DB InfraGO: Zustandsnote des Schienennetzes 2025 konstant geblieben

Der Zustand des deutschen Schienennetzes stabilisiert sich. Das zeigen neue Daten des DB InfraGO-Zustandsberichtes für das Jahr 2025. Die Zustandsnote für das gesamte Schienennetz in Deutschland beträgt im Mittel 3,00 und liegt auf Vorjahresniveau. Damit scheint der langjährige Abwärtstrend gestoppt zu sein. Die Bahnhöfe konnten sich mit der Note 2,96 gegenüber 3,03 in 2024 sogar leicht verbessern. Dazu beigetragen haben die im vergangenen Jahr fertiggestellten 124 Bahnhöfe – mit einer zukunftsweisenden Rundum-Erneuerung. 

Für den jährlichen Bericht untersucht die DB InfraGO mehr als 380.000 Anlagen des Fahrwegs und der Bahnhöfe und bewertet diese nach Schulnotenlogik. Benotet werden alle Brücken, Tunnel, Stützbauwerke, Gleise, Weichen, Bahnübergänge, Stellwerke, Oberleitungen sowie Anlagen der Bahnhofsinfrastruktur.

„Die Talsohle der ungebremsten Alterung unserer Schieneninfrastruktur scheint erreicht. Die Gesamtnote unseres Schienennetzes bleibt auf dem Niveau von 2024 – ein Zeichen dafür, dass die Trendwende noch nicht vollzogen ist. Viele Anlagen und Bahnhöfe befinden sich nach wie vor in einem schlechten Zustand. Deshalb müssen wir konsequent weiter modernisieren und erneuern. Der Weg zu einem modernen Schienennetz ist noch lang. Entscheidend ist, dass die öffentliche Hand auch künftig ausreichend Mittel bereitstellt, damit wir den Investitionsstau so schnell wie möglich abbauen können.“

Evelyn Palla, DB-Vorstandsvorsitzende

2025 wurden rund 1.900 Kilometer Gleise und 1.900 Weichen erneuert. An mehr als 950 Bahnhöfen erfolgten Bauarbeiten, erneuert wurden unter anderem 250 Aufzüge und Rolltreppen. Zur Bilanz gehören 103 Brücken mit rund 25.000 qm Fläche und 3.700 modernisierte Stelleinheiten der Leit- und Sicherungstechnik. Eine zusätzliche Milliarde Euro vom Bund sicherte Investitionen in besonders komplexe Brücken sowie in moderne Leit- und Sicherungstechnik.

„Wir haben 2025 rund 19,9 Milliarden Euro für Instandhaltung und Ersatzinvestitionen verbaut und konnten damit die weitere Verschlechterung des Anlagenzustandes abwenden – trotz des parallel weiter angewachsenen Durchschnittsalters unserer Anlagen. Die Investitionen lohnen sich. Die gestiegenen Bauvolumina führten 2025 erstmals seit Jahren zu einem geringeren Wert beim Erneuerungsbedarf für die Anlagen mit den Zustandsnoten schlecht, mangelhaft und einschränkend. Im Bericht 2024 sind dafür rund 110 Mrd. Euro ermittelt; 2025 ist diese Summe auf rund 106 Mrd. Euro gesunken.“

Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO AG

Bei 16,1 Prozent liegt der Anteil aller Anlagen im Schienennetz, die aufgrund ihres Zustands erneuert werden müssen (= Note 4 und schlechter). 2024 lag dieser Anteil mit 16,8 Prozent etwas höher.

Mit dem InfraGO-Zustandsbericht wurde 2021 eine neue, transparente Methodik der Berichterstattung und Steuerung eingeführt. Der Bericht bildet den Zustand der Infrastrukturanlagen umfassend und gewerkeübergreifend vergleichbar ab. Er dient der DB InfraGO als zentrale Grundlage, um den Bedarf bei Instandhaltung und Erneuerung zu bestimmen und diese effektiv zu steuern. Parallel wird jährlich der Infrastrukturzustands- und Entwicklungsbericht (IZB) erstellt. Mit dem IZB weist die DB InfraGO den vertragsgemäßen Einsatz der Mittel nach, die über die Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung (LuFV) vom Bund zur Verfügung gestellt werden. Qualitätskennzahlen aus dem IZB fließen in die Berechnung der Netzzustandsnote im InfraGO-Zustandsbericht ein. Damit ist eine neutrale Analyse des Zustands des Netzes gewährleistet.

Deutsche Umwelthilfe beantragt Vollstreckung des wegweisenden Klima-Urteils

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) geht erneut gerichtlich gegen die unzureichende Klimaschutzpolitik der Bundesregierung vor. Beim Oberverwaltungsgericht Berlin-Brandenburg hat sie die Vollstreckung des rechtskräftigen Klima-Urteils des Bundesverwaltungsgerichts vom 29. Januar beantragt. Dieses verpflichtet die Bundesregierung dazu, das Klimaschutzprogramm so zu ergänzen, dass das gesetzliche Klimaziel 2030 erreicht wird. Darüber hinaus erhebt die DUH eine neue Klage gegen das Klimaschutzprogramm 2026. Ziel der Klage ist, die Bundesregierung dazu zu verpflichten, das Programm so nachzubessern, dass sowohl das Klimaziel für 2040 als auch die CO2-Obergrenzen für die Jahre 2031 bis 2040 eingehalten werden.

Nach Auffassung der DUH ist die Bundesregierung diesen Verpflichtungen mit dem im März beschlossenen Klimaschutzprogramm 2026 nicht nachgekommen. Aktuelle Daten des Umweltbundesamts zeigen eine Klimaschutzlücke von rund 30 Millionen Tonnen CO2 im Jahr 2030. Die von der Bundesregierung behauptete Minderungswirkung des Klimaschutzprogramms – also die prognostizierten Einsparungen von 27,1 Millionen Tonnen CO2 – reichen damit nicht aus, um diese Lücke zu schließen. Auch das Klimaziel im Jahr 2040 wird mit dem vorgelegten Klimaschutzprogramm nicht erreicht.

