Wie automatisierter Straßenbahnbetrieb künftig aussehen kann, haben die Škoda Group und die Rhein-Neckar-Verkehr GmbH (rnv) beim „Tag des autonomen Fahrens“ in Mannheim demonstriert. Im Rahmen der Veranstaltung wurde ein umfassendes Technologie-Ökosystem vorgestellt, das Automatisierung, Digitalisierung und perspektivisch den autonomen Betrieb im urbanen Schienenverkehr ermöglicht.
Im Zentrum stand dabei das Konzept eines „Smart Depot“, das als entscheidender Zwischenschritt auf dem Weg zum vollautonomen Straßenbahnbetrieb auf der Strecke gilt. In der realen Umgebung eines rnv-Betriebshofs wurden unter anderem autonome Rangierfahrten, automatisches Abstellen von Fahrzeugen, die intelligente Steuerung von Fahrzeugbewegungen sowie automatisierte Abläufe in der Waschanlage live demonstriert. Die Steuerung erfolgt über ein zentrales System – ein wichtiger Baustein für zukünftige autonome Betriebsformen.
Digitalisierung und Automatisierung als Schlüsseltechnologien
Das Smart Depot verbindet drei zentrale Elemente: die autonome Bewegung von Fahrzeugen im Depot, die Digitalisierung betrieblicher Prozesse sowie die Automatisierung von Service- und Wartungsaktivitäten. Die einzelnen Module sind flexibel kombinierbar und können an die Anforderungen des jeweiligen Verkehrsunternehmens angepasst werden.
Durch den gezielten Einsatz von Automatisierung lassen sich Abläufe effizienter gestalten, Wartungsprozesse optimieren und manuelle Routinetätigkeiten reduzieren. Gleichzeitig entstehen umfangreiche Datengrundlagen, die eine präzisere Steuerung von Betrieb und Instandhaltung ermöglichen.
Sicherheit und Effizienz im Fokus
Neben Automatisierungslösungen standen auch innovative Sicherheitssysteme im Mittelpunkt. Das Antikollisionssystem (ACS) erkennt Hindernisse im Fahrweg, bewertet Gefahrensituationen und unterstützt das Fahrpersonal gezielt – ohne durch unnötige Fehlwarnungen zu belasten. Ergänzend sorgt eine intelligente Geschwindigkeitsüberwachung (ISL) dafür, dass Fahrzeuge situationsabhängig sicher unterwegs sind, etwa in Kurven oder auf weniger vertrauten Strecken.
Darüber hinaus ermöglichen digitale Anwendungen („Mobility Apps“) eine umfassende Steuerung des Betriebs: von der Fahrzeugdisposition über Echtzeit-Diagnosen bis hin zur vorausschauenden Wartung auf Basis von KI‑gestützten Analysen und digitalen Fahrzeugmodellen. So können potenzielle Störungen frühzeitig erkannt und ungeplante Ausfälle reduziert werden. Auch intelligente Kamerasysteme tragen zur Sicherheit bei, indem sie das Umfeld der Fahrzeuge in Echtzeit analysieren, Risiken erkennen und entsprechende Warnungen ausgeben – sowohl im Depot als auch im Linienbetrieb.









