Eisenbahner mit Herz: Abstimmen über Publikumsliebling

Wenn auf einer Zugreise mal wieder der Wurm drin ist, sind sie oftmals diejenigen, die Fahrgästen den Tag retten: Engagierte Zugbegleiter, hilfsbereite Lokführer und rührige Service-Mitarbeitende. Immer wieder kümmern sie sich beherzt um die Anliegen und Nöte der Reisenden. Für ihre Auszeichnung Eisenbahner mit Herz hat die Allianz pro Schiene wieder mehr als 200 Einsendungen erhalten – unter all den Nominierten können Bahnreisende bis zum 16. März 2026 (Mitternacht) hier für ihre Lieblingsgeschichte abstimmen. Die Gewinner-Geschichte wird am 17. März 2026 bekanntgegeben.

Ein Wettbewerb der Allianz pro Schiene

Reisende können das ganze Jahr über hier ihre Lieblingsgeschichten einreichen. Dabei ist es ganz gleich, in welchem Zug die Menschen etwas Besonderes erlebt haben: Die Auszeichnung Eisenbahner mit Herz ist offen für alle Eisenbahnverkehrsunternehmen: von der Deutschen Bahn über FlixTrain bis zur eurobahn oder Arverio, um nur einige Beispiele zu nennen. Was zählt, ist das Engagement des jeweiligen Zugpersonals oder der Servicemitarbeiter, unabhängig vom Unternehmen.

„Unsere Nominierten machen aus einer Zugreise oder einem Tag, an dem alles schiefläuft, einen Tag, an den sich die Reisenden voller Dankbarkeit erinnern. Das ist alles andere als selbstverständlich! Deshalb wollen wir dieses besondere Engagement sichtbar machen und wertschätzen. Jede und jeder kann dazu mit der Abstimmung über seine oder ihre Lieblingsgeschichte beitragen.“

Dirk Flege, Geschäftsführer der Allianz pro Schiene

So funktioniert der Wettbewerb

Der Wettbewerb Eisenbahner mit Herz besteht aus zwei Teilen: In einem ersten Schritt dürfen Fahrgäste bis zum 16. März 2026 (Mitternacht) aus allen Nominierten ihren jeweiligen Favoriten wählen. Am 17. März 2026 wird das Abstimmungsergebnis veröffentlicht. In einem zweiten Schritt kürt eine Fachjury aus der Bahnbranche die Gold-, Silber- und Bronze-Gewinner. Sie werden am 16. April 2026 bekannt gegeben und zusammen mit dem Publikumsliebling bei einer feierlichen Gala in Potsdam ausgezeichnet.

Sicherheitsgipfel: Bodycams für alle DB-Mitarbeiter

Nach dem brutalen und tödlichen Angriff auf den DB-Mitarbeiter Serkan Çalar in einem Regionalzug haben sich Spitzenvertreter von Bund, Ländern, Arbeitnehmervertretern und der Verkehrsbranche auf Handlungsfelder für einen gemeinsamen „Aktionsplan für mehr Sicherheit auf der Schiene“ verständigt. Zu dem Sicherheitsgipfel am 13. Februar 2026 hatte die DB-Vorstandsvorsitzende Evelyn Palla eingeladen.

Die DB selbst wird kurzfristig folgende Maßnahmen umsetzen:

  • 2026 bekommen alle Mitarbeiter mit Kundenkontakt im Nahverkehr, Fernverkehr und an den Bahnhöfen Bodycams zur Verfügung gestellt; die Nutzung soll freiwillig sein.
  • Die DB setzt 200 zusätzliche Kräfte der DB Sicherheit auf Bahnhöfen ein.
  • Die persönliche Schutzausrüstung von DB-Mitarbeitern wird verbessert.
  • DB-Mitarbeiter werden noch mehr in Verhaltens- und Deeskalationstrainings geschult.
  • Damit DB-Mitarbeiter im Ernstfall schneller Hilfe bekommen, wird ihr schon vorhandener Hilferufknopf („Prio-Ruf“) weiter ausgerollt und auch weiterentwickelt.
  • Die DB führt in Zusammenarbeit mit der Bundespolizei regionale Sicherheitswerkstätten durch, um Sicherheitskonzepte vor Ort anzupassen.
  • Bei DB Regio gilt bei der Ticketkontrolle das Prinzip Eigensicherung vor Prüfung. Ab 1. März 2026 liegt es im Ermessen des Kontrollpersonals, ob ein Fahrgast bei der Ticketkontrolle einen Ausweis vorzeigen muss.

Die Bundespolizei setzt ihre Maßnahmen zur Bekämpfung der Gewaltkriminalität auf dem Gebiet der Bahnanlagen des Bundes uneingeschränkt fort. Bundespolizei und DB-Sicherheit gewährleisten eine hohe Sichtbarkeit, schnelle Intervention in Notfallsituationen sowie eine zielgerichtete Unterstützung in den Bahnhöfen und entlang der Strecke. Die bewährte 25-jährige Ordnungspartnerschaft zwischen DB und Bundespolizei wird fortentwickelt.

