Fast 300.000 Fahrgäste nutzen BürgerBusse im Münsterland

Die von der Regionalverkehr Münsterland GmbH (RVM) betreuten BürgerBus-Vereine im Münsterland haben im Jahr 2025 insgesamt knapp 300.000 Fahrgäste befördert – und stellen damit einen neuen Rekord auf. Gegenüber dem Vorjahr bedeuten die Zahlen bei den 25 BürgerBus-Vereinen einen weiteren Zuwachs von sechs Prozent. Fast jeder zweite Fahrgast (146.000) fährt dabei inzwischen mit dem Deutschlandticket. Insgesamt legten die BürgerBusse mit den über 1.000 ehrenamtlichen Fahrern fast 1,5 Millionen Kilometer zurück.

BürgerBusse in allen Kreisen gefragt

Im Kreis Borken verzeichneten die BürgerBusse über 54.000 Fahrgäste, im Kreis Coesfeld waren es rund 129.000 Fahrgäste, im Kreis Steinfurt knapp 55.000 Fahrgäste und im Kreis Warendorf etwa 60.000 Fahrgäste. Im Jahr 2025 wurden insgesamt so viele Fahrgäste befördert wie nie zuvor. „Die Zahlen zeigen, dass BürgerBusse im Münsterland gebraucht und angenommen werden“, sagt Michael Klüppels, Leiter Verkehrsmanagement der RVM. „Gerade in ländlich geprägten Regionen ergänzen BürgerBusse den regulären Linienverkehr sinnvoll und schließen Lücken, die wirtschaftlich anders nicht zu bedienen wären.“

Was BürgerBusse so wertvoll macht

Die BürgerBusse ergänzen den regulären Linienverkehr häufig dort, wo ein regulärer Betrieb wirtschaftlich nicht darstellbar wäre. Sie sichern insbesondere im ländlichen Raum die Erreichbarkeit von Einkaufsmöglichkeiten, medizinischen Einrichtungen und wichtigen Umsteigepunkten. Getragen werden die Angebote von ehrenamtlich organisierten Vereinen und leisten so einen wichtigen Beitrag zur öffentlichen Daseinsvorsorge. Die RVM betreut die BürgerBus-Vereine seit vielen Jahren als Betriebsführer und unterstützt sie organisatorisch und fachlich. Im Jahr 2025 feierten die BürgerBusse im Münsterland ihr 40-jähriges Bestehen.

Weitere Informationen zu den BürgerBussen der RVM: www.rvm-online.de/buergerbus

BUS2BUS 2026 bringt die Transformation der Busbranche auf die Straße

Mit mehr als 140 Ausstellern und 50 Bussen, vier Bühnen und über 100 Sessions zeigt die BUS2BUS 2026 gemeinsam mit ihrem Partner Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) in Berlin die ganze Bandbreite der Busmobilität und vereint die Branche an einem Ort.

Am 15. und 16. April 2026 wird das Berliner Messegelände mit mehr als 140 Ausstellern aus 22 Ländern und etwa 4.000 erwarteten Fachbesuchern erneut zum zentralen Treffpunkt der nationalen und internationalen Bus- und Zulieferindustrie.

„Die BUS2BUS 2026 zeigt die Transformation der Branche nicht theoretisch, sondern in der praktischen Umsetzung. Unternehmen müssen heute unter realen wirtschaftlichen und betrieblichen Bedingungen entscheiden. Genau dafür schaffen wir eine Plattform, auf der Lösungen erlebt, bewertet und im direkten Austausch weitergedacht werden können.“

Kerstin Kube-Erkens, Direktorin der BUS2BUS

„Wer wissen will, wohin sich die Busbranche entwickelt, darf die BUS2BUS nicht verpassen. Sie steht für Innovation, Austausch und politische Impulse und ist der Ort, an dem Unternehmerinnen und Unternehmer die entscheidenden Ideen und Lösungen für die Zukunft des Busverkehrs im ÖPNV und in der Touristik mitnehmen – von Digitalisierung bis hin zum autonomen Fahren.”

Christiane Leonard, bdo-Hauptgeschäftsführerin

Unter dem Leitmotiv „Die Zukunft ist unser Antrieb“ verbindet die BUS2BUS 2026 Fachmesse, Bühnenprogramm und Live-Erlebnisse zu einem integrierten Format mit klarem Umsetzungsfokus. Im Mittelpunkt stehen konkrete, skalierbare Lösungen für die Transformation der Busmobilität – von emissionsfreien Antrieben über Digitalisierung bis hin zu neuen Betriebs- und Geschäftsmodellen unter realen betrieblichen Bedingungen.

Von Herstellern bis Systemlieferanten

Die BUS2BUS 2026 verzeichnet bereits im Vorfeld ihrer fünften Ausgabe eine hohe Ausstelleranfrage und reagiert mit zwei Hallen und verdoppelter Ausstellungsfläche auf die starke Nachfrage aus der Branche. Aussteller präsentieren Innovationen entlang der gesamten Wertschöpfungskette der Busmobilität – von Fahrzeugen über Systeme bis hin zu digitalen Services und Infrastruktur.

