Nach wegweisendem Klima-Urteil: Breites Bündnis fordert Tempolimit

Nach dem wegweisenden Urteil des Bundesverwaltungsgerichts zur Klimaklage der Deutschen Umwelthilfe (DUH) gegen die Bundesregierung fordert ein breites gesellschaftliches Bündnis die feste Verankerung von Tempolimits im kommenden Klimaschutzprogramm. Konkret verlangt das Bündnis in einem offenen Brief an die Bundesregierung die Einführung eines generellen Tempolimits auf Autobahnen, die Absenkung der Höchstgeschwindigkeit auf 80 km/h außerorts sowie Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit innerorts. Mit diesen Maßnahmen lassen sich nahezu kostenfrei und sofort bis zu 11,7 Millionen Tonnen CO2-Emissionen im Verkehrssektor pro Jahr einsparen – und gleichzeitig viele hunderte Menschenleben auf deutschen Straßen retten.

Das Bundesverwaltungsgericht hatte in der vergangenen Woche in letzter Instanz geurteilt, dass das geltende Klimaschutzprogramm den gesetzlichen Anforderungen nicht genügt, weil es an konkreten und wirksamen Maßnahmen zur Erreichung der Klimaziele fehlt. Das Urteil ist von grundsätzlicher Bedeutung, da erstmalig ein oberstes Gericht entschieden hat, dass die Bundesregierung nicht nur Klimaziele festlegen muss, sondern auch hinreichende Klimaschutzmaßnahmen zu deren Erreichung. Diese Verpflichtung gilt auch für das nun neu zu erstellende Klimaschutzprogramm, das die Bundesregierung bis Ende März vorlegen muss. Der Verkehrssektor ist hierbei besonders relevant, da er nach jetzigem Stand bis 2030 rund 169 Millionen Tonnen CO2-Emissionen zu viel ausstoßen wird.

„Das von uns erstrittene Urteil des Bundesverwaltungsgerichts ist ein Paukenschlag: Die Bundesregierung ist nun höchstrichterlich verpflichtet, endlich wirksame Maßnahmen im Klimaschutzprogramm zu verankern. Ein Tempolimit 100/80/30 kann jährlich 11,7 Millionen Tonnen CO2 einsparen und so die Klimaschutzlücke im Verkehr bis 2030 um rund ein Drittel schließen. Damit ist das Tempolimit die effektivste, kostengünstigste und schnellste Klimaschutzmaßnahme im Verkehr. Seit vergangener Woche ist klar: Wer ein Tempolimit weiter blockiert, handelt nicht nur verantwortungslos, sondern rechtswidrig. Wir fordern die Bundesregierung auf, das Tempolimit verbindlich im neuen Klimaschutzprogramm zu verankern, und bieten allen Menschen die Möglichkeit, sich mit ihrer Stimme dieser Forderung anzuschließen.“

Jürgen Resch, Bundesgeschäftsführer der DUH

„Die Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland e.V. (VOD) weist darauf hin, dass niedrigere und einheitlichere Geschwindigkeiten die Unfallwahrscheinlichkeit deutlich senken und die Schwere von Unfallfolgen verringern, da Bremswege kürzer sind und Korrekturen eher möglich bleiben. Tempolimits reduzieren zudem große Geschwindigkeitsunterschiede, stabilisieren den Verkehrsfluss und erhöhen die Resilienz des Verkehrssystems, auch in kritischen Situationen. Damit leisten sie zugleich einen wichtigen Beitrag zu mehr Verkehrssicherheit sowie zu Umwelt- und Gesundheitsschutz.“

Peter Schlanstein, Vorsitzender der Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland

„Ein allgemeines Tempolimit ist überfällig. Mit keiner anderen Maßnahme lässt sich der CO2-Ausstoß so schnell, einfach und auch noch kostenlos reduzieren. Vor allem würde ein Tempolimit auch Unfälle verhindern und damit Leben retten. Auch der Verkehr selbst würde durch einen besseren Verkehrsfluss profitieren. Eine Win-Win-Win-Situation.“

Christiane Rohleder, VCD-Bundesvorsitzende

Das von der DUH initiierte Aktionsbündnis besteht aus den folgenden Organisationen: Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND), Changing Cities e.V., FUSS e.V., Gewerkschaft der Polizei (GdP), Greenpeace Deutschland, Hannovair, Initiative für sichere Straßen, Klimaschutz im Bundestag, Naturschutzbund Deutschland (NABU), Robin Wood e.V., Sozialverband VdK Deutschland, Verbund Service und Fahrrad (VSF), Verkehrsclub Deutschland (VCD), Verkehrsunfall-Opferhilfe Deutschland (VOD).

Schnieder: „Investieren weiter konsequent in die Schiene“

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder hat am 29. Januar 2026 gemeinsam mit dem Vorstandsvorsitzenden der DB InfraGO AG, Dr. Philipp Nagl, sowie Vertretern aus Parlament und Ländern Finanzierungsvereinbarungen für Schienenprojekte im Gesamtumfang von 2,5 Milliarden Euro bekanntgegeben. Bei einem Termin im Verkehrsministerium in Berlin wurden die einzelnen Maßnahmen vorgestellt.

Bundesminister Patrick Schnieder:

„Wir investieren weiter kräftig in die Modernisierung und den Ausbau der Schiene. Neben der Sanierung des Netzes, die absolute Priorität genießt, dürfen wir den Aus- und Neubau nicht vernachlässigen. Denn schon heute ist insbesondere auf den stark nachgefragten Strecken kaum Platz für zusätzlichen Züge. Umso wichtiger ist es, heute die richtigen Weichen für die Mobilitätsbedürfnisse von morgen zu stellen. Viele Projekte werden zeitnah die Baureife erlangen. Es ist unerlässlich, dass wir dann alle finanziellen Spielräume nutzen. Dringend benötigte und baureife Projekte nicht umzusetzen und damit die Bedarfe von Wirtschaft und Menschen künftig nicht decken zu können, können wir uns am allerwenigsten leisten.“

Dr. Philipp Nagl, Vorstandsvorsitzender der DB InfraGO AG:

