bdo-Konjunkturumfrage: Zwischen stabiler Nachfrage und steigenden Belastungen

Die wirtschaftliche Lage der privaten Busunternehmen in Deutschland ist trotz anspruchsvoller Rahmenbedingungen überwiegend stabil, während die Antriebswende erhebliche wirtschaftliche und strukturelle Herausforderungen mit sich bringt. Das zeigt die aktuelle Konjunkturumfrage des Bundesverbands Deutscher Omnibusunternehmen (bdo). Gleichzeitig wird deutlich: Die Stimmung in den Unternehmen wird verhaltener, die Herausforderungen nehmen zu.

Im Gelegenheitsverkehr und in der Bustouristik zeigt sich die Branche zum Auftakt der ITB (Internationale Tourismus-Börse) in Berlin grundsätzlich stabil – mit positiven Impulsen aus den Markt. Die anhaltend hohe Reiselust der Deutschen, aktuelle Branchenmeldungen über steigende Zahlen organisierter Reisen sowie eine für den Bustourismus günstige demografische Entwicklung senden ermutigende Signale. Allerdings trübt sich der wirtschaftliche Ausblick leicht ein: Für 50 Prozent der Unternehmen blieb die Geschäftslage im Vergleich zum Vorjahr unverändert, 22 Prozent berichten von einer Verbesserung. Gleichzeitig melden 28 Prozent eine Verschlechterung. Hinzu kommt, dass 40 Prozent der Bustouristiker ihre Gewinnentwicklung als ungünstiger als zuvor bewerten. Auch die Erwartungshaltung ist vorsichtiger als in den Jahren zuvor. 54 Prozent prognostizieren eine gleichbleibende Entwicklung, 34 Prozent rechnen mit einer Verschlechterung.

Im ÖPNV zeigt sich insgesamt ein differenziertes Bild. 50 Prozent der Betriebe bewerten ihre Lage als gleichbleibend. Mit 31 Prozent überwiegen jedoch die negativen Einschätzungen gegenüber den positiven (19 Prozent). Auch die Umsatzentwicklung ist uneinheitlich: 45 Prozent melden gleichbleibende Umsätze, 31 Prozent verzeichnen Zuwächse, 24 Prozent Rückgänge. Weiter unter Druck steht derweil die Gewinnlage – bei 47 Prozent der Unternehmen entwickelte sie sich ungünstiger als im Vorjahr. Gleichzeitig bleibt der Handlungsdruck hoch: Aufgrund steigender Kosten und des anhaltenden Fahrpersonalmangels planen 20 Prozent der Unternehmen, ihr Angebot 2026 anzupassen oder teilweise einzuschränken.

Im Fernlinienverkehr zeigt sich weiterhin ein insgesamt stabiles Marktumfeld. Sechs von zehn Unternehmen bewerten ihre Geschäftslage als unverändert, während sich positive und negative Einschätzungen mit jeweils 20 Prozent ausgleichen. Auch bei den Umsätzen dominiert Kontinuität: 70 Prozent der Betriebe berichten von gleichbleibenden Erlösen.

Als zentrale Herausforderungen nennen die Unternehmen segmentübergreifend den hohen administrativen Aufwand und zunehmende bürokratische Vorgaben, die die betriebliche Entwicklung erheblich belasten. Steigende Energiepreise drücken zusätzlich auf die Gewinnmargen. Hinzu kommen der anhaltende Fahrpersonalmangel sowie die finanziellen und organisatorischen Anforderungen der Antriebswende. 

Gerade bei alternativen Antrieben fehlen aus Sicht vieler Betriebe derzeit wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen für einen flächendeckenden Einsatz im Betriebsalltag. Hohe Anschaffungskosten und Defizite bei der Tank- und Ladeinfrastruktur bremsen den Hochlauf. Die Transformation hin zu emissionsarmen und emissionsfreien Fahrzeugen ist politisch gewollt und klimapolitisch richtig – sie bleibt jedoch eine enorme Investitionsaufgabe für Unternehmen und öffentliche Hand. Entsprechend wichtig sind verlässliche und auskömmliche Förderprogramme. In der Praxis bewerten die meisten Unternehmen die bestehenden Förderungen jedoch als unzureichend: Lediglich 5 Prozent der Betriebe mit ÖPNV-Schwerpunkt halten sie für ausreichend, in der Bustouristik sogar nur 1 Prozent.

Christiane Leonard, Hauptgeschäftsführerin des bdo, erklärt:

„Die Busunternehmen in Deutschland zeigen sich auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten bemerkenswert stabil. Sie sichern Mobilität im Alltag, im Fernverkehr und im Tourismus – und sie leisten einen unverzichtbaren Beitrag für Klimaschutz und Daseinsvorsorge. Gleichzeitig spüren wir, dass die Stimmung in der Branche gedrückter wird. Die Belastungen nehmen zu, während die Spielräume kleiner werden. Die Busbranche könnte deutlich mehr leisten – beim Ausbau des Angebots, bei der Verkehrswende und bei der Stärkung des Tourismusstandorts Deutschland. Aber dafür brauchen die Unternehmen verlässliche, wirtschaftlich tragfähige Rahmenbedingungen und weniger bürokratische Hürden. Wer mehr Mobilität will, muss die Betriebe auch machen lassen.“

Dafür sind keine astronomischen Investitionen wie bei der Bahn erforderlich. Es reicht, die richtigen Rahmenbedingungen zu setzen und eigenverantwortliches Unternehmertum zu fördern. Die Busbranche steht bereit, ihren Beitrag zu leisten und Deutschlands öffentlichen Verkehr voranzubringen. 

Vollständige bdo-Konjunkturumfrage 2025/2026 (PDF-Dokument)

S-Bahnen in Berlin, München und Stuttgart mit neuer Leitung

Der Aufsichtsrat der S-Bahn Berlin GmbH hat Heiko Büttner zum neuen Vorsitzenden der Geschäftsführung berufen. Er tritt den Posten am 1. April 2026 an. Seine bisherige Position als Chef der S-Bahn München wird Dr. Matthias Glaub übernehmen, der damit aus Stuttgart zurück in die bayerische Landeshauptstadt wechselt. In Stuttgart folgt ihm Nina Hutwagner als neue Vorsitzende der S-Bahn-Geschäftsleitung.