Der gemeinsame „Aktionsplan für mehr Sicherheit auf der Schiene“ wird zudem durch folgende konkrete Handlungs- und Prüffelder ergänzt:

  • Ausbau der Videoüberwachung in Zügen und an Bahnhöfen.
  • Besetzung der Nahverkehrszüge mit mehr Personal. Mit diesem Thema wird sich die Verkehrsministerkonferenz Ende März befassen.
  • Verzicht auf eine Ausweiskontrolle beim Deutschlandticket, um kritische Situationen zu verringern. Die Bundesländer wollen das Ticket dafür noch fälschungssicherer machen, auch das ist Thema auf der Verkehrsministerkonferenz Ende März.
  • Verstärkte und KI-unterstützte Auswertung von Video- und Audioaufzeichnungen zur Früherkennung. Die rechtlichen Grundlagen dafür sollen verbessert werden.
  • Stärkung des strafrechtlichen Schutzes von Mitarbeitenden, damit Angriffe auf sie besser geahndet werden können. Dies wollen die beteiligten Bundesministerien in das laufende Verfahren zur Anpassung des Strafgesetzbuchs einbringen.

Die Maßnahmen markieren einen Wendepunkt von Reaktion zu mehr Prävention und schnellerer Hilfeleistung.

Evelyn Palla, DB-Vorstandsvorsitzende:

„Unser Anspruch ist klar: Sicherheit braucht eine klare Haltung – personell, technisch und rechtlich. Deshalb handeln wir entschlossen und setzen mit konkreten Maßnahmen ein deutliches Zeichen für mehr Sicherheit im Bahnverkehr. Wir stärken unsere Mitarbeitenden durch bessere Ausstattung, zusätzliche Unterstützung und gezielte Präventionsangebote. Dabei gilt für uns der Grundsatz: Prävention statt Reaktion. Gleichzeitig verfolgen wir eine konsequente Null-Toleranz-Strategie gegenüber jeder Form von Gewalt gegen unsere Mitarbeitenden.“

Patrick Schnieder, Bundesverkehrsminister:

„Bahnhöfe und Züge müssen sichere Orte sein. Das gilt für Zugreisende und Zugpersonal in gleicher Weise. Daher müssen wir alles daransetzen, die Sicherheit auch in den Zügen weiter zu steigern. Ich bin dankbar, dass heute alle Beteiligten zusammengekommen sind und alle Maßnahmen diskutiert werden konnten. Ich bin zuversichtlich, dass wir auf Grundlage des Aktionsplans schnell Verbesserungen auf den Weg bringen können.“

Christian Bernreiter, Vorsitzender der Verkehrsministerkonferenz:

„Die unfassbare Tat erschüttert meine Länder-Kolleginnen und -Kollegen genau wie mich zutiefst. Sicherheit in den Zügen und im gesamten öffentlichen Verkehr muss oberste Priorität haben – und zwar für die Beschäftigten genauso wie für die Reisenden! Es ist ein wichtiges Signal, dass die Deutsche Bahn, die als Arbeitgeber für die Sicherheit ihrer Beschäftigten verantwortlich ist, jetzt alle beteiligten Ebenen schnell zusammengebracht hat. Als Aufgabenträger im Schienenpersonennahverkehr treibt uns Länder das Thema Sicherheit immens um. Wir unterstützen Modelle einer sicherheitsorientieren Personalpräsenz in den Nahverkehrszügen. Über zusätzliche sinnvolle Möglichkeiten werden wir bereits im März auf der nächsten Verkehrsministerkonferenz sprechen.“

Dass Bahnmitarbeiter genau wie Polizisten, Feuerwehren und Rettungsdienste mehr Aggressivität zu spüren bekommen, zeigen bisher unveröffentlichte Zahlen für das vergangene Jahr. Bei Fahrkartenkontrollen, bei der Durchsetzung des Hausrechts sowie nach Großveranstaltungen kam es immer wieder zu verbalen und tätlichen Übergriffen.

Konkret: 2025 gab es konzernweit 3.262 körperliche Übergriffe auf DB-Mitarbeiter (versuchte sowie vollendete). Auch wenn dies im Vergleich zum Vorjahr ein leichter Rückgang ist, blieb die Zahl der Übergriffe insgesamt auf einem sehr hohen Niveau: Sie ist in den letzten zehn Jahren um 37 Prozent gestiegen (2016: 2.374). Besonders deutlich war der Anstieg in der Corona-Pandemie im Jahr 2021. Schwere und gefährliche Körperverletzungen bilden dabei die Ausnahme und machen lediglich ein bis zwei Prozent der Fälle aus.

Um die auf dem Sicherheitsgipfel identifizierten Maßnahmen auf den Weg zu bringen, werden Bund, Länder, DB und Verkehrsbranche bis Ende April 2026 konkrete Schritte zur Umsetzung vereinbaren. Auch die Verkehrsministerkonferenz am 25. und 26. März wird sich mit der Sicherheit im Nahverkehr befassen.