„Investitionen in Infrastruktur sind Investitionen in die Zukunft. Ich freue mich sehr, dass der Bund neben den Rekordsummen für die Sanierung und Modernisierung des Bestandsnetzes auch die Finanzierung wichtiger Neu- und Ausbauprojekte sicherstellt. So können Reisende, Anwohner und Transporteure auf der Schiene von neuen Anlagen, mehr Lärmschutz und mehr Kapazität profitieren. Neben den Projekten in Berlin und in mehreren Regionen Ostdeutschlands entsteht mit dem Pfaffensteigtunnel ein wichtiger Baustein für den Deutschlandtakt auf der Gäubahn und ein weiteres Puzzleteil für Stuttgart 21.“

Die Projekte im Einzelnen:

  1. Lärmschutzmaßnahmen am östlichen Berliner Außenring
    Mit der Freigabe von mehr als 65 Millionen Euro wurde der Weg für die freiwillige Förderung des Bundesministeriums für Verkehr in Zusammenarbeit mit der Berliner Senatsverwaltung von Lärmschutzmaßnahmen am besonders belasteten östlichen Berliner Außenring geebnet. Mit der Freigabe der Bundesmittel kann die DB InfraGO als Vorhabenträgerin nun mit der weiteren Planung und Umsetzung des Vorhabens fortschreiten.
  1. Pfaffensteigtunnel
    Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) hat die Finanzierung des sogenannten Pfaffensteigtunnels im Raum Stuttgart sichergestellt. Der Tunnel ist Teil des Ausbaus Stuttgart – Singen – Grenze D/CH (Gäubahn) und damit ein entscheidendes Element zur Modernisierung der Schieneninfrastruktur im Südwesten. Für das Tunnelprojekt stehen im Bundeshaushalt mit der Finanzierungsvereinbarung rund 1,7 Milliarden Euro bereit. Der Pfaffensteigtunnel wird künftig die Gäubahn im Bereich Böblingen-Goldberg unmittelbar mit dem Flughafen-Fernbahnhof verbinden. Die Fahrzeit auf diesem Abschnitt reduziert sich von derzeit etwa 22 Minuten auf rund 7 Minuten. Vom Flughafen-Fernbahnhof aus ist sowohl der direkte Anschluss an den künftigen Stuttgart-21-Hauptbahnhof gewährleistet als auch die Verbindung in Richtung Ulm/München.”
  1. Knoten Zwickau
    Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) hat Investitionen in Höhe von knapp 200 Millionen Euro zur Ertüchtigung und zum Ausbau des Eisenbahnknotens Zwickau freigegeben. Mit der Unterzeichnung der Finanzierungsvereinbarung ist der Weg für die bauliche Umsetzung durch die DB InfraGO AG und die DB Energie GmbH frei. Konkret wird die Strecke zwischen Zwickau-Mosel und Lichtentanne modernisiert und ausgebaut. Im Bereich des Zwickauer Hauptbahnhofs werden u.a. der Spurplan neu geordnet, Eisenbahnüberführungen ertüchtigt und die veraltete Leit- und Sicherungstechnik auf den neusten Stand gebracht.
  1. Strukturstärkung in den Kohleregionen
    Das Bundesministerium für Verkehr (BMV) hat weitere Investitionen in Höhe von rund 339 Millionen Euro zum Ausbau von Strecken und Bahnhöfen in den ehemaligen Kohlerevieren auf den Weg gebracht. Unterzeichnet wurden Finanzierungsvereinbarungen zur Umsetzung des Ausbaus vom Bahnhof Cottbus im Lausitzer Revier und des Bahnhofs Leuna-Werke Nord im Mitteldeutschen Revier mit einem Gesamtvolumen von über 111 Millionen Euro. Mit diesem Vertragsschluss ist der Weg für die bauliche Umsetzung der Vorhaben durch die DB InfraGO AG frei. Daneben wurde die bestehende Planungsvereinbarung um die Bahnhöfe Bischdorf, Eisenhüttenstadt und Königs Wusterhausen (Südkopf) sowie um die Strecke Cottbus – Guben – Grünberg erweitert und bereits laufende Planungen und Umsetzungen vieler anderer Vorhaben in den Kohleregionen fortgeschrieben.
  1. Elektrifizierung Gerstungen – Heimboldshausen
    Im Rahmen des Programms „Elektrische Güterbahnen“ ist auch die Elektrifizierung der rund 19 km langen Strecke zwischen Gerstungen und Heimboldshausen vorgesehen. Die Strecke schließt das Werk Werra, die Kalihalden Heringen und den größten Kalistandort der K+S GmbH in Philippsthal an das Netz der DB AG an. Neben den Kali-Produktionsstätten befindet sich am Standort Philippsthal auch das Werra-Kombi-Terminal, welches seit 2011 einen jährlichen Umschlag bis zu 20.000 Ladeeinheiten umsetzt.

Infrastrukturprojekte für zukunftsfähige Mobilität

Auch im Jahr 2026 treibt die Hamburger Hochbahn AG (HOCHBAHN) zahlreiche Infrastrukturmaßnahmen im U-Bahn- und Busnetz voran. Schwerpunkte bilden die Verlängerung der U4 auf die Horner Geest, umfangreiche Sanierungs- und Erneuerungsmaßnahmen auf den über 100 Jahre alten Streckenabschnitten der U3 rund um Mundsburg sowie ein Großprojekt auf der U1 rund um die Haltestelle Ohlsdorf. Ergänzt werden die Maßnahmen durch den Neubau zentraler Busanlagen, die Fertigstellung des ersten reinen E-Bus-Betriebshofs der HOCHBAHN sowie den Neubau des Bus-Betriebshofs Langenfelde als zentrale Steuerung für den Busbetrieb.

„Ein großer Teil unserer Infrastruktur ist über 100 Jahre alt. Dass die U-Bahn in Hamburg heute so zuverlässig fährt, ist das Ergebnis kontinuierlicher Instandhaltung. Mit den Baumaßnahmen 2026 sichern wir die Infrastruktur weiterhin langfristig, bündeln Bauarbeiten dort, wo es sinnvoll ist und machen diese fit für die künftigen Anforderungen.“

Jens-Günter Lang, Technikvorstand der HOCHBAHN

U4-Verlängerung auf die Horner Geest

Die Arbeiten für die Verlängerung der U4 auf die Horner Geest liegen weiterhin im Zeit- und Kostenplan. Bereits zu Jahresbeginn 2026 starten die ersten Gleisbauarbeiten. Im Frühsommer wird der U-Bahn-Tunnel unter der Manshardtstraße fertiggestellt. Ab Herbst ist der Rohbau des Gesamtprojekts, mit den zwei neuen Haltestellen und dem kompletten U-Bahn-Tunnel ab Horner Rennbahn bis zur Horner Geest, abgeschlossen. Bereits ab Ende 2027 wird die U4 ab Horner Rennbahn ausfädeln und über die neue Haltestelle Stoltenstraße bis zur Horner Geest fahren.

