D-Data: Weichenstellung für die Zukunft des Deutschlandtickets

Auf der InnoTrans 2026 in Berlin hat das Kompetenzcenter Marketing NRW (KCM) heute, am 23. September, das Projekt D-Data vorgestellt. Auf politischen Auftrag des Koordinierungsrats Deutschlandticket hin wird bundesweit in ausgewählten Testregionen erprobt, wie sich die tatsächliche Nutzung des Deutschlandtickets zuverlässig, digital, sicher und datenschutzkonform erfassen lässt. Die Ergebnisse sollen eine wesentliche Basis dafür bieten, künftig eine leistungsgerechte Verteilung der Ticketeinnahmen unter den öffentlichen Verkehrsunternehmen und Verbünden zu ermöglichen. Das Projekt leistet damit einen wichtigen Beitrag zu einer fairen, transparenten und zukunftsfähigen Finanzierung des öffentlichen Nahverkehrs in Deutschland.

Die Einnahmen aus dem Deutschlandticket werden bislang überwiegend nach dem Wohnort der Ticketkäuferinnen und -käufer verteilt, ein praktikables Verfahren, aber nur ein eingeschränktes Abbild der tatsächlichen Nutzung. Genau hier setzt das Projekt D-Data an: Es zielt auf eine nutzungsorientierte Einnahmeaufteilung nach tatsächlich zurückgelegten Fahrten. „Mit D-Data prüfen wir Verfahren für eine belastbare Datenerhebung, um die Einnahme aus dem Deutschlandticket dorthin verteilen zu können, wo der Nahverkehr tatsächlich genutzt wird”, erklärt Eduard Rollmann, der das Projekt beim KCM leitet und es auf der InnoTrans in Berlin vorstellte. „Für uns als Kompetenzcenter Marketing NRW ist das zugleich ein bedeutender Schritt: Erstmals übernehmen wir mit der Steuerung dieses Feldtestprojekts Verantwortung für ein Vorhaben von bundesweiter Tragweite. Es freut mich, gemeinsam mit vielen starken Partnern die Grundlage für eine möglichst gerechte Einnahmeaufteilung zu legen, von der am Ende alle profitieren: die Verkehrsunternehmen ebenso wie die Fahrgäste.“

Im Zentrum von D-Data stehen initial bundesweite Feldtests, in denen Smartphone-Ortungsdienste allein oder in Kombination mit Beacon-Technologie für die Nutzungsdatenerfassung erprobt werden. Dabei werden technische Lösungen zur präzisen Erfassung der Wegeketten, organisatorische Prozesse zur Durchführung und Auswertung der Erhebungen sowie datenschutzrechtliche und regulatorische Fragestellungen systematisch untersucht und bewertet. Zudem wird mit unterschiedlichen Ansprache- und Anreizmodellen der Teilnehmergewinnung sowie Methoden der Stichprobenbildung analysiert, wie ausreichend viele Teilnehmende gewonnen werden können, um möglichst belastbare und repräsentative Ergebnisse zu erzielen.

Getestet wird in fünf Regionen: dem Hamburger Verkehrsverbund (hvv) mit dem Niedersachsentarif (Nitag) und dem Mitteldeutschen Verkehrsverbund (MDV) als Haupttestregionen sowie dem Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), dem Verkehrsverbund Rhein-Ruhr (VRR) und dem Verkehrsverbund Warnow (VVW) als ergänzende Regionen. Die Feldtests beginnen im Dezember 2026, Ergebnisse und Empfehlungen werden zum Ende der zweiten Jahreshälfte 2027 erwartet. Im Anschluss werden Bund und Länder mit den Verkehrsunternehmen über die weiteren Schritte zur konkreten Umsetzung der nutzungsbasierten Einnahmeverteilung entscheiden.

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