsmittel gegenüber den Vorjahren verdeutlicht einmal mehr, dass die Öffis das Rückgrat der klimafreundlichen Mobilität in der Stadt sind. Und damit das so bleibt, investieren wir auch weiterhin intensiv in den Ausbau und Erhalt der Öffi-Infrastruktur.“

Alexandra Reinagl, Vorsitzende der Geschäftsführung der Wiener Linien

Rekord: Mehr als eine Million WienMobil Rad-Ausleihen 2025

Die Öffi-Infrastruktur der Wiener Linien ist nicht nur auf Bus, Bim und U-Bahn beschränkt. Der vierte Mobilitätszweig WienMobil erfreut sich in den vergangenen Jahren zunehmender Beliebtheit und hat auch 2025 für neue Rekorde gesorgt.

Mehr als 1,14 Millionen Mal wurden die WienMobil-Räder im Vorjahr ausgeliehen – im Vergleich zu 2024 eine Steigerung von 16 Prozent. Am liebsten werden die Räder für kurze Distanzen geliehen: 69 Prozent der Fahrten haben eine Fahrtdauer von unter 30 Minuten.

Die 3.100 WienMobil Räder und 300 E-Bikes tragen nicht nur zur Gesundheit bei, sondern tun auch der Umwelt etwas Gutes. Wäre man dieselben Kilometer mit dem Auto gefahren, hätte man rund 586 Tonnen CO₂-Äquivalente ausgestoßen. Wird dennoch einmal ein Auto benötigt, dann wird immer öfter auf die mehr als 100 E-Autos von WienMobil Auto zurückgegriffen. 68.700 Ausleihen bedeuten eine Steigerung von 13 Prozent zu 2024.  

Weltklasse-Öffis durch hochwertige Ausbildung

Mehr als 9.500 Mitarbeiter aus 70 Nationen arbeiten bei den Wiener Linien für verlässliche Mobilität auf Weltklasse-Niveau. Um diese hohe Qualität bei den Öffis zu halten, investieren die Wiener Linien auch weiterhin in die Ausbildung: 2025 haben die Wiener Linien 316 Straßenbahnfahrer, 79 U-Bahn-Fahrer und 145 Buslenker neu ausgebildet. Dazu kommen insgesamt 368 Lehrlinge in elf Lehrberufen, wie etwa Gleisbau oder Mechatronik.

Modernisierungen & Zukunftsprojekte

Auch 2025 haben die Wiener Linien ihre Modernisierungsoffensive mit Fokus auf die Gleiserneuerung fortgeführt. Dabei wurden rund 11 Kilometer Straßenbahngleise und 45 Weichen erneuert. Zugleich haben die Wiener Linien zwei neue Bim-Linien fertiggestellt. Die neuen Linien 12 und 27 gingen im Herbst mit insgesamt 4,6 Kilometern Neubaustrecke in Betrieb. Bei der U-Bahn lag der Fokus neben dem U2xU5-Neubau auf der Modernisierung der U4, aber auch die Linien U1 und U6 wurden verbessert. Auch 2026 steht ganz im Zeichen des Neubaus der U2xU5. Darüber hinaus wird die U4 vor der ÖBB-Stammstreckensperre fit gemacht, zusätzlich gibt es Modernisierungen bei der U3 und U6.

Mit dem Spatenstich für die Verlängerung der Linie 18 bis zur U2-Station Stadion wurde 2025 darüber hinaus ein wichtiges Zukunftsprojekt gestartet, das 2026 abgeschlossen und zu einer wichtigen Alternative während der ÖBB-Stammstreckensperre wird. Geplant sind auch großflächige Gleiserneuerungen, unter anderem am Ring, der Lerchenfelder Straße und der Gleiskreuzung im Bereich Spitalgasse/Nussdorfer Straße, die von sieben Bim-Linien befahren wird. Ebenfalls auf der Modernisierungs-Agenda steht die Erneuerung der Gleise in der Donaufelder Straße, die deutliche Verbesserungen für die Fahrgäste der Linien 25, 26 und 27 bringen wird. Insgesamt werden heuer 12,5 Kilometer Straßenbahngleise und 33 Bim-Weichen erneuert.

Insgesamt sind für 2026 Investitionen in Höhe von rund 759,9 Millionen Euro geplant, wovon rund 426,7 Millionen Euro auf den U-Bahn-Neubau entfallen.

Mehr Tempo

Es ist allerdings nicht nur mit der Verbesserung der Infrastruktur getan. Die Wiener Linien haben daher gemeinsam mit der Stadt das Beschleunigungsprogramm „Mehr Tempo für Bus und Bim“ gestartet. Dabei wurden 29 Straßenbahn- und 134 Autobuslinien analysiert und gezielt Maßnahmen gesetzt, damit die Öffis schneller vorankommen: Bevorrangungen bei Ampeln und grüne Wellen für Bus und Bim, die Beseitigung neuralgischer Falschparker-Hotspots, das Auflösen von Abbiegespuren sowie neue eigenständige Bus- und Straßenbahnspuren. 

ESC und TRAM-WM

Ein großes Highlight für die Wiener Linien wird heuer der Eurovision Song Contest: Ganz Wien wird dabei zur Bühne, besondere Highlights sind die WL x ESC Party-Bim auf der Linie 49, die als rollende Bühne zwischen Volkstheater und Stadthalle in der Woche des ESC unterwegs ist, sowie Auftritte von U-Bahn-Stars im Öffi-Netz und am Event-Hotspot Karlsplatz. Darüber hinaus sind die U-Bahnen in einem dichteren Intervall unterwegs, im Bereich der Stadthalle werden die Straßenbahnlinien 6,18 und 49 anlassbezogen verlängert. 