VDV-Präsident Wortmann zum Sicherheitsgipfel: „Maßnahmen reichen offenkundig nicht aus“

VDV-Präsident Ingo Wortmann zum Sicherheitsgipfel am 13. Februar 2026:

„Die Maßnahmen, die wir als Branche bislang ergriffen haben, reichen offenkundig nicht aus. Seit Jahren stellen wir eine Zunahme von Übergriffen auf Beschäftigte und Fahrgäste fest – und zwar im gesamten ÖPNV. Deshalb müssen wir das Thema ganzheitlich betrachten. Die Maßnahmen, die wir bislang mit großen Anstrengungen ergriffen haben, reichen offenkundig nicht aus. Wir müssen deshalb auch die Ursachen für die zunehmende Gewalt stärker in den Blick nehmen. Heute wurden dazu erste wichtige Impulse gegeben und der gemeinsame Austausch der verantwortlichen Akteure war gut und wichtig. Das Ganze ist allerdings ein Prozess, der mit dem heutigen Termin erst seinen Anfang nimmt. Wir brauchen einen kontinuierlichen Austausch der beteiligten Institutionen, um vereinbarte Maßnahmen dauerhaft zu evaluieren und weiterzuentwickeln. Der VDV steht bereit, seine fachliche Expertise in diesen Prozess einzubringen.

Wir engagieren uns als Branchenverband seit Langem aktiv bei diesem Thema. Aus unserer Sicht ist Sicherheit ein Versprechen an Fahrgäste und Beschäftigte, das es einzulösen gilt. In unserem Fachausschuss Security haben wir bereits vor zwei Jahren eine Neupositionierung mit Maßnahmen zur Verbesserung der Situation angestoßen. Konkret schlagen wir vor:

  • Eine bundesweit einheitliche Aufbewahrungsfrist für Videoaufzeichnungen bis zu 30 Tagen zur besseren Aufklärung von Vorfällen.
  • Den Erhalt des Straftatbestands beim Schwarzfahren, um Personal bei Fahrausweiskontrollen zu schützen und Rechtsdurchsetzung zu ermöglichen. Schwerpunktkontrollen zeigen regelmäßig: Unter den kontrollierten Personen ohne gültiges Ticket befinden sich auch polizeilich gesuchte Täter.
  • Einen erweiterten gesetzlichen Schutz für Fahr- und Kontrollpersonal sowie stärkere Sicherheitspartnerschaften mit Polizei, Justiz, Ordnungsbehörden und Sozialträgern.
  • Auch die gezielte Förderung sicherer Haltestellen gehört dazu.

Dafür brauchen wir klare gesetzliche und ordnungspolitische Rückendeckung – und in unserer Branche auch einen entsprechenden Finanz- und Vertragsrahmen. Mir ist bewusst, dass dieser Hinweis unter dem Eindruck der schrecklichen Tat vor wenigen Tagen sensibel ist. Aber nachhaltige Sicherheit braucht verlässliche Rahmenbedingungen.“

Link zum VDV-Positionspapier

Ohne Bargeld zum Fahrschein

Die Erfurter Verkehrsbetriebe (EVAG) haben die Modernisierung ihres Bus-Kassensystems abgeschlossen. Ab sofort können Fahrscheine in allen 77 EVAG-Bussen ausschließlich bargeldlos bezahlt werden – mit Giro- bzw. ec-Karte, Kreditkarte, Smartphone oder Smartwatch. Barzahlung ist in den Fahrzeugen nicht mehr möglich.

Was im vergangenen Jahr als Test begann, ist nun neuer Standard. Bereits 2024 startete die EVAG mit zehn Bussen, in denen kein Bargeld mehr angenommen wurde. Auch die neuen Elektrobusse wurden von Beginn an mit der bargeldlosen Technik ausgestattet. Mit der Lieferung weiterer Kassensysteme konnte die EVAG die Ausstattung sukzessive auf ihre gesamte Flotte ausweiten. Jetzt sind alle Fahrzeuge entsprechend umgerüstet.

„Wir haben das bargeldlose Bezahlen unter realen Bedingungen getestet. Es funktioniert zuverlässig, schnell und sicher“, sagt Mario Laube, Vorstand der EVAG. „Mit der vollständigen Umstellung schaffen wir ein einheitliches System in allen Bussen und damit mehr Sicherheit und Geschwindigkeit beim Einstieg, welches von den Fahrgästen gut angenommen und akzeptiert wurde. Wir danken unseren Fahrgästen für ihr Verständnis, dass wir diesen Schritt gehen. Er betrifft nur noch eine vergleichsweise kleine Gruppe, die ihr Ticket direkt im Bus kauft, und ist für uns ein konsequenter nächster Schritt hin zu einem modernen und einheitlichen System.“

Mehrheit zahlt bereits digital

Inzwischen bezahlen über 80 Prozent der EVAG-Kunden ihre Tickets bargeldlos, der klassische Barverkauf verliert weiter an Bedeutung. Mit der Einführung des Deutschlandtickets bringen viele Fahrgäste ihren Fahrschein bereits mit. Für die Fahrgäste, die ihr Ticket erst beim Zustieg in den Bus kaufen möchten, steht im Bus die Zahlung mit unterschiedlichen bargeldlosen Zahlungsmitteln zur Verfügung.

„Wir wissen, dass einige Fahrgäste weiterhin lieber bar zahlen“, sagt Mario Laube. „Sie können ihre Tickets weiterhin an 51 EVAG-Automaten, bei 24 EVAG-Agenturen und im Mobilitätszentrum am Anger mit Bargeld kaufen.“

Auf der Webseite der EVAG finden Fahrgäste eine Übersicht zu den Ticketautomaten und den EVAG-Agenturen und auch alle Antworten rund um das Thema bargeldlose Zahlung in den Bussen.