Führende Hersteller wie Daimler Buses, MAN, BYD, OTOKAR, Scania Deutschland, VinFast, Iveco Magirus, Karsan, MCV, SOR und Irizar/Higer nutzen die Plattform gezielt zur Positionierung ihrer aktuellen und zukünftigen Fahrzeuglösungen. Parallel setzen zentrale Systemlieferanten und Technologieanbieter wie ZF Friedrichshafen, IVU Traffic Technologies, OPES Solar Mobility, TO-ZERO electric vehicles, H2 MOBILITY, Fogmaker, Trapeze, Wattkraft, Zenobē und Spheros wichtige Akzente entlang der technologischen Wertschöpfungskette. Ergänzt wird das Line-up durch Mobilitätsanbieter wie BVG und DB Regio sowie das Bundesverkehrsministerium und bildet damit das gesamte Bus-Ökosystem aus Industrie, Betrieb, Technologie und Regulierung ab.

50+ Busse und 16.000 m² Außengelände

Die BUS2BUS 2026 setzt konsequent auf Praxisorientierung und nutzt ein 16.000 m² großes Außengelände für Live-Demonstrationen und Testdrives. Fahrzeuge werden dort nicht nur präsentiert, sondern aktiv im Einsatz gezeigt – in unterschiedlichen Einsatzszenarien und unter realitätsnahen betrieblichen Bedingungen. Über 50 Busse in verschiedenen Größen und Antriebskonzepten machen die Veranstaltung zu einer der praxisnächsten Plattformen der Branche – vom autonomen Kleinbus über Stadt- und Überlandbusse bis hin zum modernen Reisebus. Für Verkehrsunternehmen und Entscheider ermöglicht dieser Ansatz eine fundierte Bewertung neuer Technologien im Hinblick auf Wirtschaftlichkeit und Einsatzfähigkeit.

Fachprogramm mit internationaler Perspektive

Das Fachprogramm mit über 100 Sessions auf vier Bühnen wird von mehr als 120 internationalen Speakern aus Wirtschaft, Politik, Forschung und Praxis gestaltet und ergänzt die Fachmesse um einen fundierten inhaltlichen Rahmen. Im Fokus stehen zentrale Branchenthemen wie Dekarbonisierung, Digitalisierung, neue Betriebsmodelle und regulatorische Rahmenbedingungen. Die Future Forum Stage widmet sich strategischen Zukunftsthemen wie bedarfsgerechter Mobilität, Next Generation Mobilität sowie Transformation & Change in der Busbranche und umfasst unter anderem die bdo-Politik-Talks zu aktuellen verkehrs-, wirtschafts- und europapolitischen Fragestellungen.

Die Deep Dive Stage vertieft die Inhalte mit Best Practices und praxisnahen Diskussionen zu operativen Branchenthemen. Die Partner Stage stellt konkrete Lösungen für das Tagesgeschäft in den Mittelpunkt – von E-Mobilität und emissionsfreien Antrieben über Fachkräftemangel bis hin zur Kostenentwicklung im ÖPNV und autonomer Mobilität. Sie wird in Kooperation mit den bdo-Landesverbänden entwickelt und gestaltet.

Ergänzt wird das Programm durch eine vierte Bühne als Live-Podcaststudio: Die siebente Staffel des BUS2BUS-Podcasts BUS2Talk wird direkt vor Ort aufgezeichnet und macht den Branchendialog unmittelbar erlebbar.

bdo bringt Branche und Politik zusammen

Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmen (bdo) gestaltet die BUS2BUS als ideeller Partner aktiv mit. In Halle 25 ist der Verband mit einem eigenen Stand vertreten und bietet Fachbesuchern eine zentrale Anlaufstelle für Austausch zu aktuellen Branchenfragen und politischen Rahmenbedingungen.

Ein politischer Höhepunkt der BUS2BUS 2026 ist die Teilnahme von Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder am offiziellen Eröffnungsrundgang über das Ausstellungsgelände. Auch sein Ministerium ist mit einem eigenen Stand auf der Messe vertreten.

Fokus auf Fachkräfte, Nachwuchs und operative Berufe

Neben technologischen Innovationen adressiert die BUS2BUS 2026 gezielt den Fachkräftebedarf der Branche. Mit einem erweiterten Young Professionals-Programm und dem erstmals stattfindenden Busfahrer-Tag rückt die Messe Fachkräfte, Nachwuchs und operative Berufe in den Fokus und stärkt damit die personelle Basis der Transformation der Busmobilität.

bdo-Konjunkturumfrage: Zwischen stabiler Nachfrage und steigenden Belastungen

Die wirtschaftliche Lage der privaten Busunternehmen in Deutschland ist trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen überwiegend stabil, während die Antriebswende erhebliche wirtschaftliche und strukturelle Herausforderungen mit sich bringt. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmen (bdo). Gleichzeitig wird deutlich: Die Stimmung in den Unternehmen wird verhaltener, die Herausforderungen nehmen zu.