„Die Bundesregierung versucht, ein rechtskräftiges Klima-Urteil zu umgehen. Das ist ein gravierender Angriff auf verbindlichen Klimaschutz und die Autorität rechtskräftiger Gerichtsentscheidungen. Deshalb beantragen wir die Vollstreckung des Urteils und reichen zusätzlich eine neue Klage ein, um das Klimaziel 2040 durchzusetzen. Gerade im Gebäudebereich zeigt sich, wie groß die Defizite weiterhin sind: Die Bundesregierung kommt ihren Verpflichtungen seit Jahren nicht ausreichend nach. Statt Öl- und Gasheizungen mitten in einer geopolitischen Krise wieder salonfähig zu machen, gehören Bezahlbarkeit und Klimaschutz zurück auf die Agenda. Andernfalls werden die Klimaschutzziele weiter deutlich verfehlt. Wir werden nicht tatenlos zusehen und wenn nötig auch das neue Gebäudemodernisierungsgesetz rechtlich überprüfen lassen.“

Barbara Metz, Bundesgeschäftsführerin der DUH

Neben der Vollstreckung des rechtskräftigen Urteils richtet sich die eingereichte Klage auch auf das Klimaziel 2040 und die Zeit nach 2030. Das Klimaschutzgesetz legt für die Jahre 2031 bis 2040 verbindliche CO2-Obergrenzen fest. Nach Berechnung der DUH werden diese Vorgaben durch das Klimaschutzprogramm 2026 insbesondere in den Jahren 2031, 2039 und 2040 verfehlt. Die DUH kritisiert darüber hinaus grobe methodische Mängel. Die Bundesregierung greift in ihrem Programm auf veraltete Daten zurück, obwohl aktuelle Projektionsdaten bereits vor dem Kabinettsbeschluss vorlagen. Auch die angegebenen CO2-Einsparungen sind nicht nachvollziehbar und teils widersprüchlich.

„Statt sich auf aktuelle Zahlen zu stützen und die Klimaschutzlücke konsequent zu schließen, arbeitet die Bundesregierung mit veralteten Daten und erklärt das Problem für erledigt. Das ist nicht nur fachlich unhaltbar, sondern untergräbt auch die Glaubwürdigkeit der Klimapolitik insgesamt. Wenn die Bundesregierung selbst nach einem rechtlich verbindlichen Urteil nicht wirksam handelt, werden wir den gerichtlichen Druck so lange erhöhen, bis die Klimaziele eingehalten werden. Wir fordern die Bundesregierung auf, jetzt umgehend zusätzliche wirksame Klimaschutzmaßnahmen zu beschließen – etwa ein Tempolimit von 100 km/h auf Autobahnen und 80 km/h außerorts.“

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH

„Die Bundesregierung kann nicht auf dem Papier Klimaziele versprechen und gleichzeitig die Energiewende ausbremsen. Neue fossile Gaskraftwerke ohne einen verbindlichen und zeitnahen Umstieg auf grünen Wasserstoff konterkarieren jedes glaubwürdige Klimaschutzprogramm. Wer Versorgungssicherheit ernst meint, muss Erneuerbare, Speicher, Netze und Effizienz schneller voranbringen, statt neue fossile Abhängigkeiten zu schaffen. Klima- und Naturschutz dürfen nicht gegeneinander ausgespielt werden. Im Bereich Landnutzung zeigt das Klimaschutzprogramm derzeit eine zentrale Lücke: Für die Landwirtschaft sind bislang kaum zusätzliche wirksame Maßnahmen vorgesehen, obwohl sie künftig eine immer größere Rolle für die verbleibenden CO2-Emissionen spielt. Gleichzeitig sollen Moor- und Waldflächen ihre Klimaziele erreichen und als CO2-Senken wirken. Ohne eine grundlegende Transformation der Landwirtschaft wird das jedoch nicht gelingen.“

Sascha Müller-Kraenner, Bundesgeschäftsführer der DUH

Schnellere Planung, weniger Bürokratie und mehr Tempo beim Infrastrukturausbau

Beim Side Event „Fast Track Europe: schneller planen, schneller bauen und weniger Bürokratie im Verkehrssektor“ im Rahmen des International Transport Forum (ITF) in Leipzig haben hochrangige Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Verbänden für einen entschlossenen Abbau bürokratischer Hemmnisse und eine deutliche Beschleunigung von Planungs- und Genehmigungsverfahren im Verkehrssektor geworben.

Im Mittelpunkt der Diskussion stand die Frage, wie Europa seine Wettbewerbsfähigkeit stärken, Infrastrukturprojekte schneller realisieren und Investitionen erleichtern kann. Einigkeit bestand darüber, dass leistungsfähige Verkehrssysteme eine zentrale Voraussetzung für wirtschaftliches Wachstum, gesellschaftliche Mobilität und die strategische Resilienz Europas sind.

„Leistungsfähige Verkehrswege sind die Voraussetzung dafür, dass Menschen zuverlässig ans Ziel kommen, Unternehmen investieren und Arbeitsplätze entstehen. Die heutige Diskussion hat deutlich gezeigt: Europa braucht mehr Tempo bei Planung, Genehmigung und Umsetzung von Infrastrukturprojekten. Wir bauen nationale Hemmnisse entschlossen ab. Gleichzeitig muss auch auf europäischer Ebene Bürokratie konsequent reduziert werden. Wir brauchen jetzt gemeinsame Initiativen, damit Infrastruktur schneller, digitaler und rechtssicher realisiert werden kann.“

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder

Bundesminister Schnieder verwies darauf, dass das Bundesministerium für Verkehr bereits konkrete nationale Reformschritte eingeleitet habe. Dazu zählen ein Bürokratieentlastungsgesetz für den Verkehrsbereich sowie ein Infrastruktur-Zukunftsgesetz, mit denen Verfahren vereinfacht, Zuständigkeiten gebündelt und wichtige Projekte schneller umgesetzt werden sollen.

Zugleich wurde in der Diskussion deutlich, dass nationale Maßnahmen allein nicht ausreichen. Ein erheblicher Teil der administrativen Belastungen für Wirtschaft und Verwaltung gehe auf europäische Regelungen zurück. Deshalb brauche es nun auch auf EU-Ebene ein gezieltes Vereinfachungs- und Beschleunigungspaket für den Verkehrssektor.