Großprojekt „Brücken Mundsburg 2026“

Mit dem Großprojekt „Brücken Mundsburg 2026“ setzt die HOCHBAHN in diesem Jahr unter anderem einen Schwerpunkt auf die Instandsetzung der historischen Ringlinie U3. Der betroffene Streckenabschnitt zwischen den Haltestellen Mundsburg und Barmbek stammt aus den Jahren 1907 bis 1912 und gehört damit zu den ältesten Abschnitten des Hamburger U-Bahn-Netzes. Im Rahmen des Großprojektes werden insgesamt zwölf Brücken instandgesetzt beziehungsweise saniert, darunter acht Stahlbrücken und vier Steinviadukte. Parallel dazu finden auf dem U3-Teilabschnitt zwischen Mundsburg und Barmbek umfangreiche Gleisbauarbeiten statt, bei denen insgesamt 5.800 Schwellen vollständig erneuert werden. Zusätzlich werden die Haltestellen Mundsburg, Hamburger Straße und Dehnhaide instandgesetzt.

Der Baustart für das Großprojekt ist für März 2026 vorgesehen. Für die Umsetzung der umfangreichen Bauarbeiten, die nicht im laufenden Betrieb stattfinden können, ist eine Sperrung des U3-Teilabschnitts zwischen Mundsburg und Barmbek vom 11. Mai bis zum 5. Juli 2026 erforderlich.

Großprojekt „Ohlsdorf 2026“

Auch auf der U1 steht in diesem Jahr ein zentrales Infrastrukturprojekt an. Hier im Fokus:  die über 100 Jahre alte U1-Haltestelle Ohlsdorf, deren Bahnsteig komplett abgerissen und neu gebaut wird. Parallel werden die angrenzende Brücke „Alsterdorfer Straße“ erneuert und die Brücke „Alster“ instandgesetzt. Der Baustart ist auch hier für März 2026 geplant. Für die Baumaßnahmen, die nicht im laufenden Betrieb umgesetzt werden können, ist eine Sperrung der U1 zwischen den Haltestellen Lattenkamp und Fuhlsbüttel Nord vom 13. Juli bis zum 14. Oktober 2026 erforderlich, wobei die Haltestelle Ohlsdorf im Anschluss noch bis zum 28. Oktober ohne Halt durchfahren werden muss.

Neue Busanlagen in Rahlstedt und Harburg

Im Sommer 2026 geht die neu gebaute Busanlage Rahlstedt in Betrieb, Ende 2026 soll dann der neue ZOB Harburg folgen. Beide Busanlagen sind auf die künftigen Anforderungen ausgelegt. Sie bieten deutlich mehr Kapazität, um den Busbetrieb effizient abzuwickeln und sie auf die steigenden Fahrgastzahlen der kommenden Jahre vorzubereiten. Beide Anlagen erhalten begrünte Dächer und Photovoltaikanlagen.

Erster reiner E-Bus-Betriebshof der HOCHBAHN in Meiendorf

Im Spätsommer 2026 wird der neue erste reine E-Bus-Betriebshof in der Meiendorfer Straße fertiggestellt, sodass dieser nach einem Probebetrieb mit dem Fahrplanwechsel zu Mitte Dezember 2026 in Betrieb gehen kann. Von hier aus werden künftig 130 E-Busse vor allem den Hamburger Nordosten mit den Stadtteilen Rahlstedt, Farmsen, Volksdorf und Berne bedienen. Der E-Bus-Betriebshof ist konsequent nachhaltig konzipiert, unter anderem mit begrünten Dächern, Photovoltaikanlagen, Regenwassernutzung und der Nutzung von Abwärme aus der Ladetechnik.

Neubau für Bus-Betriebshof Langenfelde

Für den bestehenden Bus-Betriebshof Langenfelde (Warnstedtstraße) startet noch in diesem Jahr ein zentraler Neubau, der die Elektrifizierung des Busbetriebs entscheidend unterstützt und künftig die Busleitstelle sowie Teile der Busverwaltung aufnehmen wird. Der Neubau schafft damit die nötige Infrastruktur für bis zu 200 E-Busse und bündelt zentrale Aufgaben des Busbetriebs an einem Standort.

Die Busleitstelle ist das Herzstück des Busbetriebs: Von hier aus werden täglich die Einsätze aller Buslinien gesteuert, Fahrpläne überwacht und der Verkehr im Stadtgebiet koordiniert. Aktuell befindet sich die Busleitstelle zusammen mit der U-Bahn-Leitstelle im Hochbahnhaus in der Steinstraße 20. Mit dem Umzug nach Langenfelde entsteht ein klarer räumlicher Fokus für den Busbetrieb, während das Hochbahnhaus künftig die Leitstellen der U-Bahn – einschließlich der Leitstelle der künftigen U5 – aufnehmen kann. So entstehen zwei zentrale Punkte für einen noch effizienteren Betriebsablauf: Das Hochbahnhaus für U-Bahn-Leitstellen und Langenfelde als zentraler Standort für Busleitstelle, Verwaltung und Busfahrschule.

Der Rohbau des ersten Bauabschnitts in Langenfelde startet im März. Die bauliche Fertigstellung und Inbetriebnahme des neuen Bus-Betriebshofs sind für Ende 2028 vorgesehen. Nachhaltigkeit ist integraler Bestandteil der Planungen – unter anderem durch Dachbegrünung, Photovoltaikanlage und moderne Energie- und Haustechnik.