Im Gelegenheitsverkehr und in der Bustouristik zeigt sich die Branche zum Auftakt der ITB (Internationale Tourismus-Börse) in Berlin grundsätzlich stabil – mit positiven Impulsen aus den Markt. Die anhaltend hohe Reiselust der Deutschen, aktuelle Branchenmeldungen über steigende Zahlen organisierter Reisen sowie eine für den Bustourismus günstige demografische Entwicklung senden ermutigende Signale. Allerdings trübt sich der wirtschaftliche Ausblick leicht ein: Für 50 Prozent der Unternehmen blieb die Geschäftslage im Vergleich zum Vorjahr unverändert, 22 Prozent berichten von einer Verbesserung. Gleichzeitig melden 28 Prozent eine Verschlechterung. Hinzu kommt, dass 40 Prozent der Bustouristiker ihre Gewinnentwicklung als ungünstiger als zuvor bewerten. Auch die Erwartungshaltung ist vorsichtiger als in den Jahren zuvor. 54 Prozent prognostizieren eine gleichbleibende Entwicklung, 34 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung.

Im ÖPNV zeigt sich insgesamt ein differenziertes Bild. 50 Prozent der Betriebe bewerten ihre Lage als gleichbleibend. Mit 31 Prozent überwiegen jedoch die negativen Einschätzungen gegenüber den positiven (19 Prozent). Auch die Umsatzentwicklung ist uneinheitlich: 45 Prozent melden gleichbleibende Umsätze, 31 Prozent verzeichnen Zuwächse, 24 Prozent Rückgänge. Weiter unter Druck steht derweil die Gewinnlage – bei 47 Prozent der Unternehmen entwickelte sie sich ungünstiger als im Vorjahr. Gleichzeitig bleibt der Handlungsdruck hoch: Aufgrund steigender Kosten und des anhaltenden Fahrpersonalmangels planen 20 Prozent der Unternehmen, ihr Angebot 2026 anzupassen oder teilweise einzuschränken.

Im Fernlinienverkehr zeigt sich weiterhin ein insgesamt stabiles Marktumfeld. Sechs von zehn Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage als unverändert, während sich positive und negative Einschätzungen mit jeweils 20 Prozent ausgleichen. Auch bei den Umsätzen dominiert Kontinuität: 70 Prozent der Betriebe berichten von gleichbleibenden Erlösen.

Als zentrale Herausforderungen nennen die Unternehmen segmentübergreifend den hohen administrativen Aufwand und zunehmende bürokratische Vorgaben, die die betriebliche Entwicklung erheblich belasten. Steigende Energiepreise drücken zusätzlich auf die Gewinnmargen. Hinzu kommen der anhaltende Fahrpersonalmangel sowie die finanziellen und organisatorischen Anforderungen der Antriebswende. 

Gerade bei alternativen Antrieben fehlen aus Sicht vieler Betriebe derzeit wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen für einen flächendeckenden Einsatz im Betriebsalltag. Hohe Anschaffungskosten und Defizite bei der Tank- und Ladeinfrastruktur bremsen den Hochlauf. Die Transformation hin zu emissionsarmen und emissionsfreien Fahrzeugen ist politisch gewollt und klimapolitisch richtig – sie bleibt jedoch eine enorme Investitionsaufgabe für Unternehmen und öffentliche Hand. Entsprechend wichtig sind verlässliche und auskömmliche Förderprogramme. In der Praxis bewerten die meisten Unternehmen die bestehenden Förderungen jedoch als unzureichend: Lediglich 5 Prozent der Betriebe mit ÖPNV-Schwerpunkt halten sie für ausreichend, in der Bustouristik sogar nur 1 Prozent.

Christiane Leonard, Hauptgeschäftsführerin des bdo, erklärt:

„Die Busunternehmen in Deutschland zeigen sich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bemerkenswert stabil. Sie sichern Mobilität im Alltag, im Fernverkehr und im Tourismus – und sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag für Klimaschutz und Daseinsvorsorge. Gleichzeitig spüren wir, dass die Stimmung in der Branche gedrückter wird. Die Belastungen nehmen zu, während die Spielräume kleiner werden. Die Busbranche könnte deutlich mehr leisten – beim Ausbau des Angebots, bei der Verkehrswende und bei der Stärkung des Tourismusstandorts Deutschland. Aber dafür brauchen die Unternehmen verlässliche, wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen und weniger bürokratische Hürden. Wer mehr Mobilität will, muss die Betriebe auch machen lassen.“

Dafür sind keine astronomischen Investitionen wie bei der Bahn erforderlich. Es reicht, die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen und eigenverantwortliches Unternehmertum zu fördern. Die Busbranche steht bereit, ihren Beitrag zu leisten und Deutschlands öffentlichen Verkehr voranzubringen. 

Vollständige bdo-Konjunkturumfrage 2025/2026 (PDF-Dokument)

S-Bahnen in Berlin, München und Stuttgart mit neuer Leitung

Der Aufsichtsrat der S-Bahn Berlin GmbH hat Heiko Büttner zum neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung berufen. Er tritt den Posten am 1. April 2026 an. Seine bisherige Position als Chef der S-Bahn München wird Dr. Matthias Glaub übernehmen, der damit aus Stuttgart zurück in die bayerische Landeshauptstadt wechselt. In Stuttgart folgt ihm Nina Hutwagner als neue Vorsitzende der S-Bahn-Geschäftsleitung.