Das Highlight des vergangenen Jahres war definitiv die TRAM-Weltmeisterschaft im September. Die Wiener Linien haben hier nicht nur international gezeigt, dass Wien eines der besten Öffi-Netze der Welt hat, sondern auch weltmeisterliche Fahrer. Der Gewinn der TRAM-WM vor den heimischen Öffi-Fans war ein großer Imagegewinn für die gesamte Stadt und stärkte die Öffi-Begeisterung weltweit. 

Digitalisierung bei der Schiene wird vorangetrieben

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder treibt die Digitalisierung der Schiene voran: sowohl bei der Digitalisierung der Schieneninfrastruktur als auch bei der Umrüstung der Züge mit digitaler Technik hat Deutschland Nachholbedarf, der jetzt entschieden angegangen wird.

Dazu wurde am 17. April 2026 die „ERTMS-Koordinierungsstelle“ gestartet, die ab sofort dafür sorgt, dass alle erforderlichen Maßnahmen aufeinander abgestimmt und erfolgreich umgesetzt werden. Sie ist Anlaufpunkt für den gesamten Bahnsektor zu Fragen rund um das Thema ERTMS (European Rail Traffic Management System) und ETCS (European Train Control System) und koordiniert die Förderung der Umrüstung der vorhandenen Züge auf die neue Technologie.

„Mit der Koordinierungsstelle treibt das Bundesverkehrsministerium die Digitalisierung der Eisenbahn aktiv voran. Gemeinsam mit unseren Partnern werden wir dafür sorgen, dass die erforderlichen Maßnahmen zügig umgesetzt werden und das deutsche Schienennetz fit für die Anforderungen der Zukunft wird.“

Bundesminister Patrick Schnieder

Die digitale Schiene erhöht perspektivisch die Kapazität des bestehenden Netzes, da Züge in dichteren Abständen fahren können, ohne dass neue Gleise gebaut werden müssen. Zudem verbessert sie die Pünktlichkeit und Zuverlässigkeit durch eine Echtzeit-Kommunikation zwischen Zügen und Leitstellen.

Auf die Einrichtung der Koordinierungsstelle hat sich der „Runde Tisch Digitalisierung“ auf Initiative des BMV verständigt. Zentrales Entschei­dungsgremium der Koordinierungsstelle ist ein Lenkungskreis, dem als stimmberechtigte Mitglieder Vertreter der Länder, die Aufgabenträger (ver­treten durch den BSN), die Verbände der im Bundesschienenwegeausbauge­setz vorgesehenen Eisenbahnverkehrsunternehmen (vertreten durch VDV, mofair, DIE GÜTERBAHNEN) sowie die DB InfraGO AG angehören. Den Vorsitz des Lenkungskreises hat das BMV.

Die Koordinierungsstelle wird durch das BMV zunächst bei der PD – Berater der öffentlichen Hand GmbH angesiedelt und nimmt ab sofort ihre Arbeit auf. Zum 30.06.2027 wird die Organisationsform evaluiert.

Statements der Verbände

„Die ERTMS-Koordinierungsstelle bietet die Chance, gemeinsam Bahnstrecken gezielt und abgestimmt auf die Ausrüstung der Fahrzeugflotten zu digitalisieren. Damit vermeidet die Branche ein Verantwortungs-Ping-Pong und stellt sicher, dass Entscheidungen gemeinsam getroffen und die Umsetzung beschleunigt wird.“

Jan Görnemann, Geschäftsführer des BSN

„Wir begrüßen die heute durch das Bundesverkehrsministerium verkündete Einrichtung einer übergreifenden Koordinierungsstelle für den bundesweiten Roll-out der digitalen Standards ERTMS und ETCS. Um den Eisenbahnbetrieb sicherer, effizienter und grenzüberschreitend interoperabler zu gestalten, ist eine schnellstmögliche branchenweite Umsetzung dieser Standards notwendig. Die Branche hat mit der neuen Koordinierungsstelle nun einen gemeinsamen Anlaufpunkt. Dies war eine jahrelange Forderung des VDV und der Branche, um die umfassende Transformation koordiniert und mit möglichst geringem bürokratischem Aufwand für die Eisenbahnunternehmen umsetzen zu können. Dafür ist es wichtig, dass der bisher im Rahmen des runden Tisches Digitalisierung gute und fachlich fundierte Austausch auf Augenhöhe zwischen allen Beteiligten auch künftig erhalten bleibt. Unsere Erwartung an die neue Koordinierungsstelle ist es, dass eine gemeinsame und an den notwendigen Anforderungen der Branche orientierte Zusammenarbeit sichergestellt wird und mit diesem Rückenwind die dringend notwendigen Digitalisierungsschritte bei der Eisenbahn weiter schrittweise realisiert werden.“

VDV-Präsident Ingo Wortmann

Oliver Wolff als VDV-Hauptgeschäftsführer bestätigt

Das Präsidium des Verbandes Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) folgt dem einstimmigen Vorschlag des VDV-Vorstands und hat den Vertrag des Hauptgeschäftsführers Oliver Wolff (61) vorzeitig verlängert, er läuft nun bis 2030.