Umweltprämie motiviert zum Umstieg vom Auto auf Bahn und Bus

Mit der Umweltprämie treibt die Stadt Frankfurt am Main erfolgreich den Umstieg vom Auto auf Bahn und Bus voran. Das zeigt der aktuelle Evaluationsbericht, den die Nahverkehrsgesellschaft traffiQ für die Stadt Frankfurt nun veröffentlicht hat. Im ersten Jahr seit ihrer Einführung im Jahr 2024 haben 560 Bürger das Angebot genutzt, ihr Auto abzumelden und dafür ein Jahr lang kostenlos den öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) zu nutzen. Ein Großteil derjenigen, die zuvor nur gelegentlich Bahn und Bus fuhren, stiegen durch die Prämie dauerhaft in die umweltfreundlichen Verkehrsmittel um.

„Die Umweltprämie ist ein voller Erfolg“, erklärt Mobilitätsdezernent Wolfgang Siefert. „Unser Ziel, mit diesem Angebot mehr Menschen zum Umstieg auf den ÖPNV zu bewegen, ist uns gelungen. Die Umweltprämie hat unter Beweis gestellt, dass sie das Mobilitätsverhalten der Menschen langfristig verändern kann. Interessant ist das über das Jahr kontinuierlich große Interesse an dem Programm sowie die Tatsache, dass die fast 600 ausgegebenen Deutsch­landtickets von Frankfurterinnen und Frankfurtern quasi aller Altersstufen in Anspruch genommen werden.“

Viel mehr als eine „Abwrackprämie“

Die Umweltprämie geht auf den Antrag „Klimastadt Frankfurt“ der Stadtverordnetenversammlung vom März 2024 zurück. Die städtische Nahverkehrsgesellschaft traffiQ setzte sie im Auftrag des Mobilitätsdezernats gemeinsam mit der Verkehrsgesellschaft Frankfurt am Main (VGF) zum 1. August 2024 um. Die Prämie können Frankfurter ab 18 Jahren in Anspruch nehmen, die vor maximal fünf Monaten ein eigenes Auto mit Verbrennungsmotor verschrottet oder an eine Person außerhalb des eigenen Haushalts verkauft haben. Ebenso darf zwölf Monate lang zuvor und während des Prämienbezugs kein Wagen neu zugelassen werden. So ist die Prämie anders positioniert als eine reine Abwrackprämie – sie motiviert nicht zum Verzicht, sondern zu einer Änderung im Mobilitätsverhalten.

Mit dem Deutschlandticket als Prämie geht traffiQ noch über die Jahreskarte fürs Stadtgebiet hinaus, die die Stadtverordneten in ihrem Antrag ursprünglich gefordert hatten. Die Prämie ist im VGF-Servicecenter an der Hauptwache erhältlich.

Besonders Ältere steigen um

Die Bilanz des ersten Jahres fällt nun sehr positiv aus. Beinahe 47 Anträge pro Monat gingen im Schnitt für die Prämie ein. Die Auswertung von traffiQ zeigt auf:

  • Genutzt wird die Prämie ein wenig stärker von Frauen (52 Prozent), und die Prämiennutzer sind eher älter: die größte Gruppe mit 21 Prozent stellen die 56- bis 65-Jährigen. Gut die Hälfte sind Arbeitnehmer, knapp ein Drittel ist im Ruhestand.
  • Fast zwei Drittel der Antragstellenden kommen aus 2-Personen- und Single-Haushalten. Weniger gut Verdienende nutzen die Prämie besonders gern.
  • Antragsteller leben über die gesamte Stadt verteilt, von Zeilsheim über die Innenstadt bis nach Bergen. Besonders hoch war die Nachfrage im Ortsbezirk Seckbach/Fechenheim/Riederwald mit 15 Anträgen je 10.000 Einwohner und im Nordend mit 14 Anträgen je 10.000 Einwohner.

Verkehrsmittel-Nutzung ändert sich langfristig

Die Umweltprämie macht den Umstieg vom Auto auf den ÖPNV deutlich attraktiver, indem die Nutzer deutschlandweit ein Jahr lang kostenfrei volle Mobilität im Stadt-, Nah- und Regionalverkehr nutzen können. So haben fast zwei Drittel der Nutzer nach Prämienbeginn gar kein Auto mehr im Haushalt, ein Drittel schaffte den Zweitwagen ab.

„Insgesamt nimmt die Pkw-Nutzung deutlich ab – und das auch nachhaltig“, betont  Prof. Dr.-Ing. Tom Reinhold, Geschäftsführer von traffiQ. Vor Prämienbeginn nutzen 26 Prozent das Auto als Hauptverkehrsmittel, danach nur noch 7 Prozent. Hingegen bleibt der ÖPNV nach dem Ende der Prämie für 58 Prozent der Kunden das Hauptverkehrsmittel, vor der Prämie waren es erst 40 Prozent.

Die Zahl der Vielnutzer von Bahn und Bus steigt von 6 auf 28 Prozent, der Anteil an Zeitkartennutzern verdoppelt sich fast. Auch wird durch die Prämie häufiger Fahrrad gefahren und zu Fuß gegangen.