Verkehrsminister Krischer übergibt Förderbescheide für beschleunigte Planung von ÖPNV-Projekten

Das Land Nordrhein-Westfalen unterstützt Kommunen und Verkehrsunternehmen bei den Planungen von ÖPNV-Vorhaben, um diese zu beschleunigen. Am 26. Januar 2026 hat Verkehrsminister Oliver Krischer in Wuppertal fünf bewilligte Förderbescheide in Höhe von insgesamt 9,75 Millionen Euro überreicht. Darunter ist auch der Neubau für die Wagenhalle der Schwebebahn, die in diesem Jahr ihren 125. Geburtstag feiert. „Die Wuppertaler Schwebebahn war 1901 ein Symbol für Innovationskraft und ist bis heute unverzichtbarer Bestandteil des Alltags für Tausende Pendlerinnen und Pendler. Mit drei Millionen Euro für den Neubau der Wagenhalle investieren wir in die Zukunft dieses weltweit einzigartigen Systems“, sagte Verkehrsminister Oliver Krischer bei der Förderbescheid-Übergabe.

Grundlage der Förderung ist die „Richtlinie zur Förderung von Planungsleistungen zur Bildung eines Planungsvorrats“. Sie unterstützt Kommunen und Verkehrsunternehmen dabei, wichtige Infrastrukturprojekte frühzeitig zu planen. So entsteht ein Vorrat an baureifen Maßnahmen, mit dem Nordrhein-Westfalen schneller und gezielter zusätzliche Bundesmittel für den Ausbau der Schieneninfrastruktur abrufen kann. Seit dem Start des Programms im Jahr 2021 wurden landesweit bereits 75 Maßnahmen in die Förderung aufgenommen. Verkehrsminister Krischer übergab außerdem Förderzusagen für eine durchgehende Stadtbahnverbindung zwischen Oberhausen und Essen, die barrierefreie Umgestaltung eines S-Bahn-Haltepunktes in Hilden, eine Stadtbahnverlängerung in Bielefeld und zwei neue barrierefreie Haltestellen in Köln. 

Ziel der Landesregierung ist es, den Anteil des ÖPNV am Modal Split zu erhöhen und den Öffentlichen Personennahverkehr als eine echte Alternative zum Individualverkehr auszubauen. Daher zeigte sich Minister Krischer erfreut, „dass mit Übergabe der Förderbescheide Planungsleistungen in allen Teilen des Landes angestoßen werden.“

Im Rahmen der Förderrichtlinie wurden bereits einige Vorhaben so weit qualifiziert, dass sie per Übergangsregelung in den ÖPNV-Bedarfsplan sowie in den ÖPNV-Infrastrukturfinanzierungsplan des Landes Nordrhein-Westfalen aufgenommen werden konnten.

Diese Vorhaben werden gefördert:

Die WSW mobil GmbH erhält für den Neubau der Wagenhalle der Wuppertaler Schwebebahn in Vohwinkel eine Zuwendung in Höhe von rund 3,18 Millionen Euro. Das Stahlträgerwerk der jetzigen Wagenhalle ist bereits mehr als 120 Jahre alt und erreicht das Ende seiner Lebensdauer. Zudem entspricht die Wagenhalle nicht mehr den Anforderungen eines modernen Schwebebahnbetriebs.

Eine Zuwendung in Höhe von rund 1,86 Millionen Euro erhält die STOAG Stadtwerke Oberhausen GmbH für die Planung einer durchgehenden Stadtbahnverbindung. Die Linie 105 endet derzeit auf Essener Stadtgebiet, direkt an der Oberhausener Stadtgrenze. Die Weiterführung der Linie 105 ist ein Baustein für eine interkommunale und nachhaltige Verkehrsentwicklung. Profitieren würden auch die stark nachgefragten Einzelhandels-, Kultur- und Freizeiteinrichtungen sowie die derzeit Beschäftigten, die schon heute an ihren Arbeitsplatz in der Neuen Mitte pendeln.

Im Land gibt es zur Herstellung der Barrierefreiheit noch Handlungsbedarf. Für die Planungsleistungen zum Ausbau des Haltepunktes „Hilden Süd S“ erhält die Stadt Hilden eine Zuwendung in Höhe von 136.800 Euro. Die S-Bahn verbindet die Hildener Bevölkerung mit den Städten Solingen, Düsseldorf und darüber hinaus mit dem Ruhrgebiet. Die barrierefreie Umgestaltung der Zuwegungen soll den Hildener Bürgern den Zugang zum ÖPNV einfacher zugänglich und flexibel nutzbar machen.

Die höchste Zuwendung in Höhe von 3,6 Millionen Euro erhält die moBiel GmbH (Bielefeld) für die Planung der Stadtbahnverlängerung nach Hillegossen. Mit dem Ausbau der Stadtbahnlinie 2 soll die Mobilitätslücke zwischen dem Bielefelder Osten und der Innenstadt geschlossen werden. Die Reduzierung der Reisezeit durch eine schnelle direkte Stadtbahnverbindung soll zu einer deutlichen Attraktivitätssteigerung des ÖPNV führen.

Die Stadt Köln erhält eine Zuwendung in Höhe von 977.500 Euro für die Planungsleistungen zur Errichtung von zwei neuen barrierefreien Haltestellen. Die Linie 13 ist im Kölner Stadtbahnnetz eine wichtige Verbindung und verknüpft entlang des Kölner Gürtels viele Stadtteile. Mit diesen zwei zusätzlichen Haltestellen können bis zu 6.800 Anwohner zusätzlich an die bereits bestehende Linie angeschlossen werden.

Hintergrund:

Durch die Aufstockung der Bundesfinanzhilfen im Rahmen des Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetzes auf eine Milliarde Euro seit dem Jahr 2021 sowie zwei Milliarden Euro pro Jahr ab dem Jahr 2025, werden in den kommenden Jahren erhebliche Finanzmittel zum Ausbau des ÖPNV zur Verfügung stehen. Eine Voraussetzung für den Abruf von Bundesfinanzmitteln für Infrastrukturprojekte sind abgeschlossene Planungen für die Maßnahme. Das Ministerium für Umwelt, Naturschutz und Verkehr fördert im Rahmen der Förderrichtlinie die Planungsleistungen in der Regel mit 90 Prozent der zuwendungsfähigen Ausgaben.

Westbahn und BRB formulieren Kernforderungen an DB InfraGO

Seit 2022 fährt die Westbahn fünfmal täglich von München nach Wien, seit Dezember 2024 fahren zwei Verbindungen von Stuttgart über München bis Wien. Seitdem sind betriebliche Herausforderungen auf der Infrastruktur nahezu täglich Realität – von kurzfristig angekündigten oder verschobenen Baustellen über fehlende Abstimmungen bis hin zu unbesetzten Stellwerken und Fehlleitungen auf nicht zulässige Gleise.