Wolff leitet seit 2011 als geschäftsführendes Präsidiumsmitglied hauptamtlich den Branchenverband des Öffentlichen Personenverkehrs, des Schienengüterverkehrs und der Infrastrukturen. Ebenfalls verlängert wurde der Vertrag von Martin Schmitz, der seit 2012 als Geschäftsführer Technik beim VDV tätig ist. Sein Vertrag läuft nun bis Ende 2031. Der Vertrag von ÖPNV-Geschäftsführer Alexander Möller stand noch nicht zur Verlängerung an.

„Die Branche befindet sich mitten in einer umfassenden Transformation und steht vor immensen Herausforderungen. In einer solchen Situation ist es entscheidend, dass der Branchenverband stark bleibt. Die hauptamtlichen Kolleginnen und Kollegen mit Oliver Wolff an der Spitze, leisten seit vielen Jahren eine sehr gute und maximal engagierte Arbeit für die gesamte Branche. Insofern sind die vorzeitigen Vertragsverlängerungen des Hauptgeschäftsführers und des Geschäftsführers Technik ein klares Signal für Kontinuität. Ich bedanke mich im Namen des Präsidiums ausdrücklich für die bisher geleistete Arbeit und freue mich auf die weitere Zusammenarbeit.“

VDV-Präsident Ingo Wortmann

„Ich bedanke mich für das Vertrauen. Ein besonderer Dank gilt in diesem Zusammenhang aber den Kolleginnen und Kollegen im Hauptamt für ihr großartiges Engagement und ihren täglichen Einsatz. Wir werden zusammen mit unseren Mitgliedern den herausfordernden Weg, den die Branche aktuell gehen muss, in den kommenden Jahren mit vollem Einsatz gemeinsam weitergehen. Ich freue mich auf die weitere Zusammenarbeit.“ 

Oliver Wolff

„Die Transformation, in der sich die Branche befindet, zeigt sich auch in nahezu allen technischen Bereichen des Betriebs und der Infrastruktur. Es gibt viel zu tun, um die Entwicklungen im Bereich Digitalisierung, Automatisierung und Dekarbonisierung weiter voranzubringen. Ich freue mich, dies auch in den kommenden Jahren gemeinsam mit unseren Mitgliedern gestalten und begleiten zu können.“

Martin Schmitz

Personalmangel vorbeugen: Busfahrer-Bewerbertag bei HEAG mobilo

Wie die gesamte ÖPNV-Branche stellt der demografische Wandel auch die HEAG mobilo vor Herausforderungen: Bis zum Jahr 2030 wird jeder fünfte Beschäftigte des Darmstädter Verkehrsunternehmens in Ruhestand gehen, darunter auch über 30 Busfahrer. Um Menschen für den Beruf des Busfahrers zu begeistern und ihren Fahrgästen auch in Zukunft einen zuverlässigen Nahverkehr bieten zu können, hatte die HEAG mobilo am 16. April 2026 gemeinsam mit der Agentur für Arbeit Darmstadt, dem Jobcenter Darmstadt sowie der Kreisagentur für Beschäftigung zu einem Bewerbertag auf ihren Betriebshof Böllenfalltor geladen. Bewerber, die von den Jobcentern in Stadt und Landkreis ausgewählt wurden, konnten in Gesprächen mit der Personalabteilung einen ersten Eindruck vom Aufgabenprofil im Fahrdienst erhalten und sich ihrem potenziellen neuen Arbeitgeber vorstellen.

„Mit dem öffentlichen Dienstleistungsauftrag für den Busverkehr haben wir als Aufgabenträger die HEAG mobilo für die nächsten 15 Jahre beauftragt. Vor dem Hintergrund des demografischen Wandels braucht es schon heute gezielte Maßnahmen, um einen zuverlässigen Nahverkehr in der Region mit qualifiziertem Personal anzubieten. Deshalb freue ich mich, dass so viele interessierte Bewerber gefunden wurden und heute hier sind.“

Lutz Köhler, ÖPNV-Dezernent und Vize-Landrat des Landkreises Darmstadt-Dieburg

Kooperation von HEAG mobilo, Jobcenter & Agentur für Arbeit 

Die enge Kooperation der HEAG mobilo mit den Jobcentern sowie der Agentur für Arbeit zeigt sich nicht nur beim Bewerbertag: „Das ‚Busfahrer-Ausbildungsprojekt‘ von HEAG mobilo und Kreisagentur für Beschäftigung existiert seit über fünf Jahren und erleichtert Menschen einen Einstieg in den Beruf des Busfahrers. Durch diese gemeinsame Initiative sind bereits 32 Arbeitsverträge zustande gekommen“, ergänzt Christel Sprößler, Sozialdezernentin des Landkreises Darmstadt-Dieburg.  Bei diesem Programm vermittelt die Agentur Arbeitssuchenden, die sich für den Beruf des Busfahrers interessieren und zuverlässig, pünktlich und engagiert auftreten, Praktika bei dem Darmstädter Verkehrsunternehmen. Verläuft das zweiwöchige Praktikum erfolgreich, trägt die Arbeitsagentur die Kosten für den Busführerschein und die nötigen Qualifizierungen in Höhe von etwa 13.000 Euro.