Auch bei den Regionalleitungen von DB Regio Schiene gibt es Veränderungen: Heike Junge-Latz wird neue Vorsitzende der Regionalleitung für Baden-Württemberg. In Nordrhein-Westfalen übernimmt Markus Kaupper.

„Die drei S-Bahnen in Berlin, München und Stuttgart bewegen täglich zweieinhalb Millionen Fahrgäste und prägen die Mobilität der Metropolregionen. Ob neue Verkehrsverträge, digitaler Zugbetrieb oder neue Fahrzeuge, in allen drei Städten stehen Meilensteine an, die die S-Bahnen für Jahrzehnte prägen werden. Mit Heiko Büttner, Matthias Glaub und Nina Hutwagner setzen wir auf ausgewiesene Expert:innen, die die S-Bahnen mit ihrer Erfahrung zuverlässig in die Zukunft führen werden.“

Nicole Berlin, Vorständin DB Regio Schiene

Heiko Büttner arbeitet seit fast 30 Jahren für die Deutsche Bahn (DB) und hatte mehrere Führungspositionen bei DB Regio und DB Vertrieb inne. Seit 2017 leitet er die S-Bahn München und hat in dieser Zeit erfolgreich den ersten Münchner S-Bahn-Vertrag mit dem Freistaat Bayern abgeschlossen. Dieser ist Grundlage für die neuen XXL-Fahrzeuge, zwei neue Werke und eine neue Leitstelle. Seit 2024 ist Büttner zusätzlich DB-Konzernbevollmächtigter für den Freistaat Bayern, auch aus dieser Funktion scheidet er aus. Über eine Nachfolge für diese Position ist aktuell noch nicht entschieden. Bei der S-Bahn Berlin hatte nach dem Tod des langjährigen Geschäftsführers Peter Buchner im November 2025 Karsten Preißel, Geschäftsführer Produktion, zusätzlich den Vorsitz der Geschäftsführung übernommen.

Dr. Matthias Glaub ist seit mehr als 20 Jahren für die DB tätig. Nach Experten- und Führungspositionen bei DB Cargo, DB Netz sowie DB Vertrieb war er sieben Jahre lang Geschäftsleiter Personal bei der S-Bahn München. In Stuttgart führte er die S‑Bahn als Vorsitzender der Geschäftsleitung durch eine erfolgreiche Rekrutierungsoffensive zurück zu einem vollständigen Fahrplanangebot. Mit ersten Testfahrten einer mit ETCS und hochautomatisierter Steuerung ausgerüsteten S‑Bahn setzte er zuletzt einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum zukünftigen digitalen Zugbetrieb.

Nina Hutwagner arbeitet seit 15 Jahren für die DB. Zuletzt verantwortete sie als Leiterin Fahrplan und Verkehrsleitung in Frankfurt am Main die bundesweite Zugverkehrssteuerung im Fernverkehr sowie deren strategische Weiterentwicklung. Außerdem vertrat sie in der vom Bundesverkehrsministerium einberufenen „Taskforce für eine zuverlässige Bahn“ die Belange des Fernverkehrs. Dank ihrer langjährigen Erfahrung in der Organisation des täglichen Fernverkehrsbetriebs bringt sie ein tiefes Verständnis für die betrieblichen Anforderungen im Stuttgarter S‑Bahn‑Verkehr mit. Durch die Vorreiterrolle des Fernverkehrs beim Einsatz von ETCS auf den Schnellfahrstrecken verfügt die neue S-Bahn-Chefin zudem über umfassende Expertise für die anstehende Umstellung auf den Digitalen Knoten Stuttgart (DKS).

Änderungen in den Regionalleitungen Baden-Württemberg und NRW

Heike Junge-Latz arbeitet seit 2009 für die Deutsche Bahn und war nach Stationen bei DB Fernverkehr zuletzt Vorstand Anlagen- und Instandhaltungsmanagement der DB InfraGO. Sie folgt als Vorsitzende der Regionalleitung Baden-Württemberg auf Markus Kaupper. Dieser hatte die Position seit 2025 inne. Kaupper hatte seine Karriere 2013 bei DB Regio Baden-Württemberg begonnen. Er folgt nun als Vorsitzender der Regionalleitung NRW auf Frederik Ley, der zum Jahresanfang zum Vorstand DB Regio Straße berufen worden war.

Rostock stellt Weichen für die Zukunft

Die Bürgerschaft der Hanse- und Universitätsstadt Rostock hat in ihrer Sitzung am 4. März 2026 den Bau der Straßenbahnnetzerweiterung TRAM WEST beschlossen. Die geplante Neubaustrecke ist rund 3,8 Kilometer lang und soll vom Zoo nach Reutershagen verlaufen. Damit erhält eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Stadt grünes Licht für die Umsetzung.

Mit dem Beschluss werden nun die nächsten Projektphasen eingeleitet – darunter der Abschluss der Entwurfsplanung, die Vorbereitung des Planfeststellungsverfahrens sowie die Sicherung von Fördermitteln. Gleichzeitig setzt die Bürgerschaft ein klares Signal für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Mobilitätsentwicklung in Rostock.