„Kurzfristige Baustellen, fehlende Abstimmungen und unklare Zuständigkeiten. Das ist kein Ausnahmezustand, sondern gelebter Alltag. Das dürfen Fahrgäste und alle Mitarbeitende, die tagtäglich mit den Herausforderungen konfrontiert sind, nicht länger ausbaden. Jetzt ist der Zeitpunkt zu handeln. Es braucht endlich ein Baustellenmanagement, das funktioniert“, betont Westbahn-Geschäftsführer Thomas Posch.

Vor diesem Hintergrund hat die Westbahn drei zentrale Kernforderungen als Vorsätze für das Baustellenmanagement formuliert:

  • Baustellen sind kein Überraschungs-Ei: Es braucht mehr Vorlauf, frühzeitige Ankündigungen von Sanierungsmaßnahmen und klare Kommunikation. Kurzfristige Änderungen oder überraschende Bauzeitverlängerungen treffen am Ende immer die Reisenden.
  • Planungssicherheit ist kein Würfelspiel: Bahnverkehr braucht Verlässlichkeit und einen Plan, der hält. Kurzfristig gestoppte oder geänderte Bauabschnitte, fehlende Kapazitäten oder nicht besetzte Stellwerke bringen Fahrpläne und Betriebsabläufe durcheinander. Planung muss realistisch und verlässlich sein.
  • Schluss mit Zuständigkeits-Pingpong: Klare Verantwortungen statt Abstimmungschaos. Gerade im grenzüberschreitenden Verkehr braucht es klare Zuständigkeiten und eine funktionierende interne Kommunikation – vor allem zwischen Regionen und Leitstellen. Fehlleitungen und widersprüchliche Informationen müssen vermieden werden.

Mit diesen drei Kernforderungen soll die Perspektive der Bahnunternehmen fahrgastgerecht wieder ins Zentrum der Infrastrukturplanung gerückt werden. Die Bahnunternehmen fordern dabei keine Einzelmaßnahmen, sondern ein funktionierendes Zusammenspiel von Planung, Bau und Betrieb. Diese Grundsätze sollen verbindlich in der weiteren Planung und Umsetzung der Sanierungsmaßnahmen der DB InfraGO verankert werden.

Welche Auswirkungen die mangelnde Baustellenplanung der DB InfraGO konkret hat, erläuterte BRB-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann am Beispiel der vielbefahrenen Strecke des RE5 München – Rosenheim – Salzburg. Diese ist bereits in 2026 aufgrund der Generalsanierung Nürnberg – Regensburg – Passau von Einschränkungen und Zugausfällen betroffen. Kommt dann in 2027 und 2028 die geplante Generalsanierung erst von Rosenheim bis Freilassing und anschließend von München bis Rosenheim, spitzt sich die Situation noch einmal zu. Dann heißt es für viele Fahrgäste Bus statt Bahn. Dabei stellen sich für die konkrete Umsetzung noch viele Fragen:

  • Sperrkonzept unklar: Statt Vollsperrungen könnte auch mit Eingleisigkeit gebaut werden, was die Möglichkeit zu ausgedünnten Fahrplänen bietet. Zudem ist der Bauumfang fragwürdig. Viele Anlagen sind erst rund 20 Jahre alt und müssten noch nicht saniert werden. Die BRB hat zu den Planungen der DB InfraGo konkrete Alternativvorschläge eingereicht, die jedoch von den Verantwortlichen bislang ohne Rückmeldung blieben. „Man lässt uns am ausgestreckten Arm verhungern und verweigert uns einen zielgerichteten Dialog“, so Schuchmann.
  • Beim geplanten Schienenersatzverkehr (SEV) für den RE5 werden die benötigten Busse zwar von der DB InfraGo organisiert, jedoch soll die BRB u.a. Beschwerden beantworten, obwohl sie keinen direkten Kontakt zu den Busunternehmen hat. Das Ergebnis: Fahrgäste erwarten Antworten, die die BRB ohne Informationen nicht geben kann.
  • Nicht zuletzt bleibt das grundsätzliche Thema der Fahrgastinformation, die bereits heute nicht zufriedenstellend funktioniert, da technische Vorgaben flexible Lösungen blockieren und die aktuelle Informationsstruktur zu starr ist, um auf kurzfristige Baustellenänderungen zu reagieren, die jedoch an der Tagesordnung sind. Arnulf Schuchmann fordert daher: „Fahrgastinfo muss neu gedacht und schneller, flexibler sowie verlässlicher im Sinne unserer Fahrgäste werden.“

ÖBB brechen mit 140.000 Bewerbungen neuen Rekord

Auch im Jahr 2025 haben die hohen Bewerbungszahlen gezeigt, wie attraktiv die ÖBB als Arbeitgeber sind. Insgesamt gingen 140.000 Bewerbungen ein – 20.000 mehr als im Jahr davor. 5.439 neue Mitarbeiter wurden aufgenommen, darunter 760 Lehrlinge – ebenfalls ein neuer Rekord.

Ein entscheidender Faktor für das große Interesse ist die Sicherheit in Sachen Arbeitsplatz. In einer aktuellen Marktforschungsstudie gaben 64 Prozent der Befragten an, dass ihnen ein sicherer Arbeitsplatz wichtiger ist als überdurchschnittliche Bezahlung. 

„Dass sich Menschen vor allem nach Jobsicherheit sehnen, ist ein deutlicher Stimmungsumschwung. Sicherheit ist nicht langweilig, Sicherheit ist modern. Und genau hier weisen wir bei den ÖBB unsere größten Stärken aus.“

ÖBB CEO Andreas Matthä

Attraktive Benefits und langfristige Entwicklungschancen

Neben Stabilität bieten die ÖBB ihren Mitarbeitern Entwicklungsmöglichkeiten und zeitgemäße Benefits. Dazu zählen flexible Arbeitszeitmodelle, betriebliche Kinderbetreuung, Unterstützung für pflegende Angehörige, vielfältige Karrierechancen sowie Vorteile wie ÖBB Wohnungen. Ein besonderer Fokus liegt auch auf der langfristigen Mitarbeiterbindung und -entwicklung: Strukturierte Onboarding-Programme, gezieltes Wissensmanagement und umfangreiche Gesundheitsangebote sorgen dafür, dass neue Kollegen nicht nur gewonnen, sondern nachhaltig gehalten werden. Dass die ÖBB ein attraktiver Arbeitgeber sind, spiegelt sich in der IFES-Arbeitgeberstudie wider. Von 2015 bis 2025 kletterten die ÖBB von Platz 14 der attraktivsten Arbeitgeber auf Platz 4.