Gute Zusammenarbeit schafft Chancen

Jochen Reinheimer, Bereichsleiter Markt und Integration des Jobcenters Darmstadt, erklärt: „Formate wie dieser Bewerbertag unterstützen unmittelbar und niedrigschwellig den Übergang in eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung. Gleichzeitig steht dahinter mehr als ein Vermittlungstermin. Busfahrerinnen und Busfahrer leisten einen unverzichtbaren Beitrag zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Wer aus der Arbeitslosigkeit in eine solche Tätigkeit wechselt, gewinnt nicht nur Einkommen, sondern auch Sinn und gesellschaftliche Teilhabe.“

Im Rahmen von Beratungsgesprächen prüfen die Integrationsfachkräfte des Jobcenters Darmstadt, ob eine Tätigkeit als Busfahrer eine geeignete berufliche Perspektive darstellt und welche Voraussetzungen hierfür erfüllt werden müssen. Relevant sind dabei Fahrpraxis, technisches Grundverständnis und soziale Kompetenz im Umgang mit Fahrgästen. Auch Quereinsteiger aus verwandten Berufsfeldern – etwa Transport/Logistik, Handwerk oder dem Sicherheitsbereich – bringen häufig passende Voraussetzungen mit. Bewerber, die beim heutigen Bewerbertag im Gespräch mit der Personalabteilung der HEAG mobilo überzeugen konnten, erhalten im Anschluss die Einladung zu einem Vorstellungsgespräch.

Niedrigschwelliger Einstieg in das Berufsfeld wichtig

HEAG mobilo Geschäftsführer Arne Rath freut sich über das Interesse am Bewerbertag: „Über 120 Menschen sind heute auf den Betriebshof zu uns gekommen und ich hoffe viele dort in Zukunft auch wiederzutreffen. Es ist schön zu sehen, dass der Beruf des Busfahrers für viele Menschen nach wie vor attraktiv ist“.

Wichtig sind aus Sicht des Verkehrsunternehmens niedrigschwellige Einstiegsmöglichkeiten in den Beruf: „Wer in Deutschland einen Bus fahren will, muss mindestens 21 Jahre alt sein. Bis dahin haben sich aber viele Schulabgänger schon für einen anderen Beruf entschieden“ sagt Johannes Gregor, Geschäftsführer der HEAG mobilo. Die notwendige schriftliche Prüfung stelle hingegen Quereinsteiger aufgrund von Sprachhürden vor eine Herausforderung, denn diese kann nur in Deutsch abgelegt werden.

„Die Menschen wollen Bus und Bahn fahren, weil sie praktisch arbeiten möchten. Für die Kommunikation mit Fahrgästen sind mündliche Sprachkenntnisse wichtig und Voraussetzung. Diese sind aber leichter zu erlangen als schriftliche“, so Johannes Gregor.

Bus2Bus 2026 mit 13 Prozent Fachbesucherplus und wachsender Internationalität

Die Bus2Bus 2026 , die am 15. und 16. April auf dem Berliner Messegelände stattfand, zieht eine klar positive Bilanz. 156 Aussteller aus 25 Ländern, 3.800 Teilnehmende – darunter 3.200 Fachbesucher –, 60 Busse im Live-Einsatz sowie über 100 Sessions mit mehr als 120 Speakern auf vier Bühnen: Die Messe bot einen kompakten Überblick über Markt, Technologien und Anwendungen.

Zu den Teilnehmenden zählten neben Fachbesuchern auch Ausstellerteams, Speaker sowie Vertreter aus Medien und Politik. Aufgrund der gestiegenen Nachfrage wurde eine zusätzliche Halle belegt. Damit unterstreicht die Bus2Bus ihre wachsende Bedeutung als zentrale Plattform der Branche und setzte klare Impulse für Investitions- und Strategieentscheidungen.

Ausblick: Wachstum und Weiterentwicklung

Die Bus2Bus entwickelt ihr Konzept gezielt weiter. Mit einer eigenen Bus2Bus-Zone auf der InnoTrans Asia in Singapur vom 7. bis 9. September 2027 trägt sie ihre Themen und ihr Netzwerk in internationale Wachstumsmärkte. Gleichzeitig reagiert sie auf die steigende Dynamik der Branche und erweitert ihr Format am Standort Berlin: Ab 2028 wird die Veranstaltung von zwei auf drei Tage verlängert.

Busbranche rückt stärker ins Zentrum der Politik

Gemeinsam mit dem Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) als ideellem Partner bringt die Bus2Bus Wirtschaft, Politik und Praxis zusammen. Christiane Leonard, Hauptgeschäftsführerin des bdo, betont die wachsende Relevanz der Veranstaltung:

„Die Bus2Bus 2026 war so politisch wie nie. Neben zentralen Zukunftsthemen, wie dem autonomem Fahren und der Elektrifizierung von Busflotten, zählen steigende Energiepreise zu den drängendsten Herausforderungen der Branche. Umso wichtiger ist gerade deshalb der direkte Austausch mit der Politik. Der Besuch von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder sowie die Präsenz des Bundestagsverkehrsausschusses und des Parlamentskreises Bus sind ein klares Signal für die wachsende Bedeutung der Busbranche.“

Hervorragende Zufriedenheitswerte

Wie Vorab-Ergebnisse der Veranstaltungsbefragungen zeigen, wird dieses Konzept sowohl auf Fachbesucher- als auch auf Ausstellerseite sehr positiv wahrgenommen: Über 90% der Befragten aus beiden Zielgruppen äußern sich lobend dazu. Auch darüber hinaus ist die Stimmung unter den Fachbesuchern rundherum positiv: 9 von 10 befragten Fachbesuchern sind mit der Veranstaltung insgesamt sowie mit ihrer Rolle als Plattform für Innovationen und Neugeschäfte (sehr) zufrieden. In ebenso hohem Maße werden die wichtigsten Besuchsziele „Neue Busse sehen“ und „Networking“ erreicht. Auch aus geschäftlicher Sicht ist die Bus2Bus 2026 ein Erfolg: Rund 90% bewerten das geschäftliche Ergebnis positiv. Ebenso viele würden die Veranstaltung in der Branche weiterempfehlen und auch künftig wieder besuchen.