Begrüßt wurde, dass die Europäische Kommission mit ersten Omnibus-Vorschlägen und der Überprüfung bestehender Regelwerke bereits wichtige Signale gesetzt hat. Ebenso positiv hervorgehoben wurde, dass Anliegen der Mitgliedstaaten zur städtischen Mobilität aufgegriffen wurden und bürokratische Lasten bei Erhebung und Übermittlung von Daten der städtischen Mobilität reduziert werden sollen.

Im Austausch wurde insbesondere die Notwendigkeit betont, Planungs- und Genehmigungsverfahren stärker zu digitalisieren, Doppelstrukturen abzubauen und Verwaltungsabläufe effizienter zu gestalten. Dazu gehört auch die konsequente Anwendung des „Once-only“-Grundsatzes, nach dem Daten von Bürgern und Unternehmen nur einmal erhoben werden sollen.

Zum Abschluss bestand bei allen Diskutanten Einigkeit, dass Europa leistungsfähige Verkehrsnetze nur dann rechtzeitig modernisieren und ausbauen kann, wenn Verfahren auf allen Ebenen vereinfacht, beschleunigt, Zuständigkeiten gebündelt und Investitionen schneller umgesetzt werden. Außerdem muss spürbar Bürokratie zurückgebaut werden und zwar ohne dabei die Vorhersehbarkeit, die politischen Ziele der EU, hohe Standards oder die Integrität des Binnenmarkts zu untergraben. Das Side Event setzte damit ein starkes Signal für mehr Tempo und weniger Bürokratie im europäischen Verkehrssektor.

Schienenknoten Rhein‑Neckar sichtbar gemacht

Wie zentral ein leistungsfähiger Schienenknoten für Mobilität, Wirtschaft und Lebensqualität in der Metropolregion Rhein‑Neckar ist, stand im Mittelpunkt der Dialogveranstaltung „Schienenknoten Rhein‑Neckar – Politik im Dialog“, die am VRN‑Stand auf dem Maimarkt Mannheim stattfand. Der Verkehrsverbund Rhein‑Neckar (VRN) brachte hierzu politische Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträger aus Kommunen und Land mit Fachleuten ins Gespräch.

Im Fokus des Austauschs: die aktuellen infrastrukturellen Engpässe im Schienenknoten Rhein‑Neckar, ihre Auswirkungen auf Stabilität und Leistungsfähigkeit des Systems sowie die Bedeutung des Ausbaus für die zukünftige Entwicklung der gesamten Region.

Ein auf dem Maimarkt-Stand des VRN eigens eingerichteter Sonderbereich mit interaktivem Modell und Erklärvideo machte die komplexen Strukturen des Schienenknotens anschaulich und greifbar. Anhand der gravierendsten Engpasssituationen wurde verdeutlicht, wie stark einzelne Streckenabschnitte das gesamte System beeinflussen – vom regionalen Pendelverkehr bis zu überregionalen Verbindungen. Dabei wurde auch der übergeordnete Zusammenhang deutlich: Der Schienenknoten Rhein‑Neckar ist nicht isoliert zu betrachten, sondern Bestandteil eines stark belasteten Gesamtnetzes, das täglich von Regional‑, S‑Bahn‑, Güter‑ und Fernverkehr genutzt wird.

Engpässe betreffen Bürger, Kommunen und Wirtschaft

In der anschließenden Gesprächsrunde tauschten sich die Teilnehmenden zu den verkehrlichen und standortpolitischen Folgen der bestehenden Engpässe aus. Klar wurde: Einschränkungen im Schienenknoten wirken sich unmittelbar auf Verlässlichkeit, Erreichbarkeit und Entwicklungschancen der Kommunen aus – und damit auf Bürger der Metropolregion Rhein-Neckar ebenso wie auf den Wirtschaftsraum insgesamt.

Das Format bot bewusst Raum für einen sachlichen, parteiübergreifenden Dialog. Ziel war es, das Verständnis für die regionalen Herausforderungen zu vertiefen und die Rolle der politischen Ebene bei Sichtbarkeit, Priorisierung und Einbindung regionaler Perspektiven zu stärken. Der kompakte Austausch am VRN‑Stand machte einmal mehr deutlich: Eine Leistungsfähige Schieneninfrastruktur ist entscheidend für Erreichbarkeit, Verlässlichkeit und Zukunftsfähigkeit der Metropolregion Rhein-Neckar.

„Der Dialog macht deutlich, wie wichtig es ist, regionale Perspektiven frühzeitig in die Landes- und Bundesplanung einzubinden. Ein leistungsfähiger Schienenknoten Rhein‑Neckar ist nicht nur ein regionales Anliegen, sondern von Bedeutung für das gesamte Verkehrsnetz in Baden‑Württemberg.“

Elke Zimmer, Staatssekretärin im baden-württembergischen Ministerium für Verkehr und Mitglied des Landtags Baden-Württemberg

Der neue Cityjet Doppelstock feiert seine Premierenfahrt

Das neue Flaggschiff der ÖBB Nahverkehrsflotte, der Cityjet Doppelstock, wurde auf seine erste Reise geschickt und feiert seine Premiere auf der Strecke von Wien Hauptbahnhof nach Wiener Neustadt.

Die ÖBB investieren rund 1,5 Milliarden Euro in insgesamt 109 neue und hochmoderne Cityjet Doppelstockzüge. Die Einführung dieser modernen Doppelstockzüge ist Teil des größten Investitionsprogramms der ÖBB, welches 6,1 Milliarden Euro für die Anschaffung von rund 330 neuen Zügen bis 2030 vorsieht.

Die neuen Doppelstockzüge werden ab Ende Juni zunächst auf der Strecke Wien – Payerbach/Reichenau in den Fahrgasteinsatz gehen. Ihr Haupteinsatzgebiet wird in der Ostregion die Nord-Süd-Achse sein. Dazu zählen REX-Verbindungen von Znojmo/Retz über die Nordwestbahn bzw. Břeclav/Bernhardsthal und Wien weiter nach Wiener Neustadt sowie Payerbach-Reichenau.