Auch bei den Regionalleitungen von DB Regio Schiene gibt es Veränderungen: Heike Junge-Latz wird neue Vorsitzende der Regionalleitung für Baden-Württemberg. In Nordrhein-Westfalen übernimmt Markus Kaupper.

„Die drei S-Bahnen in Berlin, München und Stuttgart bewegen täglich zweieinhalb Millionen Fahrgäste und prägen die Mobilität der Metropolregionen. Ob neue Verkehrsverträge, digitaler Zugbetrieb oder neue Fahrzeuge, in allen drei Städten stehen Meilensteine an, die die S-Bahnen für Jahrzehnte prägen werden. Mit Heiko Büttner, Matthias Glaub und Nina Hutwagner setzen wir auf ausgewiesene Expert:innen, die die S-Bahnen mit ihrer Erfahrung zuverlässig in die Zukunft führen werden.“

Nicole Berlin, Vorständin DB Regio Schiene

Heiko Büttner arbeitet seit fast 30 Jahren für die Deutsche Bahn (DB) und hatte mehrere Führungspositionen bei DB Regio und DB Vertrieb inne. Seit 2017 leitet er die S-Bahn München und hat in dieser Zeit erfolgreich den ersten Münchner S-Bahn-Vertrag mit dem Freistaat Bayern abgeschlossen. Dieser ist Grundlage für die neuen XXL-Fahrzeuge, zwei neue Werke und eine neue Leitstelle. Seit 2024 ist Büttner zusätzlich DB-Konzernbevollmächtigter für den Freistaat Bayern, auch aus dieser Funktion scheidet er aus. Über eine Nachfolge für diese Position ist aktuell noch nicht entschieden. Bei der S-Bahn Berlin hatte nach dem Tod des langjährigen Geschäftsführers Peter Buchner im November 2025 Karsten Preißel, Geschäftsführer Produktion, zusätzlich den Vorsitz der Geschäftsführung übernommen.

Dr. Matthias Glaub ist seit mehr als 20 Jahren für die DB tätig. Nach Experten- und Führungspositionen bei DB Cargo, DB Netz sowie DB Vertrieb war er sieben Jahre lang Geschäftsleiter Personal bei der S-Bahn München. In Stuttgart führte er die S‑Bahn als Vorsitzender der Geschäftsleitung durch eine erfolgreiche Rekrutierungsoffensive zurück zu einem vollständigen Fahrplanangebot. Mit ersten Testfahrten einer mit ETCS und hochautomatisierter Steuerung ausgerüsteten S‑Bahn setzte er zuletzt einen wichtigen Meilenstein auf dem Weg zum zukünftigen digitalen Zugbetrieb.

Nina Hutwagner arbeitet seit 15 Jahren für die DB. Zuletzt verantwortete sie als Leiterin Fahrplan und Verkehrsleitung in Frankfurt am Main die bundesweite Zugverkehrssteuerung im Fernverkehr sowie deren strategische Weiterentwicklung. Außerdem vertrat sie in der vom Bundesverkehrsministerium einberufenen „Taskforce für eine zuverlässige Bahn“ die Belange des Fernverkehrs. Dank ihrer langjährigen Erfahrung in der Organisation des täglichen Fernverkehrsbetriebs bringt sie ein tiefes Verständnis für die betrieblichen Anforderungen im Stuttgarter S‑Bahn‑Verkehr mit. Durch die Vorreiterrolle des Fernverkehrs beim Einsatz von ETCS auf den Schnellfahrstrecken verfügt die neue S-Bahn-Chefin zudem über umfassende Expertise für die anstehende Umstellung auf den Digitalen Knoten Stuttgart (DKS).

Änderungen in den Regionalleitungen Baden-Württemberg und NRW

Heike Junge-Latz arbeitet seit 2009 für die Deutsche Bahn und war nach Stationen bei DB Fernverkehr zuletzt Vorstand Anlagen- und Instandhaltungsmanagement der DB InfraGO. Sie folgt als Vorsitzende der Regionalleitung Baden-Württemberg auf Markus Kaupper. Dieser hatte die Position seit 2025 inne. Kaupper hatte seine Karriere 2013 bei DB Regio Baden-Württemberg begonnen. Er folgt nun als Vorsitzender der Regionalleitung NRW auf Frederik Ley, der zum Jahresanfang zum Vorstand DB Regio Straße berufen worden war.

Rostock stellt Weichen für die Zukunft

Die Bürgerschaft der Hanse- und Universitätsstadt Rostock hat in ihrer Sitzung am 4. März 2026 den Bau der Straßenbahnnetzerweiterung TRAM WEST beschlossen. Die geplante Neubaustrecke ist rund 3,8 Kilometer lang und soll vom Zoo nach Reutershagen verlaufen. Damit erhält eines der wichtigsten Infrastrukturprojekte der Stadt grünes Licht für die Umsetzung.

Mit dem Beschluss werden nun die nächsten Projektphasen eingeleitet – darunter der Abschluss der Entwurfsplanung, die Vorbereitung des Planfeststellungsverfahrens sowie die Sicherung von Fördermitteln. Gleichzeitig setzt die Bürgerschaft ein klares Signal für eine nachhaltige und zukunftsorientierte Mobilitätsentwicklung in Rostock.

„Mit dem heutigen Beschluss geben wir ein starkes Signal für die Zukunft unserer Stadt. Die TRAM WEST verbindet Stadtteile besser miteinander und stärkt den öffentlichen Nahverkehr. Ich freue mich sehr über dieses klare Votum und danke allen Beteiligten, die in den vergangenen Jahren intensiv an diesem Projekt gearbeitet haben.“

Dr. Ute Fischer-Gäde, Senatorin für Stadtplanung, Bau, Klimaschutz und Mobilität

Die TRAM WEST verbessert den Nahverkehr in der gesamten Stadt. Sie schafft mehr Direktverbindungen, die schneller, komfortabler und mit weniger Umsteigen verbunden sind. Zudem macht die TRAM WEST das gesamte Streckennetz widerstandsfähiger: Durch diese zweite Verbindung kann im Falle von Störungen oder Bauarbeiten (zum Beispiel im Bereich Doberaner Straße) die wichtigste Straßenbahnstrecke in den Nordwesten ohne größere Einschränkungen weiter betrieben werden. 