Menschen, Umwelt und Klima profitieren

„Für die Allgemeinheit wird der Nutzen auch auf den Straßen spürbar“, unterstreicht Tom Reinhold. Denn von den 560 abgeschafften Autos wurden 11 Prozent verschrottet. Autos in deutschen Städten belegen im Schnitt mehr als 23 Stunden am Tag einen Parkplatz. „Die über 500 Autos weniger in Frankfurt tragen auch dazu bei, den Parkdruck in der Stadt zu reduzieren“, erklärt Dezernent Siefert. Allein während des ersten Prämienjahrs wurden laut Evaluationsbericht etwa 1.300 Tonnen klimaschädliches Kohlendioxid eingespart. Ebenso geht der Ausstoß weiterer Abgase zurück, und es wird mit weniger Verbrennern auf den Straßen leiser.

Die Bilanz ist zudem wirtschaftlich positiv. „Den einmaligen Kosten von 400.000 Euro im ersten Jahr stehen künftig zusätzliche Einnahmen aus dem Ticketverkauf von jährlich 80.000 Euro von den neugewonnenen Zeitkartenkunden gegenüber“, sagt traffiQ-Geschäftsführer Reinhold. Nicht nur das: Wird die Umweltprämie in einem ähnlichen Umfang wie aktuell genutzt, können durch die CO2-Reduktion jährlich rund 100.000 Euro eingespart werden.

„Die Umweltprämie ist ein kleiner Baustein zur Umsetzung der Mobilitätswende in Frankfurt – aber sie wirkt“, erklärt Dezernent Siefert. Der Evaluationsbericht Umweltprämie bietet nun der Öffentlichkeit und den Stadtverordneten alle Daten und Fakten, um über die Zukunft des Angebots nach dem dreijährigen Pilotzeitraum zu entscheiden.

Weitere Informationen zur Umweltprämie unter rmv-frankfurt.de/umweltpraemie und zum Evaluationsbericht unter rmv.de/c/de/studie-umweltpraemie

Erneute Verlängerung des Ersatzkonzepts bei der S-Bahn Hannover

Die S-Bahn Hannover setzt das im Juni 2025 gestartete Ersatzkonzept auf der Linie S6 weiterhin fort. Das Fahrzeugersatzkonzept der modernen “Mireo-Smart-Züge” von Siemens Mobility soll nun auch über den 13. Februar 2026 hinaus fortgeführt werden. Die drei Mireo-Fahrzeuge werden bis zum 23. März 2026 weiterhin zwischen Hannover Hauptbahnhof und Celle verkehren. Mit der Verlängerung dieses Konzeptes stabilisiert die S-Bahn Hannover weiterhin die Fahrzeugverfügbarkeit im Netz und schafft zusätzliche Planungssicherheit für die Fahrgäste. Die Mireo Smart-Züge bieten zeitgemäßen Komfort, erfüllen die aktuellen EU-Richtlinien zur Barrierefreiheit und verfügen über eine moderne Ausstattung.

Bei den bekannten unterschiedlichen Bahnsteighöhen im S-Bahnnetz der Region Hannover stehen weiterhin die geläufigen Mireo-Rampen zur Verfügung, sodass auch mobilitätseingeschränkte Fahrgäste sicher ein- und aussteigen können. Gleichzeitig wird nach wie vor mit Hochdruck daran gearbeitet, die ET 425-Altfahrzeuge schrittweise in den Betrieb zurückzuführen, um langfristig ein stabiles und fahrgastfreundliches Angebot gewährleisten zu können.

Keine Weiterfahrt des Maas-Wupper-Express nach Eindhoven

Ab Dezember 2026 sollte die grenzüberschreitende Verbindung mit dem Regionalexpress RE 13 zwischen den Niederlanden und Deutschland ausgeweitet werden. SPNV-Kunden sollten die bestehende Linie dann direkt und ohne Umstieg von Hamm über Wuppertal, Düsseldorf, Mönchengladbach und Venlo bis nach Eindhoven nutzen können. Der Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) arbeitet gemeinsam mit dem Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) sowie dem Ministerium für Infrastruktur und Wasserwirtschaft (IenW) in den Niederlanden und der Provincie Noordbrabant bereits seit 2016 an der Realisierung der internationalen Bahnverbindung. Nun zeichnet sich sehr deutlich ab, dass die Verbindung vom bisherigen Linienende in Venlo bis nach Eindhoven nicht wie vorgesehen umgesetzt werden kann. Ursächlich sind insbesondere Verzögerungen bei der Fahrzeuglieferung. Parallel verzögern sich notwendige Arbeiten im und um den Bahnhof Venlo.

Lieferverzögerungen der Mehrsystemfahrzeuge

Die bestellten Mehrsystemfahrzeuge vom Typ FLIRT3XL von Stadler sind erforderlich, um den Betrieb sowohl auf deutscher als auch auf niederländischer Infrastruktur durchführen zu können. Ohne diese Fahrzeuge ist ein durchgehender internationaler Betrieb nicht möglich – und genau diese Züge fehlen. Die Folge: Der RE 13 kann in einer Übergangsphase nur wie bisher zwischen Hamm und Venlo verkehren. Aufgrund der Lieferverzögerungen ist in der Übergangsphase ein Betrieb mit Ersatzfahrzeugen erforderlich, da die bislang eingesetzten Fahrzeuge nach Vertragsende nicht mehr zur Verfügung stehen. Diese Fahrzeuge sind technisch nicht in der Lage, die niederländische Strecke weiter Richtung Eindhoven zu bedienen.