„Mit dem heutigen Beschluss geben wir ein starkes Signal für die Zukunft unserer Stadt. Die TRAM WEST verbindet Stadtteile besser miteinander und stärkt den öffentlichen Nahverkehr. Ich freue mich sehr über dieses klare Votum und danke allen Beteiligten, die in den vergangenen Jahren intensiv an diesem Projekt gearbeitet haben.“

Dr. Ute Fischer-Gäde, Senatorin für Stadtplanung, Bau, Klimaschutz und Mobilität

Die TRAM WEST verbessert den Nahverkehr in der gesamten Stadt. Sie schafft mehr Direktverbindungen, die schneller, komfortabler und mit weniger Umsteigen verbunden sind. Zudem macht die TRAM WEST das gesamte Streckennetz widerstandsfähiger: Durch diese zweite Verbindung kann im Falle von Störungen oder Bauarbeiten (zum Beispiel im Bereich Doberaner Straße) die wichtigste Straßenbahnstrecke in den Nordwesten ohne größere Einschränkungen weiter betrieben werden. 

Mit Fertigstellung der TRAM WEST wird auch ein neues und attraktives Buskonzept eingeführt. Beispielsweise werden vom Neuen Friedhof tagsüber alle zehn Minuten Fahrten in die Innenstadt erfolgen. Auch der Hauptbahnhof und das Uniklinikum sind ohne Umsteigen erreichbar.

Nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens ist der Bau der TRAM-WEST-Trasse für den Zeitraum von 2028 bis 2031 vorgesehen.

Ausführliche Informationen zum Projekt unter: www.tram-west.de

Autonome Shuttles können Nahverkehr verbessern

Autonome Kleinbusse können den öffentlichen Nahverkehr in Baden-Württemberg verbessern und Autofahrten ersetzen. Das hat eine Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) von mehr als 1.600 Testfahrten mit Fahrgästen gezeigt.

Die Forschenden haben untersucht, wie zuverlässig autonome Shuttles im Alltag fahren, wie die Bevölkerung darauf reagiert und welche technischen und organisatorischen Voraussetzungen für einen breiten Einsatz nötig sind. Es profitieren besonders Einwohner ländlicher Regionen, wo Busse selten fahren. Jetzt haben die KIT-Forschenden den Abschlussbericht der Studie veröffentlicht.

„Automatisierte Angebote können die Mobilität im ländlichen Raum deutlich verbessern – vorausgesetzt, sie fahren zuverlässig und die Nutzenden verstehen, was das Fahrzeug kann“, sagt Professor Martin Kagerbauer vom Institut für Verkehrswesen (IFV) des KIT. Die Ergebnisse stammen aus der Auswertung von 1.600 Testfahrten mit Fahrgästen in den Städten Mannheim und Friedrichshafen in Baden-Württemberg. 

Hohe Offenheit gegenüber der Technik – Sicherheitsgefühl entscheidend

Die Befragungen zeigen, dass viele Menschen autonomen Fahrzeugen offen gegenüberstehen. Entscheidend ist jedoch, dass sie sich während der Fahrt sicher fühlen. „Es geht zum einen um die Sicherheit der technischen Systeme, zum anderen um möglicherweise aggressive oder bedrohliche Mitreisende“, so Christian Klinkhardt vom IFV. Wichtig seien ein gut einsehbarer Innenraum, eine direkte Verbindung zur Leitstelle und verständliche Informationen während der Fahrt.

Die Analyse der Testfahrten zeigt: Autonome Shuttles können alltägliche Wege – etwa zum Bahnhof, zum Einkaufen oder zur Schule – erleichtern und bisher notwendige Autofahrten ersetzen. „Gerade in Randlagen entstehen dadurch neue Möglichkeiten“, erläutert Klinkhardt. Voraussetzung sei, dass die Shuttles verlässlich fahren, auf Abruf verfügbar sind und sich einfach in bestehende Ticket- und Informationssysteme integrieren lassen.

Außerdem müssen Zuständigkeiten klar geregelt sein. „Wer betreibt die Fahrzeuge und die Software? Wer übernimmt die Verantwortung, wenn das autonome System einmal nicht verfügbar ist? Das sind praktische Fragen, die im klassischen Busverkehr keine Rolle spielen“, sagt Kagerbauer. Erst wenn diese Rollen unter Fahrzeugherstellern, Software-Anbietern oder kommunalen Verkehrsunternehmen eindeutig verteilt seien, könne ein verlässlicher Alltagsbetrieb entstehen, ergänzt Klinkhardt.

Weitere Shuttle-Projekte in Hamburg, Darmstadt, Offenbach

Die Erkenntnisse aus dem abgeschlossenen Projekt „RABus – Reallabor für den automatisierten Busbetrieb“ fließen direkt in die laufenden KIT‑Projekte „KIRA“ und „ALIKE“ ein. Diese erproben autonome Kleinbusse in weiteren Regionen, darunter Hamburg, Darmstadt und der Kreis Offenbach.

