Ein großer Schritt für den grenzüberschreitenden Verkehrsverbund

Ein bedeutender Meilenstein für die grenzüberschreitende Mobilität: Der Landkreis Berchtesgadener Land und die Salzburger Verkehrsverbund GmbH (SVG) erhalten zusammen rund 750.000 Euro Fördermittel aus dem Interreg VI A Programm Bayern–Österreich 2021–2027. Mit der Zusage kommen die Partner der Integration des Berchtesgadener Landes in den Salzburger Verkehrsverbund deutlich näher.

Das Land Salzburg und der Landkreis Berchtesgadener Land sind wirtschaftlich, sozial und verkehrlich eng miteinander verbunden. Die geplante Verbundintegration soll Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr nochmals deutlich vereinfachen: Ziel ist ein nahtloses, grenzüberschreitendes Angebot mit einheitlichen Tarifen, besseren Anschlüssen sowie der Bündelung von Vertrieb, Marketing und Fahrgastinfo. 

„Diese Förderung ist ein starkes Signal“, sagt Landrat Michael Koller. „Mit der Unterstützung der EU und in enger Zusammenarbeit mit der SVG rücken wir dem gemeinsamen Verkehrsverbund deutlich näher.“ 

Salzburgs Landeshauptfrau-Stellvertreter Stefan Schnöll verdeutlicht: „Die zugesagten EU‑Mittel sind Rückenwind für ein grenzüberschreitendes Angebot aus einem Guss: einheitliche Tarife, bessere Anschlüsse und klare Information. So machen wir den Alltag für unsere Fahrgäste einfacher und stärken die Region auf beiden Seiten der Grenze.“

Johannes Gfrerer, Geschäftsführer der SVG, betont: „Mit der Integration des Landkreises Berchtesgadener Land in den Salzburger Verkehrsverbund bringen wir die Regionen näher zusammen und wollen klare Vorteile für unsere Fahrgäste schaffen. Davon profitieren Salzburg und das Berchtesgadener Land gleichermaßen.“

Die bewilligten Mittel stammen aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) und werden über das Interreg‑Programm, welches länderübergreifende Kooperationen unterstützt, gefördert. Insgesamt rund 750.000 Euro europäische Fördermittel erhalten der Landkreis Berchtesgadener Land und die Salzburger Verkehrsverbund GmbH. Die Gelder fließen insbesondere in die finale Ausarbeitung des Tarifangebots und in die Gestaltung und den Aufbau der für die Verbundintegration notwendigen Organisationsstruktur. Damit sollen die Voraussetzungen geschaffen werden, um ein attraktives Verkehrsangebot für die Menschen im gemeinsamen Lebens- und Wirtschaftsraum zu schaffen. 

Bayerns Verkehrsminister Christian Bernreiter: „Mit flächendeckenden Verbundstrukturen schaffen wir die Voraussetzungen zur strukturellen Stärkung des ÖPNV. Die Fahrgäste profitieren von attraktiven Tarifen, abgestimmten Verkehrsangeboten und digitalen Fahrgastinformationen. Der Freistaat hat mit seinem Förderprogramm im Vorfeld bereits einen bedeutenden Beitrag geleistet: Wir haben die vorbereitende Grundlagenstudie für den Landkreis Berchtesgadener Land mit bis zu 550.000 Euro gefördert. Auf dieser Basis hat der Kreistag den Beschluss zur Integration in den Salzburger Verkehrsverbund gefasst — ein klarer Schritt hin zu einer besseren regionalen und hier sogar grenzüberschreitenden Mobilität. Später fördert der Freistaat im Rahmen der Eckpunkte zur Förderung von Verbundintegrationen auch einmalige und dauerhafte Kosten des Verbundbeitritts auf bayerischer Seite.“

Um die komplexen vertraglichen, technischen und organisatorischen Anforderungen eines grenzüberschreitenden Verkehrsverbundes – der in dieser Form erstmalig in Deutschland und Österreich ist – zu entwickeln, haben sich die Projektpartner darauf verständigt, die Integration vom ursprünglich geplanten Start Anfang 2027 auf das vierte Quartal 2027 zu verschieben. Die Anpassung des Zeitplans schafft den zeitlichen Raum, um Qualität, Rechtssicherheit und Betriebsstabilität sicherzustellen. So kann das Projekt nachhaltig wirken und langfristig Mobilität und regionale Vernetzung stärken.

Print Friendly, PDF & Email

Comments are closed.