„Wir wissen, wie wichtig diese internationale Verbindung für viele Reisende ist. Umso entscheidender ist es, dass die notwendigen Fahrzeuge schnellstmöglich bereitstehen. Wir appellieren an den Hersteller, die weitere Produktion mit höchster Priorität voranzutreiben. Unser gemeinsames Ziel bleibt eine zuverlässige und attraktive Verbindung zwischen Deutschland und den Niederlanden.“

VRR-Vorstandssprecher Oliver Wittke

Infrastrukturarbeiten in den Niederlanden

Parallel verzögern sich notwendige Arbeiten im und um den Bahnhof Venlo. Diese Maßnahmen sind eine weitere Voraussetzung für den grenzüberschreitenden Betrieb über Venlo hinaus Richtung Eindhoven. Nach derzeitigem Kenntnisstand wird die Umsetzung der Arbeiten in Venlo noch mehrere Jahre in Anspruch nehmen. Die niederländischen Partner prüfen gemeinsam mit dem niederländischen Eisenbahninfrastrukturunternehmen ProRail und den beteiligten Eisenbahnunternehmen Möglichkeiten, den Zeitraum der Einschränkungen zu überbrücken und Abläufe zu beschleunigen, damit sich die Umsetzung nicht weiter bis möglicherweise in die 2030er Jahre verzögert.

Ausblick und weitere Informationen

VRR und NWL auf deutscher sowie das IenW und die Provincie Noordbrabant auf der anderen Seite der Grenze arbeiten weiterhin intensiv daran, die internationale Verbindung Eindhoven–Hamm so schnell wie möglich zu realisieren. „Alle beteiligten Institutionen stehen in engem Austausch, um die bestmögliche Lösung für die Fahrgäste auf beiden Seiten der Grenze zu erreichen. Wir verfolgen gemeinsam das Ziel, diese wichtige internationale Verbindung so schnell wie möglich Realität werden zu lassen“, so Oliver Wittke.

Gleichzeitig gilt: Ohne rechtzeitig verfügbare Mehrsystemfahrzeuge ist ein zuverlässiger, durchgehender Betrieb nicht darstellbar. Der VRR erwartet daher von Stadler eine deutliche Beschleunigung der Auslieferung.

Hoffnung auf baldigen Fortschritt bei der Franken-Sachsen-Magistrale

Bei der Elektrifizierung der international bedeutsamen Strecke zeichnet sich die Fortführung der seit vier Jahren unterbrochenen Planungen ab. Nach einer Kabinettssitzung in München betonte Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder (CDU), dass die Planungen mit Hochdruck vorangetrieben werden: „Bei der Franken-Sachsen-Magistrale sind wir auf einem guten Weg. Ich bin sehr zuversichtlich, dass wir die nächsten Schritte bald gehen können.“ Ziel sei es, rasch Baureife zu erreichen und die Finanzierung sicherzustellen.

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter (CSU) ergänzte, er erwarte, „dass gegen Ostern die Planungsverträge unterzeichnet sind“. Damit könne der nächste entscheidende Schritt zur Elektrifizierung der Strecke eingeleitet werden. Bereits bei den anstehenden Planungen der maroden Pegnitzbrücken müsse die Elektrifizierung von Beginn an mitgedacht werden: „Das habe ich vom ersten Tag an klar gesagt.“

Zusätzlichen Druck erhält das Projekt durch seine internationale Dimension. Der tschechische Ministerpräsident Andrej Babiš stellte einen Tag vor der Kabinettssitzung die Frage, ob „Deutschland wirklich daran interessiert ist weiterzubauen“. Zum gemeinsamen Ausbau der Bahnstrecke Nürnberg–Eger–Pilsen–Prag hatten sich beide Länder in einem Abkommen 1995 verpflichtet. Während Tschechien seinen Teil bereits 2012 umgesetzt hat, wartet der deutsche Abschnitt bis heute auf die Umsetzung.

Ministerpräsident Markus Söder unterstrich die strategische Bedeutung der bislang „unterentwickelten“ Ost-West-Verbindungen. Die Franken-Sachsen-Magistrale sei „ganz zentral für die Entwicklung“ Bayerns. Tschechien sei inzwischen der viertwichtigste Handelspartner des Freistaats, täglich pendelten rund 25.000 Menschen über die Grenze. Gerade im Grenzraum sei die Verkehrsinfrastruktur das wichtigste Zukunftsthema.