Als wichtigen nächsten Schritt sehen die Forschenden ein regulär zugelassenes Fahrzeugmodell, das ohne Sicherheitsbegleitperson fahren darf. Erst dann lassen sich größere Modellregionen umsetzen, wie sie die Bundespolitik plant. Mittelfristig könnten autonome Shuttles die Mobilität besonders dort verbessern, wo heute Busse selten fahren oder Personal fehlt. 

Zum Abschlussbericht (PDF-Datei)

Rheinbahn verstärkt Partnerschaft von BVG, HOCHBAHN und MVG

Die Rheinbahn AG tritt der überregionalen Kooperation großer Verkehrsunternehmen zur Weiterentwicklung zentraler Zukunftsthemen im öffentlichen Personennahverkehr bei. Bereits zuvor hatten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ihre strategische Zusammenarbeit in einem Memorandum of Understanding (MoU) vereinbart. Mit der Unterzeichnung durch Rheinbahn‑Vorständin Annette Grabbe erweitert sich die Allianz nun um einen starken Partner aus einer weiteren Metropolregion – und bündelt zusätzliche operative Erfahrung aus einem der größten Verkehrsnetze Deutschlands.

Branchenweite Standards und gemeinsame Weiterentwicklung

Ziel der Partnerschaft ist es, den ÖPNV der Zukunft kundennah, effizient und interoperabel zu gestalten, Synergien systematisch zu heben, branchenanschlussfähige Standards zu etablieren und digitale Innovationen praxisnah in den Regelbetrieb zu überführen. Die Zusammenarbeit adressiert drei prioritäre Anwendungsfelder:

  • Autonomes Fahren: Erfahrungen aus Erprobungsprojekten werden gebündelt, Roadmaps abgestimmt und gemeinsame Standards entwickelt – mit dem Ziel, innovative Technologien schrittweise und wirtschaftlich tragfähig in den Betrieb zu integrieren.
  • Mobilitätsplattform (MAX): Die Unternehmen treiben eine gemeinsame, interoperable Plattform für Bus, Bahn und geteilte Mobilitätsangebote voran, die bestehende Systeme technisch einbindet und weiterentwickelt. Bestehende Zuständigkeiten sollen dabei unberührt bleiben. Ziel ist Interoperabilität, nicht Zentralisierung.
  • Standardisierte, offene Vertriebssysteme: Für ein nahtloses Kundenerlebnis werden technische Standards überregional harmonisiert und digitalisiert. Ein Schwerpunkt liegt auf Account‑Based‑Ticketing (ABT) sowie interoperablen ID‑basierenden Ticketing‑Ansätzen (IDBT). Die Rheinbahn bringt hierfür u. a. ihre Erfahrung aus der Entwicklung und Umsetzung digitaler Vertriebssysteme wie CALO ein.

„Unser Fokus liegt auf praxisnahen, skalierbaren Anwendungsfällen. Wir beteiligen uns bewusst nicht an einer fertigen Lösung, sondern an einer partnerschaftlichen Weiterentwicklung. Unser Anspruch ist es, gemeinsam mit starken Partnern offene, interoperable und branchenanschlussfähige Standards zu schaffen, die anschlussfähig für Verbünde und regionale Strukturen sind.“

Annette Grabbe, Vorständin Rheinbahn

„Mit der Rheinbahn bekommt unsere Allianz zusätzlichen Rückenwind aus einer weiteren großen Metropolregion. Genau darum geht es: Kräfte bündeln, voneinander lernen und gemeinsam Lösungen entwickeln, die sich in der Praxis bewähren. Wenn starke ÖPNV-Partner ihre Erfahrungen zusammenbringen, können wir Innovationen schneller in den Alltag unserer Fahrgäste bringen und gleichzeitig Standards schaffen, von denen die ganze Branche profitiert.“

Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender BVG

„Der Schulterschluss mit der Rheinbahn als viertem Partner im Bunde ist ein starkes Signal für unser gemeinsames Vorhaben: Eine Allianz für den ÖPNV der Zukunft. Gemeinsam nutzen wir die Chancen der Digialisierung und neuer Technologien und schaffen ein attraktives Angebot für alle Kundinnen und Kunden.“

Robert Henrich, Vorstandsvorsitzender HOCHBAHN

„Ich freue mich darüber, dass die Rheinbahn unserer Partnerschaft beitritt und wir unser Vorhaben jetzt mit der Expertise und den Bedürfnissen einer weiteren Großstadt bereichern. So gestärkt können wir den künftigen Herausforderungen noch besser mit innovativen Angeboten begegnen und einen wichtigen Beitrag zur Effizienzsteigerung innerhalb der Branche leisten.“

Ingo Wortmann, MVG

Das Memorandum of Understanding tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft und ist zunächst unbefristet angelegt. Zur Vermeidung isolierter Einzelprojekte setzt die Allianz auf eine schlanke Organisation mit klar ausgerichteten Arbeitsgruppen für die definierten Anwendungsfälle. Ein Lenkungskreis aus allen Partnerstädten und ‑regionen übernimmt die übergreifende Steuerung und Koordinierung.