„Eine langfristige Jobaussicht, die verlässliche und pünktliche Bezahlung und vielfältige Weiterentwicklungsmöglichkeiten machen die ÖBB zu einem der attraktivsten Arbeitgeber des Landes. Wir bieten nicht nur sichere Arbeitsplätze, sondern echte Zukunftsperspektiven für Menschen, die gemeinsam die Mobilität von morgen gestalten und etwas bewegen wollen“, betont Andreas Matthä.

Öffentlicher Verkehr als krisensichere Branche

Die Krisensicherheit der Branche zeigt sich in den laufenden Infrastrukturprojekten und Investitionen der ÖBB. Ein Beispiel ist das Jahrhundertprojekt Koralmbahn, das bereits in den ersten zwei Wochen nach der Eröffnung von 160.000 Fahrgästen genutzt wurde. Für 2026 sind Investitionen von rund 3,3 Milliarden Euro in den Ausbau einer modernen Bahninfrastruktur geplant. Das zeigt, dass nicht nur die Bahn wächst, sondern auch das Interesse der Menschen, aktiv Teil davon zu werden. Mit den laufenden Investitionen stützen und sichern die ÖBB auch die heimische Wirtschaft und bilden das logistische Rückgrat Österreichs.

Gemeinsam die Mobilität von morgen gestalten

Mit mehr als 48.000 Beschäftigten, davon rund 42.600 im Inland, zählen die ÖBB nicht nur zu den attraktivsten, sondern auch zu den größten Arbeitgebern Österreichs. Der laufende Generationenwechsel, bei dem bis 2030 ein großer Teil der geburtenstarken Boomer-Generation in Pension geht, führt dazu, dass jährlich rund 4.000 neue Mitarbeiter gesucht werden. Um diesen Bedarf zu decken, setzen die ÖBB neben klassischen Recruiting-Maßnahmen gezielt auf innovative Formate, wie zum Beispiel den Job Shop in Wien Mitte, in dem man sich unkompliziert beraten und direkt bewerben kann.

Wer Teil der ÖBB werden möchte, findet alle Informationen zu Jobs und Karriere unter karriere.oebb.at.

Berlin neuer Partner für innovative Verkehrslösungen

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder, Berlins Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt Ute Bonde und Hamburgs Verkehrssenator Dr. Anjes Tjarks wollen gemeinsam die Zukunft der Mobilität stärken. Die bereits zwischen dem Bund und Hamburg bestehende Metropol-Modellregion Mobilität wird damit um das Land Berlin erweitert. Um Innovationen im Verkehrsbereich voranzubringen, werden sie bei Mobilitätsprojekten künftig enger kooperieren und haben dazu die Absichtserklärung „Metropol-Modellregion Mobilität“ unterzeichnet.

Bundesverkehrsminister Patrick Schnieder: 

„Regionen, die frühzeitig in moderne Verkehrskonzepte investieren, stärken ihre internationale Wettbewerbsfähigkeit und setzen wichtige Impulse für technologische Innovationen. Daher begrüße ich Berlin als neuen Partner für die Metropol-Modellregion Mobilität sehr. Sowohl die Freie und Hansestadt Hamburg als auch das Land Berlin bringen wegweisende Projekte in den weiteren Aufbau der Initiative ein. Besonders freut mich, dass beide Metropolen auch einen Schwerpunkt auf die Entwicklung des autonomen Fahrens legen. Denn: Autonomes Fahren ist der Schlüssel zur Mobilität der Zukunft. Hier wollen wir Deutschland zu einem weltweit führenden Innovations- und Produktionsstandort für autonomes Fahren machen.“

Senatorin für Mobilität, Verkehr, Klimaschutz und Umwelt Ute Bonde:

„Für Berlin ist das ein wichtiger Schritt. Wir machen damit deutlich, dass wir die Chancen der digitalen und vernetzten Mobilität aktiv mitgestalten und gemeinsam mit starken Partnern in Deutschland voranbringen. Unser Ziel ist klar: Wir wollen eine Stadt, in der Mobilität sicher, klimafreundlich, bezahlbar und für alle Menschen zugänglich ist. Neue Technologien, insbesondere das automatisierte und vernetzte Fahren, spielen dabei eine entscheidende Rolle. Sie helfen uns, die Verkehrssysteme effizienter und umweltfreundlicher zu gestalten und verbessern zugleich die Lebensqualität für die Berlinerinnen und Berliner.“

Dr. Anjes Tjarks, Senator für Verkehr und Mobilitätswende in Hamburg: 

„Mit der Metropol-Modellregion Mobilität setzen wir ein starkes Zeichen für die Mobilitätswende in Deutschland. Hamburg hat sich früh als Innovationslabor für digitale, vernetzte und nachhaltige Verkehrslösungen positioniert. Der Beitritt Berlins als weitere Modellregion ist ein wichtiger Schritt, um Kräfte zu bündeln und gemeinsam Maßnahmen zu entwickeln, die über einzelne Regionen hinaus wirken. Durch die enge Zusammenarbeit unserer Regionen schaffen wir Synergien, erhöhen die Strahlkraft zukunftsweisender Projekte und können Sie ausweiten.“

Ziel der „Metropol-Modellregion Mobilität“ ist die Entwicklung und der Aufbau eines vollständig neuen, digitalisierten und vernetzten urbanen Mobilitätssystems. Durch einen kontinuierlichen Austausch soll die Umsetzung von Mobilitätsprojekten beschleunigt und begleitet werden. Die Ergebnisse sollen auf andere Regionen übertragen werden können.