Auch die Oberbürgermeister des Sächsisch-Bayerischen Städtenetzes haben im Januar in Plauen die sofortige Wiederaufnahme der Planungen gefordert, damit die mehrjährige Erneuerung der 18 Pegnitzbrücken mit der Elektrifizierung verknüpft werden kann. „Die jährlichen Streckensperrungen für die Brückenarbeiten sind lang genug, dass sie auch für die Arbeiten an den Tunnel und an den Fahrleitungen genutzt werden können. Das reduziert die Sperrzeiten und spart Zeit und Kosten. Da die Planungen für die neuen Brücken bereits weit fortgeschritten sind, muss die Planung der Elektrifizierung rasch nachgezogen werden“, so die Oberbürgermeister, „nur so kann auch der Bauablauf im engen Pegnitztal optimal aufeinander abgestimmt werden“.

Nächste Schritte: Schneller Planungsbeginn

Der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestags hat im November 2025 die finanziellen Voraussetzungen geschaffen, um die Weiterplanung der Franken-Sachsen-Magistrale wieder aufzunehmen. Damit kann das Bundesverkehrsministerium die DB InfraGO kurzfristig mit der Planung beauftragen. Ziel ist es, die Elektrifizierung mit der Erneuerung der Pegnitztal-Brücken zu bündeln und ab 2030 gemeinsam umzusetzen. Dieses Vorgehen wird von Bund, Freistaat Bayern und DB InfraGO gemeinsam getragen und wurde zur Sitzung des Bayerisch-Sächsischen-Städtenetzes im Januar 2026 in Plauen von allen Oberbürgermeistern gefordert.

HEAG mobilo modernisiert ihre AirLiner-Flotte

Der AirLiner, die Direktverbindung zwischen der Darmstädter Innenstadt und dem Frankfurter Flughafen, ist eine Besonderheit: Auf keiner Linie werden jedes Jahr so viele Kilometer gefahren und auf keiner anderen Linie fährt die HEAG mobilo mit Doppeldeckerbussen. Rund 200.000 Kilometer absolviert ein AirLiner jährlich. Zum Jahresbeginn hat die HEAG mobilo jetzt begonnen, ihre Flotte an sonnengelben AirLiner-Bussen zu erneuern. Zwei neue Fahrzeuge der Marke Setra von Daimler Buses sind seit Anfang Januar auf den Straßen Darmstadts und auf der Autobahn 5 Richtung Flughafen unterwegs, zwei weitere werden im Laufe des Sommers folgen.

Ein Hingucker, der Flughafen und Region verbindet

„Die Busse sind ein echter Hingucker und ein tolles Angebot der HEAG mobilo, das auch über Darmstadt hinauswirkt“, freut sich Darmstadts Verkehrsdezernent Paul Georg Wandrey. „Durch diese Verbindung wird Darmstadt zu einem attraktiven und gut erreichbaren Reiseziel.“ Auch für die Menschen im Landkreis Darmstadt-Dieburg ist die Direktverbindung zum Frankfurter Flughafen attraktiv. „Durch den Halt am Luisenplatz können viele Menschen aus der Region dort aus den Regionalbussen in den AirLiner umsteigen“, erklärt Lutz Köhler, Erster Kreisbeigeordneter des Landkreises. „Egal ob auf dem Weg in den Urlaub, auf Geschäftsreise oder zur Arbeit am Flughafen: Der AirLiner ist ein wichtiges und zuverlässiges Verkehrsmittel“.

Neben einer neuen Außengestaltung wurde auch das Innere der Busse modernisiert: Ein neuer Fußbodenbelag soll eine angenehmere Reiseatmosphäre schaffen, die Sitze sind mit hochwertigem eLeather bezogen, das auch in anderen Fahrzeugen zum Einsatz kommt. Dieses besteht aus recyceltem Leder, ist leichter zu reinigen und damit auch hygienischer.

Auch für das Fahrpersonal gibt es Verbesserungen durch die höchstmögliche Anzahl an neuesten Assistenzsystemen: Der Notbremsassistent ABA 6 unterstützt den Fahrer durch eine automatisch eingeleitete Notbremsung bei drohender Gefahr von Auffahrunfällen auf vorausfahrende Fahrzeuge oder auf stehende Hindernisse. Er kann ebenfalls sich bewegende oder stehenbleibende Personen und Fahrradfahrer vor dem Fahrzeug erkennen. Der Sideguard Assist 2 dient beidseitig zur Erkennung und Warnung bei Verkehrsteilnehmern im „toten Winkel“ beim Abbiegen. Zudem sind die Busse mit dem modernen MirrorCam System ausgestattet, welches eine klare und umfassende Sicht auf den Straßenverkehr ermöglicht. Mit hochauflösenden Kameras ausgestattet, wird die Fahrsicherheit und das Risiko von Unfällen minimiert. Das erweiterte Sichtfeld ermöglicht es dem Fahrer, Fußgänger, Radfahrer und andere Verkehrsteilnehmer im Umfeld zu erkennen. Zudem erfüllen die Busse auch die neueste Abgasnorm 6E.

„Wir freuen uns, dass wir mit den Setra-Doppeldeckerbussen auf dem AirLiner in die nächste Generation gehen. Nicht nur unsere Fahrgäste, auch wir sind mit den Fahrzeugen sehr zufrieden, denn sie bieten bei einer großen Laufleistung auch viel Platz für unsere Fahrgäste und ihr Gepäck“, sagen Arne Rath und Johannes Gregor, Geschäftsführer der HEAG mobilo. Bereits seit 1990 verbindet der AirLiner Darmstadt mit dem Frankfurter Flughafen. 2014 setzte die HEAG mobilo aufgrund der stark gestiegenen Nachfrage erstmals Doppeldecker auf dieser Linie ein, die auch einen Stellplatz für Rollstühle anbieten.