Hintergrund: Eine Allianz für die Zukunft

Die Mobilitätsbranche steht vor einem tiefgreifenden Wandel: Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Automatisierung und autonomes Fahren eröffnen enorme Chancen – verlangen aber skalierbare Ansätze und abgestimmte Standards. Die Allianz setzt deshalb bewusst auf Interoperabilität statt Zentralisierung: Bestehende Zuständigkeiten bleiben unberührt, gleichzeitig wird eine technische Anschlussfähigkeit über Unternehmens‑ und Verbundgrenzen hinweg geschaffen. Offene Bezahlsysteme und gemeinsame technische Standards erhöhen den Kundennutzen, stärken die Handlungsfähigkeit der einzelnen Unternehmen und steigern die Effizienz.

BVG, HOCHBAHN und MVG hatten im Herbst 2025 im Rahmen ihres Schulterschlusses angekündigt, smarte Mobilitätslösungen für Millionen Fahrgäste zu entwickeln, Synergien zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung zu heben sowie branchenweite Standards zu etablieren. Mit dem Beitritt der Rheinbahn wird dieser Ansatz über weitere Metropolräume hinweg skaliert und um praxisnahe Expertise aus dem Rhein‑Ruhr‑Gebiet ergänzt.

Verkehrsminister Mansoori und DB machen klar: Züge und Bahnhöfe müssen sichere Orte sein

Die tödliche Attacke auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz hat gezeigt, dass dringend nachgesteuert werden muss, um nicht nur den Schutz der Reisenden, sondern auch der Bahnbediensteten zu gewährleisten. Der hessische Wirtschafts- und Verkehrsminister und stellvertretende Ministerpräsident, Kaweh Mansoori, hat sich zu diesem Anlass mit der Deutschen Bahn und Mitarbeitenden unter anderem der DB Regio AG ausgetauscht, um einen Eindruck davon zu gewinnen, an welchen Stellen die Landesregierung tätig werden kann, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.

Kaweh Mansoori:

„Es war im Gespräch mit den Mitarbeitenden sehr bedrückend zu hören, welche Gewalterfahrungen Menschen machen müssen, verbal und körperlich, die einfach nur ihrem Job als Zugbegleitenden nachgehen und Fahrtkarten kontrollieren. Hier kann nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden. Es ist ein gutes Zeichen, dass jetzt erste Maßnahmen beschlossen wurden, die die Deutsche Bahn kurzfristig umsetzen will. Das wird aber nicht reichen. Die Ausrüstung mit Bodycams hilft nachweislich. Auch das hessische Modellprojekt des RMV mit doppelten Besetzungen in den Zügen wurde sehr gelobt. Ich bin aber auch offen für große Lösungen wie Drehkreuze für größere Bahnhöfe. In anderen Ländern ist es völlig normal, dass Reisende an großen Bahnhöfen und im Regionalverkehr nur ans Gleis kommen, wenn sie auch ein gültiges Ticket haben. Das alles ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Wir müssen klären, wie wir der fortschreitenden Verrohung in unserer Gesellschaft entgegentreten und wie wir Zivilcourage stärken. Menschen, die dieses Land am Laufen halten, dürfen nicht Zielscheibe von Gewalt werden.“

Dr. Silke Janser, Vorsitzende der Regionalleitung DB Regio Mitte:

„Der Tod unseres Kollegen hat uns tief getroffen. Dass im Dienst an Bord eines Nahverkehrszuges ein Mensch sein Leben verliert, ist ein Einschnitt, der innehalten und handeln gebietet. Wir als DB Regio AG investieren seit Jahren konsequent in Sicherheit und schärfen laufend nach – mit Notruf-Apps, ausgebauter Videotechnik, Schutzausrüstung wie Bodycam, Prio-Ruf und Tierabwehrspray für Extremsituationen und regelmäßigen Deeskalations- sowie Selbstbehauptungstrainings. Zugleich zeigt der aktuelle Vorfall: Für mehr Sicherheit im Zug braucht es zusätzliche Schritte und finanzielle Mittel, die nur gemeinsam mit Politik und den Aufgabentragenden gelingen. Deshalb begrüße ich den direkten Dialog des Verkehrsministeriums mit den betroffenen Mitarbeitenden sehr, um Ängste, Sorgen und Anliegen aus erster Hand aufzunehmen.“

Ralf Damde, GBR-Vorsitzender DB Regio AG und stellv. KBR-Vorsitzender DB AG, ergänzte: 

“Die Bälle dürfen sich nicht ständig hin und her geschoben werden zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Hier muss das Handeln im Vordergrund stehen und nicht das Verschieben der Zuständigkeiten. Die Kolleginnen und Kollegen brauchen Hilfe jetzt, nicht erst in der Zukunft. Dieses Treffen war ein erster wichtiger Schritt.”

Schnuppertag bei der Ruhrbahn

Technik erleben, selbst anpacken und neue berufliche Perspektiven entdecken: Zehn Frauen nutzten am 26. Februar 2026 die Gelegenheit, beim Schnuppertag für gewerblich-technische Ausbildungsberufe in der Lehrwerkstatt der Ruhrbahn praxisnahe Einblicke zu gewinnen. Gemeinsam mit der Agentur für Arbeit sowie den Jobcentern aus Essen, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen hatte die Ruhrbahn zu dem Aktionstag eingeladen.