Mit Fertigstellung der TRAM WEST wird auch ein neues und attraktives Buskonzept eingeführt. Beispielsweise werden vom Neuen Friedhof tagsüber alle zehn Minuten Fahrten in die Innenstadt erfolgen. Auch der Hauptbahnhof und das Uniklinikum sind ohne Umsteigen erreichbar.

Nach Abschluss des Planfeststellungsverfahrens ist der Bau der TRAM-WEST-Trasse für den Zeitraum von 2028 bis 2031 vorgesehen.

Ausführliche Informationen zum Projekt unter: www.tram-west.de

Autonome Shuttles können Nahverkehr verbessern

Autonome Kleinbusse können den öffentlichen Nahverkehr in Baden-Württemberg verbessern und Autofahrten ersetzen. Das hat eine Studie des Karlsruher Instituts für Technologie (KIT) von mehr als 1.600 Testfahrten mit Fahrgästen gezeigt.

Die Forschenden haben untersucht, wie zuverlässig autonome Shuttles im Alltag fahren, wie die Bevölkerung darauf reagiert und welche technischen und organisatorischen Voraussetzungen für einen breiten Einsatz nötig sind. Es profitieren besonders Einwohner ländlicher Regionen, wo Busse selten fahren. Jetzt haben die KIT-Forschenden den Abschlussbericht der Studie veröffentlicht.

„Automatisierte Angebote können die Mobilität im ländlichen Raum deutlich verbessern – vorausgesetzt, sie fahren zuverlässig und die Nutzenden verstehen, was das Fahrzeug kann“, sagt Professor Martin Kagerbauer vom Institut für Verkehrswesen (IFV) des KIT. Die Ergebnisse stammen aus der Auswertung von 1.600 Testfahrten mit Fahrgästen in den Städten Mannheim und Friedrichshafen in Baden-Württemberg. 

Hohe Offenheit gegenüber der Technik – Sicherheitsgefühl entscheidend

Die Befragungen zeigen, dass viele Menschen autonomen Fahrzeugen offen gegenüberstehen. Entscheidend ist jedoch, dass sie sich während der Fahrt sicher fühlen. „Es geht zum einen um die Sicherheit der technischen Systeme, zum anderen um möglicherweise aggressive oder bedrohliche Mitreisende“, so Christian Klinkhardt vom IFV. Wichtig seien ein gut einsehbarer Innenraum, eine direkte Verbindung zur Leitstelle und verständliche Informationen während der Fahrt.

Die Analyse der Testfahrten zeigt: Autonome Shuttles können alltägliche Wege – etwa zum Bahnhof, zum Einkaufen oder zur Schule – erleichtern und bisher notwendige Autofahrten ersetzen. „Gerade in Randlagen entstehen dadurch neue Möglichkeiten“, erläutert Klinkhardt. Voraussetzung sei, dass die Shuttles verlässlich fahren, auf Abruf verfügbar sind und sich einfach in bestehende Ticket- und Informationssysteme integrieren lassen.

Außerdem müssen Zuständigkeiten klar geregelt sein. „Wer betreibt die Fahrzeuge und die Software? Wer übernimmt die Verantwortung, wenn das autonome System einmal nicht verfügbar ist? Das sind praktische Fragen, die im klassischen Busverkehr keine Rolle spielen“, sagt Kagerbauer. Erst wenn diese Rollen unter Fahrzeugherstellern, Software-Anbietern oder kommunalen Verkehrsunternehmen eindeutig verteilt seien, könne ein verlässlicher Alltagsbetrieb entstehen, ergänzt Klinkhardt.

Weitere Shuttle-Projekte in Hamburg, Darmstadt, Offenbach

Die Erkenntnisse aus dem abgeschlossenen Projekt „RABus – Reallabor für den automatisierten Busbetrieb“ fließen direkt in die laufenden KIT‑Projekte „KIRA“ und „ALIKE“ ein. Diese erproben autonome Kleinbusse in weiteren Regionen, darunter Hamburg, Darmstadt und der Kreis Offenbach.

Als wichtigen nächsten Schritt sehen die Forschenden ein regulär zugelassenes Fahrzeugmodell, das ohne Sicherheitsbegleitperson fahren darf. Erst dann lassen sich größere Modellregionen umsetzen, wie sie die Bundespolitik plant. Mittelfristig könnten autonome Shuttles die Mobilität besonders dort verbessern, wo heute Busse selten fahren oder Personal fehlt. 

Zum Abschlussbericht (PDF-Datei)

Rheinbahn verstärkt Partnerschaft von BVG, HOCHBAHN und MVG

Die Rheinbahn AG tritt der überregionalen Kooperation großer Verkehrsunternehmen zur Weiterentwicklung zentraler Zukunftsthemen im öffentlichen Personennahverkehr bei. Bereits zuvor hatten die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) und die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) ihre strategische Zusammenarbeit in einem Memorandum of Understanding (MoU) vereinbart. Mit der Unterzeichnung durch Rheinbahn‑Vorständin Annette Grabbe erweitert sich die Allianz nun um einen starken Partner aus einer weiteren Metropolregion – und bündelt zusätzliche operative Erfahrung aus einem der größten Verkehrsnetze Deutschlands.