Die Vorab-Ergebnisse der Ausstellerbefragung zeugen ebenfalls von einer hohen Beteiligungszufriedenheit: 9 von 10 befragten Ausstellern haben einen (sehr) guten Gesamteindruck von der Messe. Ebenso viele bewerten den Ansatz, die gesamte Bandbreite und Innovationen der Busbranche darzustellen, positiv. Die relevantesten Zielgruppen „ÖPNV“ und „Mobilitätsanbieter“ werden beide in hohem Maße erreicht und auch die Qualität der Fachbesuchenden wird sehr positiv hervorgehoben.

Save-the-Date:

  • Bus2Bus Zone auf der InnoTrans Asia in Singapur, 7. bis 9. September 2027
  • Bus2Bus, 4. bis 6. April 2028, Messegelände Berlin

Eisenbahner/innen mit Herz 2026 ausgezeichnet

Ob stundenlange Verspätungen, verpasste Umstiege, verlorenes Gepäck oder fehlende Fahrstühle: Jeden Tag geben Bahnbeschäftigte in ganz Deutschland alles, um Reisenden zu helfen und sie zu unterstützen. Mehr als 300-mal haben sich Fahrgäste in den vergangenen Monaten an die Allianz pro Schiene gewandt und besonders engagierte Mitarbeitende als Eisenbahner mit Herz vorgeschlagen. Die diesjährigen Gewinnerinnen und Gewinner wurden von einer Fachjury aus der Branche ausgewählt und werden am 16. April 2026 bei einer feierlichen Gala in Potsdam ausgezeichnet.

Die Preise werden in den Kategorien Gold, Silber und Bronze vergeben; außerdem gibt es in diesem Jahr einen Sonderpreis. Der Geschäftsführer der Allianz pro Schiene und Jury-Mitglied Dirk Flege würdigte die Leistung, die Zugbegleiter, Lokführerinnen und Servicemitarbeitende auch unter schwierigsten Bedingungen erbringen:

„Bahnbeschäftigte haben derzeit wahrlich keinen leichten Job. Die immer häufiger vorkommenden körperlichen Angriffe auf das Zugpersonal machen uns als Jury fassungslos und betroffen. In diesem Jahr denken wir ganz besonders an den im Dienst getöteten Serkan Çalar. Seine Kolleginnen und Kollegen im ganzen Land werden diese Tat kaum vergessen können. Dass sich so viele trotzdem nicht entmutigen lassen und jeden Tag einen herausragenden Job machen, sich oft noch nach Feierabend aufopferungsvoll um Reisende kümmern und ihnen bei allen Problemen weiterhelfen, das verdient in höchstem Maße Lob und Anerkennung. Wir wollen auch bei unserer 16. Preisverleihung unseren Eisenbahnern mit Herz eine Bühne geben, damit sie in der Öffentlichkeit die Wertschätzung und Anerkennung erfahren, die sie verdient haben.“

GOLD & Publikumspreis: Ronald-Phillip Tolkiehn, Arverio Baden-Württemberg

Am 25. Januar 2026 legt eine unerwartet dicke Schneedecke Baden-Württemberg lahm; auf Straße und Schiene geht kaum noch was. Mittendrin ist Zugbegleiter Ronald-Phillip Tolkiehn im vollen Regionalzug zwischen Stuttgart und Geislingen. Als die Bahn in Esslingen dreieinhalb Stunden feststeckt, managt Tolkiehn diverse Anschlussfragen seiner Fahrgäste und kümmert sich darum, dass zwei Häftlinge auf Freigang wegen der Verspätung keinen Ärger mit ihrem Bewährungshelfer bekommen. Nachts fährt der Zug endlich in Geislingen ein. Theoretisch hätte Ronald-Phillip Tolkiehn jetzt seinen längst überfälligen Feierabend. Doch als zwei Fahrgäste in Geislingen zu stranden drohen, zögert er nicht lange: Wo Taxis längst aufgegeben haben, kratzt Ronald-Phillip Tolkiehn sein eigenes Auto frei und fährt einen Riesen-Umweg, um die beiden Reisenden sicher zuhause abzusetzen. Nach drei Stunden Autofahrt ist er selbst gegen vier Uhr morgens zuhause. „Für mich war es einfach selbstverständlich zu helfen“, sagt der Eisenbahner mit Herz 2026 ganz bescheiden. Er erhält nicht nur den Goldpreis der Jury. Auch das Publikums-Voting gewann Tolkiehn mit großem Abstand.