In zwei Veranstaltungsblöcken am Vormittag und Nachmittag öffnete die Lehrwerkstatt am Betriebshof an der Schweriner Straße ihre Türen. Vorgestellt wurden die Ausbildungsberufe Elektronikerin für Betriebstechnik, Kfz-Mechatronikerin, Industriemechanikerin und Mechatronikerin. Neben einem Rundgang durch Lehrwerkstatt und Werkstatt erhielten die Teilnehmerinnen Einblicke in typische Arbeitsabläufe und Ausbildungsinhalte. Besonders gefragt waren die praktischen Übungen: Im Metallbereich fertigten die Frauen einen Schlüsselanhänger an. Im elektronischen Bereich entstand mit handwerklichem Geschick eine „tanzende Giraffe“, die die Teilnehmerinnen selbst zusammenbauten. Beim anschließenden Austausch mit Ausbildern und Auszubildenden konnten offene Fragen geklärt und persönliche Eindrücke vertieft werden. 

Teilnehmerin Nina (26) war vom Schnuppertag begeistert: 

„Es war spannend, so viele Bereiche kennenzulernen. Mir ist dabei erst richtig bewusst geworden, wie groß und vielfältig die Ruhrbahn ist. Ich möchte Kfz-Mechatronikerin werden, nach diesem Schnuppertag mehr denn je. Er hat mich in meinem Berufswunsch absolut bestärkt.“

Ahmet Avsar, Arbeitsdirektor & Geschäftsführer der Ruhrbahn:

„Die Ruhrbahn engagiert sich seit Jahren mit Überzeugung für Chancengleichheit und eine gezielte Nachwuchsförderung. Mit Formaten wie diesem Schnuppertag zeigen wir, wie praxisnah und greifbar Berufsorientierung sein kann. Uns ist wichtig, Frauen frühzeitig für technische Berufe zu begeistern, Hemmschwellen abzubauen und konkrete Perspektiven aufzuzeigen. Wer heute den Mut hat, sich auszuprobieren, kann morgen eine starke Rolle in einem zukunftssicheren Beruf übernehmen.“

Stefanie Blank, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Essen:

„Dieser Aktionstag ist eine tolle Chance für Frauen, Technik nicht nur erklärt zu bekommen, sondern sie selbst zu erleben. Praxisnahe Einblicke ermöglichen es, die eigenen Stärken zu entdecken und neue Perspektiven in technischen und MINT-Berufen kennenzulernen. Wenn Frauen sich ausprobieren können, entsteht Interesse, Selbstvertrauen und vielleicht eine berufliche Zukunft. Der anstehende Weltfrauentag erinnert uns daran, wie wichtig solche Gelegenheiten für echte Chancengleichheit sind.“

Mit dem Schnuppertag setzt die Ruhrbahn ein deutliches Zeichen für mehr Frauen in technischen Berufen. Ziel ist es, Hemmschwellen abzubauen, Talente sichtbar zu machen und langfristig für eine Ausbildung in einem gewerblich-technischen Beruf zu begeistern. Voraussetzung für alle vorgestellten Berufe ist mindestens ein guter Hauptschulabschluss nach Klasse 10 sowie Interesse an technischen und handwerklichen Tätigkeiten.

DB und GDL erzielen Einigung

Gute Nachrichten für die Kunden und die Beschäftigten der Deutschen Bahn (DB): Der Konzern und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben eine Einigung erzielt – am Verhandlungstisch und ohne Streiks. DB und GDL verständigten sich auf eine Steigerung der Gehälter in zwei Schritten um insgesamt 5 Prozent. Zusätzlich wird es weitere Anpassungen in der Entgeltstruktur geben, die individuell wirken. Dazu gehört etwa die Einführung einer neuen, achten Entgeltstufe und die gezielte Erhöhung von Entgelt und Zulagen für operative Personale. Die Mitarbeitenden erhalten darüber hinaus eine Einmalzahlung von 700 Euro. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags beträgt 24 Monate, daran schließt sich eine dreimonatige Verhandlungsphase mit Friedenspflicht bis zum 31.03.2028 an.

„Das ist ein faires und tragfähiges Ergebnis“, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler. „Wir haben gerade zum Schluss intensiv gerungen, aber es ist immer konstruktiv und sachlich geblieben. Dadurch konnten wir uns zum ersten Mal seit Jahren ohne Streiks einigen. Unsere Mitarbeitenden profitieren nun von spürbaren Verbesserungen, gleichzeitig bedeutet die Einigung Planungssicherheit und Stabilität für das Unternehmen.“

Zur friedlichen Lösung mit der GDL beigetragen haben auch die gefundenen Kompromisse zur gemeinsamen Handhabung des Tarifeinheitsgesetzes. Neben einem notariellen Zählverfahren zur Mehrheitsfeststellung wurde fixiert, dass bestimmte tarifvertragliche Regelungen künftig auch für die Gewerkschaftsmitglieder gelten, die in Betrieben arbeiten, in denen vorrangig das Tarifwerk der jeweils anderen Gewerkschaft Anwendung findet. Eine Ausweitung des Geltungsbereichs der GDL-Tarifverträge in die Infrastruktur erfolgt nicht.