„Wir investieren weiter für mehr Komfort und Kapazität im Nahverkehr. Insgesamt werden wir 109 neue Cityjet Doppelstock-Züge in Niederösterreich und Wien im Einsatz haben. Gerade in der Ostregion sind besonders viele Menschen mit der Bahn unterwegs, hier erbringen wir rund zwei Drittel unserer gesamten Nahverkehrsleistung. Die neuen Cityjet Doppelstockzüge bieten nicht nur deutlich mehr Platz, sondern auch mehr Komfort dank großzügiger Mehrzweckbereiche für Fahrräder und Kinderwägen sowie barrierefreie Aus- und Einstiegsbereiche.“

ÖBB CEO Andreas Matthä

Der Cityjet Doppelstock

Das neue Nahverkehrs-Flaggschiff bietet eine Vielzahl von Features, die den Komfort und die Barrierefreiheit für die Fahrgäste verbessern:

  • Moderne Innenausstattung im Cityjet-Design
  • Bequeme Sitze
  • Großzügige barrierefreie Ein- und Ausstiegsbereiche in Niederflurbauweise
  • Mehrzweckbereiche in jedem Wagen mit Platz für Fahrräder, Kinderwägen und Gepäck
  • Klimaautomatik im Fahrgastraum
  • Steckdosen inkl. USB-Anschluss in jeder Sitzplatzreihe
  • Modernes Reisendeninformationssystem mit Echtzeitinformationen auf Monitoren
  • Zwei eigene Rollstuhlplätze im Mittelwagen mit höhenverstellbaren Seitenwandtischen
  • Zwei bis vier WCs, davon eines barrierefrei und mit Wickeltisch ausgestattet
  • Gratis WLAN und Videoüberwachung

Technische Daten im Überblick:

  • Maximalgeschwindigkeit: 160 km/h
  • Zuglänge: 160 m (sechsteilige Garnitur) bzw. 105 m (vierteilige Garnitur)
  • Sitzplatzkapazität: ca. 591 (sechsteilige Garnitur) bzw. ca. 371 (vierteilige Garnitur)
  • Fahrradstellplätze: bis zu 60 (sechsteilige Garnitur) bzw. bis zu 36 (vierteilige Garnitur)
  • Rollstuhlplätze: 2 im Mittelwagen mit höhenverstellbaren Seitenwandtischen

Steigende Kriminalität gegenüber Bahn-Beschäftigten

Die Zahl der Straftaten an deutschen Bahnhöfen ist im vergangenen Jahr zurückgegangen. Das zeigt die Polizeiliche Kriminalstatistik für die Jahre 2024 und 2025, die die Allianz pro Schiene ausgewertet hat. Der Geschäftsführer des gemeinnützigen Verkehrsbündnisses, Dirk Flege, sieht darin eine ermutigende Entwicklung. Gleichzeitig hat aber die Gewalt gegenüber Bahn-Beschäftigten in den zurückliegenden Jahren deutlich zugenommen. Dieser Entwicklung müsse man auch mit deutlich mehr Personal entgegentreten, so Flege.

Die Polizeiliche Kriminalstatistik für das Jahr 2025 zeigt, dass Straftaten an Bahnhöfen hierzulande im gleichen Umfang zurückgegangen sind wie an anderen Orten in Deutschland (minus 6 Prozent). Dabei hat sich die Zahl von Gewaltdelikten und Diebstählen an Bahnhöfen sogar überdurchschnittlich stark verringert. Dazu sagte Geschäftsführer Flege:

„Es ist eine gute Entwicklung, dass Bahnhöfe sicherer geworden sind und mehr Vorfälle aufgeklärt werden konnten. Das zeigt, dass der Einsatz von Sicherheitspersonal und Videotechnik wirkt. Klar ist aber auch, dass weniger Kriminalität kein Selbstläufer ist und dass es weiterhin kluge Konzepte braucht, damit alle Menschen sich sowohl tagsüber als auch in Randzeiten an Bahnhöfen sicher und wohl fühlen. Ein Alkoholkonsum-Verbot an Bahnhöfen könnte ein weiterer wichtiger Schritt sein.“

Besorgniserregend sei der Anstieg von Gewaltdelikten gegenüber Mitarbeitenden der Deutschen Bahn. Wie aus Daten der Polizeilichen Eingangsstatistik der Bundespolizei hervorgeht, hat sich die Zahl der Angriffe auf DB-Beschäftigte von 2.412 im Jahr 2024 auf 2.689 im Jahr 2025 erhöht (plus 11 Prozent; s. Drucksache 21/5307 des Deutschen Bundestages). Dirk Flege:

„Seit Jahren nimmt die Zahl der Gewalttaten gegen Bahn-Beschäftigte zu. Diesen Trend gilt es entschieden zu stoppen. Es ist gut, dass es mehr Bodycams und Videoüberwachung an Bahnhöfen gibt. Wir begrüßen auch, dass es Pilotprojekte gibt, in denen mehr Personal in ausgewählten Zügen eingesetzt wird. Mittelfristig muss aber klar sein, dass Doppelbesetzungen nur dann sinnvoll sind, wenn zwei Mitarbeiter in einem Zug nicht bedeuten, dass an anderer Stelle kein Mitarbeiter im Zug mitfährt. Wir halten daran fest, dass bei neuen Aufträgen zur Erbringung von Schienenpersonennahverkehr in der Regel vorgegeben sein sollte, zwei Zugbegleiter einzusetzen. Diese Entscheidung muss zügig getroffen werden, damit das zusätzliche Personal schnell aufgebaut werden kann.“

HOCHBAHN stellt Busflotte breiter auf

Die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) setzt den eingeschlagenen Weg zur Umstellung ihrer Busflotte auf batterieelektrische Antriebe konsequent fort. Bis zum Jahr 2031 schafft das Unternehmen bis zu 240 weitere batterieelektrische Busse an. Gleichzeitig ergänzt das Unternehmen seine Busflotte um bis zu 150 zusätzliche Fahrzeuge, die flexibel und unabhängig von der betriebseigenen Bus-Ladeinfrastruktur eingesetzt werden können. Damit reagiert die HOCHBAHN auf die steigenden Anforderungen an die Krisenfestigkeit des Öffentlichen Personennahverkehrs in Hamburg bei gleichzeitigem Fortsetzen ihres strategischen Kurses, dem Ausbau der E-Busflotte.