SILBER: Manuel Drechsel, Steffen Richter und Sven Schimmel, Die Länderbahn

Sven Schimmel steht ein aufregender Tag bevor: Denn am 11. April 2025 hat er seine Abschlussprüfung zum Lokführer. Erst läuft alles glatt, doch dann bringen ein randalierender Fahrgast, ein Polizeieinsatz und der Krampfanfall einer Reisenden den Prüfungstag gehörig durcheinander. Zusammen mit seinen beiden Prüfern Manuel Drechsel und Steffen Richter bewahrt Sven Schimmel einen kühlen Kopf. Steffen Richter kümmert sich um die Reisende, und Manuel Drechsel unterstützt Sven Schimmel im Führerstand dabei, mit dem Fahrdienstleiter und der Leitstelle im Austausch zu bleiben. Als die Reisende beim Eintreffen der Notärztin erneut zusammenbricht, entscheiden die drei Männer, sie abzuschirmen und übernehmen dafür gegenüber der Notärztin die Verantwortung. Sie nehmen die Frau, die unter einer posttraumatischen Belastungsstörung leidet, mit in den Führerstand, damit sie zur Ruhe kommen kann. Seine Prüfung deshalb abzubrechen, ist für Sven Schimmel keine Option. Er zieht das Ganze durch und ist am Ende dieses aufregenden Tages ganz offiziell Lokführer.

BRONZE: Patricia Bergmann, DB InfraGO

Patricia Bergmann ist die gute Seele am Bahnhof Landshut. Dienst nach Vorschrift? Nicht mit ihr. In ihrer Rolle als Mobilitätsservice-Mitarbeiterinruft sie die Menschen, die ihre Unterstützung vorab gebucht haben, immer erst mal an, um sie besser kennenzulernen und um zu klären, wo genau ihre Bedürfnisse liegen. Als die 14-jährige Carla zum ersten Mal allein mit dem Regionalzug zu ihrer Tante nach Passau reisen will, beruhigt Patricia Bergmann schon am Telefon die aufgeregte Mutter. Am Reisetag droht dann trotzdem alles schiefzugehen: Denn das Gleis, an dem Carla in den Zug steigen müsste, hat keinen Aufzug. Patricia Bergmann will den Zug deshalb umleiten zu einem anderen Gleis – doch das wird ausgerechnet von einem defekten Zug blockiert. Aufgeben kommt für Patricia Bergmann aber nicht infrage. Sie hilft Carla dabei, die Treppen hochzukommen, während der Stiefvater sich darum kümmert, den Rollstuhl hinterherzutragen. Carla und ihre Familie sind begeistert von der herzlichen und zupackenden Art von Patricia Bergmann. Seitdem reist Carla häufiger mit der Bahn zu ihrer Tante – und freut sich jedes Mal auf Patricia Bergmann.

SONDERPREIS: Alexander Rezek, DB Vertrieb

Niemand hat in der Geschichte des Eisenbahners mit Herz so viele Nominierungen und Auszeichnungen erhalten wie er: Alexander Rezek wurde insgesamt schon zehn Mal von Reisenden nominiert. 2019 bekam er den Preis in der Kategorie Silber; 2017, 2018 und 2024 wurde er Landessieger für Nordrhein-Westfalen. 20 Jahre war Rezek als Zugbegleiter in den ICEs der Deutschen Bahn anzutreffen, inzwischen arbeitet er als Servicemitarbeiter im Reisezentrum am Kölner Hauptbahnhof. Dort hilft er den Reisenden bei allen Fragen rund um Gepäck, Umstiege und Fahrkarten. Dabei begegnet er den Menschen immer herzlich und mit einem Lächeln. Er ist erst dann zufrieden, wenn er wirklich weiterhelfen konnte und die Reisenden am Ende glücklich sind. Seine freundliche und zugewandte Art ist es, die ihm immer wieder Fanpost und Nominierungen im Wettbewerb Eisenbahner mit Herz einbringt. „Dass ich jetzt noch den Sonderpreis erhalte, das rührt mich, und es macht mich stolz“, sagt Alexander Rezek.

Landessiegerinnen und Landessieger

  • Bayern: Bilal Impram, Arverio
  • Berlin: Beatrix Bauer, ODEG
  • Hessen: Jacqueline Stawicki, DB Fernverkehr
  • Niedersachsen: Wasam Sulaiman, DB Service
  • Nordrhein-Westfalen: Mesut Burus und Armin Dörr, eurobahn
  • Rheinland-Pfalz: Jihan Hamo, vlexx
  • Saarland: Amir Fifa, DB InfraGO
  • Sachsen: Simone Hübert, Mitteldeutsche Regiobahn (transdev)
  • Sachsen-Anhalt: Rebekka Schumer von Abellio Mitteldeutschland

Weitere Informationen zu allen Landessieger/innen und Nominierten finden sich hier.

Görlitz und Zwickau setzen bei neuen Straßenbahnen auf TINA von Stadler

Stadler hat den Zuschlag zur Lieferung von 14 modernen Niederflur-Straßenbahnen des Typs TINA an die Görlitzer Verkehrsbetriebe (GVB) und die Städtischen Verkehrsbetriebe Zwickau (SVZ) erhalten. Damit setzen aktuell bereits acht europäische Städte auf den Stadler-Tram-Typ TINA, der deutlich mehr Komfort für die Fahrgäste bietet. Der Einsatz ist auf den meterspurigen Netzen in Görlitz (acht Straßenbahnen) und Zwickau (sechs Straßenbahnen) vorgesehen und die Inbetriebnahme erfolgt ab 2028. Mit dem Auftrag setzen beide Verkehrsunternehmen langfristig auf eine moderne, barrierefreie und zukunftsfähige Straßenbahnflotte.

