Heag mobilo und Stadler haben im Juni 2026 ihre Untersuchungen zu den Erschütterungen entlang ausgewählter Streckenabschnitte des Darmstädter Straßenbahnnetzes fortgesetzt. Im Mittelpunkt stand die Frage, welchen Einfluss eine weiterentwickelte Radmodifikation auf die von den Tina-Fahrzeugen ausgehenden Erschütterungen hat. Hierfür wurde ein technisch angepasstes Fahrzeug unter realen Betriebsbedingungen mit einem Serienfahrzeug verglichen. Die Messfahrten fanden an vier Standorten in Darmstadt-Arheilgen, Darmstadt-Kranichstein, Darmstadt-Eberstadt und Seeheim-Jugenheim statt. Dabei wurde eine gegenüber früheren Tests weiter reduzierte Radsteifigkeit untersucht.
Die Ergebnisse zeigen, dass die getestete Radmodifikation die Erschütterungen an einzelnen Standorten wie Kranichstein und Arheilgen weiter reduzieren kann. Die modifizierten Räder führten dort zu einer Verringerung der gemessenen Erschütterungen um drei bis zehn Prozent gegenüber dem Serienfahrzeug. An den ebenfalls untersuchten Standorten in Eberstadt und Seeheim-Jugenheim ergab sich kein klares Bild. Dort fiel die Wirkung der getesteten Radmodifikation je nach Messort und Fahrtrichtung uneinheitlich aus.
Dr. Ansgar Brockmeyer, stellvertretender Group CEO der Stadler Group, ordnet das Ergebnis des Prototypentests ein: „Die aktuellen Messungen bestätigen, dass die verringerte Radsteifigkeit einen messbaren Beitrag zur Verringerung von Erschütterungen leisten kann. Gleichzeitig zeigen sie aber auch, dass wir noch andere Maßnahmen brauchen. Hier helfen uns die Ergebnisse, die Einflussfaktoren entlang des Netzes besser zu verstehen und die nächsten Optimierungsschritte gezielt auszurichten“.
Johannes Gregor, Geschäftsführer der Heag mobilo, sagt: „Die im Juni getesteten weicheren Radreifen haben stellenweise Verbesserungen, andernorts aber noch nicht den erhofften Durchbruch gebracht. Wir bauen weiter auf die Expertise und die avisierten nächsten Entwicklungsschritte durch Stadler, um durch Verbesserungen am Fahrzeug eine belastbare Lösung für unsere gesamte TINA-Flotte und die Anwohnenden zu finden.“
Weitere Prototypentests durch Stadler bis Jahresende
Stadler wird auf Grundlage der Ergebnisse zwei technische Ansätze weiterverfolgen: Eine nochmals weichere Ausführung der Radreifen soll die Übertragung von Erschütterungen weiter reduzieren. Zudem hat Stadler eine weitere technische Bedämpfungseinrichtung im Bereich des Fahrwerks entwickelt. Beide Lösungen werden derzeit bei einem anderen Stadler-Kunden in Basel getestet. Bis Jahresende soll dann erneut ein modifizierter Tina-Prototyp auch in Darmstadt rollen.