Branchenweite Standards und gemeinsame Weiterentwicklung

Ziel der Partnerschaft ist es, den ÖPNV der Zukunft kundennah, effizient und interoperabel zu gestalten, Synergien systematisch zu heben, branchenanschlussfähige Standards zu etablieren und digitale Innovationen praxisnah in den Regelbetrieb zu überführen. Die Zusammenarbeit adressiert drei prioritäre Anwendungsfelder:

  • Autonomes Fahren: Erfahrungen aus Erprobungsprojekten werden gebündelt, Roadmaps abgestimmt und gemeinsame Standards entwickelt – mit dem Ziel, innovative Technologien schrittweise und wirtschaftlich tragfähig in den Betrieb zu integrieren.
  • Mobilitätsplattform (MAX): Die Unternehmen treiben eine gemeinsame, interoperable Plattform für Bus, Bahn und geteilte Mobilitätsangebote voran, die bestehende Systeme technisch einbindet und weiterentwickelt. Bestehende Zuständigkeiten sollen dabei unberührt bleiben. Ziel ist Interoperabilität, nicht Zentralisierung.
  • Standardisierte, offene Vertriebssysteme: Für ein nahtloses Kundenerlebnis werden technische Standards überregional harmonisiert und digitalisiert. Ein Schwerpunkt liegt auf Account‑Based‑Ticketing (ABT) sowie interoperablen ID‑basierenden Ticketing‑Ansätzen (IDBT). Die Rheinbahn bringt hierfür u. a. ihre Erfahrung aus der Entwicklung und Umsetzung digitaler Vertriebssysteme wie CALO ein.

„Unser Fokus liegt auf praxisnahen, skalierbaren Anwendungsfällen. Wir beteiligen uns bewusst nicht an einer fertigen Lösung, sondern an einer partnerschaftlichen Weiterentwicklung. Unser Anspruch ist es, gemeinsam mit starken Partnern offene, interoperable und branchenanschlussfähige Standards zu schaffen, die anschlussfähig für Verbünde und regionale Strukturen sind.“

Annette Grabbe, Vorständin Rheinbahn

„Mit der Rheinbahn bekommt unsere Allianz zusätzlichen Rückenwind aus einer weiteren großen Metropolregion. Genau darum geht es: Kräfte bündeln, voneinander lernen und gemeinsam Lösungen entwickeln, die sich in der Praxis bewähren. Wenn starke ÖPNV-Partner ihre Erfahrungen zusammenbringen, können wir Innovationen schneller in den Alltag unserer Fahrgäste bringen und gleichzeitig Standards schaffen, von denen die ganze Branche profitiert.“

Henrik Falk, Vorstandsvorsitzender BVG

„Der Schulterschluss mit der Rheinbahn als viertem Partner im Bunde ist ein starkes Signal für unser gemeinsames Vorhaben: Eine Allianz für den ÖPNV der Zukunft. Gemeinsam nutzen wir die Chancen der Digialisierung und neuer Technologien und schaffen ein attraktives Angebot für alle Kundinnen und Kunden.“

Robert Henrich, Vorstandsvorsitzender HOCHBAHN

„Ich freue mich darüber, dass die Rheinbahn unserer Partnerschaft beitritt und wir unser Vorhaben jetzt mit der Expertise und den Bedürfnissen einer weiteren Großstadt bereichern. So gestärkt können wir den künftigen Herausforderungen noch besser mit innovativen Angeboten begegnen und einen wichtigen Beitrag zur Effizienzsteigerung innerhalb der Branche leisten.“

Ingo Wortmann, MVG

Das Memorandum of Understanding tritt mit sofortiger Wirkung in Kraft und ist zunächst unbefristet angelegt. Zur Vermeidung isolierter Einzelprojekte setzt die Allianz auf eine schlanke Organisation mit klar ausgerichteten Arbeitsgruppen für die definierten Anwendungsfälle. Ein Lenkungskreis aus allen Partnerstädten und ‑regionen übernimmt die übergreifende Steuerung und Koordinierung.

Hintergrund: Eine Allianz für die Zukunft

Die Mobilitätsbranche steht vor einem tiefgreifenden Wandel: Digitalisierung, Künstliche Intelligenz, Automatisierung und autonomes Fahren eröffnen enorme Chancen – verlangen aber skalierbare Ansätze und abgestimmte Standards. Die Allianz setzt deshalb bewusst auf Interoperabilität statt Zentralisierung: Bestehende Zuständigkeiten bleiben unberührt, gleichzeitig wird eine technische Anschlussfähigkeit über Unternehmens‑ und Verbundgrenzen hinweg geschaffen. Offene Bezahlsysteme und gemeinsame technische Standards erhöhen den Kundennutzen, stärken die Handlungsfähigkeit der einzelnen Unternehmen und steigern die Effizienz.

BVG, HOCHBAHN und MVG hatten im Herbst 2025 im Rahmen ihres Schulterschlusses angekündigt, smarte Mobilitätslösungen für Millionen Fahrgäste zu entwickeln, Synergien zur Kostensenkung und Effizienzsteigerung zu heben sowie branchenweite Standards zu etablieren. Mit dem Beitritt der Rheinbahn wird dieser Ansatz über weitere Metropolräume hinweg skaliert und um praxisnahe Expertise aus dem Rhein‑Ruhr‑Gebiet ergänzt.

Verkehrsminister Mansoori und DB machen klar: Züge und Bahnhöfe müssen sichere Orte sein

Die tödliche Attacke auf einen Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz hat gezeigt, dass dringend nachgesteuert werden muss, um nicht nur den Schutz der Reisenden, sondern auch der Bahnbediensteten zu gewährleisten. Der hessische Wirtschafts- und Verkehrsminister und stellvertretende Ministerpräsident, Kaweh Mansoori, hat sich zu diesem Anlass mit der Deutschen Bahn und Mitarbeitenden unter anderem der DB Regio AG ausgetauscht, um einen Eindruck davon zu gewinnen, an welchen Stellen die Landesregierung tätig werden kann, um solche Vorfälle in Zukunft zu verhindern.