BEG startet Ausschreibung für Linie München–Hof

Die Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), die den Schienenpersonennahverkehr im Auftrag des bayerischen Verkehrsministeriums plant, finanziert und kontrolliert, hat das europaweit offene Vergabeverfahren Expressverkehr Ostbayern gestartet. Dabei geht es um den Betrieb der Regionalexpresslinie RE 2 München–Hof von Ende 2028 bis Ende 2043 mit einem Umfang von 2,2 Millionen Zugkilometern pro Jahr. Es handelt sich dabei um eine der längsten Nahverkehrslinien im Freistaat. Aktuell wird die Strecke von DB Regio betrieben.

Im neuen Vertrag wird es zwei Betriebsstufen geben. In der zweiten Stufe ab Ende 2030 sollen erstmalig im Freistaat Hybridfahrzeuge für die Direktverbindung zwischen der Landeshauptstadt und Hochfranken zum Einsatz kommen. Der bisherige Lokwechsel in Regensburg wird dann entfallen.

„Wir wollen auf dieser wichtigen Verbindung über vier bayerische Regierungsbezirke hinweg ein deutlich zuverlässigeres Angebot für die Fahrgäste schaffen“, erklärt Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter, der zugleich Aufsichtsratsvorsitzender der BEG ist. Der RE 2 gehörte zuletzt insbesondere wegen der dort eingesetzten relativ alten Lokomotiven zu den Schlusslichtern bei der Betriebsqualität aller bayerischen Netze. „Aufgrund der Hybridfahrzeuge benötigen die Unternehmen mehr Vorlauf. Deshalb ist der Verkehrsvertrag in zwei Betriebsstufen geteilt.“ Durch den Wegfall der Rangiertätigkeiten im wichtigsten ostbayerischen Knoten, dem Regensburger Hauptbahnhof, soll dieser außerdem merkbar entlastet werden. „So schlagen wir mit diesem Konzept mehrere Fliegen mit einer Klappe“, ergänzt Bernreiter.

Einfacheres Betriebskonzept ohne Lokwechsel

Das künftige Verkehrsangebot entspricht grundsätzlich dem heutigen Niveau. Mit Zügen im Zweistundentakt bleibt auch das Fahrplankonzept weitgehend gleich. Ab Dezember 2030 ändert sich allerdings das Betriebskonzept: In der zweiten Betriebsstufe will die BEG auf Lokwechsel verzichten. Diese sind bislang nötig, da die Züge des RE 2 im nördlichen, noch nicht elektrifizierten Abschnitt Regensburg–Hof mit Dieselloks fahren, im südlichen Streckenabschnitt München–Regensburg hingegen mit E-Loks. Die durchgängige Elektrifizierung ist zwar das zentrale Ziel des Bedarfsplanprojekts des Bundes Hof–Regenburg–Obertraubling. Da es sich aber noch in einer frühen Planungsphase befindet, wird die Realisierung noch viele Jahre dauern.

Spätestens zwei Jahre nach der Betriebsaufnahme fordert die BEG Fahrzeuge, die ohne Lokwechsel auskommen und so auf dem gesamten Laufweg zwischen München und Hof eingesetzt werden können. Hybridfahrzeuge machen das möglich, sei es die Verbindung aus Diesel- und Elektroantrieb oder rein elektrische Fahrzeuge, die Strom über die Oberleitung beziehen und für die Abschnitte ohne Oberleitung in Akkus speichern. Dabei ist der noch nicht elektrifizierte Abschnitt Regensburg–Hof aufgrund der Länge von 180 Kilometern für solche Akkuhybridfahrzeuge sehr herausfordernd.

Bonus für mehr Kapazitäten, Kapitaldienstgarantie für Neufahrzeuge

Eingesetzt werden dürfen ab der zweiten Betriebsstufe Neufahrzeuge oder Gebrauchtfahrzeuge, die nicht älter als aus dem Jahr 2003 sind. In diesen wird dann auch kostenfreies WLAN angeboten. Damit Bieter einen zusätzlichen Anreiz haben, Neufahrzeuge einzusetzen, sichert der Freistaat deren Finanzierung mit einer Kapitaldienstgarantie ab.

Sowohl in der ersten als auch in der zweiten Betriebsstufe fordert die BEG bei den nachfragestarken Zügen mindestens dieselbe Sitzplatzkapazität wie heute. Unternehmen, die für diese Züge noch höhere Sitzplatzkapazitäten anbieten, erhalten einen Wertungsbonus bei der Vergabeentscheidung.

Die Angebotsabgabe durch die Eisenbahnverkehrsunternehmen soll im dritten Quartal 2026 erfolgen. Die Erteilung des Zuschlags durch die BEG ist für Ende 2026 geplant. Es ist der zweite Anlauf für diese Ausschreibung, nachdem beim ersten Verfahren vor rund anderthalb Jahren kein wirtschaftlich akzeptables Angebot eingegangen war.

Detaillierte Informationen zum Vergabeverfahren finden Sie im Steckbrief.