„Unser Kurs bleibt klar: Wir treiben die Elektrifizierung unserer Busflotte konsequent voran. Gleichzeitig tragen wir Verantwortung dafür, dass der Nahverkehr auch in Ausnahmesituationen stabil, flexibel und zuverlässig funktioniert.“

Robert Henrich, Vorstandsvorsitzender der HOCHBAHN

Elektrifizierung als Basis der Flottenstrategie und Einsatz von HVO

Seit 2020 beschafft die HOCHBAHN ausschließlich emissionsfrei angetriebene Busse. Aktuell sind bereits 432 von ihnen im Einsatz – rund 39 Prozent der gesamten Flotte. Mit der Neuanschaffung von bis zu 240 batteriegetriebenen Bussen wird ihr Anteil auf bis zu 60 Prozent weiter deutlich steigen. Die HOCHBAHN geht davon aus, dass sich die Rahmenbedingungen für eine elektrische Busflotte in den kommenden Jahren weiter verbessern werden.

Parallel dazu werden seit Januar 2026 die bestehenden herkömmlich angetriebenen Fahrzeuge schrittweise auf den Einsatz von HVO-Kraftstoffen umgestellt, um die bilanzierten CO₂-Emissionen auch für den noch nicht auf Batterieantrieb umgestellten Teil der Busflotte deutlich zu reduzieren. Die Elektrifizierung der Busflotte sowie der Ausbau der Ladeinfrastruktur und die Modernisierung der Betriebshöfe bleiben damit zentrale Bausteine der Unternehmensstrategie und leisten einen wesentlichen Beitrag zu den Klimazielen der Stadt Hamburg.

Flexible Aufstellung der Busflotte für verschiedene Einsatzlagen

Angesichts der weltpolitischen Lage, der Situation in der Ukraine und globaler Herausforderungen im Energiesektor hat die HOCHBAHN ihre Aufgaben im Bereich Katastrophenschutz und Krisenvorsorge neu bewertet. Dabei hat sich gezeigt, dass ein möglichst krisenfester und leistungsfähiger Nahverkehr künftig noch stärker auf unterschiedliche Ausnahmesituationen vorbereitet sein muss. Dazu zählen beispielsweise: 

  • Großflächige Störungen der Energieversorgung (wie bspw. in Kiew)
  • Kurzfristig stark steigender Transportbedarf, etwa bei Evakuierungen, in denen Busse lange Laufleistungen erbringen müssen
  • Internationale Entwicklungen mit Auswirkungen auf Energie- oder Kraftstoffverfügbarkeiten.

Vor diesem Hintergrund ergänzt die HOCHBAHN ihre Flotte gezielt um Fahrzeuge, die flexibel eingesetzt werden können und kurzfristig in größerer Zahl verfügbar sind. Gleichzeitig zeigen die aktuellen Herausforderungen zum Öl-Welthandel, dass der konsequente Ausbau der E-Busflotte nicht nur aus Gründen des Klimaschutzes geboten bleibt. Die weitgehende Elektrifizierung der Flotte bleibt daher das zentrale Ziel der HOCHBAHN.

Zwei Antriebssysteme für maximale Versorgungssicherheit

Die Kombination aus Elektro- und herkömmlich angetriebenen Bussen mit alternativen Kraftstoffen erhöht die Robustheit des Gesamtsystems und steigert einen flexiblen Einsatz. Je nach Lage bieten beide Antriebsformen spezifische Vorteile. Elektrobusse sind der zentrale Baustein zur Erreichung der Klimaziele im ÖPNV. Sie können zudem ihre Stärke ausspielen, wenn Kraftstoffe nur eingeschränkt verfügbar sind oder deren Preise stark schwanken. Eine weitgehend unabhängige Energieversorgung über Strom erhöht in solchen Fällen die Stabilität des Betriebs.

Die beschränkte Anzahl an HVO-betankten Bussen wiederum bietet Vorteile, wenn eine ausreichende Stromversorgung in der für Busse benötigten Menge vorübergehend nicht im erforderlichen Umfang zur Verfügung steht oder Fahrzeuge sehr kurzfristig in hoher Stückzahl wie beispielsweise bei einer Sturmflut flexibel disponiert werden müssen. 

„Ein leistungsfähiger Nahverkehr muss heute beides schaffen: nachhaltiger werden und zugleich robust gegenüber Krisen und Ausfällen sein. Diese beiden Ziele stehen nicht im Widerspruch, sondern müssen gemeinsam gedacht werden.“ 

Saskia Heidenberger, Betriebsvorständin Bus

Langfristige Strategie bleibt unverändert

Die Beschaffung der neuen Fahrzeuge ist Teil einer umfassenden Vorsorgestrategie, um sich für potenzielle Herausforderungen zu wappnen. Sie ist eine notwendige Ergänzung zum eingeschlagenen Elektrifizierungskurs der HOCHBAHN. Als Mobilitätswenderin hält sie an den Klimazielen und dem weiteren Ausbau der emissionsfreien Flotte konsequent fest.

Ridesharing-Dienst swaxi ersetzt Buslinie 37 in den Pfingstferien

Der Ridesharing-Dienst swaxi der Stadtwerke Augsburg (swa) ersetzt in einem zweiwöchigen Testbetrieb erstmals eine Buslinie. In den Pfingstferien von Montag, 25. Mai bis Freitag, 5. Juni sind die swaxi-Autos im Bereich der Buslinie 37 im Stadtteil Lechhausen unterwegs. Anstatt nur spärlich besetzter Busse in einem starren Busfahrplan kann das swaxi in den Betriebszeiten der Linie 37, zwischen 4.47 Uhr und 19.13 Uhr, von den Fahrgästen im Gebiet der Linie 37 als flexibler Bedarfsverkehr genutzt werden und fährt dann, wenn es tatsächlich gebraucht wird. Das ist für die swa und ihre Fahrgäste der erste zeitlich befristete Test, bei dem eine Buslinie durch den Ridesharing-Dienst swaxi ersetzt wird.