Kaweh Mansoori:

„Es war im Gespräch mit den Mitarbeitenden sehr bedrückend zu hören, welche Gewalterfahrungen Menschen machen müssen, verbal und körperlich, die einfach nur ihrem Job als Zugbegleitenden nachgehen und Fahrtkarten kontrollieren. Hier kann nicht einfach zur Tagesordnung übergegangen werden. Es ist ein gutes Zeichen, dass jetzt erste Maßnahmen beschlossen wurden, die die Deutsche Bahn kurzfristig umsetzen will. Das wird aber nicht reichen. Die Ausrüstung mit Bodycams hilft nachweislich. Auch das hessische Modellprojekt des RMV mit doppelten Besetzungen in den Zügen wurde sehr gelobt. Ich bin aber auch offen für große Lösungen wie Drehkreuze für größere Bahnhöfe. In anderen Ländern ist es völlig normal, dass Reisende an großen Bahnhöfen und im Regionalverkehr nur ans Gleis kommen, wenn sie auch ein gültiges Ticket haben. Das alles ist jedoch nur eine Seite der Medaille. Wir müssen klären, wie wir der fortschreitenden Verrohung in unserer Gesellschaft entgegentreten und wie wir Zivilcourage stärken. Menschen, die dieses Land am Laufen halten, dürfen nicht Zielscheibe von Gewalt werden.“

Dr. Silke Janser, Vorsitzende der Regionalleitung DB Regio Mitte:

„Der Tod unseres Kollegen hat uns tief getroffen. Dass im Dienst an Bord eines Nahverkehrszuges ein Mensch sein Leben verliert, ist ein Einschnitt, der innehalten und handeln gebietet. Wir als DB Regio AG investieren seit Jahren konsequent in Sicherheit und schärfen laufend nach – mit Notruf-Apps, ausgebauter Videotechnik, Schutzausrüstung wie Bodycam, Prio-Ruf und Tierabwehrspray für Extremsituationen und regelmäßigen Deeskalations- sowie Selbstbehauptungstrainings. Zugleich zeigt der aktuelle Vorfall: Für mehr Sicherheit im Zug braucht es zusätzliche Schritte und finanzielle Mittel, die nur gemeinsam mit Politik und den Aufgabentragenden gelingen. Deshalb begrüße ich den direkten Dialog des Verkehrsministeriums mit den betroffenen Mitarbeitenden sehr, um Ängste, Sorgen und Anliegen aus erster Hand aufzunehmen.“

Ralf Damde, GBR-Vorsitzender DB Regio AG und stellv. KBR-Vorsitzender DB AG, ergänzte: 

“Die Bälle dürfen sich nicht ständig hin und her geschoben werden zwischen Bund, Ländern und Kommunen. Hier muss das Handeln im Vordergrund stehen und nicht das Verschieben der Zuständigkeiten. Die Kolleginnen und Kollegen brauchen Hilfe jetzt, nicht erst in der Zukunft. Dieses Treffen war ein erster wichtiger Schritt.”

Schnuppertag bei der Ruhrbahn

Technik erleben, selbst anpacken und neue berufliche Perspektiven entdecken: Zehn Frauen nutzten am 26. Februar 2026 die Gelegenheit, beim Schnuppertag für gewerblich-technische Ausbildungsberufe in der Lehrwerkstatt der Ruhrbahn praxisnahe Einblicke zu gewinnen. Gemeinsam mit der Agentur für Arbeit sowie den Jobcentern aus Essen, Mülheim an der Ruhr und Oberhausen hatte die Ruhrbahn zu dem Aktionstag eingeladen.

In zwei Veranstaltungsblöcken am Vormittag und Nachmittag öffnete die Lehrwerkstatt am Betriebshof an der Schweriner Straße ihre Türen. Vorgestellt wurden die Ausbildungsberufe Elektronikerin für Betriebstechnik, Kfz-Mechatronikerin, Industriemechanikerin und Mechatronikerin. Neben einem Rundgang durch Lehrwerkstatt und Werkstatt erhielten die Teilnehmerinnen Einblicke in typische Arbeitsabläufe und Ausbildungsinhalte. Besonders gefragt waren die praktischen Übungen: Im Metallbereich fertigten die Frauen einen Schlüsselanhänger an. Im elektronischen Bereich entstand mit handwerklichem Geschick eine „tanzende Giraffe“, die die Teilnehmerinnen selbst zusammenbauten. Beim anschließenden Austausch mit Ausbildern und Auszubildenden konnten offene Fragen geklärt und persönliche Eindrücke vertieft werden. 

Teilnehmerin Nina (26) war vom Schnuppertag begeistert: 

„Es war spannend, so viele Bereiche kennenzulernen. Mir ist dabei erst richtig bewusst geworden, wie groß und vielfältig die Ruhrbahn ist. Ich möchte Kfz-Mechatronikerin werden, nach diesem Schnuppertag mehr denn je. Er hat mich in meinem Berufswunsch absolut bestärkt.“

Ahmet Avsar, Arbeitsdirektor & Geschäftsführer der Ruhrbahn:

„Die Ruhrbahn engagiert sich seit Jahren mit Überzeugung für Chancengleichheit und eine gezielte Nachwuchsförderung. Mit Formaten wie diesem Schnuppertag zeigen wir, wie praxisnah und greifbar Berufsorientierung sein kann. Uns ist wichtig, Frauen frühzeitig für technische Berufe zu begeistern, Hemmschwellen abzubauen und konkrete Perspektiven aufzuzeigen. Wer heute den Mut hat, sich auszuprobieren, kann morgen eine starke Rolle in einem zukunftssicheren Beruf übernehmen.“

Stefanie Blank, Beauftragte für Chancengleichheit am Arbeitsmarkt der Agentur für Arbeit Essen:

„Dieser Aktionstag ist eine tolle Chance für Frauen, Technik nicht nur erklärt zu bekommen, sondern sie selbst zu erleben. Praxisnahe Einblicke ermöglichen es, die eigenen Stärken zu entdecken und neue Perspektiven in technischen und MINT-Berufen kennenzulernen. Wenn Frauen sich ausprobieren können, entsteht Interesse, Selbstvertrauen und vielleicht eine berufliche Zukunft. Der anstehende Weltfrauentag erinnert uns daran, wie wichtig solche Gelegenheiten für echte Chancengleichheit sind.“

Mit dem Schnuppertag setzt die Ruhrbahn ein deutliches Zeichen für mehr Frauen in technischen Berufen. Ziel ist es, Hemmschwellen abzubauen, Talente sichtbar zu machen und langfristig für eine Ausbildung in einem gewerblich-technischen Beruf zu begeistern. Voraussetzung für alle vorgestellten Berufe ist mindestens ein guter Hauptschulabschluss nach Klasse 10 sowie Interesse an technischen und handwerklichen Tätigkeiten.