In der „Metropol-Modellregion Mobilität“ sollen Projekte mit anderen Ländern, der Europäischen Kommission, Wirtschaft und Wissenschaft identifiziert und umgesetzt werden. In der Absichtserklärung werden drei Berliner Projekte ergänzend zu Projekten in Hamburg festgehalten:

  • NoWel4 (NordWestRaum Level 4): Der Einsatz einer Flotte selbstfahrender Shuttles der Automatisierungsstufe 4 im Nordwesten Berlins für eine bessere Anbindung an den konventionellen ÖPNV
  • Erweiterung des „Digitalen Testfelds Stadtverkehr“: Entwicklung und Verstetigung von intelligenten Verkehrssystemen sowie die Harmonisierung mehrerer Projekttestfelder
  • Verstärkte Nutzung innovativer Verkehrsdaten, wie z.B. Bewegungsdaten von Sharing-Fahrrädern (Floating Bike Data) für eine zukunftsgerichtete Verkehrsplanung

Für die Metropol-Modellregion Mobilität wurde bereits ein Beirat etabliert, in den Vertreter der Beteiligten berufen wurden. Die Initiative ruft Kommunen und Länder dazu auf, sich der Metropol-Modellregion Mobilität anzuschließen und gemeinsam die Zukunft der Mobilität aktiv zu gestalten.

Lina-Loos-Platz ist die 110. U-Bahn-Station in Wien

Am 19. Januar 2026 eröffnete die neue U2-Station „Lina-Loos-Platz“ im 22. Bezirk. Die neue Öffi-Anbindung zwischen den Stationen Aspernstraße und Hausfeldstraße erweitert die U2 von Seestadt bis Karlsplatz von 20 auf 21 Stationen. Das Wiener U-Bahn-Netz wächst auf insgesamt 110 Stationen. U2 Lina-Loos-Platz stärkt die umweltfreundliche Anbindung der Donaustadt und des dynamisch wachsenden Stadtentwicklungsgebiets Oberes Hausfeld. Bereits die ersten Bewohner werden so bestens an das Öffi-Netz angebunden. Neue Fahrradgaragen in der U-Bahn-Station, begrünte Fassaden und eine Photovoltaikanlange am Dach bringen noch mehr Nachhaltigkeit. 

Ausbau der Station bei laufendem U2-Betrieb

Bereits bei der Verlängerung der U2 bis in die Seestadt im Jahr 2013 wurde der Rohbau der Station im Oberen Hausfeld mitgebaut. Die Arbeiten für den weiteren Ausbau starteten 2021 bei laufendem U2-Betrieb. Dabei wurden die Stiegenaufgänge, der Mittelbahnsteig, zwei Fahrradgaragen und zwei neue Aufzüge errichtet. Zusätzlich sorgen über 70 Photovoltaikmodule am Dach für umweltfreundliche Energie. Die Fassadenbegrünungen auf beiden Außenseiten des Stationsgebäudes verbessern das Mikroklima. Mit der Fertigstellung aller Arbeiten hält die U2 ab 19. Jänner beim Lina-Loos-Platz.

„Wie bereits in der Seestadt zeigt sich auch beim Lina‑Loos‑Platz, wie entscheidend eine leistungsstarke Öffi‑Anbindung ab der ersten Stunde ist. Öffentliche Mobilität steht hier vom Start weg allen zur Verfügung – den neuen Bewohner*innen ebenso wie den Menschen, die im hier arbeiten oder am Aufbau des Stadtteils beteiligt sind. So schaffen wir gemeinsam die Grundlage für einen lebenswerten neuen Stadtteil.“

Monika Unterholzner, stellvertretende Generaldirektorin der Wiener Stadtwerke

Das Stadtentwicklungsgebiet Oberes Hausfeld zählt zu den größten Wachstumsräumen der Donaustadt. Auf rund 26 Hektar entsteht ein urbanes Viertel mit 3.700 Wohnungen, Bildungs- und Freizeiteinrichtungen, Arbeitsplätzen und großzügigen Grünräumen für insgesamt 8.000 zukünftige Bewohner. Mit der neuen U2-Station Lina-Loos-Platz ist das neue Viertel von Beginn an das Wiener Öffi-Netz angebunden.

Attraktive Fahrradgaragen für Öffi-Fahrgäste

Gleich zwei neue Fahrradgaragen, jeweils bei den Stationszugängen, ergänzen das Mobilitätsangebot. Dort kann man sein Fahrrad um nur 1,50 Euro für bis zu 24 Stunden abstellen und einfach auf die U2 umsteigen. „Den Abstelllatz für sein Fahrrad kann man ganz einfach online über das Serviceportal von WIPARK buchen“, so WIPARK-Geschäftsführer Ernst Machart. Die kombinierte und nachhaltige Nutzung von Fahrrad und Öffis wird dadurch noch komfortabler und attraktiver.

Klimafitter Lina-Loos-Platz

Die neue U-Bahn-Station ist nicht nur ein weiterer wichtiger Baustein für klimafreundliche Mobilität, die Gestaltung des Umfeldes wird auch dazu genutzt, den neuen Stadtteil zu begrünen und klimafit zu machen. In den nächsten Jahren wird der an die U-Bahn-Station angrenzende Lina-Loos-Platz mit über 50 neuen Bäumen, einem Wasserspiel und großzügigen Grünflächen zu einer schattigen Aufenthalts-Oase gestaltet.

Auch auf klimafreundliche Mobilität wird bei der Planung großer Wert gelegt. Breite und baulich getrennte Radwege führen künftig entlang von An den alten Schanzen und der U-Bahn-Trasse zur neuen U-Bahn-Station. So kommen Radfahrer sicher und komfortabel zur U2 bzw. zu den neuen Fahrradgaragen. Eine WienMobil Rad-Station wird ebenfalls in den Lina-Loos-Platz integriert, bei der man sich kostengünstig Leihräder ausborgen kann. Im Südwesten des Platzes – unmittelbar neben der U-Bahn-Station – wird eine Bushaltestelle errichtet. Das sorgt für kurze Wege beim Umsteigen.