Die Stadtteil-Buslinie 37 mit sieben Haltestellen in der St. Anton-Siedlung in Lechhausen wird insbesondere in Ferienzeiten nur spärlich genutzt. Selbst im Halb-Stunden-Takt steigen an den sieben Haltestellen nur wenige Fahrgäste ein und aus. Die swa wollen deshalb testen, ob ein flexibler Service Vorteile bringt.

Das swaxi fährt, wenn man es braucht

Das swaxi kann dann gerufen werden, wenn es der Fahrgast tatsächlich braucht. Und es bedient die vielen virtuellen Haltepunkte, die in der swaxi-App angezeigt werden, nicht nur die Bushaltestellen der Linie 37. Damit kann sich der Fahrgast von dem nächstgelegenen swaxi-Haltepunkt bei seiner Haustür zu unterschiedlichen Orten in dem Gebiet bringen lassen. Damit kann auch der Weg von und zur Haltestelle eingespart werden. Wird eine Fahrt benötigt, kann der Ridesharing-Dienst flexibel gebucht und unabhängig von einem festen Fahrplan genutzt werden. Während des Testbetriebes gilt der reguläre AVV-Tarif für die Fahrten innerhalb des Testgebietes.

Fahrzeuge effizient einsetzen und Kraftstoff sparen

„Mit dem Testbetrieb wollen wir zeigen, wie bedarfsgerechte Mobilität im Quartier funktionieren kann. Das swaxi bringt unsere Fahrgäste individuell und flexibel ans Ziel – ohne feste Fahrpläne und mit kurzen Wegen. Gleichzeitig nutzen wir kleinere Fahrzeuge gezielt dort, wo sie wirklich gebraucht werden, und leisten so einen Beitrag zu mehr Effizienz und Klimaschutz im ÖPNV.“

Mirko Hrnjak, swa Konzernbereichsleiter Verkehr und Mobilität

Denn neben der höheren Flexibilität für die Fahrgäste wird durch den zielgenauen Einsatz mit kleineren Fahrzeugen auch Kraftstoff gespart und damit die Umwelt geschont. Dafür wurde ein CO2-Ampelsystems für den ÖPNV der swa erstellt. Dieses ermöglicht eine ökologische Bewertung der Auslastung eines Fahrzeuges. Im Fall der Linie 37 könnte ein swaxi-Fahrzeug die Buslinie in allen Ferienzeiten des gesamten Schuljahres von Montag bis Freitag ersetzen und würde dann, je nach Fahrzeugart und Fahrlogik, zwischen 1.000 und 5.000 kg CO2 pro Jahr einsparen. Das vermeidet auch unnötige Fahrten und hilft, das Defizit im ÖPNV etwas zu reduzieren.

Mit der swaxi-App buchen – oder per Telefonhotline

Fahrgäste können das swaxi per gleichnamiger App oder über die Telefonhotline buchen. Fahrten können per E-Mail nicht gebucht werden. Für Fahrten im Testbetrieb gelten alle üblichen ÖPNV-Tickets. Diese müssen vor Fahrtantritt zum Beispiel in der swa Mobil-App gekauft werden. Fahrkartenkontrollen sind – ähnlich wie in Bus und Straßenbahn – auch im swaxi möglich. Eine Fahrt mit dem swaxi kann 24 Stunden vorher gebucht werden.

Für alle Fahrgäste sowie für Kinder muss in der App oder über die Telefonhotline zwingend ein eigener Sitzplatz gebucht werden. Die Fahrzeuge bieten passende Transportmöglichkeiten wie Kindersitze (ca. 76 – 150 cm) und Sitzerhöhungen (ca. 125 – 150 cm). Diese müssen ebenfalls bei der Buchung ausgewählt werden. Andere benötigte Sitzmöglichkeiten müssen selbst mitgebracht werden. Auch Kinderwagen können im swaxi mitgenommen und sicher transportiert werden. Ein barrierefreies Fahrzeug für Rollstühle steht ebenfalls zur Verfügung und kann über die Telefonhotline gebucht werden.

HUK-Mobilitätsstudie 2026: Rote Karte für die Bahn

Die Bundesbürger reagieren inzwischen massiv auf die Zuverlässigkeits-Probleme der Bahn. Das belegt die seit 2021 jährlich durchgeführte Mobilitätsstudie der HUK-Coburg.

Laut der diesjährigen Befragung von 4.114 Bürgern ab 16 Jahren (repräsentativ nach Alter und Geschlecht) versucht jeder Dritte inzwischen, “Bahnfahrten wenn irgend möglich zu vermeiden” (35 Prozent). Und mehr als jeder Vierte macht “wichtige Termine grundsätzlich nicht mehr mit der Bahn” (26 Prozent) oder plant Bahnfahrten “nur mit deutlich größerem Zeit-Puffer als noch vor etwa zwei Jahren” (28 Prozent).

Breite Resignation beim Gesamtzustand der Mobilität in Deutschland zeigt sich aber auch an anderen Stellen. So werden die Hauptpfeiler des ÖPNV, also Straßen-, S-Bahnen und Bus, konstant seit 2021 von nur maximal 13 Prozent der Bundesbürger als Verkehrsmittel der Zukunft eingestuft. Die Einschätzung des Fahrrads als Verkehrsmittel der Zukunft ist seit den Corona-Jahren inzwischen sogar um mehr als ein Drittel eingebrochen – auf nicht einmal heute jeden fünften Befragten (16 Prozent). Gewinner der Entwicklung ist das Auto. Mit einem neuen Spitzenwert von 76 Prozent verschiebt es das Voting der Bundesbürger noch weiter nach vorn und macht es zum mit Abstand beliebtesten Verkehrsmittel der Zukunft. Auffällig ist dabei im Vergleich zum Vorjahr, dass das Auto bei jungen Menschen im Alter von 16 bis 24 Jahren in der positiven Zukunfts-Einschätzung am stärksten hinzugewinnt. Und in dieser Altersgruppe sinkt auch die Beurteilung der Zukunftsfähigkeit der Bahn am kräftigsten ab.