DB und GDL erzielen Einigung

Gute Nachrichten für die Kunden und die Beschäftigten der Deutschen Bahn (DB): Der Konzern und die Gewerkschaft Deutscher Lokomotivführer (GDL) haben eine Einigung erzielt – am Verhandlungstisch und ohne Streiks. DB und GDL verständigten sich auf eine Steigerung der Gehälter in zwei Schritten um insgesamt 5 Prozent. Zusätzlich wird es weitere Anpassungen in der Entgeltstruktur geben, die individuell wirken. Dazu gehört etwa die Einführung einer neuen, achten Entgeltstufe und die gezielte Erhöhung von Entgelt und Zulagen für operative Personale. Die Mitarbeitenden erhalten darüber hinaus eine Einmalzahlung von 700 Euro. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrags beträgt 24 Monate, daran schließt sich eine dreimonatige Verhandlungsphase mit Friedenspflicht bis zum 31.03.2028 an.

„Das ist ein faires und tragfähiges Ergebnis“, sagte DB-Personalvorstand Martin Seiler. „Wir haben gerade zum Schluss intensiv gerungen, aber es ist immer konstruktiv und sachlich geblieben. Dadurch konnten wir uns zum ersten Mal seit Jahren ohne Streiks einigen. Unsere Mitarbeitenden profitieren nun von spürbaren Verbesserungen, gleichzeitig bedeutet die Einigung Planungssicherheit und Stabilität für das Unternehmen.“

Zur friedlichen Lösung mit der GDL beigetragen haben auch die gefundenen Kompromisse zur gemeinsamen Handhabung des Tarifeinheitsgesetzes. Neben einem notariellen Zählverfahren zur Mehrheitsfeststellung wurde fixiert, dass bestimmte tarifvertragliche Regelungen künftig auch für die Gewerkschaftsmitglieder gelten, die in Betrieben arbeiten, in denen vorrangig das Tarifwerk der jeweils anderen Gewerkschaft Anwendung findet. Eine Ausweitung des Geltungsbereichs der GDL-Tarifverträge in die Infrastruktur erfolgt nicht.

Tram-Westtangente München eröffnet

Die Münchner Verkehrsgesellschaft (MVG) hat den ersten Bauabschnitt der Tram-Westtangente in Betrieb genommen. Am Samstag, 28. Februar, haben Bürgermeister Dominik Krause und Bürgermeisterin Verena Dietl in Vertretung des Oberbürgermeisters gemeinsam mit MVG-Chef Ingo Wortmann und Mobilitätsreferent Georg Dunkel die neue Trambahnlinie 14 eröffnet. Ab sofort fährt die Tram 14 über den neuen Teilabschnitt zwischen Fürstenrieder Straße und Ammerseestraße tagsüber im 10-Minuten-Takt, abends ab 22 Uhr und in den frühen Morgenstunden alle 20 Minuten.

Bürgermeister Dominik Krause:

„Die Tram-Westtangente ist eines der größten und wichtigsten Infrastrukturprojekte Münchens der letzten Jahre. Sie schließt eine Lücke in unserem stark aufs Stadtzentrum ausgerichteten Liniennetz. Ich bin froh, dass unsere Stadt nach fast einem Jahrzehnt Pause den Ausbau seines Trambahnnetzes wieder aufgenommen hat und wir heute nach nur 22 Monaten die Eröffnung des ersten Bauabschnitts feiern dürfen. Mehr öffentlicher Nahverkehr ist eine Grundvoraussetzung für eine attraktive Mobilität und damit Lebensqualität in München. München wächst, eine Verbesserung des ÖPNV-Angebots ist daher notwendig, um eine dauerhafte Überlastung des Straßennetzes zu verhindern. Die sehr gute Standardisierte Bewertung der Tram-Westtangente zeigt den hohen Nutzen für die ganze Stadt und insbesondere den Münchner Westen. Die Bauarbeiten waren eine Belastung für Anwohner und Gewerbe. Investitionen in unsere Infrastruktur sind jedoch wichtig, damit München eine moderne Stadt bleibt, die nicht nur von der Substanz lebt, sondern auch immer wieder Neues schafft. Ich bin sicher, die Freude über die neue Tram wird bald den Ärger über die Bauarbeiten vergessen machen.“

Mobilitätsreferent Georg Dunkel:

„Ich freue mich sehr, dass nun endlich die Trambahnen auf dem ersten Teilstück der Tram-Westtangente unterwegs sind. Somit schaffen es die Landeshauptstadt München und die Stadtwerke München nach rund zehn Jahren wieder, ein wichtiges Stück Tram-Infrastruktur in Betrieb zu nehmen. Ich wünsche mir, dass die weiteren Bauabschnitte der Westtangente und die ebenfalls wichtigen Projekte Tram Münchner Norden und Tram Johanneskirchen ebenfalls zeitnah realisiert werden, um den ÖPNV in München noch attraktiver zu gestalten.

Die MVG hat diese wichtige Etappe gemeinsam mit den Münchnern bei einem Bürgerfest gefeiert.

Barrierefreiheit als Standard und Aufwertung der Umgebung

Der erste Abschnitt der Tram-Westtangente ist fast genau 1.500 Meter lang mit den drei Haltestellen Fürstenrieder Straße, Laimer Platz und Aindorferstraße, die vollständig barrierefrei mit nahezu niveaugleichem Einstieg errichtet sind und bereits für längere Züge mit bis zu 56 Meter Länge ausgelegt sind. Zur Teilinbetriebnahme werden zunächst dreiteilige Fahrzeuge auf der Strecke verkehren. Mit der Fertigstellung der Gesamtstrecke wird das Fahrgastaufkommen erheblich steigen. Die Eröffnung der der 2. S-Bahn-Stammstrecke wird den Verkehrsknoten am Laimer Bahnhof noch weiter stärken und zu einem zusätzlichen Fahrgastzuwachs auf der Tram-Westtangente führen. Mit dem steigenden Fahrgastaufkommen werden schrittweise größere Fahrzeuge eingesetzt.

Im Zuge der Bauarbeiten für die Neubaustrecke wurde auch die bestehende Haltestelle Fürstenrieder Straße der Linie 19 barrierefrei ausgebaut, die bereits seit Dezember 2025 in Betrieb ist. Diese wurde mit einer freistehenden und daher besonders gut einsehbaren Dynamischen Fahrgastinformation (DFI) mit Vorlesefunktion für Fahrgäste mit Sehbehinderung ausgestattet. Die Tram-Westtangente wertet auch das Straßenbild auf. An den meisten Haltestellen machen das Rasengleis sowie Baumpflanzungen die Umgebung grüner und freundlicher.