Lina Loos (1882-1950) – Schauspielerin und Schriftstellerin

Benannt ist die neue Station nach Lina Loos (und dem naheliegenden Lina-Loos-Platz), einer bedeutenden Wienerin der Jahrhundertwende. Sie war von 1902 bis 1905 mit dem Architekten Adolf Loos verheiratet. Die Beziehung zum bekannten Ehemann scheiterte, Lina Loos tat als junge Frau den mutigen Schritt zur Scheidung. Sie machte international sowie in ihrer Heimatstadt Karriere als Schauspielerin und Schriftstellerin. Lina Loos setzte sie sich intensiv mit dem Wien ihrer Zeit auseinander und gilt als Pionierin weiblicher Emanzipation. Sie engagierte sich als Friedensaktivistin, war Mitglied des Österreichischen Friedensrates sowie des Bundes demokratischer Frauen und setzte sich zeitlebens für Frieden, Abrüstung, gegen Neofaschismus und für die Rechte von Frauen ein.

LVB stellen neuen Fahrgastrekord in 2025 auf

Bereits zum zweiten Mal in Folge konnten die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) nach zahlreichen Angebotsverbesserungen einen neuen Fahrgastrekord seit den 1990er Jahren verzeichnen. Mit 171,2 Millionen beförderten Personenwurde der Vorjahreswert nochmals um 4,3 Millionen (+2,6 Prozent) übertroffen und erstmals die Schwelle von 170 Millionen beförderten Fahrgästen überschritten. Damit liegt das Wachstum deutlich über dem Bevölkerungswachstum der Stadt und über dem Branchendurchschnitt in Deutschland.

“Dieses Kundenplus belohnt unsere Anstrengungen und die Strategie der Stadt Leipzig. Die Maßnahmen aus dem Nahverkehrsplan zeigen Wirkung. Neben dem Finanzierungsbeitrag von Stadt und Leipziger Gruppe machen die Einnahmen und interne Kostensenkungen dieses Wachstum möglich.”

Ulf Middelberg, Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Verkehrsbetriebe

Insbesondere die umgesetzten Angebotsverbesserungen, wie die Erweiterung des 10-Minuten-Taktes und neue Bus- und Straßenbahnlinien, sowie zahlreiche erfolgreiche Vertriebs- und Marketingaktivitäten rund um das Deutschland-Ticket und das neue Kundenbindungsprogramm BonusMove sorgten für eine gesteigerte Nachfrage bei Kunden. So wurde Ende 2025 die 2. Stufe des „Liniennetzes der Zukunft“ mit folgenden Verbesserungen umgesetzt:

  • Verlängerung der Straßenbahnlinie 14 bis Klinikum St. Georg,
  • Taktverdichtung der Buslinie 79 zwischen Connewitz und Paunsdorf durch Einführung einer neuen Verbindung nach Sommerfeld,
  • Taktverdichtung der Buslinie 67 (vormals 130) zwischen Angerbrücke und Rückmarsdorf,
  • sowie Gebietserweiterungen in allen Flexa-Bediengebieten.

Daneben entfalteten die im Laufe des Jahres 2024 in der Stufe 1 des „Liniennetzes der Zukunft“ umgesetzten Maßnahmen in 2025 erstmals über ein volles Kalenderjahr ihre Wirksamkeit. Besonders erfolgreich war die Verlängerung der Linie 74 von Lindenau nach Leutzsch: Binnen eines Jahres stieg die Fahrgastzahl der Linie 74 um 26 Prozent von 3,35 auf 4,21 Millionen. Damit ist die Linie 74 zur drittstärksten Buslinie nach den Linien 70 und 90 aufgestiegen.

Die positive Entwicklung der Linieneinnahmen wird auch gestützt durch die erfolgreiche Kundengewinnung und -bindung der LVB trotz Preisanpassung im Deutschlandticket zum 1. Januar 2025. Die LVB verzeichnen einen Zuwachs von 6.000 Abonnenten und mit insgesamt 159.000 Abonnenten für das Deutschlandticket im Jahr 2025 den höchsten Kundenbestand seit Einführung. Darüber hinaus konnten die LVB 3.000 zusätzliche Abonnenten für das Bildungsticket gewinnen. Der Einbau der neuen mobilen Automaten Anfang 2025 wirkte sich ebenfalls positiv auf die Einnahmeentwicklung aus.

VRN begrüßt Einigung und Fortbestand der Tarifpartnerschaft

Der Verkehrsverbund Rhein-Neckar (VRN) begrüßt den Tarifabschluss im privaten Omnibusgewerbe Rheinland-Pfalz und zeigt sich erleichtert über das Ende der langwierigen Verhandlungen. Die Tarifkommission von ver.di hat das Angebot der Vereinigung der Arbeitgeberverbände Verkehrsgewerbe Rheinland-Pfalz (VAV) ohne inhaltliche Änderungswünsche angenommen. Damit ist der tarifliche Konflikt abgeschlossen und der VAV-Tarif kann bis 31. Dezember 2027 fortgeschrieben werden.

Mit der Annahme des Angebots geht auch die Rücknahme des Antrags auf Aberkennung der Repräsentativität der VAV-Tarifverträge durch ver.di einher. Der Fortbestand der bestehenden Tarifstruktur ist aus Sicht des VRN ein wichtiges Signal für Stabilität, Verlässlichkeit und eine starke Partnerschaft im öffentlichen Personennahverkehr.

„Wir begrüßen die Tarifeinigung im privaten Omnibusgewerbe Rheinland-Pfalz und freuen uns vor allem auch darüber, dass das VAV-Tarifwerk damit fortbestehen kann“, betont Dr. Michael Winnes, Geschäftsführer der VRN GmbH. „Ein verlässlicher Tarifrahmen ist nicht nur für die Beschäftigten und Verkehrsunternehmen von großer Bedeutung, sondern auch für die Fahrgäste, die auf ein funktionierendes Nahverkehrssystem angewiesen sind.“

Im Rahmen des Tarifkonflikts hatte ver.di damit gedroht, den VAV nicht weiter als Verhandlungspartner zu akzeptieren und die Aberkennung der Repräsentativität des geltenden VAV-Tarifvertrags sowie die gleichzeitige Anerkennung eines neuen, bislang nicht angewandten Mindestentgelttarifvertrags (BezTV ME-N RP) beantragt. Der VRN hatte von Anfang an vor diesem Schritt gewarnt, da der VAV die personalwirtschaftliche Grundlage der Konzessionsverträge im VRN darstellt und die Aberkennung seiner Repräsentativität weitreichende Folgen für die Konzessionsverträge im VRN und damit die Stabilität des regionalen Busangebotes im VRN gehabt hätte.