Wie stark sich die Jüngeren dem Auto zuwenden, zeigt vor allem auch der Langfrist-Vergleich. So stieg die Auto-Präferenz der unter 40-Jährigen in den vergangenen vier Jahren dreimal so stark an wie bei den Befragten ab 40 Jahren. In der Folge liegen die Werte heute fast gleichauf, es gibt beim Voting für das Auto als Top-Verkehrsmittel der Zukunft also fast keinen Generationen-Unterschied mehr (75 zu 76 Prozent). Das Verhältnis sah im Jahr 2022 anders aus, damals waren es 64 zu 73 Prozent.

Neue Mobilitätskonzepte gefragt – vor allem beim ÖPNV

Wie stark die Deutschen der Zustand der Mobilität bedrückt, zeigen hohe Zustimmungswerte für Verbesserungsvorschläge: Rund sieben von zehn Bundesbürgern plädieren für einen grundsätzlich kostenfreien öffentlichen Nahverkehr (67 Prozent), für eine deutlich erhöhte Taktung im Bus- und Bahnverkehr (66 Prozent) sowie das bundesweit einsetzbare Deutschland-Ticket (71 Prozent). Die meisten Befragten lehnen zwar ein Verbot von Autoverkehr in den Innenstädten ab – stehen aber dem Parken ausschließlich in zentralen, sogenannten Quartiersgaragen eher positiv gegenüber. Auch das Votum für eine staatliche E-Auto-Förderung nimmt deutlich zu. Waren 39 Prozent in 2024 dafür und im vergangenen Jahr 45 Prozent, sind es nun mehr als die Hälfte (52 Prozent). Interessant: Zwar sprechen sich die Jüngeren unter 40 Jahren noch immer stärker für die staatliche E-Förderung aus (60 Prozent). Aber am stärksten nimmt die Zustimmung bei den Älteren ab 40 Jahren zu – von im Vorjahr erst 31 Prozent stieg er auf jetzt 47 Prozent.

„Unsere langjährige Mobilitäts-Studie zeigt, wie gespalten die Deutschen sind. Sie sehen den schlechten Zustand der Mobilität, beschränken sich aber nicht aufs Klagen, sondern unterstützen vehement Verbesserungsvorschläge. Gerade auch auf das E-Auto setzt man Hoffnungen und befürwortet immer stärker eine staatliche Förderung.“

Dr. Jörg Rheinländer, Vorstand HUK-Coburg

Ältere sind stärker betroffen als Jüngere – digitale Angebote verpuffen

Harsch fällt heute der Vergleich aus, wie sich der Gesamtzustand der Mobilität in den Augen der Bundesbürger in den vergangenen fünf Jahren entwickelt hat. Neun von zehn abgefragten Kriterien wie Schnelligkeit, Zuverlässigkeit, Kosten oder Organisierbarkeit werden per Saldo zum Teil drastisch schlechter bewertet als vor fünf Jahren. Nur der CO2-Ausstoß wird etwas besser beurteilt. So erklären ganze 9 Prozent der Befragten, dass man Fahrten heute verlässlicher planen kann als vor fünf Jahren – jeder Zweite (49 Prozent) findet dagegen, dass sich dies verschlechtert hat (34 Prozent sind neutral, 8 Prozent ohne Angaben). Neue digitale Möglichkeiten, Mobilität zu organisieren, verpuffen offenbar weitgehend. So leiden vor allem Ältere unter dem Gesamtzustand der Mobilität in Deutschland: Rund doppelt so viele der über 55-Jährigen beklagen im Vergleich zu Befragten unter 25 Jahren, dass sie auf der Straße oder Schiene heute langsamer ihre Ziele erreichen als vor fünf Jahren. Fast ebenso groß ist der Unterschied bei der Beurteilung, ob Mobilität schwieriger zu organisieren geworden ist. Auch die abnehmende Verlässlichkeit der Zeitplanung monieren die älteren Befragten zu fast einem Drittel häufiger als junge Menschen unter 25 Jahren.

Nur zwei Führerschein-Neuerungen werden insgesamt positiv bewertet

Überraschendes bringt der Generationen-Vergleich zu aktuell diskutierten Änderungen beim Führerscheinerwerb zu Tage. So sehen gerade die jungen Leute, deren Portemonnaie die vorgeschlagenen Maßnahmen eigentlich entlasten sollen, die meisten Maßnahmen negativ. Mehr als die Hälfte der 16- bis 24-Jährigen stuft etwa reduzierte pflichtmäßige Übungsfahrten als “gar nicht gut” und “weniger gut” ein (54 Prozent, Gesamtbevölkerung 59 Prozent). Und gegenüber der geplanten Anrechnung eines Fahrtrainings mit Familienmitgliedern auf Übungsplätzen ist die Ablehnung in dieser Altersgruppe sogar noch höher als in der Gesamtbevölkerung (51 Prozent, gesamt 47 Prozent). Positiv werden in der deutschen Bevölkerung insgesamt nur zwei der sieben diskutierten Vorschläge gesehen: Dass Theoriestunden überwiegend digital erfolgen können sowie Kosten und Durchfallquoten von Fahrschulen online einsehbar werden.