Zahlreiche Baumaßnahmen seit dem Spatenstich

Innerhalb von rund 20 Monaten seit dem Spatenstich wurden nicht nur die Gleise verlegt, sondern auch zahlreiche weitere Baumaßnahmen durchgeführt. Mehrere hundert Versorgungsleitungen wurden verlegt, darunter Strom in Hoch,- Mittel- und Niederspannung, Gas, Wasser, Fernwärme und Telekommunikation. Die aufwändigste und größte Maßnahme war der Neubau der zum Teil 95 Jahre alten Hauptwasserleitung 5. Außerdem wurde ein Zugang zum U-Bahnhof Laimer Platz von der Valpichlerstraße in die Gotthardstraße verlegt sowie die Unterführung an der Hogenbergstraße saniert. Die Fahrbahnen für den Individual- und Radverkehr sowie der Gehwege werden voraussichtlich bis zum Oktoberfest 2026 fertiggestellt.

Weitere Abschnitte im Bau

Die weiteren Bauabschnitte, die nun in Angriff genommen werden, führen zunächst von der Ammerseestraße vom Waldfriedhof und später weiter bis zur U-Bahnstation Aidenbachstraße. Die Inbetriebnahme dieser Abschnitte ist für 2028 geplant. Im Norden ist der Lückenschluss zwischen der Fürstenrieder Straße und dem Romanplatz abhängig von der Fertigstellung der so genannten Umweltverbundröhre am S-Bahnhof Laim, die neben der Tram auch dem Fuß- und Radverkehr dienen wird und von der DB im Rahmen des Projekts 2. S-Bahn-Stammstrecke gebaut wird. Auch hier ist die Inbetriebnahme für 2028 anvisiert.

In der Wotanstraße wurden im Zuge einer anderen Baumaßnahme bereits vorbereitend Gleise verlegt und auch die Weichen zur Einfädelung in die bestehende Strecke der Linien 16 und 17 sind schon eingebaut. Die Tram-Westtangente wird nach der Gesamtfertigstellung auf ganzer Strecke von der Linie 12 befahren. Sie bietet nach ihrer Fertigstellung eine umsteigefreie, schnelle Querverbindung von Obersendling über Hadern, Sendling, Laim nach Nymphenburg und weiter über die bestehende Strecke bis nach Schwabing Nord.

Ausführliche weiterführende Informationen zur Tram-Westtangente gibt es auf der Projektseite westtangente.mvg.de.

Das Problem mit den 144 Millionen Tonnen CO₂

Kennzahlen unterstreichen zentrale Rolle von Bus und Bahn in der Klimapolitik  

Von Martin Schmitz, VDV-Geschäftsführer Technik

Die Jahre, in denen man in der öffentlichen Wahrnehmung am Klimaschutz nicht vorbeikam, sind lange vorbei. Gleichwohl: Dieses herausragende Problem ist weiterhin ungelöst. Die Zahlen sprechen eine eindrückliche Sprache: Der Verkehrssektor hat im Jahr 2024 insgesamt 144,2 Millionen Tonnen CO₂ Äquivalente ausgestoßen. Damit liegt er weiterhin über dem vorgesehenen Zielpfad. Wenn die bisherigen Maßnahmen unverändert fortgeführt werden, wird bis 2030 eine kumulierte Zielverfehlung von 169 Millionen Tonnen CO₂ Äquivalenten erwartet. Für die Sektoren Verkehr und Gebäude zusammen wird im Zeitraum 2021 bis 2030 sogar eine Überschreitung der europäischen Lastenteilungsziele in Höhe von 224 Millionen Tonnen CO₂ Äquivalenten prognostiziert. Diese Zahlen machen deutlich, dass der Verkehrssektor vor großen Herausforderungen steht. Gleichzeitig zeigen andere Kennzahlen, dass insbesondere Bus und Bahn bereits mitten in einer tiefgreifenden Transformation stehen.

Elektrifizierung der Busflotten ist Realität

Die Elektrifizierung der Busflotten – die Mobility Move steht vor der Tür – ist im öffentlichen Personennahverkehr inzwischen im Regelbetrieb angekommen. In den VDV-Mitgliedsunternehmen wurden mit Hilfe verschiedener Förderprogramme fast 5.000 Busse mit alternativen Antrieben in den täglichen Einsatz gebracht. Das entspricht rund zehn Prozent der gesamten Linienbusflotte in Deutschland.

Unter den alternativen Antrieben befinden sich vor allem lokal emissionsfreie Fahrzeuge. Der Schwerpunkt der Transformation liegt klar auf der lokalen Emissionsfreiheit. Ein Anteil von zehn Prozent zeigt, dass es sich nicht mehr um einzelne Pilotprojekte handelt, sondern um eine breit angelegte Modernisierung der Flotten.

4.785 lokal emissionsfreie Busse bundesweit

Bundesweit sind derzeit 4.785 lokal emissionsfreie Busse im Einsatz. Davon sind 4.319 Batteriebusse und 466 Brennstoffzellenbusse. Bei einem Gesamtbestand von rund 50.000 Linienbussen entspricht das einem Anteil von etwa zehn Prozent.

Durch weitere Neuzulassungen zum Jahreswechsel 2025 und 2026 sowie durch voraussichtlich mehr als 1.800 zusätzlich neu geförderte Busse steigt der Bestand rechnerisch auf rund 6.800 lokal emissionsfreie Busse. Damit wächst der Anteil an der Gesamtflotte auf rund 13 Prozent.

Der Anstieg von etwa zehn auf rund 13 Prozent innerhalb kurzer Zeit verdeutlicht, wie dynamisch sich die Elektrifizierung im Busbereich entwickelt. Da das aktuelle Förderprogramm, wie alle vorherigen auch schon überzeichnet waren, wäre sogar ein noch stärkerer Anstieg und Transformation möglich. Die ÖV-Branche ist vorbereitet die Transformation aktiv zu gestalten.