Mit TINA („Total integrierter Niederflur‑Antrieb“) bietet Stadler eine Straßenbahn, die innerhalb kurzer Zeit breite Marktakzeptanz gefunden hat und sukzessive in immer mehr Städten Europas zum Einsatz kommt. In den Städten Basel, Den Haag, Darmstadt, Gera, Halle (Saale) und Rostock fahren die TINA-Trams bereits. Die für Sachsen vorgesehenen Fahrzeuge sind rund 30 Meter lang, vollständig niederflurig und barrrierefrei. Breite Türen, stufenlose Übergänge sowie großzügige Multifunktionsbereiche erleichtern den Zugang für Fahrgäste mit eingeschränkter Mobilität ebenso wie für Familien oder Personen mit Gepäck.

Der Innenraum folgt einem klaren Komfortanspruch:

  • Hohe Decken und große Panoramafenster schaffen ein offenes, helles Raumgefühl
  • Vollklimatisierte Fahrgasträume sorgen für angenehme Temperaturen zu jeder Jahreszeit
  • Moderne Informations‑ und Monitor­systeme bieten klare Orientierung
  • Ergonomisch gestaltete Fahrerstände für das Fahrpersonal mit dem Stadler‑Uniboard, das zentrale Fahrzeugfunktionen übersichtlich bündelt
  • Assistenzsysteme, wie zum Beispiel ein Kollisionswarnsystem, das den Bereich vor der Straßenbahn überwacht und das Fahrpersonal bei potenziellen Gefahrensituationen frühzeitig warnt, unterstützen sicheres und konzentriertes Fahren.

Gleichzeitig sind die TINA-Trams auf die Bedürfnisse der Betreiber ausgelegt: Energieeffizienz, Wartungsfreundlichkeit und eine hohe Standardisierung über verschiedene Fahrzeugvarianten hinweg ermöglichen einen wirtschaftlichen und langfristig stabilen Betrieb. Gefertigt werden die Fahrzeuge von Stadler in Polen.

B-Wagen-Projekt in Dortmund nimmt wieder Tempo auf

Am 14. April 2026 wurde das 25. Neufahrzeug im Rahmen des »B-Wagen-Projektes« – und das erste seit mehr als einem Jahr – auf dem Betriebshof von DSW21 in Dorstfeld angeliefert. Das Insolvenzverfahren beim Hersteller »Heiterblick« hatte das Großprojekt des Dortmunder Verkehrsunternehmens Anfang 2025 ins Stocken gebracht. 24 von insgesamt 34 bestellten Neufahrzeugen waren bis zu diesem Zeitpunkt an DSW21 ausgeliefert worden. Lange Zeit war anschließend unklar, ob die noch fehlenden zehn Fahrzeuge überhaupt produziert werden würden.

Umso größer die Erleichterung bei DSW21, als man sich Ende vergangenen Jahres nach monatelangen Verhandlungen mit Heiterblick und dem zuständigen Sachwalter auf eine Fertigstellungsvereinbarung für die zehn ausstehenden Neufahrzeuge einigen konnte. Inzwischen wurde die Produktion in Leipzig wieder hochgefahren. Mit dem polnischen Stadtbahn-Bauer PESA hat sich ein Investor gefunden, der bei Heiterblick einsteigt. Der erste der zehn ausstehenden Stadtbahnwagen – er wird die Nummer 389 tragen – ist nun in Dortmund eingetroffen und kann voraussichtlich schon ab Ende Mai »auf Strecke« gehen. Die weiteren neun Fahrzeuge folgen nach und nach bis Mitte 2027.

„Die Ankunft des 25. Neufahrzeugs ist nicht nur für uns als Unternehmen, sondern vor allem für die vielen ÖPNV-Nutzer*innen in Dortmund eine richtig gute Nachricht. Die Erweiterung unserer Stadtbahn-Flotte schreitet nun endlich weiter voran. Mit jedem zusätzlichen Fahrzeug, das in Dortmund eintrifft, werden wir im Betrieb leistungsstärker und flexibler.“

DSW21-Verkehrsvorstand Ulrich Jaeger

Parallel laufen derzeit mit PESA und Heiterblick Gespräche über die Fortsetzung des Modernisierungsprogramms – Teil 2 des insgesamt rund 300 Millionen Euro schweren »B-Wagen-Projekts«. Geplant und beauftragt ist, die 64 Fahrzeuge der Bestandsflotte in den kommenden Jahren baugleich zu den Neufahrzeugen zu modernisieren. Bislang befindet sich nur der »Prototyp« in Dortmund, wo er zurzeit die Typprüfung, Voraussetzung für die Zulassung zum Linienbetrieb, durchläuft.

Gelingt es, auch für das Modernisierungsprogramm eine Einigung zu erzielen, würde DSW21 Anfang der 2030-er Jahre über 98 hochmoderne B-Wagen verfügen. Hinzu kommen die 47 Niederflurwagen des Typs NGT-8, die auf der Ost-West-Strecke (U43 / U44) eingesetzt werden.

Welttag des öffentlichen Nahverkehrs: UITP ruft zum Handeln auf

Am 17. April 2026 findet erstmals der Welttag des öffentlichen Verkehrs statt. Ziel ist es, die zentrale Rolle des ÖPNV weltweit sichtbar zu machen. Die Initiative wird von der UITP (International Association of Public Transport) getragen. Im Fokus stehen die täglichen Wege der Fahrgäste sowie die Menschen, die den Betrieb ermöglichen. Das Motto lautet: Ein Tag. Millionen Fahrten.