Jüngere fordern vor allem Nachprüfungen für über 75-Jährige

Trotz der generationsübergreifenden Auto-Präferenz wünschen sich die Deutschen für mehr Sicherheit auf den Straßen schärfere Maßnahmen der Politik. “Härtere Strafen bei Verkehrsvergehen” wird mit 40 Prozent am stärksten präferiert. Interessant: Besonders stark wird das in der Gruppe der 25 bis 34-Jährigen gefordert (45 Prozent). An zweiter Stelle wollen 37 Prozent aller Bundesbürger, dass “verstärkte Polizeikontrollen Fahrten etwa mit überhöhter Geschwindigkeit oder unter Alkohol- sowie Drogeneinfluss besser verhindern”. An dritter Stelle liegt eine pflichtmäßige Führerschein-Nachprüfung für alle ab 75 Jahren. Allerdings: Bei den unter 40-Jährigen fordert das nicht nur mehr als die Hälfte (52 Prozent). In dieser Altersgruppe wird diese Maßnahme sogar als die mit Abstand wichtigste überhaupt für mehr Verkehrssicherheit angesehen. Maßnahmen jenseits einer härten staatlichen Hand werden dagegen nur geringere Effekte für erhöhte Verkehrssicherheit zugetraut. Etwa längere Probezeiten für Fahranfänger oder regelmäßige Nachschulungen für alle Autofahrer und Sehtests.

Unterschiede zwischen den Bundesländern

Differenzen zeigt auch die regionale Auswertung. Härtere Strafen bei Verkehrsverstößen werden von den Bewohnern der drei Stadtstaaten deutlich stärker als in allen anderen Bundesländern gefordert (Berlin 48 Prozent, Hamburg und Bremen 45 Prozent). Auch der Anteil von Befürwortern schärferer Kontrollen ist in Berlin am höchsten (45 Prozent). Vor das drittplatzierte Hamburg (43 Prozent) schiebt sich hier noch Sachsen-Anhalt (44 Prozent).Den größten Frust über fehlende Zeitverlässlichkeit bei der Mobilitätsplanung gibt es in Nordrhein-Westfalen: Deutlich mehr als die Hälfte (57 Prozent) monieren das hier. Ebenfalls an der Spitze liegt im bevölkerungsreichsten Bundesland der Ärger über zurückgehende Schnelligkeit beim Erreichen der Ziele (39 Prozent wie auch in Mecklenburg-Vorpommern gegenüber 33 Prozent im Bundesschnitt).

Hier finden Sie alle Ergebnisse der Mobilitätsstudie 2026.

GDL und Arverio einigen sich

Vertreter der Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) und des Eisenbahnunternehmens Arverio haben sich am 17. April 2026 in der dritten Verhandlungsrunde auf einen für die Beschäftigten attraktiven und für den Arbeitgeber noch finanzierbaren Tarifabschluss geeinigt. Alle nach Tarif bezahlten Mitarbeiter bei Arverio erhalten eine Erhöhung des monatlichen Grundgehalts sowie der Zulagen um 2,5 Prozent ab 01.11.2026 sowie um weitere 2,5 Prozent ab 01.12.2027. Die Auszubildenden im Beruf Eisenbahner im Betriebsdienst erhalten zu diesen Terminen jeweils eine Erhöhung des monatlichen Grundgehalts. Dazu kommen strukturelle Verbesserungen der Entgelttabellen zum 01.03.2027. Zudem wird im Jahr 2026 eine Entlastungsprämie gezahlt, ab 2027 ein Urlaubsgeld eingeführt.

Bereits in der vorigen Verhandlungsrunde Anfang 2024 hatten die Tarifparteien eine ab dem 01.01.2026 einsetzende Arbeitszeitabsenkung vereinbart, wodurch sich seit Jahresbeginn für die Beschäftigten wahlweise eine Arbeitszeitabsenkung um eine Wochenstunde oder ein zusätzliches Entgeltvolumen von ca. 2,8 Prozent pro Jahr ergab.

„In Verantwortung für unsere Fahrgäste und die Region haben wir uns zu diesem Abschluss entschlossen, auch wenn er wirtschaftlich schwierig ist. Wir sind froh, dass wir uns – wie bisher immer – auch diesmal wieder mit der GDL einigen konnten, ohne dass es zu Streiks gekommen ist.“

Arverio-Geschäftsführerin Stefanie Petersen

Die Tarifverhandlungen standen diesmal im Spannungsfeld zwischen gerechtfertigten Lohnerhöhungen und den finanziellen Herausforderungen, die die gesamte Eisenbahnbranche hat. Die vielen Zugausfälle und Verspätungen durch die enorm vielen Baustellen am Streckennetz, Verzögerungen beim Projekt Stuttgart 21, die nach einem Gerichtsurteil offene Frage nach der Höhe der Trassenpreise und auch die Mehrkosten durch die erwähnte Arbeitszeitabsenkung – all das führt zu hohen finanziellen Belastungen von Unternehmen wie Arverio.

Insgesamt erhalten die Tarifbeschäftigen bei Arverio also bis zum Ende 2027 eine Gehaltssteigerung in zwei Schritten von insgesamt fünf Prozent und weitere wichtige Komponenten. Außerdem erhalten sie die vor wenigen Tagen von der Bundesregierung ermöglichte steuerfreie Entlastungsprämie von bis zu 1.000 Euro. Mitarbeiter in Ausbildung erhalten 500 Euro, jeweils aufgeteilt in zwei Teilzahlungen. Ab 2027 erhalten die Tarifmitarbeiter, die nicht in Ausbildung als Eisenbahner im Betriebsdienst sind, ein Urlaubsgeld in Höhe von 600 Euro. Für die Kollegen in Funktionsausbildung ist eine alternative Vereinbarung getroffen worden.

Eine weitere Arbeitszeitabsenkung auf dann 36 Stunden ab dem 1.1.2027 ist auch schon fest vereinbart. Zusätzlich hatte Arverio bereits als eines der ersten Unternehmen beim Beginn der Verhandlungen am 15.12.2025 einen Einmalzahlungs-Tarifvertrag vereinbart; damit kamen im Januar Tarifmitarbeiter in den Genuss einer Einmalzahlung von 600 Euro (Vollzeitbeschäftigte) bzw. 300 Euro (Teilzeitbeschäftigte sowie Auszubildende im Beruf Eisenbahner im Betriebsdienst), im Februar folgte eine Einmalzahlung in Höhe von 400 Euro für alle vollzeitbeschäftigten GDL-Mitglieder (200 Euro für die anderen).

Die neu abgeschlossenen Tarifverträge zwischen der GDL und Arverio haben in Bezug auf die Entgeltregelungen eine Laufzeit bis 28.02.2028.