Klare Zielvorgaben bis 2035

Ab dem Jahr 2030 müssen 90 Prozent der neu in Verkehr gebrachten Stadtbusse emissionsfrei sein. Ab dem Jahr 2035 sollen es 100 Prozent sein. Für die vollständige Umstellung der Busflotten sowie für den Umbau der Infrastrukturen, der Beschaffung neuer Grundstücke, den Aufbau der Ladeinfrastruktur, der Beschaffung neuer Softwaretools etc. werden bis 2035 rund 15,5 Milliarden Euro an Bundesmitteln benötigt.

Diese Vorgaben zeigen, dass die Transformation politisch fest verankert ist. Die Verkehrsunternehmen richten ihre Beschaffungsstrategien bereits heute an diesen Zielen aus.

Vergleich mit E-Pkw Markt

Zum 1. Januar 2025 lag der Anteil reiner E-Pkw am Gesamtbestand in Deutschland bei rund 3,3 Prozent. Bei den Neuzulassungen im Jahr 2025 erreichte der Anteil rein elektrischer Pkw etwa 19,1 Prozent. Nach dem Förderende im Jahr 2024 hatte es zunächst einen Markteinbruch gegeben.

Hybride einschließlich Plug-in Hybride machten 2025 einen großen Teil der Neuzulassungen aus. Im Vergleich dazu liegt der Anteil lokal emissionsfreier Busse im Linienverkehr bereits heute bei etwa zehn Prozent bundesweit und bei rund 14 Prozent in den VDV-Mitgliedsunternehmen. Damit wird deutlich, dass der öffentliche Verkehr bei der Elektrifizierung im Verhältnis zum Bestand eine Vorreiterrolle einnimmt.

Politisches Ziel von 20.000 bis 25.000 klimaneutralen Bussen bis 2030

Im Klimaschutzprogramm wird eine Zielgröße von 20.000 bis 25.000 klimaneutralen Bussen bis 2030 genannt. Die derzeit vorgesehenen Fördermittel in Höhe von 420 Millionen Euro pro Jahr ermöglichen die Förderung von ca. 1.800 Bussen jährlich. Über fünf Jahre entspricht dies 9.000 zusätzlichen Elektrobussen. Um die von der Bundesregierung gesetzten Zielgröße von bis zu 25.000 Fahrzeugen zu erreichen, sind daher höhere Investitionen erforderlich. Die Branche ist technologisch vorbereitet, benötigt jedoch eine ausreichende finanzielle Unterstützung.

Höhere ÖV-Attraktivität wird zu weiteren Emissionsrückgängen beitragen

Das Gutachten zum Deutschlandangebot geht davon aus, dass für ein Ausbau Szenario im Bus, Tram und SPNV-Bereich 3,36 Milliarden Euro pro Jahr zusätzlich benötigt werden. Für ein Modernisierungsszenario werden 1,44 Milliarden Euro pro Jahr veranschlagt. Für den Ausbau des Bus-Angebotes in ganz Deutschland werden ca. 500 Millionen Euro pro Jahr veranschlagt. Im Ausbau Szenario wird ein Fahrgastwachstum von mindestens 30 Prozent erwartet. Mehr Fahrgäste bedeuten weniger Verkehr mit dem eigenen Auto und damit geringere Emissionen. Elektrifizierung und Angebotsausbau müssen daher zusammen gedacht werden.

12,3 Milliarden Euro für die Schieneninfrastruktur

Bis 2036 wird ein zusätzlicher Finanzierungsbedarf von rund 12,3 Milliarden Euro ermittelt. Davon entfallen 11,0 Milliarden Euro auf die Elektrifizierung des Schienennetzes und 1,3 Milliarden Euro auf Umschlagterminals im Kombinierten Verkehr. Eine moderne und elektrifizierte Schieneninfrastruktur ist Voraussetzung für eine nachhaltige Verkehrsverlagerung im Personen- und Güterverkehr.

Wirtschaftliche Bedeutung von Bus und Bahn

Jeder Euro, der durch Verkehrsunternehmen erwirtschaftet wird, ist mit einer zusätzlichen Wertschöpfung in Höhe von 2,10 Euro verbunden. Insgesamt generieren der öffentliche Personenverkehr und der Schienengüterverkehr 67,4 Milliarden Euro an Wertschöpfung. Mehr als 930.000 Arbeitsplätze hängen direkt oder indirekt von der Branche ab. Die Einkommen belaufen sich auf über 41 Milliarden Euro.

Diese Zahlen zeigen, dass Investitionen in Busse und Bahnen nicht nur dem Klimaschutz dienen, sondern auch wirtschaftliche Effekte erzeugen. So gibt die Begleitstudie des e-Bus Förderprogramms des BMV an, dass über 90 Prozent der Fördergelder bei deutschen bzw. europäischen Firmen investiert wurde und damit innovative Arbeitsplätze geschaffen bzw. gesichert hat.

Transformation braucht verlässliche Rahmenbedingungen

Wo stehen wir also in der Branche beim Klimaschutz? Bus und Bahn befinden sich mitten in einer technologischen und klimafreundlichen Transformation. Die Elektrifizierung der Flotten, der industrielle Hochlauf emissionsfreier Antriebe und die strategische Ausrichtung der Unternehmen zeigen, dass der Wandel operativ umgesetzt wird und nicht nur politisch angekündigt ist. Gleichzeitig bleibt der Handlungsdruck im gesamten Verkehrssektor hoch. Damit die bereits eingeleitete Entwicklung ihre volle klimapolitische Wirkung entfalten kann, braucht es verlässliche, langfristige und strukturell abgesicherte Rahmenbedingungen. Die Vorreiterrolle von Bus und Bahn ist real. Entscheidend ist nun, dass Politik und Finanzierungssysteme dieses Tempo dauerhaft unterstützen. Nur mit klarer Priorisierung, Planungssicherheit und investiven Spielräumen kann der öffentliche Verkehr seine zentrale Rolle für die Erreichung der Klimaziele nachhaltig erfüllen. Der öffentliche Verkehr ist vorbereitet und kann dazu beitragen, die Klimaschutzziele zu erreichen sowie einen wirtschaftlichen Impuls in die deutsche und europäische Wirtschaft geben.