Weltweit sind Medien eingeladen, das Thema aufzugreifen. Der Aktionstag bietet einen Anlass, über die Bedeutung des öffentlichen Verkehrs zu berichten und Beispiele aus verschiedenen Regionen zu zeigen. Der Termin ist Teil einer globalen Agenda. Die UITP hatte den Aktionstag im Dezember 2025 im Rahmen der UN-Dekade für nachhaltigen Verkehr angekündigt. Dahinter steht die Erkenntnis: Öffentlicher Verkehr ist ein wichtiger Faktor für Lebensqualität, wirtschaftliche Entwicklung und soziale Teilhabe.

“Durch die vielfältigen Mobilitätsmöglichkeiten, die er uns bietet, hat der öffentliche Nahverkehr das Potenzial, Gemeinschaften zusammenzubringen – insbesondere in der aktuellen Situation – und für gesündere Städte und glücklichere Menschen zu sorgen. Er treibt das Wirtschaftswachstum voran und verschafft uns Zugang zu Arbeitsplätzen, Bildung, Kultur und vielen anderen lebenswichtigen Dingen und Möglichkeiten. Der Welt-Tag des öffentlichen Nahverkehrs mag zwar nur 24 Stunden dauern, doch unsere Branche und unsere Fahrgäste legen jeden Tag rund um die Uhr Millionen von Fahrten zurück – und genau das ist der Beitrag, den der öffentliche Nahverkehr zum städtischen Leben leistet.”

Mohamed Mezghani, Generalsekretär der UITP

Breite Beteiligung weltweit

Mehr als 200 Organisationen beteiligen sich an der Premiere. Aktionen finden auf allen Kontinenten statt. Geplant sind unter anderem:

  • Sondertickets und zusätzliche Angebote
  • Veranstaltungen für Fahrgäste
  • Informationskampagnen in Städten wie Kapstadt, Delhi und Stockholm

Auch Infrastrukturprojekte werden eingebunden. Beispiele sind neue Verbindungen in Prag oder zusätzliche Busangebote in Neuseeland. In vielen Städten werden Fahrzeuge, Stationen und öffentliche Räume im Kampagnendesign gestaltet. Wahrzeichen werden in Aktionsfarben beleuchtet.

Beitrag zu Klimazielen und Stadtentwicklung

Begleitet wird der Tag durch Durchsagen, Videos und Erfahrungsberichte. Fahrgäste teilen ihre Perspektiven. Gleichzeitig wird das Personal im ÖPNV gewürdigt. Zusätzlich entsteht eine offene Spotify-Playlist für Fahrten im öffentlichen Verkehr.

Der öffentliche Verkehr spielt eine zentrale Rolle für den Klimaschutz. Er reduziert Emissionen, senkt den Energieverbrauch und entlastet Städte vom Individualverkehr. Gleichzeitig stärkt er die Wirtschaft. Er schafft Arbeitsplätze und verbessert den Zugang zu Bildung, Arbeit und Dienstleistungen. Investitionen in den ÖPNV gelten daher als wichtiger Standortfaktor für Städte und Regionen.

Mitmachen erwünscht: Unternehmen, Fahrgäste und Medien sind eingeladen, sich zu beteiligen. Beiträge können unter dem Hashtag #WorldPublicTransportDay geteilt werden.

Zugang zu öffentlichem Regional- und Nahverkehr stärken

Die aus dem Bundesjustizministerium angestoßene Debatte um die Entkriminalisierung von „Schwarzfahren“ geht für den Bundesverband SchienenNahverkehr (BSN) an den tatsächlich wichtigen Themen im ÖPNV und SPNV vorbei: Sicherheit, Finanzierbarkeit und bedarfsgerechte Angebote.

„Die Fahrkartenentgelte leisten einen entscheidenden Beitrag zur Finanzierung von Nah- und Regionalverkehren. Eine ausbleibende Strafverfolgung würde den Anteil von „Schwarzfahrern“ deutlich erhöhen, die Sicherheit von Personal und Fahrgästen weiter gefährden und zu erheblichen Einnahmeausfällen bei den Aufgabenträgern und Kommunen führen. Den Preis zahlen am Ende alle ehrlichen Fahrgäste und die Steuerzahler.“

Jan Görnemann, Geschäftsführer des Bundesverbands SchienenNahverkehr

Der SPNV sei Teil der Daseinsvorsorge und stelle damit gesellschaftliche Teilhabe sicher. Es sei notwendig, die Tarifangebote einerseits für Fahrgäste attraktiv und andererseits für Aufgabenträger wirtschaftlich auskömmlich zu gestalten. Mit dem Deutschlandticket und der mittelfristig gesicherten Finanzierung zwischen Bund und Ländern gebe es ein Tarifkonzept, das den Zugang zum ÖPNV/SPNV deutschlandweit zu einem günstigen Preis ermögliche. Der Bund wäre gut beraten, „Schwarzfahren“ also nicht als ordnungspolitisches Problem, sondern in erster Linie als sozialpolitisches Thema zu erfassen. Jedem sollte der Zugang zum ÖPNV und zum Deutschlandticket ermöglicht werden. Das stärke auch den Nahverkehr als Ganzes.